Anatoly N. Tkachuk Ich war im Sarkophag von Tschernobyl

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Inhaltsangabe zu „Ich war im Sarkophag von Tschernobyl“ von Anatoly N. Tkachuk

Am 26. April 1986 explodierte in Tschernobyl ein Atomreaktor, „die Wolke“ zog über weite Teile Europas und der Sowjetunion. Das atomare Feuer ist nicht erloschen, unter dem Sarkophag wartet die Hölle auf ihre nächste Gelegenheit zum Ausbruch. Es könnte das Ende der Menschheit bedeuten. Der Sarkophag ist die Betonhülle, die 1986 der verzweifelte Versuch der Versiegelung der radioaktiven Schmelzmasse war. Nach ihrer Fertigstellung musste ein Erkundungstrupp hinein, um die notwendigen Messungen vorzunehmen. Sie waren vier. Einer hat überlebt. Dieses Buch ist sein Bericht. Das persönliche Erleben hat den russischen Ex-General zu einem entschiedenen Vertreter des Umdenkens in der Nutzung der Atomenergie gemacht – im Dienst der Menschheit. Der Sarkophag bröckelt vor sich hin. Es gilt, ein Problem zu lösen. Eine Aufgabe für die ganze Menschheit.

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  • Rezension zu "Ich war im Sarkophag von Tschernobyl" von Anatoly N. Tkachuk

    Ich war im Sarkophag von Tschernobyl
    Babscha

    Babscha

    06. August 2012 um 22:13

    Das Drama von Tschernobyl aus der Sicht eines unmittelbar Betroffenen. Der Autor, KGB-Agent zu Zeiten des Kalten Krieges und späterer Generalmajor der russischen Armee, war einer von vier Freiwilligen, die damals kurz nach dem Störfall zwecks Feststellung der tatsächlichen Schäden ins Innere des strahlungsverseuchten Blocks 4 des zerstörten Reaktors vordrangen. Und Schäden wie Strahlung überstiegen jede Vorstellungskraft. Während seine Begleiter entweder sofort oder kurz danach starben, überlebte Tkachuk wie durch ein Wunder. Er setzt sich bis heute trotz massiver körperlicher Spätschäden vehement für eine weltweite atomare Abrüstung ein. Der Autor bettet seinen packenden Insiderbericht über die das politische System seinerzeit völlig überfordernden Geschehnisse geschickt in den historischen Kontext der seinerzeitigen Spionagetätigkeiten zwischen den Supermächten, in eine Zeit, in der die Verleugnung unbequemer Tatsachen die Regel war und mit den bekannten, bis heute andauernden Spätfolgen tausende Menschen blind ins Verderben geschickt wurden und entweder an ihren Verstrahlungen starben oder lebenslang gesundheitlich beeinträchtigt sind. Er wählt im Buch für sich selbst die fiktive Person Andrey Pravdin, sicherlich auch, um sich über die dritte Person im Erzählstrang besser und mit mehr Abstand artikulieren zu können. Obwohl er in seiner rückblickenden Beurteilung im Jahr 2011 keinerlei Blatt vor den Mund nimmt und auch nicht mit Kritik an den damaligen Vorgehensweisen spart, bleibt er in seinen Statements immer fair und abwägend und versteht sein Buch als strikte Mahnung gegen die Gefahren der Atomkraft. Ein sehr interessantes, ehrliches Buch mit umfangreichem, teils unbekanntem Bildmaterial.

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  • Rezension zu "Ich war im Sarkophag von Tschernobyl" von Anatoly N. Tkachuk

