Amos Oz Plötzlich tief im Wald

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Inhaltsangabe zu „Plötzlich tief im Wald“ von Amos Oz

Nach seinem Welterfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis legt der Bestsellerautor Amos Oz nun eine Geschichte für Kinder und Erwachsene vor. Plötzlich tief im Wald erzählt von Maja und ihrem Freund Matti, die beschließen, das dunkle Geheimnis ihres Heimatdorfs zu ergründen. Wie kam es, daß in einer Winternacht vor vielen Jahren alle Tiere aus dem Dorf verschwanden? Und warum liegt eine so seltsame Traurigkeit über den Bewohnern?

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 17:56

    Ein Dorf am Ende der Welt. Stille, Schweigen, beredetes Schweigen. Kein einziger Laut eines nicht menschlichen Wesens dringt durch diese Stille. Keinen Vogel sieht man kreisen, keine Kuh wiederkäuen; man hört kein Pferd wiehern, keinen Hund bellen. Auf dem Feld sieht man keinen Ochsen vor dem Pflug, keine milchgebende Kuh im Stall; nicht einmal Ameisen oder anderes Ungeziefer kreucht und fleucht durch Ställe, Scheunen und Haushalte. In diesem Dorf lebt kein einziges Tier. Nur die Menschen, die sich ihrem Schicksal ergeben haben und darüber schweigen, wie es dazu kam. Sie erzählen nicht, und wenn sie es wollen, werden sie zum Schweigen gebracht. Dass diese Lebewesen existieren, wissen die Kinder nur die Lehrerin Emanuela, die ihnen Tierlaute beibringt oder aber vom (ehemaligen) Fischer Almon, der gut und gerne und mit viel Traurigkeit von seinem getreuen Hund Sito erzählt, der zusammen mit allen anderen Tieren in einer Novembernacht verschwand. Nur Mati und Maya, sie haben ein Geheimnis. Sie haben einen Fisch gesehen. Vielleicht nur ein Sonnenstrahl, der sich auf dem Fluss spiegelte? Was auch immer zutrifft, sie beide zieht es in den Wald, um das Schweigen der Dorfbewohner zu brechen, um herauszufinden, warum selbst Reisende diesen Ort meiden, warum die Tiere einfach so verschwanden. Dieses Buch ist eine Reise. Eine Reise, von Vergangenheit zur Gegenwart in die Zukunft, die von diesen beiden Kindern getragen wird. Erinnern und Vergessen sind ihre ständigen Begleiter. Die Bewohner des Dorfes verweigern sich beharrlich die Wahrheit zu sagen, ja, überhaupt darüber zu sprechen. Sie verweigern sich der Realität bzw. irgendeiner Form der Aufarbeitung von Traumata aus der Vergangenheit. Veränderungen sind ihnen zuwider, sie leben ihr Leben, sie sterben, wissend oder unwissend. Amos Oz hat diese Verdrängungsmechanismen in diesem Märchen gut herausgearbeitet in einer leichten, sehr direkten und verständlichen Sprache. Schnörkellos, ohne viel zu beschreiben agieren seine Figuren, die er leider nur unzureichend beschreibt. Maya und Mati werden auf den ca. hundert Seiten eher als emotionslose, denn als emotionale, liebende, hassende Figuren dargestellt. Das Geheimnis, und die damit verbundene Botschaft, die letztendlich hinter dieser Geschichte stehen, werden in mehreren Szenen beleuchtet, ohne wertend zu sein, ohne zu verurteilen. Und doch mit einem Unterton, der immer wieder fragt: „Warum ist es so gelaufen? Wäre es anders verlaufen, wenn…“ usw. Umso unverständlicher ist das letzte Kapitel dieses Werkes. Ist das Märchen bisher ohne den erhobenen Zeigefinger durch eindringliche Bilder zur Botschaft gekommen, wird sie dem Leser noch einmal recht schulmeisterlich auf dem Weg gegeben (Man solle keine anderen Menschen hänseln, weil er anders ist..), in dem man den Zeigefinger hebt und, ich übertreibe, sagt: „Lieber Kinder, macht das nicht…“, was im übrigen vollkommen unnötig ist bzw. war. Und doch, trotz dieser Schönheitsfehler, war dies ein interessantes, sehr nachdenklich machendes Büchlein, was mich noch sehr lange nach der Lektüre verfolgt hat. Was bleibt? Ein Märchen, eine Parabel, mit einer guten, verständlichen Botschaft, die in einer geradlinigen, direkten, schnörkellosen Sprache vermittelt wird. Einziger Fehler: Ein Leser braucht keinen Schulmeister, keinen Moralprediger, um die Nachricht dieses Werkes zu verstehen, will sagen: Das letzte Kapitel ist vollkommen deplatziert und somit unnötig.

