Amy Waldman Der amerikanische Architekt

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Inhaltsangabe zu „Der amerikanische Architekt“ von Amy Waldman

Manhattan. Eine Jury soll den besten Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September auswählen. Nach langwierigen Beratungen und einem zähen Ringen um das richtige Konzept öffnen die Juroren den Briefumschlag, der den Namen des bislang anonymen Gewinners enthält – und sind schockiert. Eine heftige Auseinandersetzung um die Person des Architekten beginnt: Wer darf sich zum Fürsprecher der Trauernden erheben?

Spannend und aktuell. Fundierte Gesellschafts- und Medienkritik, die leider ein wenig unter dem zu nüchternen Stil leidet.

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

Lesen, unbedingt! Warum? Dieser fesselnde Roman formuliert aktuelles gesellschaftspolitisches Denken. Lohnende Lesezeit, versprochen!

— sunlight
sunlight

Ein vielschichtiger, fesselnder politischer Roman über die Befindlichkeit der US-Gesellschaft mit bisweilen satirischen Zügen.

— Barbara62
Barbara62

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    Der amerikanische Architekt
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    12. September 2016 um 19:44

    In Manhattan entscheidet eine Jury über den Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September. Nach langen Beratungen und Diskussionen öffnen sie den Briefumschlag mit dem Namen des anonymen Gewinners und sind entsetzt. Wer darf sich als Fürsprecher für die Trauernden präsentieren?Claire Burwell, die ihren Mann bei den Anschlägen verloren hat, setzt sich am stärksten für den Gewinner ein. Doch als die Entscheidung der Jury an die Öffentlichkeit gerät, wird Claire zum Ziel von Journalisten, aufgebrachten Angehörigen, Aktivisten und Politikern. Aber auch der ebenso begabte wie eigensinnige Architekt lässt ihr keine Ruhe. Nachdem die Jury sich für den Entwurf von Mohammed Khan, einem muslimischen Architekten, entschieden hat, steht die Frage im Raum, ob ein solcher Architekt überhaupt ein Denkmal für die Opfer eines islamistischen Anschlags setzten darf, aber ebenso bedeutsam ist, ob sich eine solche Frage überhaupt stellen darf. Der ausgezeichnete Architekt ist, abgesehen von seinem Namen, ohne Bezug zum Islam. Von seinen Bekannten wird er Mo genannt, ist in den Staaten aufgewachsen, etwas egoistisch und karriereorientiert. Aber für die Gegner reicht der Name aus. Sein Entwurf eines Gartens wird als Paradies für Märtyrer angesehen. Dem Leser werden viele verschiedene Personen sowie deren Perspektiven auf die Auseinandersetzung vorgestellt. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass ich mit keiner der Figuren wirklich mitgefiebert habe, oder dass ihr Schicksal mir nahe gegangen wäre. Dafür wirken sie teilweise auch zu bekannt: Journalisten die ohne Skrupel nur auf eine große Story aus sind, Banker die um ihren guten Ruf fürchten, Politiker die schon Wahlkampf machen und Funktionäre, welche die Umstände für ihre eigne Sache nutzen wollen. Allerdings sorgt die Autorin durch die vielen Perspektiven dafür, dass wirklich keine Meinung ausgelassen wird und sowohl amerikanische als auch muslimische Ansichten vorgetragen werden. Bei einigen Meinungen und Auffassungen der Charaktere konnte ich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln aufgrund ihrer Engstirnigkeit und dem beiläufigen Rassismus. Am interessantesten ist neben der Figur des Architekten die junge Frau Asam Anwar, die ihren Mann verloren hat. Sie stammt eigentlich aus Bangladesch und kann sich nur illegal in den USA aufhalten. Mit ihren Erinnerungen an die alte Heimat und der dortigen Kultur bringt sie eine ganz eigene Perspektive in die Handlung. Daneben ist vor allem Mohammed Khan ein spannender Charakter. Dabei erschien er mir nicht gerade als Sympathieträger. Er ist egoistisch, eitel und karriereorientiert. Doch seine Beobachtungsgabe und die Art, wie er sein eigenes Verhalten sowie die Geschehnisse, die nur aufgrund