Amy Sackville Reise nach Orkney

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(4)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Reise nach Orkney“ von Amy Sackville

Auf einer der kleinsten und einsamsten Inseln in Orkney, einem Archipel nordöstlich von Schottland, verbringt ein ungleiches Paar seine Flitterwochen: Richard ist ein angesehener Literaturprofessor; seine Braut, seine begabteste Studentin, ist vierzig Jahre jünger als er. Meistens beobachtet er seine junge, schöne, blasse Frau, wie sie aufs Meer hinausschaut und Wind und Regen trotzt, doch je mehr sie eins wird mit der Insel, dem Wetter und dem Licht, desto rätselhafter und begehrenswerter erscheint sie ihm … In dieser Geschichte einer Obsession spielen die entrückte, zauberische Landschaft, die Farben und Elemente von Orkney eine ebenso große Rolle wie die beiden ungleichen Liebenden.

Was Realität und mystische Einbildung ist, kann irgendwann nicht mehr gesagt werden. Aber psychologisch sehr spannend! Tolles Meer-Setting.

— Poesiesoso
Poesiesoso

Eine wundervolle bildliche Sprache und eine tiefe Sehnsucht nach Meer ergeben ein perfektes Lesevergnügen. 5 Sterne!

— MelE
MelE

Hier hat mich die Sprache ganz in ihren Bann gezogen..

— orchidee25
orchidee25

Stöbern in Romane

Der Frauenchor von Chilbury

Ein sehr unterhaltsamer, warmherziger und informativer Briefroman!

takabayashi

Swing Time

Interessantes Thema schwach umgesetzt

Leseprinzessin1991

Heimkehren

Beeindruckender Roman über das Leben zweier ghanaischer Familien, die untrennbar mit der Sklaverei und ihren Folgen verbunden sind.

Xirxe

Als die Träume in den Himmel stiegen

Man vermutet zunächst ein Happy End, liest aber immer mehr die tragische Geschichte eines jungen Mädchens.

Loooora

Das Mädchen aus Brooklyn

Guillaume Musso versteht es wie kein anderer Autor Genres verschmelzen zu lassen.

Almilozi

Der Sandmaler

Leider wieder viel zu aktuell.

Faltine

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der Zauber des Ozeans

    Reise nach Orkney
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    15. August 2016 um 08:44

    Reise nach Orkney ist eines dieser Bücher, das eine ganze Weile auf meinem SUB liegen musste, weil ich mich nicht bereit dafür fühlte, weil einfach nicht der richtige Zeitpunkt war. Doch vor ein paar Tagen war es plötzlich so weit und ich griff ganz selbstverständlich danach, schlug es auf und begann zu lesen.  Wir begleiten den Professor Richard und seine vierzig Jahre jüngere Frau bei ihren gemeinsamen Flitterflochen in Orkney. Sie haben sich in der Uni kennengelernt, sie war eine seiner Studentinnen. Die Annäherungsversuche beider Seiten waren sehr zögerlich, es erinnert an einen zarten, schüchternen Tanz. Immer wieder springt Richard, der Ich-Erzähler, vom Hier und Jetzt in Orkney in ihre gemeinsame Vergangenheit. Ein gestohlenes Lächeln, ein flüchtiges Zunicken, ein schüchternes Gespräch. Im einen Moment betrachtet er seine wunderschöne, junge Frau, die er mit allerhand mystischen Figuren vergleicht - wie eine "Herbsthelfe auf der Flucht vor dem ersten Frost" -, verliert sich in seinen Phantasie, vermischt die Mythologien, die er studiert, mit der Realität. Und im nächsten Moment befinden wir uns an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Beinahe fühlt es sich so an, als wäre es nicht nur ein Sprung in die Vergangenheit, sondern auch ein Sprung zurück in die Wirklichkeit. Nach und nach lernen wir das Paar kennen, wobei der Fokus auf Richard gelegt wird. Über sie erfahren wir nur durch ihn und sein Blick auf sie ist verschleiert, verklärt. Für ihn ist sie kein Mensch mehr, wie sie da tagein tagaus am Strand sitzt, sie ist eine Meerjungfrau, eine Nixe. Mit den Schwimmhäuten zwischen den Zehen und dem silberglänzenden Haar ist sie ein Wesen, das seiner Forschung entsprungen sein könnte, sein Beweis dafür, dass Meerjungfrauen existieren. Sie ist zart und blass und wunderschön und irgendwie unerreichbar. Er dagegen ist sich seines Alters bewusst, obwohl er es zu verdrängen versucht, er weiß, was seine Kollegen über seine Hochzeit denken. Seine Gedanken drehen sich fast ausschließlich um sie und was alles passieren könnte. Er hat wahnsinnige Angst davor, sie zu verlieren, durch das Meer oder die Zeit oder einen anderen Mann. Er will sie ganz und gar besitzen und nie wieder hergeben.  "Ein Schweben und Pulsieren ringsum, während sich die silbrigen Tentakel ihrer Haare mit denen der Quallen verweben. Nun, da ich sie besitze, kann ich den Gedanken nicht ertragen, auch nur einen Zentimeter ihres Körpers teilen zu müssen, und sei es nur im Traum; wie grausam, dass es Stunden geben soll, aus denen ich ausgeschlossen bin."  (Seite 13) Während Richards Wunsch, sie zu besitzen, immer stärker wird, entzieht sie sich ihm immer mehr - sowohl psychisch wie auch physisch. Handlungstechnisch gesehen passiert nicht mehr als das: Richard sitzt in der Hütte, vor sich seine wissenschaftlichen Arbeiten, und beobachtet seine Frau am Strand, die wiederum das Meer beobachtet. Und doch passiert auf den zweiten Blick so viel mehr als das. Oder geschieht das alles nur in Richards verzweifelter Phantasie? Reise nach Orkney schafft es, mich durch seinen poetischen Schreibstil und die Vermischung von Realität und Phantasie zu verzaubern. Letztendlich müssen wir uns selbst ein Bild darüber machen, was wahr ist und was nicht. Ein großartiger Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. (c) Books and Biscuit

