Anatol E. Baconsky

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Anatol E. BaconskyDas Äquinoktium der Wahnsinnigen
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Das Äquinoktium der Wahnsinnigen
Anatol E. BaconskyDie schwarze Kirche
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Die schwarze Kirche
Die schwarze Kirche
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Erschienen am 01.01.1980

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Rezension zu "Das Äquinoktium der Wahnsinnigen" von Anatol E. Baconsky

- Der Mensch, die Stadt und das Meer, säen Einsamkeit, Zwietracht und Tod -
Janko-Unchainedvor einem Jahr


Das Äquinoktium der Wahnsinnigen - Anatol E. Baconsky
(Blitz Verlag)

- Der Mensch, die Stadt und das Meer, säen Einsamkeit, Zwietracht und Tod -

„Das Äquinoktium der Wahnsinnigen" ist eine Sammlung von insgesamt elf mythischen und nebulösen Kurzgeschichten auf 208 Seiten, die 1967 im Original unter dem Titel „Echinoxul nebunilor si alte povestiri“ erschienen sind. Die Erzählungen des rumänischen Schriftstellers Anatol E. Baconsky (1925-1977), die sich rund um Tod und Verderben ranken, sind durch ihren prosaischen Schreibstil nicht immer ganz leicht zu lesen oder auf Anhieb zu verstehen. Das Äquinoktium bezeichnet dabei die Tag-und-Nacht-Gleiche, also die beiden Tage eines Jahres, in der Tag und Nacht gleich lang sind. Sie bestimmen den kalendarischen Frühlings-, bzw. Herbstanfang. Die kurzen Stories haben über die Jahre leicht Patina angesetzt und dürften gerne ein wenig spannender gestaltet sein. Sie handeln von einsamen Menschen, ihrem tristen Umfeld und ihren ausweglos erscheinenden Situationen. Sie leben zumeist in kleineren Städten voller Verschwiegenheit und Missmut, sinnieren über ihr Leben und hängen ihren kranken Gedanken, sowie ihren merkwürdigen Phantasien nach.

Sämtliche, aus der Ich-Perspektive geschriebene Geschichten drehen sich um das Meer als Bringer und Nehmer, den Wind als Gedankenträger, den Strand als Sehnsuchtsort und die Stadt als einsamste aller Gegenden. Diese wiederkehrenden Metaphern, Gegenstände, Beschreibungen und Örtlichkeiten sind stets veranschaulichte Trugbilder der vergeistigten Leere der ureigenen Nonexistenz. Es geht um das Unbekannte, Geheimnisvolle, Unaufgelöste, in all seiner grau-schwarzen Farbenpracht. Alles bleibt unter einem Schleier im Verborgenen. Wie hypnotisiert lassen die Protagonisten das selten greifbare Unheil über sich hereinbrechen. Fühlen sich gar in dessen Bann gezogen. Es sind einsame Menschen in trostlosen Gegenden. Der Autor erzeugt eine gewisse Grundstimmung voller Hoffnungslosigkeit. Finstere Gestalten wuseln zu nachtschlafenden Zeiten umher, säen die Saat von Hass und Qual. Existenz und Nonexistenz der Protagonisten verschwimmen ineinander. Selbstzerstörerische Gedanken nisten sich in ihre Gehirne. Die Geschichten bleiben stets offen und bieten Möglichkeiten für unterschiedliche Interpretationen. Ein metaphorischer Quell der Inspiration. 

Ich für meinen Teil kann mit den Kurzgeschichten allerdings nicht allzu viel anfangen, sind sie mir letztlich doch etwas zu trocken, zu spannungsentladen und nicht zuletzt daher doch auch schwer verdaulich. Es sind phantastische Geschichten, die kaum echte Spannung aufkommen lassen und Edgar Allan Poe ganz klar den Vortritt einräumen. Hinzu kommt noch der, bereits angesprochene, nicht immer ganz leicht zu lesende oder eher schon als gewöhnungsbedürftig zu bezeichnende, lyrische Erzählstil, der kaum Dynamik besitzt. Auch dürften die kurzen Geschichten gerne tiefgründiger und leidenschaftlicher ausgeschmückt sein. „Das Äquinoktium der Wahnsinnigen" verlangt einiges an Konzentration und eignet sich kaum zum nebenbei lesen.

Anatol Emilian Baconsky starb am 04.03.1977 bei einem Erdbeben in Bukarest, als er gemeinsam mit seiner Frau und ein paar Freunden die Drucklegung seines Buches „Remember“ (o.g. „Wie ein zweites Vaterland“) feiern wollte. Die Feier fand in einem Hochhaus statt, das bei besagtem Erdbeben komplett in sich zusammenstürzte. 

Meine Wertung: 64/100

More hard stuff @ www.lackoflies.com

Link zur Buchseite des Verlags: https://www.blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1760

Januar 2009
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Blitz; Auflage: 1. Auflage (1. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898402770
ISBN-13: 978-3898402774

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