seines Namens beginnen, einordnet und reflektiert, ist von der Autorin wunderbar dargestellt. Khan erscheint überfordert mit dem Sturm, der über ihm zusammenbricht. Doch wie soll er auch reagieren, wenn er nur aufgrund seines Namens für die Taten von Menschen verantwortlich gemacht wird, die dieselbe Herkunft haben? Khan ist den Amerikanern zu muslimisch und den Muslimen zu amerikanisch. Obwohl die Handlung vor knapp 10 Jahren spielt, ist das Thema Islamfeindlichkeit immer noch hochaktuell, ebenso wie eine der zentralen Fragen des Romans: Wem vertraue ich und warum? Während zu Beginn des Romans vor allem mit Worten gekämpft wird, steigert sich die Gewalt immer mehr und es kommt zu immer heftigeren Auseinandersetzungen, die sich von der ursprünglichen Frage nach dem Denkmal entfernen. Letztlich geht der Kampf um die Deutungshoheit des Geländes mit Namen Ground Zero, das für die USA ein Symbol der Trauer, aber ebenso der Demütigung und Niederlage darstellt. Da es im Roman zu vielen Diskussionen und verbalen Auseinandersetzungen kommt, überrascht es nicht, dass er aus vielen Dialogen besteht. Der Stil der Autorin erscheint mir recht funktional, wobei ich finde, dass sie vor allem bei den Beschreibungen von zwischenmenschlichen Gefühlen an ihre Grenzen stößt. Das Funktionale zeigt sich vor allem in den Beschreibungen außerhalb der Dialoge: Das Konzept des Gartens war denkbar einfach: ein von Mauern eingefasster quadratischer, streng geometrisch untergliederter Raum. In der Mitte lud ein etwas erhöhter Pavillon zur Besinnung ein. Zwei breite, rechtwinklig aufeinandertreffende Kanäle viertelten das sechs Hektar große Gelände. Gehwege innerhalb der vier Quadranten bildeten zusammen mit den Bäumen, den echten und denen aus Stahl, die wie in einer Baumschule in Reih und Glied ausgerichtet waren, ein Raster. Die Namen der Opfer sollten auf den Innenflächen der weißen, neun Meter hohen Umfassungsmauer aufgelistet werden, so angeordnet, dass das Textfeld den Umriss der zerstörten Gebäude ergab. Die stählernen Bäume riefen die Türme noch buchstäblicher in Erinnerung: Sie würden aus den gefundenen Metallüberresten hergestellt werden. Das Buch zeigt zudem eine deutliche Medien- und Gesellschaftskritik. Politiker instrumentalisieren den Fall für sich und islamische Verbände wollen Khan als Gesicht für ihre Kampagnen nutzen. Den Medien erscheint jedes Mittel recht, um Auflage zu machen, auch wenn das bedeutet, Meldungen zu erfinden, Persönlichkeitsrechte zu verletzten oder den Konflikt weiter zu befeuern. Der amerikanische Architekt von Amy Waldman hat mich überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Buch so gut ist. Das Gedankenspiel fand ich von vornherein interessant, doch was die Autorin daraus macht, hat mich wirklich beeindruckt. Sie lässt alle Meinungsrichtungen zu Wort kommen und bietet viele Perspektiven, die sie zu einer fundierten Gesellschafts- und Medienkritik verknüpft. Einziger Wermutstropfen ist, dass ihr Stil nicht immer überzeugt, sondern vor allem seinen Zweck erfüllt.

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  • Der amerikanische Architekt

    Der amerikanische Architekt
    Amerdale

    Amerdale

    05. November 2015 um 22:13

    Meine Rezension: https://amerdale.wordpress.com/2014/11/13/gelesen-amy-waldman-der-amerikanische-architekt/

  • 9/11 und die Folgen

    Der amerikanische Architekt
    Barbara62

    Barbara62

    05. June 2015 um 14:28

    Ein Paukenschlag zu Beginn: Der in einem anonymen Wettbewerb zur Bebauung von Ground Zero von einer Jury aus Angehörigen, Künstlern und Politikern ausgewählte Entwurf stammt von Mohammad Khan, Sohn muslimischer Einwanderer. Auf über 500 Seiten schildert die Journalistin Amy Waldman die Folgen dieser Entscheidung für Hinterbliebene und verschiedenste Interessensgruppen, aber auch für den bis dahin säkularen Amerikaner Khan. Ein vielschichtiger, fesselnder politischer Roman über die Befindlichkeit der US-Gesellschaft mit bisweilen satirischen Zügen.

