Nachtlichter

von Amy Liptrot 
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Nachtlichter
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Orkney immer im Herzen.

Kritisch (1):

Geeignet für Leser, die etwas über die Orkney Inseln an sich erfahren wollen. Ansonsten kann ich die Autobiografie nicht empfehlen.

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Inhaltsangabe zu "Nachtlichter"

Die ursprüngliche Kraft einer einzigartigen Landschaft lässt alte Wunden heilen: Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit - die Orkney Islands, im dünn besiedelten Schottland wohl die abgelegenste Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den »Merry Dancers«, den Nordlichtern, die irgendwo im Dunkeln strahlen. Und hier beginnt sie nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem Aufbruch in die Stadt, nach Edinburgh, weiter nach London. Vom wilden Leben, dem Alkohol, dem Absturz. Vom Entzug und der Rückkehr zu ihren Wurzeln auf Orkney, wo sie der Natur und sich selbst mit neuen Augen begegnet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442757336
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:09.10.2017

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    wassilkeliestvor 2 Monaten
    Amy Liptrot "Nachtlichter"

    Amy wächst auf den kargen, einsamen schottischen Orkney Inseln auf. Mit 18 Jahren verlässt sie ihre Heimat und stürzt sich in London ins Partyleben - Sex, Drogen und jede Menge Alkohol stehen an der Tagesordnung und führen von einem Absturz zum nächsten. Als Amy eines Tages Job, Freund und Wohnung gleichzeitig verliert, beschließt
    sie, ihrer Alkoholsucht ein Ende zu setzen. Nach einem erfolgreichen Entzug kehrt sie auf die Inseln zurück. Umgeben von der rauen, naturgewaltigen und imposanten Inselwelt, versucht Amy ihr Leben neu zu ordnen und dem Alkohol zu widerstehen. Wird sie den
    schweren Weg zurück in ein normales Leben schaffen?


    Die Journalistin Amy Liptrot hat mit „Nachtlichter“ einen sehr eindrücklichen autobiographischen Roman geschrieben. Schonungslos ehrlich und brutal beschreibt sie ihre turbulente Zeit in London, ihre peinlichen Alkoholabstürze, die daraus resultierenden
    Probleme, persönlichen Niederlagen, ihren harten Kampf gegen den Alkohol, die Sucht und die überall lauernde Gefahr eines Rückfalls. Einzig und allein ihre Heimat - die abgeschiedenen Orkneys im Norden Schottlands - gibt Amy die Kraft, ihr Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken.


    Mit ihrem klaren, schnörkellosen Schreibstil und großartigen erzählerischen Können hat mich Amy Liptrot absolut begeistert. Die faszinierende Beschreibung der Orkneys mit ihrer einzigartigen Natur und Tierwelt machen diese Lektüre zu etwas ganz Besonderem. Man erfährt viel Interessantes und Wissenswertes über die Geschichte und das alltägliche Leben auf diesem Archipel. Eine eindrucksvolle und überaus gelungene Mischung aus Biographie und Naturführer, die einen so schnell nicht wieder loslässt…


    Am Ende war ich ein bisschen verliebt in die Orkney Inseln, ihre traumhaft beschriebene Flora und Fauna und natürlich in Amy, die für so viel Mut und Kraft meinen äußersten Respekt verdient hat! Ein mutiges, ehrliches und beeindruckendes Buch, dem ich noch ganz, ganz viele LeserInnen wünsche! Absolut empfehlenswert!!!

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    Bücherfüllhorn-Blogs avatar
    Bücherfüllhorn-Blogvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Orkney immer im Herzen.
    Orkney immer im Herzen.

    Ein entscheidender Lesegrund für dieses Buch war für mich der Hinweis in der Inhaltsangabe, dass die Orkney-Inseln eine Rolle spielen. Mir war da noch nicht so ganz klar gewesen, dass dieses Buch ein Erfahrungsbericht ist, keine Geschichte. Die Autorin Amy Liptrop berichtet über ihren Kampf gegen den Alkohol, gegen die Sucht. Und ihre Heimat Orkney hat ihr dabei geholfen sich wieder zu erden und die richtigen Weichen zu stellen.

