Amulya Malladi Das Haus der Glücklichen Mütter

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Inhaltsangabe zu „Das Haus der Glücklichen Mütter“ von Amulya Malladi

Priya hat alles, was man sich nur wünschen kann: einen liebevollen Ehemann, eine erfolgreiche Karriere und ein Haus im angesagten Silicon Valley in Kalifornien. Doch das, was sie mehr als alles andere begehrt, kann sie selbst nicht bekommen: ein Kind. Asha, die in einem Dorf in Südindien lebt, besitzt dagegen nur sehr wenig. In einer winzigen Hütte zieht sie zwei Kinder groß und kämpft zusammen mit ihrem Mann täglich ums Überleben. Asha träumt heimlich von einer besseren Ausbildung für ihren hochbegabten Sohn. Unter dem Druck ihrer Familie begibt sie sich schließlich widerstrebend ins »Haus der Glücklichen Mütter«, eine Babyfabrik, in der sie einem kinderlosen Paar im Ausland das Einzige leihen kann, was für sie von Wert ist: ihre Gebärmutter. Voller Witz und Wärme erzählt Amulya Malladi die berührende Geschichte zweier Frauen, die vor dem Hintergrund der wachsenden Leihmütter-Industrie Indiens gemeinsam Kontinente und Kulturen überbrücken, für ihre Chance aufs Glück.

Leider konnte das Buch mich nicht ganz so überzeugen. Teilweise hat es sich ziemlich in die Länge gezogen.

— Kuhni77
Kuhni77
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  • Zwei Welten - zwei Frauen - zwei große Wünsche

    Das Haus der Glücklichen Mütter
    Kuhni77

    Kuhni77

    05. September 2017 um 12:51

    INHALT: Priya lebt in einem Haus im angesagten Silicon Valley in Kalifornien. Sie hat einen liebevollen Ehemann und viel Erfolg im Job. Eigentlich könnte sie sehr glücklich sein, doch ihr größter Wunsch wird einfach nicht erfüllt: ein Kind! Nach mehreren Fehlgeburten entscheiden sie sich für eine Leihmutterschaft in Indien. Asha kämpft jeden Tag ums Überleben. Mit ihrer Familie lebt sie in einer winzigen Hütte in einem Dorf in Südindien. Ihr Sohn ist hochbegabt, doch sie können sich die teure Ausbildung für ihn nicht leisten. Asha entschließt sich nach langem überlegen für eine Leihmutterschaft, um ihrem Sohn die bessere Schulausbildung zu ermöglichen. Sie zieht ins „Haus der glücklichen Mütter“. Hier leiht sie einem kinderlose Paar das Einzige, was für sie von Wert ist: Ashas Gebärmutter. Amulya Malladi erzählt in diesem Roman die berührende Geschichte zweier Frauen, die für ihren ganz persönlichen Wunsch kämpfen. MEINUNG: Leihmutterschaft ist ja ein Thema, über das man nicht gerne spricht. Ich fand es sehr interessant, etwas über die Leihmutterschaft in Indien zu lesen. Das "Haus der glücklichen Mütter" war einfach furchtbar. Hier wurden die Frauen nur als Gebärmaschinen benutzt und die Ärztin war für mich kalt und ohne Gefühl! In meinen Augen hat sie nur das Geld gesehen.  Die Frauen waren dort, um die Reichen aus dem Ausland zu Eltern zu machen. Es tat mir wirklich sehr leid, wie man dort mit den Frauen umgegangen ist. Das Buch war am Anfang wirklich sehr gut, aber ab einem bestimmten Punkt hat es sich ziemlich in die Länge gezogen. Mir wurde auch Priya immer unsympathischer. Hier hat man wirklich gemerkt, dass sie einfach alles tut. Ihre ganzen Geschenke, das  Einsetzten für Ashas Sohn, waren zwar sehr nett, aber ich fand es irgendwann sehr übertrieben.  Leider wurde ich mit keiner Protagonistin warm. Ich habe einfach nur ihre Geschichte gelesen, ohne mit ihnen wirklich mitfühlen zu können. Das finde ich immer schade, denn eine Geschichte ist erst für mich so wirklich richtig, wenn ich mitfühlen, mitleiden oder mitlachen kann. Im Buch habe ich leider den versprochen  "Witz" sehr vermisst. Es war auf keiner Seite auch nur etwas humorvoll, sondern eher traurig und bedrückend. Etwas Witz hätte hier bestimmt alles etwas aufgelockert. Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich mit dem Buch fertig war, da ich es immer wieder einmal zur Seite gelegt habe. Das finde ich sehr schade, denn das Thema hätte einen wirklich fesseln können. FAZIT: Es ist ein spannendes Thema, dessen Umsetzung nicht ganz gelungen ist. Mich konnte das Buch nicht komplett überzeugen.

