Amy Bloom Zwischen hier und hier

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Inhaltsangabe zu „Zwischen hier und hier“ von Amy Bloom

Eine Frau heiratet viel zu jung einen viel zu alten Mann und ist in ihrer grundlosen Eifersucht weniger lebendig als der Sterbende an ihrer Seite. Zwei Schwestern erfahren im Erwachsenenalter, dass ihre Mutter früher zwei Männer liebte. Eine Alleinerziehende muss akzeptieren, dass ihre einzige Tochter ein Junge im Körper eines Mädchens ist - ungewöhnliche Geschichten, die von Schuld, Schicksalsschlägen, Liebe und Leidenschaft erzählen und so erschütternd wie tröstlich sind. "Erzählungen, von denen jede einzelne so schön und berührend ist, dass man sich bei jeder Geschichte wünscht, sie würde weitergehen und zu einem Roman werden." Christine Westermann "Amy Bloom ist eine psychotherapeutische Alchemistin, die den Schrotthaufen chaotischer Alltagswirren in das Gold künstlerisch geformter Fiktion verwandelt." Newsday

Erstaunilche, überraschende Erzählungen, die mit Leerstellen arbeiten, was man mögen muss, ich aber großartig finde.

— Bri
Bri

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    Zwischen hier und hier
    Bri

    Bri

    20. July 2017 um 09:10

    Von den meisten bibliophilen Menschen in meinem Umkreis höre ich häufig, dass sie Erzählungen oder Kurzgeschichten nicht so gerne lesen. Sie können mit der Form, die ich persönlich als die herausforderndste für einen Autor einschätze, nicht so richtig etwas anfangen. Was genau der Grund ist, kann mir kaum jemand sagen. Erzählungen werden scheinbar einfach nicht gemocht. Vielleicht liegt es an der Enge der Definitionen, die man im Laufe eines Leserlebens dazu über sich ergehen lassen musste, vielleicht sind sie manchem zu dicht geschrieben ... was es auch immer sein mag, das Leser davon abhält, sich der zwar kürzeren, aber nicht zwangsläufig "schlechteren" Textform zu verweigern, ich kann es nicht nachvollziehen. Früh schon zogen mich die Short Stories diverser, vor allem amerikanischer, Autoren in den Bann. Der Grund dafür ist die meist vorhandene Unvorhersehbarkeit. Sei es der Plot, seien es die Figuren, in solch einer Kurzform muss auf den Punkt geschrieben werden, da muss man als Autor ganz klar sein und darf sich nicht verzetteln und braucht dennoch einen Überraschungseffekt, etwas Zündendes. Deshalb empfinden wir Leser Kurzgeschichten häufig so dicht, dass wir, haben wir eine gelesen, das Buch erst einmal zuklappen (müssen), um nach einer angemessenen Pause des Sackenlassens, weiterlesen zu können. Viele Leser stört das, ich finde es toll.Was mich an Amy Blooms Erzählungsband Zwischen hier und hier zunächst anzog, waren Titel und Cover. Einerseits dachte ich, Bloom wäre eine absolute Neuentdeckung - nun ja, für mich persönlich schon - also quasi Debüterzählungen, andererseits ließ das Cover etwas anderes vermuten. Einmal nachgelesen, erfuhr ich, dass Amy Bloom bereits mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht hat. Da ist mir wohl bisher einiges entgangen.Denn Amy Bloom besitzt eine Gabe, die sie in ihren Erzählungen wunderbar verarbeitet: Sie überrascht, wo es nur geht, obwohl es doch meist um dieselben Inhalte geht. Beziehungen und Identitäten sind es, die sie faszinieren. Aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln durchleuchtet sie das Beziehungsgeflecht ihrer Figuren, ohne jedoch alles zu präsentieren. Das ist wohltuend, da die Leerstellen, die Amy Bloom uns Lesern lässt, um sie selbst zu füllen, das Kopfkino anregen, und uns zwingen, unseren Horizont zu erweitern. Und genau das ist es, was mir beim Lesen die allergrößte Freude macht, dass ich mir neue Sichtweisen erarbeiten kann, nicht vorgesetzt bekomme, sondern meine eigenen Schlüsse ziehen darf.Ihre Protagonisten sind Männer und Frauen, die ihre Beziehungen hinterfragen. Da sind die beiden ungleichen, befreundeten Paare, bei denen sich eine neue Paarung findet, die die verbliebenen Partner letztendlich frei werden lässt - die für mich überraschendste der Geschichten, wandelt sich mein Eindruck der Figuren von am Anfang eher unsympathisch zu sehr gemocht - oder die Mutter, die ihre Tochter so sehr liebt, dass sie ihr ohne Wenn und Aber beisteht in ihrer Wandlung zu einem jungen Mann oder die junge Frau, deren Vater die ganze Familie früher mit seinem Verhalten terrorisiert hat, ohne es selbst wahrzunehmen und die trotzdem am Ende bei ihm ist. Immerhin schafft sie es, ihm gegenüber etwas klar zu stellen: »Weißt Du«, erwiderte ich im Plauderton, »wir versuchen, nett zu dir zu sein. Wir versuchen nett zu sein, was nicht einfach ist, weil du ein emotionales schwarzes Loch bist und der kälteste, egozentrischste Scheißkerl, den ich kenne; wir versuchen, nett zu sein um das Andenken an unsere Mutter zu ehren, Wenn du dich nicht wie ein zivilisierter Mensch benehmen kannst, dann halt doch einfach dein verdammtes Maul.«Vor allem Frauen sind es, die in diesen Erzählungen hervorstechen, so war mein erster Eindruck. Doch tatsächlich ist es so, dass dieser Eindruck trog. Auf Hautfarbe oder Geschlecht kommt es hier nicht an, sondern auf die Menschlichkeit, die all diesen Personen zu eigen ist oder eben nicht. Und deshalb kann man sich in Amy Blooms Erzählungen ohne Mühe selbst wiederfinden, ohne dass die Texte beliebig oder langweilig erscheinen. Christine Westermann hat das wunderbar ausgedrückt: "Amy Bloom ist eine psychotherapeutische Alchemistin, die den Schrotthaufen chaotischer Alltagswirren in das Gold künstlerisch geformter Fiktion verwandelt." (Zitat Buchseite Verlag)Besser kann man das nicht sagen, und mir fällt es schwer, die Erzählungen, die von falschen Entscheidungen, Tod und Verlust, aber für mich hauptsächlich von Mut, Vertrauen und Liebe handeln, näher zu beschreiben. Vielleicht ist es auch das, was viele Leser davon abhält, sich auf Erzählungen einzulassen: Sie packen einen, ohne dass man genau sagen könnte, womit oder wodurch. Eines aber kann ich genau sagen: Sie sind mir zu wertvoll, um sie zu zerpflücken oder zu analysieren. Sie überraschen, sie bieten Trost und sie müssen gelesen und genossen werden. Nicht mehr und nicht weniger. Und das natürlich am besten von ganz vielen Menschen. Also auch, wenn euch Erzählungen

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