     

    Sie erzählt nicht wirklich spannend, und gerade der Anfang in London mit allen Auswirkungen der Sucht, ist nicht einfach zu lesen, weil ich erst noch ein Gefühl dafür entwickeln musste. Die Alkohol-Exzesse werden ehrlich und ungeschönt dargestellt. Erst nach und nach bemerkte ich die Kraft dieses lakonischen und harten Erzähltons, den ich auch nach dem Lesen noch im Kopf zu hören glaubte. Eine Sprache, so rau und kühl wie die Orkney-Inseln.

     

    Abwechselnd wird von London und Orkney berichtet. Besonders die Zeit auf den Orkney-Inseln, als sich die Autorin neu finden, neu zusammensetzen muss und mit Hilfe der rauen Natur gegen die Sucht ankämpft, sind sehr eindrucksvoll zu lesen. Ich mochte diese Beschreibungen von den Inseln, von den Vogelbeobachtungen, den nächtlichem Himmel, dem Meer, der Historie. Ja, ein Faible für Orkney sollte man da schon haben.

     

    Alles in allem / Sterne: Eine Erzählstimme, die ich auch nach dem Lesen noch zu hören meinte, die sich mir im Kopf festgesetzt hat. Ein Erfahrungsbericht über den Kampf gegen den Alkohol und über das „sich selber finden“ in der rauen Natur auf den Orkney-Inseln.  Dennoch sollte man schon ein Faible für diese Inselgruppe und für diese trockenen und dennoch kraftvollen Naturbeschreibungen haben. Dieses Faible habe ich und somit vergebe ich fünf und fünf Sternen und stelle das Buch zu meinem Orkney/Shetland-Insel Reiseführer. Am besten an einem regnerischen und kalten Tag lesen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Geeignet für Leser, die etwas über die Orkney Inseln an sich erfahren wollen. Ansonsten kann ich die Autobiografie nicht empfehlen.
    New Natur Writing

    Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich das Buch lesen wollte. Leider habe ich nicht bekommen, was ich mir erhofft habe, nämlich eine tiefgründige, gefühlvolle Geschichte eines Neubeginns. Gerade wenn man bedenkt, dass "Nachtlichter" autobiografisch ist, hat mir die Emotionalität gefühlt, mit der man die Geschichte hätte schreiben können. 

     

    Für mich lesen sich die geschilderten Erlebnisse wie ein Report und nicht wie ein Erfahrungsbericht. Wer epische Natur- und Tierbeschreibungen in Romanen mag, ist hier gut beraten. Ich kann verstehen, dass die großartige Natur der Orkney-Inseln und die Beobachtung der Tiere Amy Liptrot geholfen haben, zu genesen, aber ich hätte gerne mehr von dem erfahren, was in ihrem Inneren vor sich geht.

     

    Auch der Spannungsbogen weist keine Besonderheit auf. In der Mitte der Geschichte wird es mal ein wenig spannend, aber abgesehen davon besteht die Geschichte aus Natur- und Umgebungsbeschreibungen. Ich kann verstehen, dass die Autorin eine besondere Beziehung zu dieser Gegend hat, aber ich hätte gerne erfahren, was die Natur mit ihr macht und warum das so ist. Ich hätte gerne mehr über Beziehungen der Autorin erfahren, aber nichts dergleichen hat sie niedergeschrieben.

     

    Abgesehen davon, dass ich die hochtrabenden Zitate der Presse über diese Autobiografie überhaupt nicht bestätigen kann, macht so etwas auf mich einen negativen Eindruck. Ein oder zwei Zitate auf dem Buchrücken hätten es auch getan, es wäre nicht nötig gewesen, eine ganze Seite damit zu füllen. Aber scheinbar braucht es das Buch.

     

    Fazit:

    Absolut geeignet für Leser, die etwas über die Orkney Inseln an sich erfahren wollen oder explizit auf New Nature Writing stehen. Ansonsten kann ich die Autobiografie nicht empfehlen.

