Amrei Wittwer

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Autor von Schmerz.

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Amrei WittwerSchmerz
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Schmerz
Schmerz
 (1)
Erschienen am 10.11.2016

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Rezension zu "Schmerz" von Amrei Wittwer

Sehr umfassende, hochinteressante Informationen
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Sehr umfassende, hochinteressante Informationen

„Schmerzleitende Nerven“ fühlten sich an, wie „Seilzüge, an deren Enden eine Glocke hängt, die sich im Gehirn befindet“.

Schon im 17.Jahrhundert somit hat Descartes eines jener dauerhaften Bilder geschaffen, (biologisch korrekt zudem, was die Nervenbahnen als Transportwege des Schmerzes angeht), das dem Gefühl des Schmerzes einen griffigen Ausdruck verleiht.

Was aber genau ist Schmerz, wie entsteht er, und, vor allem, wie fühl er sich „von innen her“ gesehen an, das ist das Thema dieses Buches und, wie schon der literarische Einstieg der „Nasenhaare“ zeigt, gelingt es den beiden Autoren sehr griffig, sehr klar und sehr „fühlbar“ für den Leser, genau diese Innensicht zu vermitteln. Und um diese herum alle wesentlichen Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse des Themas strukturiert darzustellen.

Vom Blick auf die „Schmerzleitung“ über Schmerzmittel und die Geschichte der Schmerzbewältigung (hochinteressant zu lesen, wie hier ganzheitlich vielfache Strategien außerhalb pharmakologischer Behandlungen im Raume stehen können). So endet dieser breite Teil im Buch nicht ohne Grund in einer Zusammenfassung (samt wiederum literarischer „Verbildlichung“) des Weges von der magischen Behandlung des Schmerzes bis zum molekularen Verständnis heutiger Tage, in denen das Magische dennoch weiterhin (eher am Rande natürlich) einen gewissen Platz behauptet.

Dass es tatsächlich dann unterschiedliche Schmerzempfindungen bei Mann und Frau gibt, wie überhaupt Schmerz sich „anfühlt“, all das erfährt der Leser in sehr verständlicher Weise der Darstellung und immer wieder durch Forschungsergebnisse unterfüttert. Dass es der weibliche Körper ist, der schmerzempfindlicher reagiert und was die Östrogene dazu beitragen führt umgehend zu einer Neubedenkung einer „Chancengleichheit für die Schmerzpatientin“, die eben nicht mit den gleichen Mitteln und der gleichen Dosis wie ein Mann „schmerzfrei“ gestellt werden kann.

Und das dieses Werk deutlich über eine rein wissenschaftliche Darlegung von Fakten hinausgeht, dass die beiden Autoren den Schmerz umfassend im Blick haben in seiner ganzheitlichen Bedeutung für das ganz praktische Leben, das zeigt dann der letzte Teil des Werkes noch einmal ganz deutlich auf.

Wie Schmerz und Lust zueinander finden können, wie hier ähnliche Emotionszentren miteinander „verweben“, wie „Lust zu Schmerz“ führen kann und „Schmerz zu Lust“ (indem körpereigene Opoioide ausgeschüttet werden), das liest sich kundig, sachlich und auf den Punkt je getroffen und hat nichts gemein mit einer Abstempelung in eine gewisse erotisch sprachlich abgewertete, vermeintliche „perverse“ Ecke. Wobei nicht ohne Grund gerade in diesen abschließenden Betrachtungen vielfache literarische Auflockerungen das Gemeinte und Gesagte sinnbildlich verdeutlichen.

Alles in allem eine einerseits sehr klare und faktische Annäherung an den Schmerz, in der andererseits auch die vielfachen Bedeutungen für die gesamte Person in allen Facetten geschildert wird.

Eine sehr interessante und empfehlenswerte Lektüre.

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