Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht

von Amy Chua und Jed Rubenfeld
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht
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Inhaltsangabe zu "Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht"

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Warum sind Einwanderer aus China und dem Iran Gewinnertypen und die aus anderen Nationen oft nicht? 'Tigermutter' Amy Chua und ihr Mann Jed Rubenfeld haben eine überraschende Antwort. Erfolg hat, wer drei Dinge mit auf den Weg bekommt: das Gefühl kollektiver Überlegenheit, gepaart mit einer tiefen Unsicherheit gegenüber der neuen Gesellschaft und nicht zuletzt einer guten Portion Selbstdisziplin. Das Gute: Das Erfolgsprinzip ist kulturell geprägt, aber dennoch übertragbar und kann uns auch hierzulande eine Lehre sein. Vorausgesetzt, wir haben den nötigen Biss!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783593501178
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Campus
Erscheinungsdatum:01.03.2014

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 8 Monaten
    Über die Aufwärtsmobilität von Einwanderergruppen in der US-Gesellschaft

    Zwar muss man am Ende der Einleitung zu diesem Buch das Gefühl bekommen, man würde gleich einen Ratgeber lesen, doch sollte man das Buch so nicht auffassen. Die Autoren betrachten verschiedene ungewöhnlich erfolgreiche Volksgruppen der US-Bevölkerung und versuchen, die kulturellen Ursachen dieses Erfolges zu ergründen. Für sie sind das Durchschnittseinkommen und die soziale Stellung von Mitgliedern einer Volksgruppe Kriterien für "Erfolg". Dabei vergleichen sie die prozentuale Zugehörigkeit zu bestimmten Einkommensgruppen mit dem entsprechenden Anteil dieser ethnischen Gruppe an der Gesamtbevölkerung. Unterscheiden sich diese Zahlen signifikant, gibt es also einen viel höheren Anteil in den hohen Einkommensgruppen, als das nach dem Anteil an der Bevölkerung zu erwarten wäre, dann gilt die entsprechende Gruppe als außergewöhnlich erfolgreich. Das sind in den USA: die Mormonen, die Juden, bestimmte Gruppen kubanischer Einwanderer, Iraner, Libanesen, Nigerianer, Chinesen und Inder.

    Juristen wie die beiden Autoren sollten eigentlich keine Probleme mit der Logik besitzen. Allerdings kann man beim Lesen dieses Buches gelegentlich einen anderen Eindruck bekommen, wenngleich das nicht sofort ins Auge sticht. Als kulturelle Ursachen für den Erfolg der oben genannten Gruppen sehen Chua und Rubenfeld einen sogenannten Dreierpack aus gewissen gemeinsamen Eigenschaften von Mitgliedern dieser Gruppen an, auf den ich gleich zurückkomme. Da im Buchtitel und auch in der Einleitung der Eindruck entstehen könnte, dass diese Eigenschaften zwingend auch für den Erfolg von Einzelnen angesehen werden müssen, sollte man Folgendes beachten. Erstens kann man diese Ausrichtung des Buches im eigentlichen Text überhaupt nicht erkennen und zweitens handelt es sich bei diesem Dreierpack um eine notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung für einen von den Autoren definierten "Erfolg". Das bedeutet: So definierte Erfolgreiche besitzen zwar diese Eigenschaften, doch sie führen keineswegs zwingend zu diesem Erfolg.

    Abgesehen von den Mormonen handelt es sich bei den oben aufgezählten ethnischen Gruppen in der US-Bevölkerung um Einwanderer. Die erste Generation verlor in der Regel in den USA erst einmal die gewohnte soziale Stellung und war meist Anfeindungen ausgesetzt. Sie mussten hart in niederen Positionen arbeiten, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Dadurch entfaltete sich ein erheblicher familiärer Druck auf die 2. Generation, die unter anderem auch dadurch zum Erfolg gelangte. Dies ist zum Beispiel ein Faktor, den man nicht einfach auf jeden beliebigen Menschen verallgemeinern kann, weil er so nicht überall gegeben ist, für die oben genannten Gruppen jedoch eine erhebliche Bedeutung besitzt.

    Der sogenannte Dreierpack besteht (1) aus einem oft kulturell hergeleiteten Überlegenheitskomplex (z. B. einer besonders langen und aus eigener Sicht glorreichen Geschichte, wie sie die Chinesen oder Perser besitzen, oder dem Gefühl, einem auserwählten Volk oder einer besonderen Religion anzugehören, was die Juden und Mormonen für sich beanspruchen), (2) einem Gefühl der Unsicherheit (die eigene Stellung in der Gesellschaft ist unsicher, man wird ausgegrenzt) und (3) aus einer hohen Impulskontrolle (Rückschläge werden z. B. anders weggesteckt als bei anderen weniger erfolgreichen Gruppen).

    Die Autoren beschreiben diesen "Dreierpack" sehr ausführlich, erst allgemein und später auf die einzelnen Volksgruppen bezogen. An diesen Ausführungen kann man übrigens auch ablesen, dass es sich bei diesem Buch eher um eine sehr gut begründete Meinung, jedoch weniger um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Vermutlich ist es auch sehr schwer, diese Zusammenhänge tatsächlich wissenschaftlich nachzuweisen, selbst wenn sie einleuchtend, nachvollziehbar und glaubhaft klingen.

    Der erhebliche Druck, der insbesondere auf der zweiten Generation von Einwanderern lastet, hat selbstverständlich auch große Schattenseiten. Die schon länger in den USA lebenden Menschen besitzen weniger Druck, sich in alte Positionen zurückarbeiten zu müssen, was mit einem erheblichen Aufwand an Kraft und Zeit verbunden ist. Die Kindergeneration von Einwanderern leidet also nicht nur an den Folgen eines solchen Drucks, sondern auch daran, dass sie sich von selbst von der eigentlichen US-Mentalität stark abgrenzt, die darin besteht alles sofort haben zu wollen und nicht langfristig zu denken.

    Diese völlig andere in den USA dominierende Mentalität, die ein Katalysator für einen künftigen Niedergang des Landes sein wird, ist der Inhalt des letzten Kapitels dieses Buches. Das Fehlen des Dreierpacks für ein ganzes Land zu beklagen, kann zwar aus der Sicht der Autoren von einer gewissen Berechtigung sein, er trägt jedoch auch den Kern einer gewissen Reduktion auf allein psychologische Gründe von gesellschaftlichen Entwicklungen in sich. Beispielsweise glauben die Autoren, dass die Finanzkrise von 2008 allein so zu erklären sei. Sie übersehen dabei völlig die ökonomischen und strukturellen Probleme der US-Gesellschaft und ihrer Wirtschaft.

    Betrachtet man dieses Buch als eine Beschreibung der Aufwärtsmobilität von Einwanderern oder speziellen Gruppen (wie den Mormonen) in der US-Gesellschaft und nicht als Ratgeber für einen wie auch immer gearteten persönlichen Erfolg, dann kann man viel aus ihm lernen. Eine wie auch immer geartete Verallgemeinerung erscheint mir hingegen fragwürdig zu sein. Dass die Autoren dies an verschiedenen Stellen im Überschwang tun, kann man ihnen nachsehen und muss sie jedoch nicht besonders ernst nehmen.

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