    Mehr
  • Sehnsucht nach Meer

    Reise nach Orkney
    MelE

    MelE

    01. August 2016 um 06:46

    Um für "Reise nach Orkney" eine passende Überschrift zu finden, fiel mir ausgesprochen leicht, da Sehnsucht nach Meer, den Inhalt des Romans perfekt wiedergibt. Orkney ist vielleicht nicht unbedingt der ideale Ort für eine Hochzeitsreise, dennoch wurde sie auserwählt, da die junge Frau aus persönlichen Gründen diesen Ort vorgezogen hat. Sie verschmilzt mit Sand, Strand und Meer. Sie liebt es in die Wellen zu schauen und ihre Füße in das Wasser zu halten, um diese umspülen zu lassen. Ihr Mann beobachtet sie dabei und lässt ihr kaum Raum für anderes. Er schien mir als sehr anhänglich, was vielleicht auch an dem hohen Altersunterschied der Protagonisten liegen könnte.Der Autorin ist es gelungen, durch die Faszination von Mythen und Märchen einen Roman zu schreiben, der viel Spielraum für eigene Spekulationen lässt. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch an welchem der Professor schreibt mit Nixen, Selkies und anderen Fabelwesen zusammenhängt, die dem Roman dadurch eine ganz eigene Note verpassen. Letztendlich wusste ich selbst nicht mehr, was nun erfunden oder wahr ist. Hier steht eine ganz besondere Liebe im Vordergrund, die mit einigen Schwierigkeiten verbunden sind. Ist es der Drang nach Freiheit oder der Altersunterschied, der dem ungleichen Paar im Wege steht?Wunderbar bildlich geschrieben und ein Roman, der sich wirklich hervorheben konnte. Leider fand ich das gewählte Cover etwas blass und hätte es im Buchhandel wahrscheinlich ignoriert, obwohl der Klappentext faszinierend ist und mich angesprochen hätte. Da ich ansonsten aber keine Kritik zu  "Reise nach Orkney" äußern könnte, möchte ich definitiv eine Leseempfehlung aussprechen, denn "Reise nach Orkney" hat mir echte Lesefreuden beschert, da es eben nicht nur eine schnöde Liebesgeschichte ist, sondern sich wie ein echtes Märchen liest, welches in einer wundervollen Umgebung präsentiert wurde. Das Ende lässt viel Raum für eigene Interpretationen und hat mir dadurch sehr gefallen. Für mich das Widerspiegeln einer tiefen Sehnsucht, die nur durch das Meer gelindert werden kann, was sehr gut durch Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft wurde.Echte Leseempfehlung!

