Ana Castillo Das Wunderhaus der Sofi Garcia

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Inhaltsangabe zu „Das Wunderhaus der Sofi Garcia“ von Ana Castillo

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    Das Wunderhaus der Sofi Garcia
    oszillieren

    oszillieren

    09. June 2016 um 13:35

    Déjà-vu? Aufgrund seines episodenhaften Aufbaus und der Art der Schilderung der Charaktere hat mich dieser Roman stark an das Buch „Die Antilopenfrau“ von Louise Erdrich erinnert, das ich vor kurzem gelesen habe. Hier geht es nicht zwar nicht um eine Anishinabe-Familie in Minnesota, sondern um eine Chicanx-Familie in New Mexico, trotzdem funktionieren beide Bücher nach einem ähnlichen Schema: in diesem Fall steht in jedem Kapitel ein Familienmitglied von Sofi Garcia im Vordergrund, dem etwas Seltsames (oder Trauriges) widerfährt. Nach ein paar Seiten wird die Geschichte recht abrupt für den Moment beendet und es geht weiter mit der nächsten. Spiritualität und Religion spielen eine große Rolle im Leben der Hauptfiguren, und nicht umsonst wird Frau Garcias Haus als „Wunderhaus“ bezeichnet. Auferstehung von den Toten, Spontanheilungen, Visionen und Prophezeiungen gehören zum Alltag der vier Töchter, die--vaterlos--mit ihrer Mutter in einer Metzgerei aufgewachsen sind. Liebesgeschichten enden tragisch, viele Protagonisten sterben und wirtschaftlich geht es mit dem Familienunternehmen bergab, aber die Mutter versucht sich ihren Optimismus zu bewahren—aufgeben kommt für diese starke, politische engagierte Frau nicht in Frage! Fans des Magischen Realismus und alle, die sich für die Lebenswelt von Mexikanern mit indianischem Hintergrund in den USA interessieren, werden ihre Freude an dem Buch haben. Von meinem persönlichen Geschmack war das Buch jedoch viel zu weit entfernt, weshalb ich es nicht genießen konnte. Jetzt, da ich so kurz hintereinander zwei Bücher des Genres des Magischen Realismus gelesen habe, ist mir endlich klar geworden, wieso mir beide nicht wirklich gefallen und wieso das Genre allgemein nichts für mich ist. Da den Charakteren alles auf so groteske, überzogene und surreale Art und Weise widerfährt, kann ich sie selbst nicht ernst nehmen, nicht mit ihnen leiden, mich freuen—sondern mich nur oberflächlich wundern. Die Menschen in diesem Buch sind mir deutlich fremder geblieben als so manches Alien aus den SciFi-Geschichten der Schriftstellerin Octavia Butler (die ich ebenfalls vor kurzem gelesen habe und brillant fand). Zur Verteidigung des Buches muss man sagen, dass es teilweise definitiv an mir liegt, dass ich vieles nicht mochte. Als Europäerin bin ich mit mexikanischen Mythen und der Chicanx-Kultur einfach nicht vertraut und konnte wohl viele Anspielungen nicht verstehen. Einem Leser mit demselben kulturellen Hintergrund wie die Autorin wird manches bestimmt nicht seltsam vorkommen—sondern ganz normal und logisch.     P.S. Ich habe nicht verstanden, wieso eine bestimmte Person an AIDS stirbt bzw. wie sie sich infiziert hat. Sollte das absichtlich offen bleiben? Wer kann mich erleuchten?

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