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    Dupsi

    Dupsi

    01. November 2010 um 20:51

    Irgendwo am Ende der Welt gibt es ein kleines Dorf. Umschlossen nur von Bergen und Wäldern. Eigentlich könnte alles idyllisch sein, doch das Dorf verbirgt etwas. Ein Geheimnis. Alle Tiere sind verschwunden. Schon seit langer Zeit.So lange, dass die Kinder nicht mehr an ihre Existenz glauben. Sie kennen die Tiere nur von Bildern. Keines hat ein echtes gesehen. Was ist mit den Tieren passiert? Was ist mit Nimi passiert, der für mehrer Wochen im Wald verschwand und als er zurückkehrt seine Sprache verloren zu haben scheint. Das einzige, was er tut, ist wiehern. Die Erwachsenen halten sich verschlossen. Nichts ist aus ihnen herauszubekommen. Doch es scheint sich auch niemand dafür zu interessieren. Nur Mati und Maja sind neugierig. Was sie entdecken, als sie in den Wald gehen, erfahrt ihr in diesem Buch. Die Geschichte, dieses Märchen hat mir gut gefallen. Es ist fantasievoll, mystisch und regt zum Nachdenken an. Es vermittelt eine Botschaft, die wir uns heutzutage immer wieder in Erinnerung rufen müssen. Tolles Buch!

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. August 2010 um 16:05

    "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz ist ein bezauberndes, bildhaftes sowie poetisches Märchen. Es beginnt zwar nicht mit "Es war einmal....", mutet dennoch durch seinen bildreichen und eigenen Stil märchenhaft an. Der Leser begleitet zwei Kinder auf ihrem Weg in den "bösen" Wald und wird Zeuge eines wunderlichen Vorfalls. Das Dorf, aus dem die Kinder kommen, ist grau und liegt sehr einsam, nur ein reißender Fluss, der mitten durch das Dorf führt, erscheint lebendig. Die Menschen, besonders die ältere Generation, sind erstarrt, eingeschüchtert, ängstlich und müde aber auch voller Spott für andere, die anders sind als die meisten Dorfbewohner. Die wunderlichsten Dinge passieren in dem Dorf. So gibt es zum Beispiel einen Jungen, Nimi, der die Wieheritis hat (man munkelt, dass er sie sich bei einem verbotenen Aufenthalt in den dunklen Wäldern zugezogen hat) und den die meisten der Dorfbewohner meiden und verspotten, da er anders ist. Anders in diesem verwunschenen Dorf ist noch eines: Es gibt keine Tiere mehr! Über dem Dorf liegt eine bedrückende Stille. Und dann ist da noch etwas und zwar geht die Angst um, die Angst vor Nehi, dem Bergteufel. Nehi soll vor vielen, vielen Jahren alle Tiere des Dorfes mitgenommen haben. Manche Menschen im Dorf leiden darunter, dass es keinerlei Tiere mehr gibt, keine Hunde und Katzen, keine Vögel, keine Fische, keine Insekten, schlicht: Kein einziges Lebewesen außer den Menschen selbst. Eines Tages beschließen zwei mutige Kinder, Maja und Mati, den Geheimnissen des Dorfes nachzugehen und begeben sich auf den Weg in die Berge und somit in die dunklen, geheimnisvollen und "bösen" Wälder. Was dort passiert, lest ihr am besten selbst! Viel mehr möchte ich zu diesem Märchen gar nicht sagen, außer, dass das Lesen für mich ein Genuss war. Während der Lektüre hatte ich immer wieder Gedanken, die zum Erzählten passen, mögliche Interpretationen und Ideen. Das Märchen ist eine Metapher für vieles, was in der heutigen Gesellschaft präsent ist: Allem voran Intoleranz und das Ausgrenzen von Fremd- und Andersartigem. Angenehm ist, dass Amos Oz keinerlei Wertung abgibt oder den erhobenen Zeigefinger benutzt. Nein, allein der Leser entscheidet, was er für sich aus dem Märchen mitnehmen möchte. Das mutet wunderbar an, denn so entsteht sehr viel Spielraum für eigene Vorstellungen und Interpretationen. Besonders gut gefallen mir der liebevolle Ton, der dem Märchen innewohnt, sowie die wahrhaft poetische, weise Sprache des israelischen Schriftstellers! Daher von mir eine klare Empfehlung für alle, die gerne einmal wieder eine neue Lese-Erfahrung machen möchten und poetisch-leise und kraftvolle Literatur mögen!