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  • Ein aktuelles Thema spannend und gesellschaftskritisch verpackt

    Der amerikanische Architekt
    Insider2199

    Insider2199

    Ein aktuelles Thema spannend und gesellschaftskritisch verpackt Amy Waldman war stellvertretende Leiterin des Südost Asien Büros der New York Times, berichtete über die Auswirkungen der Terror-Anschläge vom 11. September 2001, arbeitete als Korrespondentin der Zeitschrift „The Atlantic“ und lebt mit ihrer Familie in Brooklyn. Ihr Debüt "Der amerikanische Architekt" erschien 2011 in den USA und wurde mehrfach ausgezeichnet. Zum Inhalt: Zwei Jahre nach den Anschlägen auf das Word Trade Center (die übrigens nicht Thema dieses Romans sind, nicht einmal namentlich erwähnt werden!) soll am „Ground Zero“ eine Gedenkstätte für die Angehörigen der Opfer gebaut werden. Die Ausschreibung zum Wettbewerb für den besten Entwurf ist für jeden offen und anonym. Der Schock und die Entrüstung der Jury-Mitglieder ist groß als der Gewinner für den ausgewählten Entwurf „Der Garten“ – eine Allegorie für das sich stetig wandelnde Leben und die einmal vergehende Trauer, für seine Gegner allerdings ein "Paradies für Märtyrer" – bekannt gegeben wird: es ist "Der amerikanische Architekt" Mohammad Khan, ein Muslim. Die Nation beginnt sich zu spalten und die Lage eskaliert... Meine Meinung: Als Leser schlüpfen wir in sehr viele Perspektiven: da wäre zum einen der junge Architekt Mohammad Khan (kurz Mo genannt), der sich mit seinem kreativen Entwurf einen Namen machen will; das Jury-Mitglied Claire, die ihren Mann bei den Anschlägen verlor, und sich als Einzige in der Jury entgegen aller Erwartung ebenso für den Garten einsetzt; Paul Rubin, der Leiter der Jury, der Khan überreden möchte, seinen Entwurf zurück zu ziehen; Sean, ein Gegner Khans, dessen Bruder als Feuerwehrmann bei der Rettungsaktion starb; Alyssa Spier, eine Journalistin für die „NY Post“, die auf der Jagd nach Schlagzeilen für Unheil sorgt; Asma Anwar, eine Illegale aus Bangladesch, dessen Mann als Putzkraft bei den Anschlägen starb und die im Zuge ihrer Befürwortung für den Garten zur Heldin avanciert – all diese Charaktere bieten dem Leser die Möglichkeit, seine Position zu beziehen. Der Leser soll sich nicht nur für eine einzelne Figur erwärmen, sondern soll dieses komplexe Zusammenwirken des Ensembles, dieses Panorama an unterschiedlichen Meinungen auf sich wirken lassen und so das Dilemma aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Der Leser wird dadurch aufgefordert, seine Überzeugungen in Frage zu stellen und zu erwägen, seine Meinung vielleicht zu revidieren – Letzteres liegt durchaus im Bereich des Möglichen, obwohl es mir selbst eigentlich nicht passiert ist. Obwohl das Thema ein fiktives ist, kommt der Roman so authentisch und real rüber, das man bisweilen das Gefühl hat, einen Tatsachenbericht zu lesen. Und obwohl die Handlung des Romans vor über 10 Jahren spielt, ist das Thema „Islam-Feindlichkeit“ überaus modern und hat einen starken Bezug zu unserer Gegenwart. Es ist ein gesellschaftskritischer Roman mit starkem Fokus auf Politik und Medien. Und genau hier entsteht für mich persönlich das Problem: im Mittelteil empfand ich das Buch teilweise sehr langatmig und zäh – obwohl es natürlich durchaus real ist, dass gewisse Prozesse eben Zeit erfordern – aber dennoch fehlte mir manchmal ein wenig die Spannung und der Drive des was-passiert-als-Nächstes, was in meinem speziellen Fall wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass ich mich nun mal weniger für Politik interessiere und besagte Prozesse manchmal zäh und langweilig finde – ist also nicht unbedingt dem Roman anzulasten, sondern themenbedingt. Fazit: Ein überaus interessanter und lesenswerter Roman mit einem spannenden Dilemma, in dem das Für und Wider detailreich ausgelotet wird und der Leser aufgefordert wird, Stellung zu beziehen. Nur mir persönlich war das Buch im Mittelteil zu zäh und langatmig, was wohl teilweise mit dem Thema Politik zusammenhängt, also nicht unbedingt dem Roman angelastet werden kann – trotz allem ziehe ich dafür leider einen Stern ab, sorry.