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    seekingzamonias avatar
    seekingzamoniavor 6 Monaten
    Nachtlichter.

    Amy und ihr Bruder Tom wachsen auf den Orkney Inseln in Schottland auf. Einsame Weiten, unberührte Natur, viel Wildnis und eine bäuerliche Abgeschiedenheit.

    Nach einer Kindheit geprägt durch einen streng religiösen Mutter und einem psychisch labilen Vater verlässt Amy ihr Zuhause, um in London ein neues Leben zu beginnen.


    Sie holt auf, was sie an Leben auf den einsamen Inseln bisher meint, versäumt zu haben. 

    Männer, Parties, Lichter, Krach, Menschen und viel viel Alkohol.


    Sie wird abhängig, trinkt bis zum Exzess und driftet immer weiter ab. Amy verliert ihren Freund, schließlich ihren Job und entschließt sich, ihrer Sucht mithilfe eines Alkoholprogramms entgegenzutreten. 


    Schlussendlich kehrt sie nach zwölf Jahren Großstadt zurück auf die Orkney Inseln, sieht ihre Eltern wieder, arbeitet und hilft vor Ort. Eigentlich geplant als Zwischenstopp auf dem Weg zur Heilung werden die Inseln aufgrund mangelnder Alternativen erneut zur ihrer Heimat. 


    Sie lässt sich mitreissen von der Natur, der Wildnis, der rauen Umwelt und ihre Sehnsucht nach dem Alkohol nimmt langsam ab. 




    -


    So rau und natürlich wie die Gegend der Orkney Inseln, so schreibt auch Amy. Schonungslos und direkt, ohne Umschweife auf den Punkt.

    Sie nimmt den Leser mit auf die Reise durch ihr Leben und manchmal kann man fast vergessen, dass es sich um einen autobiografischen Roman handelt, den man hier vor sich hat.


    Die Beschreibungen der Natur, unfassbar plastisch, machen greifbar, was in Amy nach ihrer Rückkehr vorgeht und lassen ahnen, wie sie es schafft, langsam von der Sucht abzulassen.


    Besonders faszinierend geschrieben auch die Erzählungen ihrer Zeit in London - man feiert mit, trinkt mit, leidet mit, lebt mit ihr die Sucht.

    Sie beschönigt nichts, sie nimmt sich selbst nicht in Schutz. Sie erzählt. Dokumentiert quasi. 


    Manchmal meint sie es vielleicht etwas zu gut, wenn sie sich ausführlich auslässt über ihre Emotionen, wiederholend und detailliert - aber vielleicht gehört das einfach dazu, zur Aufarbeitung des Ganzen. 

    Sie springt hin und her, ihre Gedanken, grade zu Londoner Zeiten, sind flüchtig und schwankend. Manchmal ist es etwas schwer zu folgen, aber das macht es gleichzeitig auch greifbarer, das Ambivalente ihrer Situation in der Stadt. 


    Zurück auf den Inseln werden das Leben und die Sprache ruhiger, fliessender. 

    Die Natur rettet sie - jedoch nur bis zu einem gewissen Grad.


    Das Suchtverhalten, der Wunsch nach dem Erleben von Grenzerfahrungen bleibt. Wird teilweise ersetzt. So gibt ihr das Schwimmen im eiskalten Meer einen ähnlichen Kick wie damals der Alkohol. 


    Man folgt Amy gebannt und gespannt durch ihr Leben, leidet mit ihr und hofft, dass sie den Absprung schafft. Man steht mit ihr in der wilden Natur Schottlands und versteht. Was sie erlebt und wie sie lebt. 


    Ein unglaublich greifbares, trotz rauem Schreibstil emotionales Buch, das einen begeistert und nicht so schnell wieder loslässt. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr lesenswerter Roman
    Ehrlich und interesant!

