Die griechischen Yiayias sind ein Schlag für sich. Die Großmütter, häufig schwarz gekleidet, hielten die Familien zusammen, arbeiteten auf dem Feld, kauften ein, kochten. Natürlich nicht nach Rezept wie wir es gerne haben, sondern eher ein wenig hiervon, ein wenig davon, eine Handvoll hier und da eine Tasse und meist Öl und Knoblauch nicht zu knapp. Dabei haben sie noch etwas zu erzählen. Und ehe man sich versieht, steht etwas Leckeres auf dem Tisch. Reich waren sie meist nicht. Fleisch gab es deshalb eher selten. Doch auch ohne viel Fleisch lassen sich schmackhafte Gerichte zaubern.
Mal eine Ausnahme ist es, dass hier ein Kochbuch auftaucht. Die Autorin jedoch hat einen mit der besonderen Aufmachung des Buches und der Art wie es entstanden ist gepackt. Sie selbst hat eine griechische Yiayia, mit der sie Teile ihrer Kindheit verbracht hat. Und für die Recherche zu diesem Kochbuch ist sie durch Griechenland, Festland und Inseln gereist und hat die Yiayias besucht. Sie hat sie gefragt und sie haben erzählt. So sind neben den Rezepten eben auch kleine Geschichten entstanden und einige Yiayias lächeln freundlich in die Kamera. Man sieht ihnen an, dass das Leben nicht immer leicht war, aber sie haben etwas zupackendes und herzliches, so dass sie einem sympathisch werden und man sich freut, die Rezepte nachkochen zu können.
Auch ein Buch, an dem man fest vorbei gelaufen wäre, hätte nicht die weißhaarige lächelnde alte Dame auf dem Cover den Blick auf sich gezogen. Vegan, vegetarisch, manchmal Fleisch - einfach und urtümlich. Das macht Appetit beim Blättern und Lesen. Man denkt, bekommt man das alles, wahrscheinlich schon. Muss man alles ganz genauso machen, wahrscheinlich eher nicht. Manchmal läuft einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Und wenn es mal nicht ums Kochen gehen soll, dann kann erfahren, was die Yiayias erlebt haben. Vielleicht nicht immer ganz so professionell, aber doch anheimelnd. Dieses Kochbuch der etwas anderen Art, nicht gesucht und doch gefunden. Es wollte zu einem kommen.