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    • 5
    Insider2199

    Insider2199

    29. March 2015 um 19:57
    wandablue schreibt Es ist eines der wenigen Bücher - wie ich fand - die man ohne Unterbrechung lesen muss - es fliegt sonst die Energie raus.

    Da mag was dran sein. Ich musste mal zwischendrin pausieren und fand dann relativ schwer wieder zurück. Kann sein, dass mir auch deswegen der Mittelteil so zäh erschien. Aber es hat definitiv ...

  • Rezension zu "Der amerikanische Architekt" von Amy Waldman

    Der amerikanische Architekt
    Keeweekat

    Keeweekat

    New York, 2004: Eine Jury ist zusammengekommen, um über den besten Entwurf für eine Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September abzustimmen. Nach langen Diskussionen einigt man sich endlich auf den Gewinner. Der Umschlag mit dem bisher anonymen Namen wird geöffnet – und die Jury-Mitglieder müssen schockiert feststellen, dass es sich bei ihrem Gewinner um einen Muslim handelt. Es entflammt ein heftiger Disput um die Person des Architekten und die Bedeutung seines Entwurfs und weitet sich, kaum dass das streng vertrauliche Ergebnis zur Presse durchgesickert ist, über die gesamte Stadt und schließlich bis über die Landesgrenzen aus. Clarie Burwell, innerhalb der Jury Vertreterin der Hinterbliebenen der Opfer, ist eine der wenigen, die sich voller Überzeugung für den begabten wie auch komplizierten Architekten einsetzt. Doch als der Druck von aufgebrachten Familienmitgliedern, skruppellosen Journalisten, machthungrigen Politikern und radikalen Aktivisten immer größer wird, beginnt auch sie, zu wanken. Meine Meinung: Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon habe ich einen meiner absoluten Lieblingstitel 2013 entdeckt: “Der amerikanische Architekt” hat mich in jeder Hinsicht überzeugt, ein Buch wie ein Paukenschlag, ein Blick in die Seele einer zerrütteten Nation, ein politisch-kulturelles Panorama über die Vorurteile und Ressentiments der heutigen Zeit und das alles erzählt mit einer Ehrlichkeit, die einem Schwall kalten Wassers gleichkommt. Waldman, die vor der Veröffentlichung ihres Romans “Der amerikanische Architekt” als Journalistin für die New York Times gearbeitet und selbst aus Afghanistan und New York in den Wochen nach den Anschlägen von 9/11 berichtet hat, erweist sich als brillante Erzählerin. Jedes Wort sitzt, die verschiedenen Personen, durch die Waldman die Geschichte aus unterschiedlichsten Blickwinkeln erzählt, sind vielschichtig und glaubhaft gezeichnet. Die Entwicklungen, die im Laufe der Handlung immer drastischere Ausmaße annehmen, sind absolut überzeugend geschildert und es fällt schwer, sich daran zu erinnern, dass es sich trotz authentischer Einzelheiten um eine fiktive Geschichte handelt. Tatsächlich gibt es Parallelen zu wahren Ereignissen, zum Beispiel erinnert die Debatte um die Gedenkstätte an jene um das islamische Kulturzentrum Park51 in Lower Manhattan, die nicht lange, nachdem Waldman ihren ersten Manuskriptentwurf fertig hatte, in der Öffentlichkeit entbrannte. Ein weiterer Beweis für die Aktualität und Relevanz dieses Romans. Das Kunststück, das Amy Waldman mit ihrem Roman gelingt, ist, den Leser trotz aller Sympathien, die er für den Architekten Mohammad Khan, die junge Hinterbliebene Claire oder einen der anderen Protagonisten entwickelt, nie ganz auf eine Seite zu ziehen und das Kalaidoskop immer ein Stück weiterzudrehen, um ihn zu einer neuen Sichtweise der Dinge zu zwingen, seine eigene zuvor gefasste Meinung zu hinterfragen und auch in die Köpfe der anderen Parteien hineinzuschauen. Das ist provokativ, nicht immer angenehm, ungemein spannend und bringt einen zum überdenken eigener Moralvorstellungen. Amerikanische Leser werden sich beim Lesen besonders herausgefordert fühlen, vorgefasste Meinungen und eingeschränkte Sichtweisen zu überdenken. Nach der Lektüre des Buches ist mir aber klargeworden, dass uns der Grundgedanke alle angeht und gerade in der heutigen Zeit des Terrors, der Konflikte zwischen West und Nahost, aber auch dem Zusammenleben verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen auf engstem Raum Akzeptanz ein Wort ist, dass wir uns ganz groß auf die Fahnen schreiben sollten. Zusammenfassend (und ohne vom Inhalt zu viel vorwegzunehmen) möchte ich sagen, dass ich “Der amerikanische Architekt” inhaliert habe und kaum aus der Hand legen konnte. Dieses Buch ist eine absolute Empfehlung quer durch die Geschmäcker und Lesegewohnheiten, denn das Thema ist ein globales und rüttelt Fragen und Vorstellungen wach, die sich spätestens im Laufe der letzten zehn Jahre in unseren Köpfen festgesetzt haben – und bietet die Chance, Altes zu überdenken und neue Ansätze zu finden. Waldman greift niemals offen Partei und regt ihre Leser an, im Verlauf der Geschichte ihre persönlichen Wahrheiten und Überzeugungen zu finden, denn von der großen Erleuchtung ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt. Fazit: Lesen! Lesen! Lesen!