    Nachtlichter von Amy Liptrot ist ein sehr offenes und vielseitiges Werk, dass ich sehr empfehlen möchte.
    Die Autorin schreibt ihre eigene Geschichte nieder. Beginnend mit ihrer Kindheit im Norden Englands zieht es sie zum Studium in die Metropole Londons. Dort trifft sie nicht nur viele neue Freunde, sondern macht auch den Alkohol zu ihrem Freund. Irgendwann, nach einigen Versuchen die Sucht in den Griff zu bekommen gelingt ihr dies und sie verlässt London um eigentlich "nur kurz" ihre Eltern im Norden zu besuchen. Dort angekommen begeistert sie sich immer mehr für die Natur im Norden und deren Inseln. Sie beginnt sich oben im Norden von England ein neues Leben ohne Alkohol aufzubauen.

    Die Autorin öffnet sich für den Leser/in und ich habe noch nie einen so tiefen und persönlichen Eindruck von der Sucht Alkohol bekommen.

    Zeitgleich habe ich auch noch nie so viel über die Natur im Norden Englands gelesen. Zeitweilig hätte ich das Buch am liebsten zur Seite gelegt und wäre gerne losgefahren um auch die Nordlichter, die Seevögel, die Küste Englands zu sehen und den Wind zu spüren.

    Das Buch hat mich begeistert und ich bin dankbar, dieses Werk gelesen haben zu dürfen.

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    BellaSommers avatar
    BellaSommervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Überraschend befreiend.
    Ins kalte Wasser springen

    Die ursprüngliche Kraft einer einzigartigen Landschaft lässt alte Wunden heilen: Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit - die Orkney Islands, im dünn besiedelten Schottland wohl die abgelegenste Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den »Merry Dancers«, den Nordlichtern, die irgendwo im Dunkeln strahlen. Und hier beginnt sie nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem Aufbruch in die Stadt, nach Edinburgh, weiter nach London. Vom wilden Leben, dem Alkohol, dem Absturz. Vom Entzug und der Rückkehr zu ihren Wurzeln auf Orkney, wo sie der Natur und sich selbst mit neuen Augen begegnet. (Klappentext)

    „Nachtlichter“ war mir vor einiger Zeit mal in der Buchhandlung aufgefallen, aber erst im letzten Monat habe ich es mir zugelegt (danke an Randomhouse für das Bereitstellen des Exemplars!). Der Klappentext hat mich ziemlich angesprochen, da ich großes Interesse an Schottland und seiner kargen Insellandschaft habe und ich deshalb sehr gerne Romane und Erzählungen lese, die dort handeln. Das Werk von Amy Liptrot ist in dieser Hinsicht etwas anders, denn es sind ihre Memoiren, sozusagen ihre Biografie. Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie vorher an Literatur dieses Genres rangewagt. (Ausgenommen die Miley Cyrus-Biografie, die damals von „Bravo“ und „Popcorn“ empfohlen wurde, aber ich glaube, das zählt nicht.) Nach den ersten Seiten war ich jedoch schon SO fasziniert von Liptrots Art, mit Worten umzugehen, dass ich sämtliche Zweifel über Bord werfen und mich ganz dem Buch hingeben konnte. Im Gegensatz zu den Romanen, die ich sonst lese, habe ich für dieses Werk ziemlich lange gebraucht, weil ich oft Pausen machen musste, um über den Inhalt nachzudenken. Das soll kein Kritikpunkt sein, ganz im Gegenteil. Die Worte besitzen so viel Tiefe, dass es mir einfach nicht gelungen ist, alles beim „drüberlesen“ zu verstehen – die ganze, nackte Wahrheit über die schwere Alkoholsucht und ihre Folgen, sowohl sozial, als auch körperlich. Trotz der vielen Pausen, die ich gemacht habe, blieb es interessant und nun bin ich um wahnsinnig viel Orkney-Wissen reicher. In jedem Kapitel erfährt man so viel Interessantes, seien es die alten Sagen und Legenden der Inseln, die die Autorin erzählt, oder auch wissenschaftliche Fakten über den Weltraum und die Polarlichter. Man könnte meinen, so viele „neutrale“ Informationen über Dinge, die nicht primär mit der Alkoholabhängigkeit zu tun haben, lassen die Erzählung vielleicht träge werden, aber ich kann versichern, dass das nicht so ist. Und irgendwie sind diese wissenschaftlichen Erklärungen nicht überflüssig, denn genau mit diesen beschäftigte sich Liptrot während ihrer Genesung auf Orkney, entwickelte so eine neue Passion, die den Drang nach Alkohol kompensieren konnten. Sie kämpft jeden Tag von Neuem gegen die Sehnsucht an, sich diesem Drang hinzugeben. Doch stattdessen badet sie im eiskalten Meer, unternimmt Vogelzählungen und verbringt den Winter in einem Cottage auf der nördlichsten bewohnten Insel von Orkney. Diese karge Lebensweise ist das gegenteilige Extrem zu den Londoner Clubnächten – und so schonungslos wie ehrlich wird der Leser damit konfrontiert. Aber es ist eine inspirierende Ehrlichkeit.
    Es ist ein komplett neues Genre, das ich mit diesem Buch erkundet habe, und ich habe daher hohe Ansprüche an das Werk gestellt. Was soll ich sagen...diese Ansprüche wurden nicht enttäuscht. Mit jedem Kapitel habe ich eine neue Seite des Orkadischen Lebens entdeckt, das spannend und beruhigend zugleich ist. Und es macht Mut, dass auch schwere Krankheiten wie Alkoholabhängigkeit überwunden werden können.

