Was bin ich froh, mir dieses Buch gewünscht zu haben! Ana Schnabls Debüt ist mehr als geglückt. In vielen Kurzgeschichten vermag sie es, die intensivsten zwischenmenschlichen Beziehungen aufs Spannendste wiederzugeben. Mich für die gelungenste Story entscheiden zu müssen, wäre für mich unmöglich. So bleibt ein rundum gelungenes Lesevergnügen gepaart mit einer 100%igen Leseempfehlung für alle!
Ana Schnabl
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Grün wie ich dich liebe grün
Meisterwerk
Neue Rezensionen zu Ana Schnabl
Wie immer von Ana Schnabl, ein Buch, dass auf mehreren Ebenen gleichzeitig spielt, und am Ende weisst man kaum wo man mit dem Erzählen anfangen sollte. Also ein Meisterwerk.
Sie beschreibt eine Liebe zwischen einen Professor für Literatur und ein Literaturagentin, die auch eine Spitzel des sozialistischen Jugoslawien ist. Die zwei lernen sich (zufällig?) kennen, weil der Professor ein Buch geschrieben hat, dass er verlegen möchte, und Ana, die Literaturagentin, wird für den Verlag, das Buch bewerten und redigieren. Es entsteht eine Liebesgeschichte. Und es entsteht eine immer engere Abhängigkeit von Ana an ihren Auftraggeber der Sicherheitsdienst. Irgendwie könnte man von einer Dreieckbeziehung reden, aber vermutlich sind noch viel mehrere Ecken anwesend. Interessant ist auch, dass es in den letzten sozialistischen Jahren spielt. Und klar spielt es in Ljubljana und Umgebung (Bled und Bohinj).
Am Ende bleibt ein Staunen. Oft frage ich mich ob die Übersetzung die Sprache von Ana Schnabl gerecht geworden ist, aber solange ich kein Slowenisch lesen kann, bleibt es eine Frage. Ich vermute dass die Originalsprache, oder der Originalschreibstil noch viele Male schöner ist.
Dieses Debüt einer slowenischen Schriftstellerin ist wirklich etwas speziales. Dieses Buch umfasst 10 Erzählungen, die als gemeinsames Thema die Beziehung haben. Mal die Beziehung von Mutter zum Neugeborenen, vom Tochter zur alten Mutter, zwischen Geliebten, oder ganz einfach, die unerwünschte Beziehungen in dem öffentlichen Raum.
All diese Beziehungen werden ganz genau beschrieben, und lassen oft viele Fragen offen. Innerhalb von Beziehungen wird oft zu wenig gefragt, und hofft man auch eine gute Ablauf, obwohl die meist nicht vorgesehen ist.
Die Geschichten spielen irgendwie im einer Stadt, aber die Umgebung ist auf ein Minimum beschränkt. Es geht hier um das was innerhalb der Beziehung passiert, die Umgebung ist höchstens mal Dekor, und nichts mehr. Vermutlich hat das auch damit zu tun, dass die Schriftstellerin sich eher Psychoanalytisch beschäftigt. Die Geschichten sind fast allen (ausser 1) aus dem Weiblichen Gesichtspunkt beschrieben. Nur 1 Mal ist der Protagonist einen Mann, und genau die Geschichte finde ich weniger gut. Ob das daran liegt, wer weiss.
Sehr gut habe ich Trittico, Pinot Gris, Ritalin, Bananensplit und Ana gefunden. Z.B. Die letzte Geschichte, Ana, handelt von Zwillingsschwester, die recht unterschiedlich sind. Die erstgeborene Ich-Person ist eifersüchtig auf ihre Schwester, die immer ein wenig voraus ist. Aber dann passiert etwas, das unbekannt bleibt, und ihre Schwester entwickelt einen Zucht, vermutlich Anorexie. Die Ich-Person fragt nicht nach und kann auch nicht helfen. Es finden keine Fragen oder Gesprächen statt. Am Ende fühlt sie sich schuldig. Aber für was?
Die Sprache ist sehr fein, sehr schön. Aber wir sprechen von einem übersetzten Buch, dass aus einer sehr komplizierten Slawischen Sprache (Slowenisch) übersetzt worden ist, und da frage ich mich (so wie immer bei Übersetzungen) in wie weit ist die Übersetzung das Original gerecht. Sicher da die Sprache für das Buch sehr wichtig ist. Dieses Buch würde ich gerne mal im Original lesen, und schauen wie dann mein Urteil ist.
Einige Wörter oder Satze haben mir sehr gestört. Wenn Man von einem Baby sprach, und es war ein Mädchen, dann hat er doch von „er“ gesprochen, obwohl es „es“ sein sollte. Oder noch besser, umgehen, und weiblich machen. Für mich war das sehr verwirrend. So gab es noch einige Stellen, die mir nicht 100% überzeugt haben. Aber wie gesagt, ich kann mich kaum vorstellen, dass die Fehler von so einer begabten Schriftstellerin gemacht worden sind.
Alles im Allen kann ich das Buch nur empfehlen. Die Texten sind nicht alle Leicht, nur ausnahmsweise mal lustig, aber setzten zum Nachdenken an, und sind garantiert eine Lesevergnügen.
Ich habe 4 Sternen gegeben. Für die gute Geschichten waren es 5, aber die mindere habe ich dann nur mit 3 bewertet. Also 4 ist ein Kompromis.
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