Rezension zu "Von Pessach bis Chanukka: Biblische Feste aus jüdisch-messianischer Perspektive" von Anatoli Uschomirski
Desiree_RosemannPersönliche Meinung:
Dieses Buch ist nicht nur eine Bereicherung, sondern ein Augenöffner. Durch Bibelschule und mein Studium dachte ich, ich hätte schon Vieles verstanden. Den Zusammenhang von Pessach und Ostern zum Beispiel oder auch, was es mit dem Fest „Schawuot“ auf sich hat. Schon während des Lesens musste ich jedoch feststellen: Ich hatte zuvor nicht einmal einen Bruchteil dessen verstanden, was Gott sich bei den Festen gedacht hatte und vor allem, wie prophetisch das Alte Testament ist. Anatoli Uschomirski versteht es als messianischer Jude, die theologischen Zusammenhänge und die Deutungen so verständlich zu erklären, dass nicht nur eine neue Sicht auf die jüdischen Feste und Traditionen ermöglicht wird, sondern (zumindest bei mir) vor allem die Zusammenhänge und Parallelen von Altem Testament und Neuem Testament, von altem Bund und der Erfüllung durch den neuen Bund. Nicht nur die Details der Traditionen werden erklärt, sondern auch die geschichtliche Entstehung. Was mich am meisten beeindruckt hat war, dass einmal mehr verständlich wurde, dass Juden sich zutiefst mit der Geschichte des Volkes identifizieren. Einzelne Gebete und Ausschnitte aus dem Talmud haben mich tief bewegt und mein Gottesbild und das Verständnis von theologischen Zusammenhängen belebt.
Uschomirksi schreibt zu Beginn „Die Wiederentdeckung der biblischen Feste kann Christen zur Wurzel ihres Glaubens führen.“ Wenige Sätze später schreibt er „Ich hoffe, dass Sie davon genauso profitieren werden wie ich.“
Ich persönlich kann nach dem Lesen dieses Buches sagen: Seine Hoffnung wurde erfüllt. Ich freue mich jetzt schon, nach dem ersten Lesen, einzelne Feste noch einmal genauer zu vertiefen und die nächsten biblischen Feste, die auch wir Christen feiern, mit neuen Augen und neuem Herzen zu feiern.
Zu Inhalt und Aufbau:
Der Autor behandelt in seinem Buch, das in sieben Abschnitte unterteilt ist, verschiedene biblische Feste.
Im ersten Teil „Gott liebt es, Feste zu feiern!“ führt der Autor in das Thema ein. Dabei macht er verständlich, dass die jüdischen Feste eine tiefe Bedeutung über das Alte Testament hinaus haben und tief in der jüdischen Identität verwurzelt sind. Laut Uschomirski können die biblischen Feste unter fünf verschiedenen Aspekten betrachtet werden, was er in seinen Erklärungen der einzelnen Feste auch ermöglicht.
Im zweiten Abschnitt betrachtet der Autor gezielt die Geschichte und Bedeutung der Frühlingsfeste, wozu das Pessach-Fest (mit „Mazzot“ und dem „Seder-Abend“) ebenso wie „Reschit Katzir“ und „Schawuot“ gezählt werden.
Im Abschnitt „Trauer“ behandelt Uschomirski „Tischa beAw“ und die Trauerzeit, die bereits vor dem besagten Trauertag beginnt. Auch in diesem Abschnitt wird deutlich, wie stark sich das jüdische Volk auch heute noch mit der Geschichte der vorherigen Generationen identifiziert.
Im Abschnitt „Herbstfeste“ werden RoschhaSchana, Jom Kippur, Sukkot und Schemini Azeret vertieft. Außerdem wird erörtert, was es mit Chanukka und dem Purimfest auf sich hat. Ein eigener Abschnitt bekommt der „Shabbat“, bevor der Autor am Ende noch einmal den Fokus auf die Bedeutung der biblischen Feste für das persönliche Glaubensleben lenkt.
Der Autor erklärt nicht nur den Ablauf und die Traditionen, sondern erklärt auch, warum manche Traditionen von den biblischen Texten abweichen und auch, mit welchem Herz diese Feste gefeiert werden. Er geht dabei auch auf die Symbolik und die Bedeutungen ein, was ein tieferes Verständnis schafft.
Ich empfehle, das Buch nicht nur einmal durchzulesen, sondern sich jedem Fest einzeln zu widmen und vielleicht sogar zusätzlich den Talmud und die Bibel heranzuziehen, um selbst die Themen noch einmal zu vertiefen und zu verinnerlichen.











