Amotz Zahavi

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Amotz ZahaviSignale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip
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Signale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip
Amotz ZahaviThe Handicap Principle
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The Handicap Principle
The Handicap Principle
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Erschienen am 03.06.1999

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Rezension zu "Signale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip" von Amotz Zahavi

Angeberei durch Handicap
PhilippWehrlivor einem Jahr

„Wenn ich die Federn im Schwanz eines Pfaus sehe, wird mir übel,“ schrieb Charles Darwin ein Jahr, nachdem er sein Buch über die Entstehung der Arten veröffentlicht hatte. Wie können sich so unpraktische, hemmende Federn, mit denen der Vogel kaum fliegen kann, in der Evolution durchsetzen? – Elf Jahre später erklärte er das Pfauenrad mit der sexuellen Selektion: Pfauen-Weibchen mögen imposante Räder.

Diese Erklärung ist unbefriedigend. Denn weshalb sollten Pfauen-Weibchen so etwas Unpraktisches und Gefährliches mögen? Die langen Federn würden ja an die eigenen Nachkommen vererbt und auch die Nachkommen beim Fliegen behindern.

Das Handicap-Prinzip komplettiert Darwins Idee. Weibchen lieben das Rad, gerade weil es eine Behinderung ist. Nur ein top-fitter Pfau kann es sich leisten, so lange Federn zu haben. Wir kennen das Phänomen aus dem Zirkus: Der Seiltänzer geht nicht einfach über das Seil. Nein, er verbindet sich die Augen und geht rückwärts.

Die Zahavis führen das Handicap-Prinzip an unzähligen Beispielen vor. Dadurch lernt man erstens ungeheuer viel über verschiedene Tierarten. Man kriegt zweitens ein Auge dafür, z. B. beim nächsten Zoobesuch selbst weitere Beispiele zu entdecken. Und drittens lernt man sehr unterhaltsam die Denkweise der Evolutionsbiologen.

Wenn sich Wölfe einer Herde von Gazellen nähern, gehen einzelne Gazellen den Wölfen entgegen und springen senkrecht hoch in die Luft. Wie kommen sie dazu, sich so unnötig einer Gefahr auszusetzen? – Solche Sprünge, dazu noch in der Nähe der Wölfe, kann sich nur eine kräftige Gazelle leisten, die sich sicher ist, bei einer Verfolgungsjagd zu entkommen. Wölfe sehen den Sprüngen an, wie fit die Gazelle ist. Weder die Gazelle noch die Wölfe haben Interesse an einer unnötigen kräfteraubenden Verfolgungsjagd. Die Wölfe werden sich also ein schwächeres Opfer aussuchen.

Viele Schmetterlinge und Motten sind giftig, weil sie giftige Pflanzen fressen. Bei den Männchen ist das Gift ein Pheromen, das beweist, dass das Männchen so kräftig ist, dass es sehr viele giftige Pflanzen verträgt. Der Rosapelikan hat in der Paarungszeit einen Wulst zwischen seinen Augen, der ihm die Sicht auf Fische versperrt, die in seiner Schnabelnähe durchschwimmen. Er beweist damit, dass er ein so geschickter Fischer ist, dass er trotz dieser Behinderung genug Fische fängt. Sehr ähnlich beweisen Party-Gänger in der Disco mit einer Sonnenbrille ihre besondere Coolness.

Wer solche Beispiele mag und mehr über die Tierwelt und auch über die menschliche Angeberei erfahren will, findet in Zahavis Buch eine wahre Fundgrube.

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