Anatol Regnier

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Autor von Du auf deinem höchsten Dach, Damals in Bolechów und weiteren Büchern.

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Du auf deinem höchsten Dach

Du auf deinem höchsten Dach

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Erschienen am 25.08.2005
Damals in Bolechów

Damals in Bolechów

 (2)
Erschienen am 01.06.1997
Frank Wedekind

Frank Wedekind

 (1)
Erschienen am 09.08.2010
Wir Nachgeborenen

Wir Nachgeborenen

 (1)
Erschienen am 12.09.2014
Wir Nachgeborenen

Wir Nachgeborenen

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Erschienen am 20.12.2014
Warum sind wir so kalt

Warum sind wir so kalt

 (0)
Erschienen am 01.10.2006
Von der Katakombe zur Schaubude, 1 Audio-CD

Von der Katakombe zur Schaubude, 1 Audio-CD

 (0)
Erschienen am 30.04.2012

Neue Rezensionen zu Anatol Regnier

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Rezension zu "Wir Nachgeborenen" von Anatol Regnier

Das Suchen und Finden eines eigenen Weges
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Das Suchen und Finden eines eigenen Weges

Zu Zeiten der hohen Prominenz ihrer jeweiligen Eltern waren so gut wie alle „Nachkommen“ jener Eltern ebenfalls Teil des öffentlichen Interesses. Oft den ein oder anderen Artikel in den bunten Blättern wert, zumindest häufig am Rande mit erwähnt und mit abgelichtet.

Es ist schon ein besonderes Aufwachsen im Schatten berühmter oder bekannter Väter oder Mütter. Im Fall von Charles Regnier zudem noch eines ebenso bekannten Großvaters.

Und bei Weitem nicht immer waren die Eltern in der Realität zu zugewandt und verständnisvoll, wie sie es im öffentlichen Bild gerne darstellten. Die beiden Söhne von Helmut Kohl haben da in den letzten Jahren sehr ausführlich den Schleier über der privaten Ebene gelüftet.

Auch Gero Erhardt kann da ein Lied von singen.
„Ein Papa zum Anfassen war er nur in Anwesenheit der Presse“, ist seine lapidare Zusammenfassung der väterlichen Qualitäten von Heinz Erhardt.

„Irgendwann habe ich den Gedanken an die Zukunft aufgegeben. Was soll ich (denn) hier noch leisten?“, fragte sich Thomas Frankenfeld noch lange, der erst nach dem Tod des Vaters Peter („Der Druck war weg“) seinen eigenen Weg und seine eigene Berufung gefunden hat.

Ein Buch, in dem nicht nur die (teils alltäglichen, teils besonderen) Lebensläufe der Nachgeborenen erzählt wird, sondern das, natürlich, auch vielfache Informationen und Hintergründe über das gemeinsame Leben mit den entsprechenden prominenten Eltern liefert und zudem selbstverständlich auch privates über diese selbst zu berichten hat.

All die Ängste, Zwänge, Bedenken, natürlich auch die Stärken, die Energie, die Kraft, all das wirkte sich auf die Kinder mit aus und bietet im gesamten ein differenziertes Bild dafür, dass das Leben als Nachkomme eines bekannten, oft vermögenden Prominenten „einfach“ so gut wie nie ist und war.

„Das sind andere Welten, damit können wir uns nicht vergleichen“ ist daher eine wichtige, sich weitgehend durchziehende Erkenntnis im Leben der Kinder, die, jeder und jede für sich, am Ende ihren eigenen Weg gefunden haben. Unter dem Druck natürlich, sich irgendwann gegen besonders schwierige familiäre Umstände emanzipieren zu müssen.

Wie lebt es sich als Kind berühmter Eltern? Wie findet man unter diesem teils „erdrückenden“ Talent die ganz eigenen Stärken und Wege? Wie kommt man unter Umständen mit der einem gegebenen “Mittelmäßigkeit“ dann zurecht?

Und nicht allen gelang es, so schnell eine (gute) innere Distanz aufzubauen, wie es Benedikt Hoppe gelang. „Meine fröhliche Grundeinstellung…..schützte mich davon, mein Leben als zweitklassig zu empfinden“.

Ein durchaus interessanter, wenn auch nicht „umwerfender“ Einblick in „ganz normale“ Leben, die dennoch ihre ganz persönlichen Stärken entwickelt haben und ein Einblick in die „Familienwelt“ von Menschen, von denen weitgehend nur das „Image“ bekannt wurde.