    Mehr
  • Beeindruckend

    Reise nach Orkney
    jaylinn

    jaylinn

    18. July 2016 um 19:15

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Reise nach Orkney ist im Juni 2016 beim Luchterhand Literaturverlag erschienen. Die gebundene Ausgabe hat 256 Seiten und ein wunderschönes Cover. Autorin Amy Sackville ist einigen vielleicht durch ihren ersten Roman Ruhepol, für den sie mit dem John Llewellyn Rhys Prize ausgezeichnet worden ist, bekannt. Das ist ein Literaturpreis der den besten Roman des Jahres von jungen Autoren unter 35 krönt. Inhalt: „Auf einer der kleinsten und einsamsten Inseln in Orkney, einem Archipel nordöstlich von Schottland, verbringt ein ungleiches Paar seine Flitterwochen: Richard ist ein angesehener Literaturprofessor; seine Braut, seine begabteste Studentin, ist vierzig Jahre jünger als er. Meistens beobachtet er seine junge, schöne, blasse Frau, wie sie aufs Meer hinausschaut und Wind und Regen trotzt, doch je mehr sie eins wird mit der Insel, dem Wetter und dem Licht, desto rätselhafter und begehrenswerter erscheint sie ihm … In dieser Geschichte einer Obsession spielen die entrückte, zauberische Landschaft, die Farben und Elemente von Orkney eine ebenso große Rolle wie die beiden ungleichen Liebenden.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Reise nach Orkney – die Geschichte einer Obsession Amy Sackvilles Roman Reise nach Orkney hat mich zunächst einfach nur durch das Cover angesprochen: schroffe, steile Felswände, blaues, unschuldig aussehendes Wasser und Nebel, viel Nebel. Diese Widersprüchlichkeit findet sich auch in der Handlung der Geschichte wieder: alternder Literaturprofessor heiratet 40 Jahre jüngere Studentin, sie leben in Zweisamkeit und doch irgendwie jeder allein auf einer der kleinsten und einsamsten Inseln im Orkneyarchipel. Die Natur ist gleichermaßen beeindruckend und abweisend. Diese Widersprüchlichkeit durchzieht das ganze Buch und macht es genau dadurch spannend. Erzählt wird aus der Perspektive von Richard, dem Literaturprofessor, der seine junge Frau  regelrecht studiert, sie ständig beobachtet und sich nach und nach in Phantasien hineinsteigert:   „Sie steht an der Linie, die das Hochwasser gezeichnet hat, und überblickt den Horizont wie eine bizarre Piratin, die Meer und Strand überwacht; als sie die anderen da oben entdeckt, reißt sie sich mit ausladender Geste den Hut vom Kopf, vielleicht, um nicht übersehen zu werden (wie könnte man sie jemals übersehen), und schwenkte ihn. Der ältere Junge winkt knapp zurück und hält das Fernglas auf sie gerichtet, auf die Seltenste aller Spezies.“ (Reise nach Orkney, S. 131) Sie wiederum wird in fast jeder Nacht von Alpträumen geplagt, in der die Urgewalt des Wassers eine wesentliche Rolle spielt. Oft kann sie sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern. Ob diese Träume für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sind? Die Handlung wird an keiner Stelle dramatisiert und ist dennoch dramatisch. Das schafft Sackvilles durch ihren lakonischen Stil, das Schildern von Momenten der Nähe und Distanz, durch eindrückliche Beschreibungen der schroffen Natur, also  mit eigentlich völlig unspektakulären Mitteln. Das macht gerade deshalb die Besonderheit der Geschichte aus. Mein Fazit: Das Buch kommt mit leisen Tönen daher und beeindruckt dadurch sehr. Wenn man Sprache mit all ihren Bildern liebt, Freude an schönen Formulierungen hat, gerne zwischen den Zeilen liest, und Naturbeschreibungen dieser Art liebt, dann ist dieses Buch genau das richtige. Ach ja: Alte Sagen und Mythen sollten einen auch begeistern.

    Mehr
  • Entzugserscheinungen

    Reise nach Orkney
    YukBook

    YukBook

    03. July 2016 um 10:51

    Die Handlung dieses Romans ist schnell erzählt. Ein Literaturprofessor und seine vierzig Jahre jüngere Studentin sind frisch vermählt und machen Flitterwochen auf einer der kleinsten Inseln in Orkney, einem Archipel nordöstlich von Schottland. Sehr viel mehr passiert rein äußerlich nicht, und doch entwickelt die Geschichte eine Dynamik, weil sich immer mehr Gegensätze auftun. Am auffälligsten ist der Kontrast zwischen Nähe und Weite. Das Paar verbringt den Urlaub in einer gemütlichen Hütte in einer kleinen Bucht und sie verspüren beide eine starke Intimität. Der Professor schreibt an einem Buch über Hexen und Nixen des 19. Jahrhunderts, doch er ist so liebestrunken und besessen von seiner Frau, dass seine Aufmerksamkeit ausschließlich ihr gilt. Sie dagegen zieht es ständig an den Strand. Ihr wird nicht langweilig, das Meer zu betrachten und ihm wird nicht langweilig, ihr dabei zuzusehen.  So vergeht ein Tag nach dem anderen und es wird immer deutlicher, dass sie mehr als nur der große Altersunterschied trennt. Während er sich hoffnungsfroh einer gemeinsamen Zukunft öffnet, zieht sie sich immer mehr zurück, um ihre nebulöse Vergangenheit zu verarbeiten, von der sie ständig träumt, aber nur wenig erzählt. So wird die Distanz zwischen der entgleitenden Frau und dem besitzergreifenden Mann immer größer. Er lebt ständig mit der Angst, seine Frau könnte regelrecht vom Sand verschluckt oder vom wogenden Meer weggespült werden. Die Stärke des Romans liegt für mich in der Mischung aus Düsternis und Poesie. Auf unvergleichliche Weise beschreibt die Autorin, wie die junge Frau immer mehr von der Landschaft vereinnahmt, ja eins mit ihr wird und sich aus den Klauen ihres verzweifelten Ehemannes löst. Die Grenzen zwischen Realität, Träumen und Wahnvorstellungen lösen sich auf und lassen viel Spielraum für eigene Interpretationen.

    Mehr