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    • 2
  • Bemerkenswert !

    Der amerikanische Architekt
    wandablue

    wandablue

    Unaufdringlich stellt die Autorin ihr Thema in den Raum. Wie ist es mit deinen Vorurteilen bestellt? Und ich zögere. Nach 9/11 hat sich viel verändert. Zwei Jahre später gewinnt der Entwurf eines Gartens den Ersten  Preis eines anonym ausgelobten Wettbewerbs für den Bau einer Gedenkstätte für die Opfer. Dem Garten liegt die Philosophie zugrunde, durch strenge Geometrie dem entstandenen Chaos entgegenzutreten und den Angehörigen durch die Allegorie des Werdens und Vergehens, also dem wiederkehrenden Leben, Trost und Hoffnung zu spenden. Dumm nur als sich herausstellt, dass ausgerechnet dieser Entwurf von einem nominellen Muslim stammt. Bedeutende Teile der amerikanischen Bevölkerung sind empört und auflagengeile Medien und andere wie Pilze aus dem Boden schießende Vereinigungen zum Beispiel „Für ein islamfreies Amerika“ gießen Öl ins Feuer. Auch auf der anderen Seite wird aufgerüstet. Nur Paul Rubin, der Vorsitzende der Jury bewahrt äusserlich die Ruhe und sinnt insgeheim über einen eleganten Hebel nach, den er einsetzen kann, damit Mohammad Kahn, der Architekt, seinen Entwurf zurückzieht. Wie die Autorin diesen Stoff entwickelt, wie sie sich zurückhält und ihre Protagonisten nur so weit emotional bedient, wie es für die Story notwendig ist, wie sie auf unnützen sprachlichen Ballast verzichtet, das ist Literatur auf hohem Niveau. Da die Autorin die handelnden Personen mit ihren diversen Charakteren zwar antippt, aber nicht vereinnahmt, erkennt der Leser die Problematik der eigenen Positionierung: und wo stehst du? Dieser Finger in der Wunde ist das überaus Wertvolle dieses Romans und trotzdem hat die Autorin keine moralische Keule im Gepäck. So realistisch geht die Autorin vor, dass ich mitunter vergesse, dass es Fiktion ist. Bemerkenswert, wie manche der Personen ihre eindeutige Haltung ändern und zur gegenteiligen Position kommen. Das habe ich auch gemacht: ich habe meine Haltung, die ich ungefähr in der Mitte des Buches gefunden zu haben glaubte, am Ende revidiert. Fazit: Kaum zu glauben, dass dieses Buch ein Erstling ist. Die Autorin vereint literarisches Können, Stilsicherheit und sprachliche Eloquenz mit einer ethischen Herausforderung, die der Leser entweder annehmen oder liegen lassen kann.

