Ana Paula Maia

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Krieg der Bastarde, Krieg der Bastarde: Roman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ana Paula Maia

Ana Paula MaiaKrieg der Bastarde
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Krieg der Bastarde
Krieg der Bastarde
 (11)
Erschienen am 28.08.2013
Ana Paula MaiaKrieg der Bastarde: Roman
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Krieg der Bastarde: Roman
Krieg der Bastarde: Roman
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Erschienen am 18.11.2013
Ana Paula MaiaWolves
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Wolves
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Erschienen am 31.03.2012

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pardens avatar

Rezension zu "Krieg der Bastarde" von Ana Paula Maia

Neuanfang? Chaos!
pardenvor 3 Jahren

NEUANFANG? CHAOS!

Gelegenheit macht Diebe? Dies trifft auf jeden Fall auf Amadeu zu, der seinen Chef um ein Darlehen bitten will, dann aber ungewollt Zeuge wird, wie der einen Mann in seinem Büro erschießt und anschließend selbst einen Herzinfarkt erleidet. Zwei Tote innerhalb weniger Sekunden, weit und breit ansonsten keine Menschseele - und eine leuchtend rote Nylontasche, die geradezu danach schreit mitgenommen zu werden. Ein wahrer Glücksgrif: prall gefüllt mit Kokain, verspricht die Tasche Amadeu einen Neuanfang, ein besseres Leben - er muss den Stoff nur erst zu Geld machen. Dann kann er seinen Job als Pornodarsteller endlich hinschmeißen und die Schulden seiner Freundin Gina begleichen. Als Preisboxerin hat diese in letzter Zeit keinen einzigen Kampf mehr gewonnen und hat sich nun bis über beide Ohren ihres rothaarigen Kopfes verschuldet.


"Amadeu bleibt allein im Wohnzimmer, aus dem Fenster gelehnt starrt er auf die andere Straßenseite. Dort drüben liegt ein Neuanfang. Endlich wird sein Leben einen anständigen Verlauf nehmen... (S. 38)"


Doch hier fangen die Probleme erst richtig an. Auch wenn Rio riesig ist, sind die Verstecke rar gesät, denn die Bosse der Unterwelt haben ihre Fühler überall. Kaum hat Amadeu das Kokain verkauft, wird die Jagd auf ihn eröffnet. Ein bunter Reigen an schrägen Charakteren wird fortan in den Strudel der Ereignisse hineingezogen, darunter die Filmregisseurin Edwiges D'Lambert, die ihre Beinprothese als Geheimversteck nutzen kann, sowie das erfolgreiche Auftragskiller-Pärchen Edgar und Pablo, deren Autositze knistern, weil sie mit Plastik überzogen sind (Blut versaut alles...). Immer mehr Menschen werden in die hektische Suche nach Amadeu und dem Diebesgut hineingezogen - und niemand weiß, dass diese Suche vergelbich sein wird, denn Amadeu ist tot. Überfahren und auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben...


"Ohne das Geld würden sich die nächsten zwanzig Jahre hier in dieser Wohnung abspielen, er würde sich, an einem Zahnstocher kauend, jeden Abend zulaufen lassen, und eine große Delle auf seinem Sofa würde die Umrisse seines Tag für Tag dort festgekeilten Hinterns verraten, eine Delle der Trägheit, des Müßiggangs." (S. 168)


Eine verrückte Mischung an Situationskomik und absurden Zufällen präsentiert Anna Paula Maia hier und zeichnet dabei ein grellbuntschräges Bild der Halbwelt einer brasilianischen Großstadt. Raub, Mord, Organhandel, illegale Boxkämpfe, Pornofilme und Drogengeschäfte - nichts wird hier ausgelassen, erscheint aber durch die skizzierten Figuren eher nebensächlich. Denn alle träumen im Grunde davon, ihrer jetzigen Situation zu entfliehen, wenn sich nur eine Gelegenheit dazu ergibt - und bis dahin ist es eben so. Anna Paula Maia widmet sich mit Witz, Härte und Melancholie den Verkommenen, Maßlosen und Abtrünnigen und schafft so Sympathien selbst für diejenigen, die ihr Gegenüber am liebsten tot sehen und es dann kleingehackt an Schweine verfüttern. Der Hinweis, dass das Buch verfilmt werden soll, überrascht dabei keineswegs. Oftmals hatte ich tatsächlich schon Kinobilder beim Lesen vor Augen.

Trash à la Pulp Fiction sorgt hier für quirlige Unterhaltung, die letztlich nur im absoluten Chaos enden kann. Der Schreibstil ist dabei gehoben, oftmals von komplex-verschachtelten Sätzen durchsetzt und durchaus nicht immer einfach runterzulesen. Sicher ist es Geschmacksache, ob einem diese Mischung zusagt - ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten.


© Parden

Kommentare: 10
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guybrushs avatar

Rezension zu "Krieg der Bastarde" von Ana Paula Maia

Pulp Fiction auf Brasilianisch
guybrushvor 5 Jahren

Ein Zufall spielt Pornodarsteller Amadeo eine Tasche voller Koks in die Hände und löst eine Kettenreaktion aus, die nicht mehr zu stoppen ist.

Jede Menge kleine Gauner stolpern durch dieses Buch und viele einzelne Schicksale verweben sich im Lauf des Buches zu einer einzigen großen Geschichte. Dass sie nicht gut ausgehen kann, erfährt man schon im Prolog, aber wer konnte ahnen, in welch grandiosem Chaos alles endet.

Sex and Drugs am Zuckerhut, oder Pulp Fiction auf Brasilianisch, so könnte man „Krieg der Bastarde“ auf den Punkt bringen. Brutale Gewalt, gepaart mit Slapstick-Einlagen und jeder Menge echt schräger Typen. Am Ende ist es wirklich Geschmackssache, ob man diese Art von Trash mag.

Das Buch wird in Brasilien verfilmt – so jedenfalls steht es im Klapptext – und so kann man gespannt sein, ob der Film es bis in die europäischen Kinos schafft. Ich würde ihn mir aus reiner Neugier sogar anschauen.

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Daniel_Tascos avatar

Rezension zu "Krieg der Bastarde" von Ana Paula Maia

anspruchsvoll und kurzweilig
Daniel_Tascovor 5 Jahren

Die 2013 in dritter deutscher Auflage erschienene Erzählung erinnert vom Stil her an Alain Robbe-Grilles "Die blaue Villa in Hongkong" (1965), dass heißt sich den Genuß großzügigerer (Landschafts-) Beschreibungen abschreiben oder zu deutsch: Keinerlei Schilderungen der Traditionsseilbahnen in historischen, brasilianischen Städten. Wäre man dem Text böse, müsse von ihm gesagt werden, er reiße einen von einer Actionszene in die nächste. Die präzisen Beobachtungen der Autorin allerdings lassen die Aneinanderreihung der für mich skurilen Ereignisse eher als Komposition wirken: "Schaut Euch an, was sich in dieser Zeit an diesem Ort ereignet hat". Ich hatte zweihundert Seiten kurzweilige Lesezeit.

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