    Ich war im Sarkophag von Tschernobyl
    coala_books

    coala_books

    28. February 2012 um 22:43

    "Sie waren vier. Der Ingenieur. Der Physiker. Der Sicherheitsoffizier. Der General. Der erste starb nach vier Minuten. Einer hat überlebt. Er hat dieses Buch geschrieben." Passend zum 25. Jahrestag der atomaren Katastrophe von Tschernobyl erscheint der Bericht dieses Überlebenden: Anatoly N. Tkachuk. Durch die die Atomkatastrophe in Japan gewinnt das Buch leider an trauriger Brisanz und Aktualität. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich allerdings mit den Geheimdienstaktivitäten zu Zeiten des kalten Krieges. Man taucht ein in die Geschichte eines russischen KGB Offiziers, der ausländische Spione überwacht und die undichten Stellen im eigenen System sucht. Er schildert die Zeit nach der Katastrophe aus nächster Nähe und berichtet über die Schrecken in der Bevölkerung. Tkachuk wiederum gehört zu den Geheimdienst-Offizieren, die die Gefahren nach der Katastrophe einschätzen müssen. Dafür begibt er sich in die Tiefen des Kernkraftwerkes. Das Buch gleicht mehr einem Roman denn einem Fachbuch und liest sich daher sehr angenehm. Durch den etwas anderen Stil vermag das Buch trotz des sehr schweren und bedrückenden Themas zu fesseln. Abseits der üblichen Berichte über den Atomunfall von Tschernobyl bekommt man im Buch den Bericht eines Überlebenden, der vor Ort war. Erschreckend real klärt das Buch über die Gefahren von Atomkraft und die Schwerwiegenden Folgen auf. Ebenso bekommt man einen sehr interessanten Einblick in die Geheimdienstarbeit zu Zeiten des kalten Krieges und das ständige Klima des gegenseitigen Misstrauens und der Vorurteile. Durch sehr einprägsame und tiefsinnige Gedanken, die an Aktualität auch die nächsten 25 Jahre nicht verlieren, überzeugt das Buch an vielen Stellen. Aufgelockert wird alles durch viele Fotos, Dokumente und Zeitungsberichte. Auch auf die aktuellen Geschehnisse und Planungen bezüglich des Reaktors wird eingegangen. Man bekommt einen sehr guten Einblick in die Vergangenheit und einen Ausblick auf die Zukunft. Ein fesselndes Buch, welches durch einen authentischen Augenzeugenbericht über die Atomkatastrophe von Tschernobyl aufklärt und auf die Gefahren und Folgen von Atomkraft hinweist.

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  • Rezension zu "Ich war im Sarkophag von Tschernobyl" von Anatoly N. Tkachuk

    Ich war im Sarkophag von Tschernobyl
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. May 2011 um 11:33

    Zum 25. Jahrestag der atomaren Katastrophe von Tschernobyl, als ein Reaktor während eines Testversuches außer Kontrolle geriet, explodierte und halb Europa mit seinem atomaren Fallout überzog, sollte dieses autobiographische Buch des Mitglieds der sowjetischen Staatssicherheit Anatoly N. Tkachuk erscheinen und die Menschheit vor dem Gefahren der atomaren Technik warnen. Kurz vor der Veröffentlichung des dramatisch und engagiert geschriebenen Augenzeugenberichtes bestätigte die nach dem Erdbeben und einem Tsunami erfolgte Katastrophe von Fukushima, die in ihren Dimension den Unfall von Tschernobyl wahrscheinlich noch übertreffen wird, die hier vorgelegte Mahnung und Warnung eindrücklich und mit heute noch immer nicht absehbaren Folgen. Nachdem in Tschernobyl unter dem Einsatz von Zehntausenden von Liquidatoren der Sarkophag gebaut war, nachdem Unzählige ihr Leben gelassen haben, musste man irgendwann nachschauen, wie es in dem Schutzbehälter aussieht: „Es waren vier Männer, die hineingegangen sind. Der erste von ihnen starb nach zehn Minuten. Einer hat überlebt. Er hat dieses Buch geschrieben. Er schildert, er zeigt auf, er warnt.“ Dramatisch wie diese Worte auf dem Buchumschlag ist das ganze Buch. Es liest sich wie ein Roman, der eine Gratwanderung schildert zwischen Wahrheit und Verschweigen, zwischen Tod und Überleben. Tiefe Einblicke bekommt man in die damals verantwortlichen Systeme, die Entscheidungsprozesse zwischen Verantwortungsbewusstsein und Bürokratie, so wie es in Japan die letzten Wochen wohl ganz ähnlich abgelaufen ist. Doch der Autor rechnet nicht nur ab mit der der Vergangenheit, auch seiner eigenen, in der er mitten drin war im herrschenden System. Das Buch und sein Autor werfen auch einen geläuterten Blick in die Zukunft, denn Tschernobyl strahlt weiter. Der Sarkophag zerbröckelt und eine neue auch internationale Anstrengung ist dringend nötig, ihn erneut zu ummanteln für die vielleicht nächsten einhundert Jahre, soll nicht halb Europa wieder durch starke Strahlung gefährdet werden. In diesem Buch kann man erfahren, was den Japanern noch bevorsteht. In diesem Buch findet an die Argumente dafür, warum die Nutzung der Atomenergie tödlich sein kann. Man kann in Tschernobyl nicht mehr viel länger zuwarten. In den Medien hört man hierzulande davon wenig. Vielleicht kann dieses Buch hier wichtige und schnelle Abhilfe schaffen

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