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  • Das Haus der glücklichen Mütter

    Das Haus der Glücklichen Mütter
    vormi

    vormi

    22. March 2017 um 09:53

    Priya hat alles, was man sich nur wünschen kann: einen liebevollen Ehemann, eine erfolgreiche Karriere und ein Haus im angesagten Silicon Valley in Kalifornien. Doch das, was sie mehr als alles andere begehrt, kann sie selbst nicht bekommen: ein Kind.Asha, die in einem Dorf in Südindien lebt, besitzt dagegen nur sehr wenig. In einer winzigen Hütte zieht sie zwei Kinder groß und kämpft zusammen mit ihrem Mann täglich ums Überleben. Asha träumt heimlich von einer besseren Ausbildung für ihren hochbegabten Sohn. Unter dem Druck ihrer Familie begibt sie sich schließlich widerstrebend ins »Haus der Glücklichen Mütter«, eine Babyfabrik, in der sie einem kinderlosen Paar im Ausland das Einzige leihen kann, was für sie von Wert ist: ihre Gebärmutter.Voller Witz und Wärme erzählt Amulya Malladi die berührende Geschichte zweier Frauen, die vor dem Hintergrund der wachsenden Leihmütter-Industrie Indiens gemeinsam Kontinente und Kulturen überbrücken, für ihre Chance aufs Glück.Inhaltsangabe auf amazon.deSchade, bei dem eigentlich sehr interessantem Thema hatte ich mir doch mehr versprochen.Besonders der letzte Satz der Inhaltsangabe hatte es mir angetan -"Voller Witz und Wärme erzählt Amulya Malladi die berührende Geschichte zweier Frauen"...Wärme war ohneweiteres vorhanden, aber den Witz habe ich doch vermisst. Schade, denn das Thema ist ja nicht ganz ohne und eher schwer zu verdauen und hätte den etwas langatmigen und drögen Text sehr aufgewertet.Die Figuren bleiben ein wenig blass und leblos, man fühlt sich als Leser nur als Beobachter und hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl in die Story abtauchen zu können.Denn besonders im Gegensatz der Lebensumstände der beiden Frauen hätte man da mehr draus macnen können. Denn sie leben ja eigentlich nicht nur in verschiedenen Kulturen, da liegen ja bald Planeten dazwischen.Für alle, die das Thema eventuell eher betrifft als nur interessiert, ist das Buch bestimmt lesenswert.Ansonsten würde ich eher abraten.

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  • Das Haus der glücklichen Mütter