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    La_Stellinas avatar
    La_Stellinavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schöne Geschichte über Selbstfindung und die heilenden Kräfte der Natur.
    Hatte mir mehr Spannung und Abwechslung erwartet.

    Anfang dreißig wieder heim an den Ort ihrer Kindheit, die Orkney Islands in Schottland. Nach 10 Jahren Alkoholabhängigkeit gewinnt sie hier, in dieser sehr dünn besiedelten und kargen Region, mit teils sehr unwirtlichen Lebensbedingungen, wieder Boden unter den Füßen.
    Eine sehr offen und ehrlich erzählte Lebensgeschichte über ihre Kindheit, den Aufbruch in die Städte Edinburgh und London, ihrem exzessiven Leben in der Stadt bis hin zum Alkoholentzug, die Rückkehr zu ihren Wurzeln sowie die Besinnung auf das Wesentliche und die Schönheit der Natur.Eine auf alle Fälle sehr berührende Geschichte mit teils sehr spannenden und ab und an sehr dahinplätschernden Passagen. 
    Vom Schreibstil her, hat es mir sehr gut gefallen, keine wahnsinnig komplizierten Schachtelsätze, sondern kurz und prägnant auf den Punkt formuliert.
    Im Großen und Ganzen ein nettes Buch für zwischendurch. Ich hatte mir aber aus irgendeinem Grund eine spannendere, nicht so entspannte Geschichte erwartet.

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    katthis avatar
    katthivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein faszinierender Einblick in die raue Natur der abgeschiedenen Orkneyinseln ...
    Nachtlichter (Amy Liptrot)

    Dieser autobiografische Roman von Amy Liptrot beschreibt, neben ihrem Kampf gegen die Alkoholsucht, vorrangig die raue Natur und die faszinierende Tierwelt der abgelegenen Orkneyinseln. Der beeindruckende Schreibstil lässt den Leser schnell vergessen, dass es sich bei diesem Werk um eine Art „Tatsachenbericht“ handelt, und er taucht ein in eine fesselnde Schilderung des Lebens auf abgeschiedenen Inseln inmitten des unberechenbaren Ozeans im Norden Europas.

    Ich muss zugeben, dass mich dieser Roman äußerst überrascht hat. In Erwartung einer dramatischen Schilderung der Sucht der Autorin war ich umso mehr erstaunt, wie wunderbar es ihr gelungen ist, dieses Thema eigentlich doch ein Stück weit in den Hintergrund zu rücken und der beeindruckenden Natur, den liebenswerten Bewohnern und der harschen Landschaft ihrer Heimat genau denselben Vorrang einzuräumen, den diese auch in ihrem heutigen Leben (wieder)gewinnen konnten.

