Ana Paula Maia

 3.6 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Ana Paula Maia

Ana Paula Maia, geboren 1977 in Nova Iguaçu, einer Vorstadt von Rio de Janeiro, hat als Jugendliche in einer Punkband gespielt. Während des Studiums der Publizistik begann sie neben Werbetexten auch Theaterstücke, Drehbücher und Romane zu schreiben. Eine ihrer Geschichten gab sie in zwölf Folgen mit dem Zusatz "Pulp-Feuilletons" selbst online heraus, weil sie davon ausging, keinen Verleger zu finden, der mutig genug wäre, sie zu veröffentlichen. Mittlerweile publiziert sie bei einem der größten Verlage Brasiliens. Ihr Roman "Krieg der Bastarde" wird in Brasilien gegenwärtig verfilmt. Ana Paula Maia lebt in Rio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ana Paula Maia

Cover des Buches Krieg der Bastarde (ISBN: 9783940666420)

Krieg der Bastarde

 (13)
Erschienen am 28.08.2013
Cover des Buches Krieg der Bastarde: Roman (ISBN: 9783940666468)

Krieg der Bastarde: Roman

 (1)
Erschienen am 18.11.2013

Neue Rezensionen zu Ana Paula Maia

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Rezension zu "Krieg der Bastarde" von Ana Paula Maia

Spannung am Start, flach zum Ende
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten

Ich habe diesen Roman mit großem Interesse gekauft. Eine brasilianische Autorin fand ich auf jeden Fall unterstützenswert.

Bis zu Amadeus' plötzlichem Unfalltod bin ich in die Geschichte easy eingetaucht.

Leider hat sich aus meiner Sicht anschließend nach und nach der rote Faden verloren.

Die Charaktere sind zwar toll beschrieben und mit Gina Trevisan konnte ich mich ein Stüch weit identifizieren.

Jedoch scheint sich die anfangs interessante Geschichte in Abschweifungen und Nebengeschichten zu verlieren.



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Rezension zu "Krieg der Bastarde: Roman" von Ana Paula Maia

Neuanfang? Chaos!
pardenvor 2 Jahren

NEUANFANG? CHAOS!

Gelegenheit macht Diebe? Dies trifft auf jeden Fall auf Amadeu zu, der seinen Chef um ein Darlehen bitten will, dann aber ungewollt Zeuge wird, wie der einen Mann in seinem Büro erschießt und anschließend selbst einen Herzinfarkt erleidet. Zwei Tote innerhalb weniger Sekunden, weit und breit ansonsten keine Menschseele - und eine leuchtend rote Nylontasche, die geradezu danach schreit mitgenommen zu werden. Ein wahrer Glücksgrif: prall gefüllt mit Kokain, verspricht die Tasche Amadeu einen Neuanfang, ein besseres Leben - er muss den Stoff nur erst zu Geld machen. Dann kann er seinen Job als Pornodarsteller endlich hinschmeißen und die Schulden seiner Freundin Gina begleichen. Als Preisboxerin hat diese in letzter Zeit keinen einzigen Kampf mehr gewonnen und hat sich nun bis über beide Ohren ihres rothaarigen Kopfes verschuldet.


"Amadeu bleibt allein im Wohnzimmer, aus dem Fenster gelehnt starrt er auf die andere Straßenseite. Dort drüben liegt ein Neuanfang. Endlich wird sein Leben einen anständigen Verlauf nehmen... (S. 38)"


Doch hier fangen die Probleme erst richtig an. Auch wenn Rio riesig ist, sind die Verstecke rar gesät, denn die Bosse der Unterwelt haben ihre Fühler überall. Kaum hat Amadeu das Kokain verkauft, wird die Jagd auf ihn eröffnet. Ein bunter Reigen an schrägen Charakteren wird fortan in den Strudel der Ereignisse hineingezogen, darunter die Filmregisseurin Edwiges D'Lambert, die ihre Beinprothese als Geheimversteck nutzen kann, sowie das erfolgreiche Auftragskiller-Pärchen Edgar und Pablo, deren Autositze knistern, weil sie mit Plastik überzogen sind (Blut versaut alles...). Immer mehr Menschen werden in die hektische Suche nach Amadeu und dem Diebesgut hineingezogen - und niemand weiß, dass diese Suche vergelbich sein wird, denn Amadeu ist tot. Überfahren und auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben...


"Ohne das Geld würden sich die nächsten zwanzig Jahre hier in dieser Wohnung abspielen, er würde sich, an einem Zahnstocher kauend, jeden Abend zulaufen lassen, und eine große Delle auf seinem Sofa würde die Umrisse seines Tag für Tag dort festgekeilten Hinterns verraten, eine Delle der Trägheit, des Müßiggangs." (S. 168)


Eine verrückte Mischung an Situationskomik und absurden Zufällen präsentiert Anna Paula Maia hier und zeichnet dabei ein grellbuntschräges Bild der Halbwelt einer brasilianischen Großstadt. Raub, Mord, Organhandel, illegale Boxkämpfe, Pornofilme und Drogengeschäfte - nichts wird hier ausgelassen, erscheint aber durch die skizzierten Figuren eher nebensächlich. Denn alle träumen im Grunde davon, ihrer jetzigen Situation zu entfliehen, wenn sich nur eine Gelegenheit dazu ergibt - und bis dahin ist es eben so. Anna Paula Maia widmet sich mit Witz, Härte und Melancholie den Verkommenen, Maßlosen und Abtrünnigen und schafft so Sympathien selbst für diejenigen, die ihr Gegenüber am liebsten tot sehen und es dann kleingehackt an Schweine verfüttern. Der Hinweis, dass das Buch verfilmt werden soll, überrascht dabei keineswegs. Oftmals hatte ich tatsächlich schon Kinobilder beim Lesen vor Augen.