    Das Haus der Glücklichen Mütter
    Ninasan86

    Ninasan86

    19. March 2017 um 15:14

    Zum Inhalt: Priya hat alles, was man sich nur wünschen kann: einen liebevollen Ehemann, eine erfolgreiche Karriere und ein Haus im angesagten Silicon Valley in Kalifornien. Doch das, was sie mehr als alles andere begehrt, kann sie selbst nicht bekommen: ein Kind.Asha, die in einem Dorf in Südindien lebt, besitzt dagegen nur sehr wenig. In einer winzigen Hütte zieht sie zwei Kinder groß und kämpft zusammen mit ihrem Mann täglich ums Überleben. Asha träumt heimlich von einer besseren Ausbildung für ihren hochbegabten Sohn. Unter dem Druck ihrer Familie begibt sie sich schließlich widerstrebend ins »Haus der Glücklichen Mütter«, eine Babyfabrik, in der sie einem kinderlosen Paar im Ausland das Einzige leihen kann, was für sie von Wert ist: ihre Gebärmutter.Voller Witz und Wärme erzählt Amulya Malladi die berührende Geschichte zweier Frauen, die vor dem Hintergrund der wachsenden Leihmütter-Industrie Indiens gemeinsam Kontinente und Kulturen überbrücken, für ihre Chance aufs Glück.Über die Autorin: Amulya Malladi hat bereits sechs Romane veröffentlicht, darunter »Hundert Arten, eine Mango zu essen« und »Liebeskummer auf Indisch«. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.Die Autorin hat Ingenieurwissenschaften und Journalismus studiert und ist als Führungskraft im Marketing eines internationalen Herstellers für medizinische Instrumente tätig. Zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Kopenhagen, wo sie ihre Freizeit am liebsten mit dem Schreiben und der Malerei verbringt.Mein Fazit und meine Rezension: Dieses eBook habe ich über NetGalley zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt bekommen, doch schon als ich das Cover zum ersten mal gesehen und den Klappentext das erste Mal gelesen habe, war ich einfach nur fasziniert von dieser Geschichte! Umso glücklicher war ich, als ich es tatsächlich erhalten habe! Noch einmal vielen Dank dafür! :) Nun aber mal zum Buch als solches: Das Thema, das in dieser Geschichte behandelt wird, ist kein Leichtes. Für viele ist es sogar eine Art Tabu-Thema, denn niemand spricht darüber in der Öffentlichkeit: es geht darum, dass man als Frau (aus welchen Gründen auch immer) nicht in Lage ist, ein Kind zur Welt zu bringen, es während der Schwangerschaft verliert und dann auf eine Methode zurückgreift, die vielerorts und bei vielen Leuten einfach nur verpönt ist: die Leihmutterschaft. Ich habe mich bereits in einem früheren Buch mit diesem Thema auseinander gesetzt, nur war dieses Buch ein Thriller und die Mädchen darin wurden dazu gezwungen, die Kinder wurden ihnen weggerissen und verkauft - das Geld kam einem Orden zugute, nicht den Leihmüttern selbst. In dieser Geschichte ist es anders: Priyasha - auch Priya genannt - kann keine Kinder bekommen. Sie hat schon drei Fehlgeburten hinter sich. Sie ist glücklich verheiratet, hat einen guten Job, doch ihr fehlt nur noch eines zum wahren Glück: ein eigenes Kind! Ihr Mann Madhu, ebenfalls erfolgreich in der Karriere und glücklich mit seiner Frau, hat ebenfalls schon einiges durchmachen müssen. Wie viele Fehlgeburten hält eine Beziehung aus? Für Beide ist es nach wie vor ein Auf und Ab in der Beziehung, doch sie haben sich; trotz allem fühlen sie sich nicht vollständig, aber was tun? Priya fasst einen Entschluss: eine Adoption ist zu langwierig und kann auch ins Leere laufen, doch eine Leihmutterschaft mit ihren Eizellen und dem Samen ihres Mannes, muss doch einfach funktionieren! Priya und Madhu wählen hierfür die junge und bereits zweifache Mutter Asha (auf Deutsch "Hoffnung") aus. Am meisten berührt hat mich der Satz (hier nicht im Wortlaut wiedergegeben) "Priyasha (ebenfalls mit "Asha" für "Hoffnung") erhält von Asha eine neue Hoffnung. Die eine Hoffnung schenkt der anderen Hoffnung, Hoffnung auf ein glückliches Leben". Ein wunderschöner Vergleich. Doch was in der Theorie so leicht klingt, ist in der Realität aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten: warum tut Asha das? Warum