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Berührende, autobiografische Beichte vom Gleiten IN die Alkoholsucht und AUS der Sucht dank der Kraft der Naturgewalten der Orkney Inseln!
    Unendliche Weite des Himmels

    REZENSION

    INHALT:Die über 30 jährige  Autorin Amy Liptrot nimmt den Leser mit auf eine bewegende Reise in die Alkohol - und Drogensucht und ihren verzweifeltem, aber am Ende doch teilweise erfolgreichen Kampf gegen diese heimtückische Krankheit.Aufgewachsen in der bäuerlichen Abgeschiedenheit der Orkney Inseln, mit einem manisch-depressiven Vater und einer religiösen Mutter verlässt sie als sehr junges Mädchen ihre Heimat und verlebt eine aufregende Zeit der Partys und des Chillens in London. Sie beschreibt schonungslos ihr Abdriften in diese Welt des Glamours und dann ihre Rückkehr nach zwölf Jahren und dem damit verbundenen schweren  Neuanfang auf den Orkney Inseln….
    MEINE MEINUNG:Gebannt habe ich die fesselnden  Erzählungen aus der Londoner Zeit miterlebt und ich habe Amy bedauert und mitgelitten. Ohne Rücksicht auf sich oder den Leser , und absolut ehrlich hat sie diese im Nachhinein für sie schlimmste Zeit ihres Lebens geschildert, bis zum völligen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. 
    Zitat Seite 227 „ Ich will mich unbeschwerter fühlen. Mein Problem ist nicht körperlicher Natur . Und selbst wenn ich das Verlangen loswerden würde, bleibt immer noch die Frage, warum ich das Bedürfnis überhaupt entwickelt habe - und was die Leere füllen kann.
    Die Aufarbeitung dieser Frage in ihrem Buch hat meine Geduld beim Lesen ziemlich beansprucht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm , manchmal allerdings zu oft mit sich immer wieder ähnelnden Beschreibungen von Empfindungen überfrachtet. Sie ist in ihrer Erzählung über ihr Leben auf Orkney nach der aktuellen Suchtzeit in London im Text zu oft und zu schnell, nach kurzen Sätzen, in unterschiedlichen  Themen, hin und hergesprungen. Sie hat sich mit schlimmen Erinnerungen an die Londoner Zeit gemartert und hat im gleichen Atemzug ebenso exzessiv über Sternenbilder am Nachthimmel von Orkney, die*Merry Dancer* (Nachtlichter), die Geschichte der Insel , ihre Tier-Natur-Beobachtungen und dem Schwimmen und Tauchen im eiskalten Atlantik berichtet. Diese vielen Betrachtungen und Eindrücke über ihre Heimat, die Orkney Inseln, lesen sich fast wie ein  attraktiver Reiseführer und nehmen einen  sehr grossen Teil des Buches ein. Ich wurde den Verdacht nicht los, dass sie extreme Situationen (das Schwimmen im eiskalten Meer bis zum Erreichen der Schmerzgrenze) gerne und immer wieder sucht , um diese diffus empfundene innere Leere zu füllen und um sich selbst zu verletzen. Man hat das Gefühl, dass sie ihre Sucht gegen eine andere ( in diesem Fall ihre Kommunikations- und Internetsucht beim Austausch über Wind, Wetter, Sterne, die Insel mit gleichgesinnten Freunden) ausgetauscht hat.Zitat Seite 236 :„Hinter dem Begriff *Cross-Addiction* steht die Vorstellung , dass Alkoholiker ihr Suchtverhalten in Ermangelung von Alkohol auf etwas anderes übertragen. Gewöhnlich sind dies Dinge wie Essen, Sport, Shopping oder Glücksspiel. Bei mir sind es Coca-Cola, Rauchen, Beziehungen und das Internet.“ 
    Mit sehr viel Interesse und Mitgefühl bin ich  all diesen Ausführungen gefolgt und bedanke mich bei der Autorin und dem btb-Verlag für das Rezensionsexemplar. Die faszinierenden Beschreibungen über die Orkneyinseln haben mich begeistert und einen Inselbesuch für mich attraktiv dargestellt.Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diese Lektüre.