Trash à la Pulp Fiction sorgt hier für quirlige Unterhaltung, die letztlich nur im absoluten Chaos enden kann. Der Schreibstil ist dabei gehoben, oftmals von komplex-verschachtelten Sätzen durchsetzt und durchaus nicht immer einfach runterzulesen. Sicher ist es Geschmacksache, ob einem diese Mischung zusagt - ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten.


© Parden

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Rezension zu "Krieg der Bastarde" von Ana Paula Maia

Neuanfang? Chaos!
pardenvor 5 Jahren

NEUANFANG? CHAOS!

Gelegenheit macht Diebe? Dies trifft auf jeden Fall auf Amadeu zu, der seinen Chef um ein Darlehen bitten will, dann aber ungewollt Zeuge wird, wie der einen Mann in seinem Büro erschießt und anschließend selbst einen Herzinfarkt erleidet. Zwei Tote innerhalb weniger Sekunden, weit und breit ansonsten keine Menschseele - und eine leuchtend rote Nylontasche, die geradezu danach schreit mitgenommen zu werden. Ein wahrer Glücksgrif: prall gefüllt mit Kokain, verspricht die Tasche Amadeu einen Neuanfang, ein besseres Leben - er muss den Stoff nur erst zu Geld machen. Dann kann er seinen Job als Pornodarsteller endlich hinschmeißen und die Schulden seiner Freundin Gina begleichen. Als Preisboxerin hat diese in letzter Zeit keinen einzigen Kampf mehr gewonnen und hat sich nun bis über beide Ohren ihres rothaarigen Kopfes verschuldet.


"Amadeu bleibt allein im Wohnzimmer, aus dem Fenster gelehnt starrt er auf die andere Straßenseite. Dort drüben liegt ein Neuanfang. Endlich wird sein Leben einen anständigen Verlauf nehmen... (S. 38)"


Doch hier fangen die Probleme erst richtig an. Auch wenn Rio riesig ist, sind die Verstecke rar gesät, denn die Bosse der Unterwelt haben ihre Fühler überall. Kaum hat Amadeu das Kokain verkauft, wird die Jagd auf ihn eröffnet. Ein bunter Reigen an schrägen Charakteren wird fortan in den Strudel der Ereignisse hineingezogen, darunter die Filmregisseurin Edwiges D'Lambert, die ihre Beinprothese als Geheimversteck nutzen kann, sowie das erfolgreiche Auftragskiller-Pärchen Edgar und Pablo, deren Autositze knistern, weil sie mit Plastik überzogen sind (Blut versaut alles...). Immer mehr Menschen werden in die hektische Suche nach Amadeu und dem Diebesgut hineingezogen - und niemand weiß, dass diese Suche vergelbich sein wird, denn Amadeu ist tot. Überfahren und auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben...


"Ohne das Geld würden sich die nächsten zwanzig Jahre hier in dieser Wohnung abspielen, er würde sich, an einem Zahnstocher kauend, jeden Abend zulaufen lassen, und eine große Delle auf seinem Sofa würde die Umrisse seines Tag für Tag dort festgekeilten Hinterns verraten, eine Delle der Trägheit, des Müßiggangs." (S. 168)


Eine verrückte Mischung an Situationskomik und absurden Zufällen präsentiert Anna Paula Maia hier und zeichnet dabei ein grellbuntschräges Bild der Halbwelt einer brasilianischen Großstadt. Raub, Mord, Organhandel, illegale Boxkämpfe, Pornofilme und Drogengeschäfte - nichts wird hier ausgelassen, erscheint aber durch die skizzierten Figuren eher nebensächlich. Denn alle träumen im Grunde davon, ihrer jetzigen Situation zu entfliehen, wenn sich nur eine Gelegenheit dazu ergibt - und bis dahin ist es eben so. Anna Paula Maia widmet sich mit Witz, Härte und Melancholie den Verkommenen, Maßlosen und Abtrünnigen und schafft so Sympathien selbst für diejenigen, die ihr Gegenüber am liebsten tot sehen und es dann kleingehackt an Schweine verfüttern. Der Hinweis, dass das Buch verfilmt werden soll, überrascht dabei keineswegs. Oftmals hatte ich tatsächlich schon Kinobilder beim Lesen vor Augen.

Trash à la Pulp Fiction sorgt hier für quirlige Unterhaltung, die letztlich nur im absoluten Chaos enden kann. Der Schreibstil ist dabei gehoben, oftmals von komplex-verschachtelten Sätzen durchsetzt und durchaus nicht immer einfach runterzulesen. Sicher ist es Geschmacksache, ob einem diese Mischung zusagt - ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten.


© Parden

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