Amy Kathleen Ryan Glow

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Inhaltsangabe zu „Glow“ von Amy Kathleen Ryan

If a violent battle destroyed the only world you’ve ever known, would you be brave enough to save who was left? Would love be strong enough to survive the fight? Either way, there’s no turning back. The Empyrean is the only home 15-year-old Waverly has ever known. Part of the first generation to be successfully conceived in deep space, she and her boyfriend Kieran will be pioneers of New Earth. Waverly knows she must marry young in order to have children who can carry on the mission, and Kieran, the handsome captain-to-be, has everything Waverly could want in a husband. Everyone is sure he’s the best choice. Still, there’s a part of Waverly that wants more from life than marriage, and she is secretly intrigued by the shy, darkly brilliant Seth. Suddenly, Waverly’s dreams are interrupted by the inconceivable – a violent betrayal by the Empyrean's sister ship, the New Horizon. The New Horizon’s leaders are desperate to populate the new planet first, and will do anything to get what they need: young girls. In one pivotal moment, Waverly and Kieran are separated, and find themselves at the helm of dangerous missions, where every move has potentially devastating consequences, and decisions of the heart may lead to disaster.
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  • Rezension zu "Glow" von Amy Kathleen Ryan

    Glow
    vielleserin

    vielleserin

    19. January 2012 um 16:11

    „Glow“ ist der Auftakt einer Science-Fiction Reihe, die auf Raumschiffen spielt. Es gibt fast keinen Lebensraum mehr auf der Erde und so sind zwei Raumschiffe im Weltall unterwegs, um einen neuen Planeten zu erreichen. Die New Horizon wurde mit einem Jahr Vorsprung vor der Empyrean losgeschickt. An Board beider Schiffe sind die ersten Siedler für die neue Erde. Die Besatzung der New Horizon ist sehr religiös, das Leben ist konservativ, strenger geordnet und es scheint alles geregelter zu sein. Allerdings hat eine Pastorin Anne Mather die Oberhand und unterdrückt jeden, der ihr widerspricht. Die Menschen auf der Empyrean halten sie und ihre Anhänger für gottlos. Frauen wird auf der Empyrean weniger Respekt entgegengebracht als auf der Empyrean. Auf beiden Schiffen wurden lange Zeit keine Kinder geboren, bis die Empyrean eine medizinische Lösung fand. Kieran (heute 16) ist das erste Kind gewesen. Waverly (15) ist ihm zur Frau versprochen. Schon bald sollen sie heiraten. Es wird von ihnen wie allen Teenagern erwartet, mindestens 4 Kinder zu bekommen. Die Menschen auf der New Horizon sind aufgrund einer Intrige des Kapitäns der Empyrean kinderlos geblieben. Anne Mather sinnt auf Rache und außerdem steht sie unter Druck, denn ihre Siedler verzweifeln an der Kinderlosigkeit. Sie und einige Crewmitglieder greifen die Empyrean an, töten unzählige Menschen und entführen alle Mädchen. Kieran und viele Jungs bleiben zwar unverletzt, doch fast alle Erwachsene (darunter natürlich auch ihre Eltern) sind verschollen oder abgesperrt in einem nuklear verseuchten Teil des Raumschiffes. Es beginnt ein Machtkampf zwischen Kieran und einem anderem Jungen, der an eine moderne Version von „Der Herr der Fliegen“ erinnert. Waverly und die anderen Mädchen sind unterdessen an Board der New Horizon. Dort wollen sie liebevolle Pflegeeltern, die nichts von Anne Mathers Verbrechen wissen, aufnehmen. Anne Mather behauptet, die