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    sydneysider47s avatar
    sydneysider47vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein eindringliches biographisches Buch und gleichzeitig eine packende Beschreibung von Land und Leuten
    Erfahrungsbuch und gleichzeitig Beschreibung von Land und Leuten

    Das Cover des Buches „Nachtlichter“ von Amy Liptrot ist ein Hingucker. Sehr schön gestaltet, und auch die Farben gefallen mir äußerst gut. Auch die Handlung klang sehr interessant – und so habe ich das Buch gelesen.


    Die Handlung:

    Amy und ihr Bruder Tom wachsen Papay, einer Insel der Orkney-Inseln, auf. Die Orkney-Inseln gehören zu Schottland (Großbritannien). Sie sind einsam, zerklüftet, es gibt viel Wildnis, viel unberührte Natur.

    Die Eltern sind geschieden. Amy studiert und geht nach London, um einen Job zu suchen. Der Alkohol lockt, sie ist in Cliquen integriert, die sie cool findet. Jedoch wird sie immer mehr vom Alkohol abhängig. Diese Abhängigkeit kostet sie ihre Jobs sowie ihre Partnerschaft. Schließlich nimmt Amy an einem öffentlich subventionierten Programm teil, das sie von der Alkoholsucht heilen soll. Sie ist Stimmungen unterworfen –sie will durchhalten, durchlebt aber auch immer wieder Phasen, während derer sie sich nach diversen alkoholischen Getränken sehnt. Doch sie versucht, stark zu bleiben.

    Sie reist zurück auf die Orkney-Inseln, sie trifft ihre Mutter und hilft ihrem Vater mit den Lämmern und erledigt handwerkliche Arbeiten. Außerdem treibt sie Sport.

    Immer noch bewirbt sie sich in London, sie will dorthin zurückkehren und arbeiten. Die Jobsuche ist jedoch lange aussichtslos – und so bleibt sie länger auf den Orkney-Inseln, als sie wollte. Sie beginnt, das Leben – ihr Leben – dort neu zu entdecken. Und die Sehnsucht nach Alkohol wird immer schwächer….

     

    Meine Meinung:

    Die Autorin hat eine schöne Sprache. Sie schreibt ausführlich, aber nie so, dass es langweilig wird. „Nachtlichter“ ist ein vorwiegend ruhiges Buch – aber es ist auch sehr eindringlich.

    Der Entzug, die Therapie wird sehr eindrücklich geschildert – auch die wechselnden Stimmungen, denen Amy immer wieder unterworfen ist. Sie wird empfindsam, kann aber Träumen, in denen Alkohol verlockend erscheint, widerstehen.

    Die Autorin schreibt sehr eindrucksvoll von der Wildheit der Orkney-Inseln, von der Natur, von der Einsamkeit. Sie entdeckt diese Schönheiten der Orkney-Inseln erst auf den zweiten Blick, als sie nach ihrer erfolglosen Zeit in London wieder zurückkehrt. Eigentlich soll auch dieser Aufenthalt auf den Orkney-Inseln nur ein „Zwischenstopp“ sein und bleiben – er wird aber mehr: er wird die Einleitung zu einer Heilung, zu einem Prozess, dass Amy ihr Leben neu ordnet, dass sie sich neu orientiert.

    Als Leserin konnte ich mir die Orkney-Inseln- die Plätze, die Amy besuchte, sehr gut vorstellen. Man meint die Rauheit der Landschaft zu sehen, die Natur zu riechen, die Lämmer blöken zu hören. Amys Bericht weckt außerdem eine gewisse Reiselust. Das Interesse daran, diese Inseln selbst zu sehen.

     

    Mein Fazit:

    Das Buch „Nachtlichter“ ist ein biographisches Buch, das schildert, wie jemand nach und nach von einer Sucht geheilt wird. Außerdem erfährt man viel über Land, Leute und das Leben auf den Orkney-Inseln.

    Ich habe dieses Buch gerne gelesen und vergebe fünf Sterne dafür.

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