ist sie eine Leihmutter?Asha und ihr Mann haben zwei kleine Kinder, darunter einen hochbegabten Jungen, den es zu fördern gilt. Doch beide sind nicht wohlsituiert genug, um ihm die Ausbildung zukommen zu lassen, die ihm zustehen würde. Für Asha ist es eine Möglichkeit an Geld zu kommen, immerhin tut sie nichts verwerfliches: sie verhilft einer unglücklichen Familie zum Glück und erhält dafür ebenfalls Glück (in Form von Geld). Zur Mitte der Schwangerschaft hin wird Asha (aus gesundheitlichen Gründen) in das "Haus der glücklichen Mütter" geschickt, ein Haus, das von der die Leihmutterschaft überwachenden Ärztin betrieben wird und in der die Leihmütter medizinisch als auch mit all dem versorgt werden, was sie zum Leben und in der Schwangerschaft benötigen. Dort wird auf das Wohlergehen der Frauen und der heranwachsenden Kinder geachtet. Aber auch hier gilt es genauer hinzusehen.Im Laufe der Geschichte hat nicht nur Asha mehrere Höhen und Tiefen erlebt, sondern auch ich als Leserin. Es ist nicht leicht ein Kind auszutragen und zu gebären, das man nicht sein eigenes nennen kann. Ein Kind von fremden Leuten wächst in dir heran und doch sucht es neun Monate lang in der Schutz und du gewährst es ihm. Wie kann dieses fremd gezeugte Kind also nicht dein Eigenes sein? Asha erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle: soll sie dieses Kind lieben? Soll sie eine Verbindung zu ihm aufbauen? Oder kann sie - wie die anderen Frauen in dem "Haus der glücklichen Mütter" - tatsächlich so tun, als sei sie nur ein Gefäß, dessen Inhalt nicht ihr eigener ist und den sie bald abgibt? Ich war oftmals hin- und her gerissen und bin auch jetzt noch nicht in der Lage, mich auf eine Meinung festzulegen. Auch ich habe in der Familie und im Freundeskreis schon Fehlgeburten erlebt, dann auch die künstlichen Befruchtungen, die ins Leere gelaufen sind, warum also nicht die Leihmutterschaft nutzen? Natürlich steht im Raum, dass das Kind hier als eine Art "Ware" zu sehen ist, immerhin erhält die Leihmutter Geld für das Austragen (zumindest in der Geschichte, die in Indien spielt). Und auch hier schließt sich schon die erste kritische und moralische Frage an: wie viel ist ein Leben Wert? Kann man es überhaupt bewerten? Weiter geht es mit der Frage: wer ist die Mutter des Kindes? Die Leihmutter als rechtliche Mutter, die das Kind geboren hat oder aber die "Spenderin" als leibliche Mutter? Wer darf über das Wohlergehen des Kindes entscheiden, wenn die Leihmutter tatsächlich nicht in der Lage ist, sich von ihrem Kind zu trennen? Ich bin ehrlich: ich weiß es nicht. Für mich ist es eine Grauzone und ich könnte mich niemals entscheiden. Deswegen ist diese Form des Kinderkriegens auch in Deutschland verboten, im Ausland allerdings erlaubt. Doch auch hierbei gilt es vieles zu beachten, wie ich auf meiner Recherche im Internet über das Thema "Leihmutterschaft" gefunden habe. Ich möchte euch jetzt hier nicht mein Ergebnis präsentieren. Ich kann euch nur eines sagen: mich hat die Geschichte um Priya und Asha tief berührt und zum Nachdenken angeregt. Hier hat man als Leser nicht nur einen Einblick in die Leihmutterschaft erhalten, sondern auch in die Kultur Indiens, das Zusammenleben und die Familie dort. Mir hat diese Geschichte sehr zu Denken gegeben und mich "unterhalten", nicht im Sinne von Humorvoll, sondern im Hinblick auf ein Thema, das allgegenwärtig ist und nach wie vor moralische Bedenken auslöst: das Erleiden von Fehlgeburten und wie man selbst damit umgehen kann, welcher Weg auch zur Lösung führt. Amulya Malladi hat mit diesem Buch ein Thema angerissen, das umstritten ist und daher als Roman sehr gut in die heutige Zeit passt. Ihr Schreibstil, ihr Einfühlungsvermögen in die einzelnen Charaktere und die Darstellung der tiefen Zerrissenheit von Asha und Priya haben gezeigt, dass dieses Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, das man immer mehrere Blickwinkel hat und letzten Endes doch selbst eine Entscheidung treffen muss, mit der man leben muss. Ich kann diese Geschichte nur wärmstens weiterempfehlen!