Empyrean sei von alleine in Gefahr gewesen und sie habe nur die Mädchen gerettet. Inzwischen sei das andere Raumschiff explodiert. Waverly glaubt ihr nicht, und sie will nicht vergessen oder verzeihen, was wirklich passiert ist. Als sie an Board einige Gefangene der Empyrean entdeckt, wird sie von deren Wächtern angeschossen. Sie wird behandelt und dabei entfernen ihr Ärzte Eizellen, die sofort einigen Frauen der New Horizon eingepflanzt werden. Auch die anderen Teenager-Mädchen sollen Spenderinnen sein, bis sie irgendwann einen der Männer an Board heiraten und selbst Kinder gebären werden. Waverly und einige Freundinnen geben nicht auf und versuchen wieder auf die Empyrean zurückzukehren... Meinung: Amy Kathleen Ryan kann packend schreiben und zieht ihre Leser schnell in die Geschichte hinein. Es ist interessant, am Anfang das Leben auf der Empyrean mal aus der Sicht von Kieran und mal aus der Sicht von Waverly dargestellt zu bekommen. Waverly ist kritischer und hinterfragt viel mehr als Kieran. Dies hilft ihr auch auf der New Horizon, nicht Anne Mathers Lügen zu glauben und ein “frommes Schaf” in deren Kongregation zu werden. Amy Kathleen Ryan stellt viele wichtige Fragen in ihrem Buch und regt den Leser zum Nachdenken an. Ganz zentral ist das Thema Religion in ihrer Geschichte. „Glow“ ist ein ernstes Buch und auf keinen Fall eine Art Seifen Oper, die im Weltall spielt. Leider wurde ich nach einiger Zeit müde das Buch zu lesen. Als Kieran und Waverly getrennt werden, erzählt Amy Ryan einige Kapitel lang mal Kierans Geschichte auf der Empyrean und mal Waverlys Geschichte auf der New Horizon. Waverlys Erlebnisse fand ich viel spannender zu verfolgen, als Kieran. Erstens zählt „Der Herr der Fliegen“ nicht zu meinen Lieblingsbüchern und zweitens mochte ich Kieran bereits zu Beginn des Buches nicht besonders. Ich muss gestehen, dass ich diese Teile also ziemlich quergelesen habe. Was mich allerdings auch gestört hat, waren viele Ungereimtheiten. Warum wurde eine religiöse Besatzung für die New Horizon zusammengestellt und einer säkularen Siedlergruppe vorausgesendet? Am Ende sollten doch beide Gruppen auf der neuen Erde ein neues Leben beginnen? Sollten dort zwei Kolonien entstehen? Das empfand ich beim Lesen als so unsinnig, dass ich Amy Ryan die ganze Dramatik ihres Buches nicht mehr ganz abnehmen konnte. Wieso sind auf Anne Mathers Schiff nicht noch andere Religionen vertreten? Unglaubwürdig fand ich auch, dass Anne Mather nicht auch an den jüngeren Jungs interessiert war. Immerhin wären möglichst viele Kleinkinder auf der New Horizon begehrte Adoptivkinder gewesen. Gestört hat mich außerdem, wie Kieran und Waverlys Liebesbeziehung dargestellt ist. Am Anfang der Geschichte, als beide zusammen an Board der Empyrean sind, birgt ihre Beziehung interessantes Potenzial. Sie sind einander praktisch seit Geburt versprochen, doch gerade Waverly sehnt sich insgeheim danach, keiner Vorbestimmung folgen zu müssen. Dann als beide getrennt werden, sehnt sie sich doch nach Kieran? Und nur nach Kieran? Ich fand diesen Part sehr unglaubwürdig. Ich brauche nicht in jeder Story eine zum-Mitschmachtende-Liebesgeschichte, aber Nachvollziehbarkeit ist dennoch wichtig für mich. Alles in allem empfand ich „Glow“ nur als ein befriedigendes Leseerlebnis. Amy Ryan hat versucht ein sehr ambitioniertes Buch zu schreiben, verzettelt sich dann aber für meinen Geschmack zu sehr . Mir hat "Glow"also leider nur bedingt gefallen.

