Anatol Regnier Wir Nachgeborenen

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Inhaltsangabe zu „Wir Nachgeborenen“ von Anatol Regnier

Anatol Regnier, Sohn von Charles Regnier und Pamela Wedekind, Enkel Frank Wedekinds und Autor spannender und unterhaltsamer erzählender Sachbücher, beleuchtet hier die Schicksale von Menschen, die aus berühmten Familien stammen und angesichts bedeutender Vorfahren einen eigenen Weg finden müssen.
Wie gehen die Töchter und Söhne mit ihrem Erbe um, das ihnen eine Ausnahmeposition zuweist, die nicht die eigene ist? Ist ein berühmter Name Türöffner oder Hindernis? Wieviel Mut erfordert es, sich auf Gebiete zu wagen, auf denen die eigenen Eltern oder Großeltern Bedeutendes geleistet haben? Und wieviel innerer Größe bedarf es, einzusehen, dass das eigene Talent nicht ausreicht?
Regniers Buch bietet amüsante und tragische Einblicke in eine Vielzahl von Schicksalen, darunter sein eigenes und das seiner Familie und, im Vorübergehen, in die Geschichte von Kunst und Gesellschaft der letzten siebzig Jahre. Fast immer geht es um Theater, Literatur oder Musik, aber auch um Politik und die deutsche Vergangenheit. Eine ganz eigene Rolle spielt das legendäre Ambach am Starnberger See, Regniers Heimatort.

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  • Das Suchen und Finden eines eigenen Weges

    Wir Nachgeborenen

    michael_lehmann-pape

    07. October 2014 um 13:54

    Das Suchen und Finden eines eigenen Weges Zu Zeiten der hohen Prominenz ihrer jeweiligen Eltern waren so gut wie alle „Nachkommen“ jener Eltern ebenfalls Teil des öffentlichen Interesses. Oft den ein oder anderen Artikel in den bunten Blättern wert, zumindest häufig am Rande mit erwähnt und mit abgelichtet. Es ist schon ein besonderes Aufwachsen im Schatten berühmter oder bekannter Väter oder Mütter. Im Fall von Charles Regnier zudem noch eines ebenso bekannten Großvaters. Und bei Weitem nicht immer waren die Eltern in der Realität zu zugewandt und verständnisvoll, wie sie es im öffentlichen Bild gerne darstellten. Die beiden Söhne von Helmut Kohl haben da in den letzten Jahren sehr ausführlich den Schleier über der privaten Ebene gelüftet. Auch Gero Erhardt kann da ein Lied von singen. „Ein Papa zum Anfassen war er nur in Anwesenheit der Presse“, ist seine lapidare Zusammenfassung der väterlichen Qualitäten von Heinz Erhardt. „Irgendwann habe ich den Gedanken an die Zukunft aufgegeben. Was soll ich (denn) hier noch leisten?“, fragte sich Thomas Frankenfeld noch lange, der erst nach dem Tod des Vaters Peter („Der Druck war weg“) seinen eigenen Weg und seine eigene Berufung gefunden hat. Ein Buch, in dem nicht nur die (teils alltäglichen, teils besonderen) Lebensläufe der Nachgeborenen erzählt wird, sondern das, natürlich, auch vielfache Informationen und Hintergründe über das gemeinsame Leben mit den entsprechenden prominenten Eltern liefert und zudem selbstverständlich auch privates über diese selbst zu berichten hat. All die Ängste, Zwänge, Bedenken, natürlich auch die Stärken, die Energie, die Kraft, all das wirkte sich auf die Kinder mit aus und bietet im gesamten ein differenziertes Bild dafür, dass das Leben als Nachkomme eines bekannten, oft vermögenden Prominenten „einfach“ so gut wie nie ist und war. „Das sind andere Welten, damit können wir uns nicht vergleichen“ ist daher eine wichtige, sich weitgehend durchziehende Erkenntnis im Leben der Kinder, die, jeder und jede für sich, am Ende ihren eigenen Weg gefunden haben. Unter dem Druck natürlich, sich irgendwann gegen besonders schwierige familiäre Umstände emanzipieren zu müssen. Wie lebt es sich als Kind berühmter Eltern? Wie findet man unter diesem teils „erdrückenden“ Talent die ganz eigenen Stärken und Wege? Wie kommt man unter Umständen mit der einem gegebenen “Mittelmäßigkeit“ dann zurecht? Und nicht allen gelang es, so schnell eine (gute) innere Distanz aufzubauen, wie es Benedikt Hoppe gelang. „Meine fröhliche Grundeinstellung…..schützte mich davon, mein Leben als zweitklassig zu empfinden“. Ein durchaus interessanter, wenn auch nicht „umwerfender“ Einblick in „ganz normale“ Leben, die dennoch ihre ganz persönlichen Stärken entwickelt haben und ein Einblick in die „Familienwelt“ von Menschen, von denen weitgehend nur das „Image“ bekannt wurde.

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