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  • Fesselnd, gut ausgearbeitet und immer bemüht, realistisch zu bleiben und nicht ins Klischee abzudrif

    Das Haus der Glücklichen Mütter
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    01. March 2017 um 16:40

    Priya ist erfolgreich und glücklich verheiratet. Was ihr fehlt, ist ein Baby. Nach mehreren Fehlgeburten überredet sie ihren Mann, eine indische Leimutter das gemeinsame Kind austragen zu lassen. Sie wählt dafür Asha, die bereits zwei eigene Kinder hat. Asha lässt sich nur aus einem Grund darauf ein, Leihmutter zu werden. Ihr eigener Sohn ist überdurchschnittlich intelligent, aber sie kann ihn an keiner teuren Hochbegabtenschule anmelden. Ihr Mann dagegen würde mit dem Geld lieber eine eigene Wohnung kaufen. Und während Priya es hasst, dem Ungeborenen so fern zu sein, hat Asha immer mehr Angst vor dem Tag der Geburt, wenn sie es loslassen muss. Es ist beeindruckend, wie leicht es der Autorin fällt, die unterschiedlichen Welten von Priya und Asha aufzuzeigen. Die Diskrepanz ist riesig. Und gleichzeitig geht es ihnen doch um die gleichen Momente in ihrem Leben. Um Familie und Beziehung, um die Suche nach Glück und die Angst vor der Armut. Während Priya in Amerika einen guten, aber nicht herausragenden Job hat, ist Asha Hausfrau und Mutter. Sie hat nicht aus Liebe geheiratet und viele Etappen ihrer Ehe waren mehr Zwang, als Freude. Auch Priya und ihr Mann haben Probleme. Die unterscheiden sich aber grundlegend von denen Ashas. Am Ende aber geht es allen um Nähe und die Angst, allein zu sein. Die verschiedenen Wege, die Amulya Malladie ihre Protagonistinnen dabei gehen lässt, verbunden durch das ungeborene Kind, sind ohne Kitsch, ohne Beschönigung, aber auch ohne die Faszination am Elend dargestellt. Ashas Blick auf Indien und ihre Welt ist hier elementar. Wie viel näher dieser Blick an der Realität dran ist, als Reportagen oder Bollywoodfilme wird etwa auch klar, wenn Priya mit ihrer Mutter nach Indien reist und die gehobene Gesellschaftsschicht dort kennen lernt. So nah ist der Leser dabei den beiden Frauenfiguren, dass der Wechsel zwischen den Welten stets reibungslos verläuft. Im Zentrum steht natürlich die Suche nach der Mutterfigur. Auch hier driften Ashas und Priyas Ansichten auseinander und kommen dann doch wieder zusammen. Die Grundlage, so wird vermittelt, die Liebe, ist immer gleich. Die Tatsache, dass Asha nur für ihren Sohn überhaupt zur Leihmutter wird, nähert die beiden Frauen einander bereits früh an. Noch dazu wird die Mutterfigur in den Großmüttern und Schwiegermüttern wider gespiegelt. Blickwinkel und Umgebung sind für die Auslegung elementar. Ein bisschen bin ich hier ins Trudeln gekommen, denn die Aufgabe der Mutter, zu Hause zu bleiben, wird zwar hinterfragt, aber nicht bis zum Schluss. Sehr schön ist dagegen, wie wichtig in beiden Erzählsträngen die Väter sind. Großartig finde ich, dass Amulya Malladi es schafft, die Zerrissenheit von leiblicher Mutter und Leihmutter einzufangen, das Konzept und die Wirtschaft hinter dem System aufzudecken und dennoch eine gefühlsbetonte Geschichte zu schreiben. Wie positiv das Ende für die einzelnen Figuren ist, bleibt Urteil des Lesers. Ich finde das Buch sehr gelungen in der Darstellung des hoch komplexen Themas. Fesselnd, gut ausgearbeitet und immer bemüht, realistisch zu bleiben und nicht ins Klischee abzudriften. Gerade bei der Mutterfigur kein leichtes Unterfangen und hier gut gelöst. Denn dass sowohl für Asha, als auch für Priya die Mutterschaft in so unterschiedlicher Ausprägung doch so elementar ist, das wird immer wieder in vielen kleinen Facetten deutlich, liegt an ihrer Umgebung und Sozialisation.