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  • Rezension zu "Glow" von Amy Kathleen Ryan

    Glow
    sabisteb

    sabisteb

    28. November 2011 um 10:27

    Vor 43 Jahren, als die Erde vor dem endgültigen Klimakollaps stand, und immer mehr Gebiete zu Wüsten wurden, ergriff man eine verzweifelte Maßnahme. Zwei Generationenschiffe wurden auf eine lange Reise zu einer neuen Erde geschickt. Die New Horizon startete ein Jahr vor der Empyrean, aber es gab ein unerwartetes Problem. Die Fruchtbarkeit nahm im All drastisch ab und es schien, als wäre die Mission zum Scheitern verurteilt, als man auf der Empyrean nach fast 30 Jahren endlich eine Lösung für das Fruchtbarkeitsproblem fand. Kieran Alden ist mit seinen 16 der älteste Junge an Bord und alle erwarten, dass er und die fünfzehnjährige Waverley Marshall bald heiraten werden, um möglichst viele Kinder zu zeugen, denn es werden starke junge Besatzungsmitglieder benötigt, um den neuen Planeten zu besiedeln. Auf der New Horizon jedoch scheint etwas schief gelaufen zu sein, es gibt keine Kinder an Bord und die Mannschaft sieht sich dazu gezwungen extreme Maßnahmen zu ergreifen. Sie überfällt die Empyrean und entführt alle Mädchen. Das klingt auf den ersten Blick nach „Die Entführung der Sabinerinnen im All“ und das ist es zu Beginn auch, jedoch nur zu Beginn, denn dann wird dieses Buch das, was man von guter Science Fiction erwartet: Sozialkritik und Religionskritik ohne schwarz und weiß Malerei, etwas was heutzutage wirklich selten geworden ist und Jugendliche, für die dieses Buch eigentlich geschrieben ist, entweder überfordern wird oder sie werden diese Kritikpunkte möglichweise gar nicht so erfassen. Dann jedoch bleibt immer noch eine sehr spannende Science Fiction Geschichte übrig. Für die Besiedlung der neuen Erde werden viele junge Menschen benötigt. Es dauerte aber 27 Jahre bis das Fruchtbarkeitsproblem an Bord der Empyrean gelöst wurde. Auf den jungen Mädchen lastet somit ein großer sozialer Druck, denn jedes von ihnen hat zumindest vier Kinder zu gebären und um sicherzugehen, dass das was wird, auch möglichst früh zu heiraten. Die Auswahl an Bord ist nicht sonderlich groß und Waverly fühlt sich auch noch zu jung eine solche Entscheidung zu fällen, zumal es neben Kieran auch noch Seth gibt. Die Crew der New Horizon hat ein anderes Problem, sie haben das Problem der Unfruchtbarkeit nie gelöst, bzw. wurden sabotiert. Hilferufe wurden von der Empyrean ignoriert und nun bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu extremen Mitteln zu greifen, um ihr Fortbestehen zu sicher. Hier fragt man sich natürlich, warum werden die Crews nicht neu verteilt. Das Problem liegt darin, dass die Empyrean ein säkulares Schiff ist, die New Horizon jedoch ein religiös geprägtes, von einer Pastorin geführtes Schiff. Die Crew der New Horizon sieht nicht nur die Arterhaltung gefährdet sondern fürchtet auch das Aussterben ihres Glaubens und hier wird es richtig spannend, denn das ist eines der Hauptthemen des Buches: Religion – Segen oder Fluch. Der Glauben hält die Menschen auf der New Horizon zusammen, hat sie durch eine schwere Zeit geführt und es scheint, als wenn vor allem die Männer, respektvoller den Frauen gegenüber währen. Es scheint, als wenn das Los der Frauen an Bord eines religiös geprägten Schiffes weniger hart wäre als an Bord der Empyrean, wo sich die Teenager der Anzüglichkeiten der älteren Männer erwehren müssen. Der Schein jedoch trügt, denn wie im wahren Leben ist auch an Bord der New Horizon die Religion ein Deckmantel für Verbrechen. Aber selbst diese Verbrechen, die die Würde des Einzelnen antasten und in dessen Rechte eingreifen sind notwendig, soll die Menschheit überleben, denn letztendlich profitieren deutlich mehr Menschen von diesen Taten, als darunter zu leiden haben, und aus neutraler, wissenschaftlicher Sicht ist dieses Vorgehen in vielen Teilen zwingend notwendig und man kann nicht auf eine Zustimmung der Betroffenen warten, sondern muss handeln, zumal die Menschen an Bord bereits Mitte 50 sind und ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Während also auf der New Horizon die Religion ein Machtinstrument ist und zur Unterdrückung genutzt wird, muss man an Bord der Empyrean erkennen, dass Logik und Wissenschaft nicht ausreichen, um die Überlebenden zusammenzuschweißen und zum Weitermachen zu bewegen. Die Religion wird zum Hoffnungsschimmer, zu einem Mittel, die Menschen zusammenzuschweißen, aber auch zu einem Machtinstrument, wenn sie missbraucht wird. Die große Stärke der Autorin ist es, keine Position zu beziehen. Die lässt die sehr lebendigen Protagonisten ihre Entscheidungen treffen, jeder hat seine Gründe für sein Handeln und diese Gründe sind nicht gut oder schlecht, sie sind auf ihre Weise alle notwendig und von der jeweiligen Lage des einzelnen diktiert. Keine schwarz weiß Malerei, wie man das heutzutage in Romanen gerne hat, sondern viele, viele Grautöne, die zugleich auch die heutige Zeit kommentieren. So begeht Anne Mather ein Verbrechen, dass die unschuldigen, ahnungslosen Menschen an Bord ihres Schiffes glücklich macht und handelt, wie man das aus den Kreuzzügen und anderen Kriegen kennt: Erst mal töten und danach beten. Aber auch Anne Mather wurde betrogen und hat allen Grund sich zu rächen, dennoch leiden darunter, wie in der Realität, die Unschuldigen. Die Führer treffen eine Entscheidung, aber die unschuldige Crew muss es ausbaden, das macht eine Verallgemeinerung unmöglich und fokussiert den Blick auf Einzelschicksale. Highlights sind die intellektuellen Zweikämpfe zwischen Anne Mather und Waverley auf der New Horizon und zwischen Seth und Kieran an Bord der Empyrean. Ein Problem jedoch hat das Buch, und das liegt in der wissenschaftlichen Recherche, es wimmelt vor biologischen Fehlern. 1. Misplaced phenol molecule – sie meint wohl eher eine phenyl Gruppe und kein Phenol Molekül 2. Vanilla tree – Die Vanille ist eine Kletterorchidee und kein Baum 3. Warum müssen die Zyklen der Empfängerinnen mit denen der Spenderinnen übereinstimmen? Embryonen kann man einfrieren und wenn man clever ist, teilt man sich vorher auch noch. 4. Waverly kennt kein Eis, weil es keine Kühe gibt, ABER es gibt Ziegenmilch und Eis kann man sowohl aus Saft als auch aus Süßlupinen herstellen. Fazit: Die Geschichte reißt teilweise mit, teilweise geht sie einem so gegen den Strich, dass man das Buch gegen die Wand werfen möchte. Aber das ist beabsichtig und wirklich hervorragend umgesetzt. Selten schafft es ein Autor, dass man Charaktere so hasst aber gleichzeitig auch versteht, warum sie so handeln und das einem wieder Respekt abnötigt.

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