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    • 3
  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • der amerikanische architekt

    Der amerikanische Architekt
    asita

    asita

    es gibt bücher, die gefunden werden wollen. amy waldman, der amerikanische architekt, ist so ein buch. und nun zum inhalt. zwei jahre nach dem 9/11 findet ein wettbewerb statt. architekten sollen eine gedenkstätte bauen. nun sitzt die jury beisamen und nach vielem hin und her gewinnt ‘der garten’. aber noch weiss kein mitglied wer der architekt ist. nach dem öffnen des briefumschlages sind die jurymitglieder sprachlos. der gewinner heißt mohammed khan, ein amerikanischer moslem. eine große diskussion begint: ‘man kann doch nicht einen moslem ein gedänkstätte für die ‘twintowers’ bauen lassen’. amy waldman spricht nicht nicht über 9/11, sonder ihr geht es darum zu zeigen wie sich die amerikanische gesellschaft mit dem thema befasst und wie zerrissen die gemüter sind. es sind verschieden charaktäre, die sie sprechen lässt: claire, ein jurymitglied, die ihren mann bei den anschlägen  verloren hat. sean, dessen bruder ein feuerwehrmann, der bei ausübung seiner arbeit starb. eine journalistin, die eine verfolgungsjagd auf den architekten eröffnet, nur um an eine story zu kommen. ein islamischer verband, der khan für seine machenschaften benutzt. mohammed khan, der sich bis zu diesem zeitpunkt als amerikaner gesehen hat und noch einige mehr.

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    • 3
    Selenebeaupre

    Selenebeaupre

    06. August 2014 um 12:12
  • Absolut überzeugendes Dilemma

    Der amerikanische Architekt
    anushka

    anushka

    New York, 2003: Zwei Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center soll ein Mahnmal gebaut werden. Nachdem sich die Jury nach zähem Ringen schließlich für einen Entwurf entschieden hat dann der Schock: Der Name des Architekten, der bis dahin anonym war, lautet Mohammad Khan! Darf aber ein vermeintlicher Muslim eine Gedenkstätte für Opfer von islamischen Terroristen errichten? Nachdem die Geschichte an die Presse durchsickert eskaliert die Spirale aus Vorurteilen und Hass. Amy Waldman hat mit "Der amerikanische Architekt" einen sehr glaubhaften Roman in angenehmer Sprache vorgelegt. Der Schreibstil ist nicht übermäßig gehoben oder anspruchsvoll, aber auch nicht unbedingt einfach. Das Buch lebt nicht von Handlung, sondern von Meinungen, Argumenten und Gedanken. Geschildert wird die Geschichte aus Sicht von Hinterbliebenen, dem Architekten selbst und einer eher neutralen Person, die zwischen den politischen Stühlen sitzt. Kann man zunächst die Argumente noch nachvollziehen, wird einem mit der fortschreitenden Eskalation die Widerwärtigkeit des Verhaltens Einzelner bewusst. Dabei schwingt die Autorin nicht die moralische Keule, sondern die Überzeugung kommt aus dem Lesen und dem Nachdenken heraus. Und dennoch gibt es keine einfache oder zufrieden stellende Lösung, denn die Geschichte ist ein klassisches moralisches Dilemma und die Faszination damit hat mich auch über einige eventuell vorhandene Längen hinweggetragen, sodass ich für mich von diesem Buch sehr begeistert bin, obwohl ich es keinesfalls als schönes Buch bezeichnen würde. Aber es befasst sich auf stärker mit der Masse kompatible Weise mit der Politik und den Zuständen in unserer Zeit und zeigt auf, dass Handeln und Versöhnung dringend nötig, wenn auch keinesfalls einfach und möglicherweise sogar schmerzhaft, sind.