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  • Wie eine Leihmutterschaft das Leben verändert

    Das Haus der Glücklichen Mütter
    Dreamworx

    Dreamworx

    24. February 2017 um 12:37

    Die Halbinderin Priya und ihr indischer Ehemann Madhu sind beide beruflich erfolgreich und leben in Californien. Beide wünschen sich sehnlichst ein Kind, aber es will einfach nicht klappen. Nach einigen Fehlgeburten entscheiden sich letztendlich beide für eine Leihmutterschaft. Dafür haben sie sich die Klinik von Dr. Swatu ausgesucht, die das „Haus der Glücklichen Mütter“ führt und lernen dort auch ihre Leihmutter Asha kennen. Asha hat bereits zwei eigene Kinder und lebt mit ihnen und ihrem Ehemann mehr schlecht als recht in ärmlichen Verhältnissen. Da ihr Mann als Anstreicher arbeitet, können sie sich nicht viel leisten. Deshalb hat sie sich mit viel Überredungskunst ihres Mannes dazu entschlossen, als Leihmutter zur Verfügung zu stehen, denn für ihren hochbegabten Sohn wünscht sie sich eine gute Schulausbildung. Doch auch ihr Ehemann hat Vorstellungen, wie das Geld für die Leihmutterschaft verwendet werden soll. Asha steht der ganzen Geschichte sehr negativ gegenüber und weiß doch nicht, wie sie damit umgehen soll. Amulya Malladi hat mit ihrem Buch „Das Haus der Glücklichen Mütter“ einen Roman über ein schwieriges Thema vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Durch eingestreute Chatprotokolle in einschlägigen Foren wird die Handlung aufgelockert. Die Geschichte teilt sich auf in zwei Handlungsstränge, der eine berichtet über das Leben von Priya und Madhu in Californien, der andere erzählt über das Leben von Asha als Leihmutter, ihrer Familie und ihren Erlebnissen. Interessant sind dabei die von der Autorin unterschiedlich herausgearbeiteten Sichtweisen über das Thema Leihmutterschaft. Während es in Amerika schon fast als natürlich gilt, ist es in Indien eine Form des Geldverdienens, um der eigenen Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Dabei haben die Frauen Angst, dass ihr Tun an die Öffentlichkeit kommt oder ihre Verwandten oder Nachbarn davon erfahren und ihnen die Ächtung oder die Verstoßung aus ihrem gewohnten Umfeld droht. Auch die verschiedenen Sichtweisen der einzelnen Frauen in Bezug auf ihre Leihmutterschaft wird sehr gut beleuchtet. Während die einen ganz ungezwungen damit umgehen, hegen andere wie Asha Gewissensbisse und fühlen sich wie eine Ware, verkaufen sie doch ihren Körper in Form ihrer Gebärmutter, um zu überleben. Die Handlung selbst wirkt oftmals recht langatmig und auch eine Nähe zu den einzelnen Protagonisten kann der Leser nur schwer aufbauen.Die Charaktere sind sehr differenziert ausgearbeitet und wirken lebendig und authentisch. Priya ist eine beruflich erfolgreiche Frau, die in Californien ein gutes Leben mit ihrem Ehemann führt. Die Fehlgeburten haben zeitweilig für Spannungen zwischen den beiden gesorgt, doch seit dem Entschluss mit der Leihmutter freuen und bangen die beiden darum, dass es „ihrem“ Baby gut geht und sie es bald in ihre Arme schließen können. Priya sorgt sich um die Leihmutter und schickt ihr Geschenke. Gleichzeitig hat sie Angst, dass etwas schief gehen könnte. Das Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter ist sehr angespannt und als sie ihren Job verliert, hat sie viel zu viel Zeit, nachzudenken. Der Austausch im Chat-Forum hilft ihr dabei, ihre Ängste ein wenig zu kontrollieren. Asha ist eine zurückhaltende Frau, die ihre eigenen Kinder über alles liebt und auch ihren Ehemann auf liebevolle Art achtet. Doch seit ihrem Entschluss, als Leihmutter zu fungieren, kommen ihr immer mehr Zweifel, ob die Entscheidung richtig war. Sie ist hin- und hergerissen bei dem Gedanken, das Baby abzugeben. Sie möchte nichts empfinden, tut es aber doch. „Das Haus der Glücklichen Mütter“ ist ein interessanter Roman über ein sehr diffiziles Thema, das hier innerhalb der Handlung einige Dinge in Frage stellt und sich sehr mit den Gefühlen und Gedanken der einzelnen Protagonisten beschäftigt. Alle, die sich bei der Lektüre gern auch mal mit schwierigen Themen auseinandersetzen, erwartet hier eine Geschichte, die einen nachdenklich zurück lässt. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.  

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