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Rezension zu "Frank Wedekind" von Anatol Regnier

Rezension zu "Frank Wedekind" von Anatol Regnier
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Eine ungewöhnliche Biografie. Sie in ihrer Ungewöhnlichkeit zu beschreiben, erscheint ein schwieriges Unterfangen. Ein kurzer Versuch soll daran aber nicht scheitern. - - Gewöhnlich, zumindest nicht ungewöhnlich oder gar außergewöhnlich, ist, dass sich ein Nachkomme schriftstellerisch intensiv mit einem Vorfahren befasst. Als ungewöhnlich muss aber schon die Perfektion angesehen werden, mit der der Enkel des literarisch schwer einzuordnenden, allenfalls aus seiner Zeit heraus zu beurteilenden Frank Wedekind seine eigenen Gedanken mit den schriftlichen Aussagen seines Großvaters mütterlicherseits und vieler Personen des Umfelds von Frank Wedekind verbindet und daraus ein überzeugendes Buch schafft. Regnier fordert die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Lesers, der ständig zwischen Grundschrift (in der die eigenen Aussagen Regniers gehalten sind) und Kursivschrift (mit der vermutlich den größeren Teil des Buches ausmachenden Wiedergabe der Aussagen Dritter) hin und her geschaukelt wird. Als ungewöhnlich muss aber auch die Distanziertheit bezeichnet werden mit der der Enkel an Wedekind herangeht. Kaum eine eigene Bewertung des Charakters, des außergewöhnlichen Intellekts, des unangepassten sexuellen Bewusstseins und vor allem der literarischen Bedeutung der Person des Großvaters durch den Enkel. Regnier bringt seine eigenen Wertungen weitgehend indirekt ein. Über Kalendereinträge des Großvaters, über schriftliche Aufzeichnungen von Personen des persönlichen Umfelds des Großvaters, über anderweitig in Erfahrung gebrachte Umstände aus dessen Leben, über die Wiedergabe von Aufführungskritiken und ähnliches mehr. Er, Regnier, überlässt es dem Leser, darüber zu urteilen, was von Frank Wedekind zu halten ist. Ob er, der Leser, beziehungsweise sie, die beim Gebrauch des Wortes Leser immer hinzu zu denkende Leserin, Frank Wedekind als Genie oder als gestörte Persönlichkeit sehen will, als Wegbereiter für eine neue Art von Literatur oder als literarischen Windmacher, als nackten Egoisten oder als bis zuletzt liebevolles Familienmitglied, als gescheiterten oder als vollendeten Menschen - oder als ein Persönlichkeit, die von allem etwas hat. Regnier generiert damit beim Leser eine Empathie ganz besonderer Art. -- Für mich, der ich an meiner Schule weder während des Dritten Reiches noch danach bis 1950 etwas über Frank Wedekind gehört hatte (ich glaube nicht, dass ich mich bloß nicht mehr daran erinnere!), hat das Buch überdies auch einen erweiterten Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse zur Zeit Wedekinds eröffnet. Viele, nicht nur künstlerisch bedeutende Persönlichkeiten aus dieser Zeit hat Regnier kurz oder weniger kurz charakterisiert. Ihrem Lebensweg ist sogar noch für die Zeit nach Wedekinds Tod ein eigener Abschnitt gewidmet. Aber auch wissenswerte Details erfährt man. Ein Beispiel: Wussten Sie, dass Thomas Mann in einem Zensurbeirat, wie es ihn damals noch gab, einst für ein Werk von Wedekind eingetreten ist? -- Ein außergewöhnliches Buch!

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Rezension zu "Damals in Bolechów" von Anatol Regnier

Rezension zu "Damals in Bolechów" von Anatol Regnier
FabAustenvor 7 Jahren

Damals in Bolechów
....
Der Roman handelt von einer jüdischen Familie in Galizien, die sich wie so viele andere vor den nationalsozialistischen Erschießungskommandos verstecken muß. Sie verbergen sich in Erdlöchern und versuchen, den Wahnsinn zu überstehen. Die Gefahr, verraten und ermordet zu werden, ist immer präsent und wird so beschrieben, dass der Leser eine Ahnung von ihrer schrecklichen Dimension erhält. Ebenso legt sich die Angst der Verfolgten auf ihn. Dies habe ich selten so erlebt wie Damals in Bolechów.
Obwohl es schon einige Jahre her ist, dass ich den Roman gelesen habe, ist er aus all diesen Gründen sehr eindringlich im Gedächtnis geblieben.
....
Dieser Tatsachenroman befand sich auf einem Verkaufstisch für Mangelexemplare und war entsprechend heruntergesetzt. Welch ein Glück dieses Buch dort zu finden, denn obwohl die beschriebenen Ereignisse absolut erschreckend sind, wird die Geschichte gleichzeitig unvergleichlich eindrucksvoll und berührend geschildert.
Absolut empfehlenswert, aber man muß schon Nerven beweisen, um den Roman verdauen zu können.

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