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    • 2
  • Ein äußerst spannendes Thema

    Der amerikanische Architekt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. August 2013 um 20:09

    "Der amerikanische Architekt" von Amy Waldman ist das erste Buch, worauf ich hier auf LovelyBooks aufmerksam gemacht wurde. Vielen Dank für ein paar Stunden reinstes Lesevergnügen! Das Thema an sich finde ich schlichtweg genial: bei einer anonymen Ausschreibung zum Bau einer Gedenkstätte für die Opfer des Anschlages auf das World Trade Center in New York gewinnt ausgerechnet ein muslimischer Architekt! Ganz Amerika steht daraufhin Kopf! Die äußerst kritische Situation wird aus Sicht vieler verschiedener Beteiligter erzählt, was die Story sehr abwechslungsreich, interessant und vielseitig macht. Nur mit Claire Burwell - Mitglied der Jury und Betroffene, die ihren Mann bei dem Attentat verlor, kann ich mich so gar nicht "anfreunden". Sie ist eine der Hauptakteure, doch dafür viel zu flach gezeichnet und ihre Darstellung lässt viele Fragen offen. Ansonsten finde ich den Roman sehr gelungen!

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  • Ein sehr kluges Buch

    Der amerikanische Architekt
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    21. July 2013 um 19:20

    Dieses Buch habe ich auf den Hinweis meiner Buchhändlerin auf deren Facebookseite hin gelesen. Ihre kurzen Worte zum Thema haben mich sofort interessiert und angesprochen, allerdings hat das Buch dann doch noch einige Tage hier im Regal gestanden, bevor ich mit dem Lesen begonnen habe. Das lag vorallem daran, daß ich einen sehr intellektuellen und anspruchsvollen Schreibstil erwartet habe, für den ich bei der derzeitigen Hitzewelle einfach nicht die Konzentration aufbringen konnte. Als ich dann allerdings doch sehr neugierig zu dem Buch griff, stellte ich fest, daß der Schreibstil durchaus eingängig und keineswegs so verkopft ist, wie ich es erwartet hätte. Glatte, teilweise wunderschöne, teilweise sehr durchdachte Sätze prasseln auf den Leser ein. Man Begegnet Figuren, die sich sehr detailliert vorallem mit ihrer eigenen Wahrnehmung und Meinung beschäftigen, die sich mit ihrem eigenen Weltbild auseinandersetzen, zu Veränderungen bereit sind oder sich auch ungewollt plötzlich in eine gänzlich neue Richtung wenden. Dieses Buch regt zum Nachdenken über die eigene Meinung und den eigenen Standpunkt zur Thematik auf, es wirft verschiedenste Blickwinkel und Ideen in den Raum, die nahezu alle überdenkenswert sind, dabei zeichnet es ein sehr schockierendes und realistisches Bild der Menschen in dieser festgefahrenen Situation, ihrer Gefühle, ihrer Ausbrüche, ihrer Wut und ihrer Ängste. Das Buch ging zumindest mir sehr nahe, vorallem das dann doch überraschende Ende hat mich berührt und bewegt. Dieses Buch hat meiner Ansicht nach zwei Facetten, zum einen ist es wirklich spannend und fesselnd, es unterhält auf sehr niveauvolle und gute Art, zum anderen ist es ein Stolperstein, ein Denkansatz, ein Gedankenspiel, das ich jedem nahe legen möchte. Ich bin nach der Lektüre mit einem etwas anderen Blick auf die Dinge zurück geblieben, mit einem etwas kritischeren Blick auf mich selbst und mein Verhalten. Natürlich werden in dem Buch Extreme geschildert, aber ohne diese Extreme, diese Stereotypen, diese radikalen Charaktere, wäre das Buch nicht so echt, so beängstigend nah an der Realtität, wie sie sein könnte. Fazit: Ein sehr lohnenswertes, sehr emotionales Buch, das zu keiner Zeit ins Pathetische oder Kitschige abdriftet und das aus meiner Sicht den Leser sehr klug unterhält.

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  • Darf jemand, der Mohammed Khan heißt, den Wettbewerb um die Bebauung von Ground Zero gewinnen?