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    ChaosQueen13

    ChaosQueen13

    19. September 2009 um 17:16

    Auf einmal wurde ich sehr nachdenklich bei ... „Plötzlich tief im Wald“ von Amos Oz mit einer herrlichen Sprache malt er mit diesem Märchen förmlich Bilder. Amos Oz zeigt in diesem Buch ein klassisches Problem der Menschen auf „Mobbing“!!! Es ist zunächst unklar, was mit dem Dorf los ist und warum es so ist, so kommt doch mit der Zeit immer mehr Licht in dieses dunkel. Liebevoll führt er dabei in die Geschichte ein und führt sie auch weiterhin liebevoll fort. Dabei verlässt er doch nie die Ebene des Märchens und spornt so mit dem Leser zum Denken an. Die zwei aufgeweckten, neugierigen und mutigen Kinder Mati und Maja, die Hauptfiguren des Werkes, bringen die charakterliche Stärke auf, an der Enthüllung des von der Generation ihrer Eltern gehüteten Geheimnisses zu arbeiten und machen sich so eines Tages in den gefürchteten und "verbotenen Wald“ auf, in dem ein schrecklicher Berggeist hausen soll... Am besten ist das doch verhältnismäßig offene Ende, welches er seinem Märchen verpasst hat. Dies fordert nämlich den Leser auf, selber nachzudenken, ob er selber je so gehandelt hat wie die Leute in dem Buch oder ob er den Mut aufbrächte wie die Kinder zu handeln. Eine besonders schöne Geschichte, gerade in der heutigen Zeit ein sehr lesenswertes und empfehlenswertes Buch.

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. May 2008 um 16:30

    In einem Dorf am Ende der Welt trug sich gar unglaubliches zu. Vor vielen Jahren, in einer Nacht wie dieser, kroch die Dunkelheit schwer und bleiern aus dem Wald hervor und legte sich drückend über das Dorf. Keiner sah Ihn aber jeder wusste dass dann er kam, Nehi, der Teufel aus den Bergen. Er kam und nahm dem Dorf alle Tiere. Von der Kuh bis zum Hund, vom Bären bis zum Holzwurm, sogar die Fische aus dem nahen Fluss nahm er hinweg. Nun scheint sich sogar noch unglaublicheres zu ereignen. Maja und ihr Freund Mati machen sich nicht nur auf um die Tiere zu suchen sondern wollen auf den Teufel der Berge persönlich treffen… [b]Plötzlich tief im Wald[/b] von Amos Oz jetzt nach Wortbau, Charakterzeichnung oder auch Handlungsablauf zu beurteilen wäre mehr als falsch. Genauso sollte der erwachsene Leser sich verkneifen nach politischen Metaphern zu suchen oder in dem ganzen eine Parabel zu sehen. All dies ist einfach nur ein schönes Märchen für kurzweilige Stunden das, wenn überhaupt, nur eine Lehre mit sich trägt: Die Mensch sollten endlich wieder anfangen mehr miteinander zu reden.

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  • Rezension zu "Plötzlich tief im Wald" von Amos Oz

    Plötzlich tief im Wald
    samson

    samson

    16. May 2007 um 13:31

    Ein sehr eindringliches Buch über die Auswirkungen von Hohn und Spott. Vielleicht denken wir darüber nach bevor wir und das nächste Mal über jemanden lustig machen...