    Der amerikanische Architekt
    Fuhlsbuecher

    Fuhlsbuecher

    30. May 2013 um 16:33

    Empfohlen von Doris Böddeker New York, eine anonyme Ausschreibung für den Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge des 11. September 2001 steht kurz vor dem Finale. Die Jury hat sich durch Unmengen von Einsendungen gearbeitet, viel diskutiert, abgewogen und endlich entschieden. Doch als der Briefumschlag mit dem Namen des anonymen Gewinners geöffnet wird, halten alle die Luft an. Der Gewinner der Ausschreibung ist ein Muslim. Damit hatte niemand gerechnet und schlagartig fangen jetzt erst die richtigen Probleme an. Wunderbar beschreibt Amy Waldmann den Umgang mit dem Gewinner der Ausschreibung. Eine ganze Lawine an Reaktionen wird ausgelöst. Da gibt es die Unterstützer und die Gegner des Finalisten. Viele Fragen werden in diesem fiktiven Roman aufgeworfen. Einfach klasse geschrieben und der Realität bestimmt nicht so fern.

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  • Rezension zu "Der amerikanische Architekt" von Amy Waldman

    Der amerikanische Architekt
    saba

    saba

    16. March 2013 um 15:21

    Unzählige Menschen verbinden mit der Stadt New York vor allem das Gefühl von Freiheit. Wer einmal durch die Straßen Manhattans gegangen ist, weiß welchen Schmelztiegel ethnischer Vielfältigkeit man dort auf engstem Raum vorfindet. Schon immer trägt diese Tatsache zum Zauber der Stadt bei. Auch die Terroranschläge vom 11. September 2001 konnten daran zumindest vordergründig nichts ändern. Doch wie liberal ist die USA tatsächlich? Wie tief sind die ganz persönlichen Wunden, die dieser verheerende Dienstag den Menschen zugefügt hat? Amy Waldman blickt in „Der amerikanische Architekt“ weit hinter die Fassade einer verwundeten Stadt und ihrer Bewohner. Zwei Jahre nach dem 11. September 2001 wird in New York ein offener Architekturwettbewerb für den Bau einer Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge ausgeschrieben. Eine bunt zusammengewürfelte Jury mit Mitgliedern aus Kunst und Politik entscheidet über den Gewinner des Wettbewerbs. Claire Burwell, die im World Trade Center ihren Mann verloren hat, vertritt in der Jury die Interessen der Angehörigen und kann sich mit ihrem Favoriten sogar durchsetzen. Die Jury ist sich einig, dass der Entwurf „Der Garten“ gewinnen soll. Als dann allerdings der Umschlag geöffnet wird, der die Identität des Architekten bekannt gibt ist das Entsetzen innerhalb der Jury groß. Es handelt sich um Mohammed Khan. Zunächst wird alles versucht die Tatsache, dass ein Moslem diesen für New York zu wichtigen Architekturpreis gewonnen hat, vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Doch schnell bekommt die Presse Wind von der Sache und „Der Garten“ erschüttert die Demokratie der USA bis in ihren Grundfesten Amy Waldmans Debüt gehört für mich zu den ganz seltenen Schätzen, die man im Laufe eines Lesejahres zufällig entdeckt. Die Geschichte ist so kraftvoll geschrieben, dass Langeweile auf den gut 500 Seiten keinen Platz hat. Die Autorin zeigt innerhalb der Geschichte sehr viele Facetten der Einwohner New Yorks. Obwohl eine große Anzahl von Protagonisten eine Rolle spielt, entwickelt doch jede neu eingeführte Figur ihren ganz eigenen Charakter und trägt maßgeblich zur Geschichte bei. Keine einzige der Figuren war überflüssig und keine hätte ich während der Lektüre missen wollen. Der Roman lädt ein über die eigene, doch häufig so hoch eingeschätzte Toleranzfähigkeit nachzudenken und zeigt auf teilweise erschreckende Art und Weise, wie schnell eine moderne und liberale Gesellschaft auch heute noch bereit ist, Menschen vorzuverurteilen oder wegen ihrer Religionszugehörigkeit auszugrenzen. Die Autorin lenkt den Blick des Lesers weg von den bereits über und über medial ausgeschlachteten Bildern rund um die klaffende Lücke, die die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 mitten in New York hinterlassen haben. Vielmehr gibt sie auch den Menschen im Hintergrund eine Stimme, über die wenig oder gar nicht berichtet wurde und zeigt, dass es Wunden gibt, die vielleicht niemals heilen.

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