Anchee Min

 3,9 Sterne bei 95 Bewertungen
Autor von Madame Mao, Die letzte Kaiserin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Anchee Min

Anchee Min, geboren 1957 in Shanghai, wuchs mit den Lehren Maos auf und wurde mit siebzehn in ein Arbeitslager geschickt. In Madame Maos Filmstudio wurde sie zur Schauspielerin ausgebildet. 1984 ging sie in die USA und studierte in Chicago. Ihre Autobiographie ›Rote Azalee‹ war ein internationaler Bestseller. Anchee Min lebt heute als freie Autorin mit ihrer Familie in Kalifornien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anchee Min

Cover des Buches Madame Mao (ISBN: 9783104907543)

Madame Mao

 (32)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Die letzte Kaiserin (ISBN: 9783104907505)

Die letzte Kaiserin

 (21)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Rote Azalee (ISBN: 9783104907529)

Rote Azalee

 (12)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Wilder Ingwer (ISBN: 9783596190119)

Wilder Ingwer

 (8)
Erschienen am 11.11.2011
Cover des Buches Land meines Herzens (ISBN: 9783104907536)

Land meines Herzens

 (7)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Die Kaiserin auf dem Drachenthron (ISBN: 9783104907512)

Die Kaiserin auf dem Drachenthron

 (6)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Goldener Bambus (ISBN: 9783596189489)

Goldener Bambus

 (5)
Erschienen am 22.08.2013
Cover des Buches Empress Orchid (ISBN: 143956633X)

Empress Orchid

 (2)
Erschienen am 09.04.2009

Neue Rezensionen zu Anchee Min

Cover des Buches Land meines Herzens (ISBN: 9783104907536)Charleas avatar

Rezension zu "Land meines Herzens" von Anchee Min

Ein Buch, das mich berührt hat
Charleavor 9 Monaten

Mit "Land meines Herzens" hat mich die Autorin Anchee Min wirklich ins Herz getroffen. Nicht nur, dass der Schreibstil wunderschön ist und ich seitenweise Zitate zum Besten geben könnte, hat mich vor allem die Charakterzeichnung der Protagonisten Shao-Jun und Katherine, aber auch der Nebenfiguren von der ersten Seite überzeugt.

Doch worum geht es ?

Der Roman, dessen Originaltital "Katherine" lautet, erschien in den 90er Jahren. Er erzählt aus der Sicht von Shao-Jun, die Anfang der 80er Jahre in Schanghai einen Englisch-Sprachkurs unter der Leitung einer amerikanischen Lehrerin namens Katherine besucht. Der Erfolg ihrer Studien ist immanent wichtig für die weitere Zukunft der Schüler, dennoch darf nicht zu viel Freude an der amerikanischen Kultur durchdringen, denn das wäre gegen die Devise des Parteikomitees. 

Katherine wirkt wie ein exotischer, seltener Vogel auf die Schüler und nach anfänglicher Abneigung oder Verwunderung fällt es allen schwer, ihr zu widerstehen. Sie ist wissbegierig auf die chinesische Kultur und die Menschen und kann einfach nicht verstehen, dass es den Schülern schwer fällt, eben darüber zu sprechen. 

"Und so begann unsere Klasse eine Liebesaffaire mit ihr, eine Affaire, die versucht, das Land unserer Herzen wiederzufinden."

Mir hat das Buch vor allem deshalb gut gefallen, da ich das Gefühl hatte, dass die Protagonisten einander wirklich verstehen wollten - über die kulturellen und vor allem politischen Vorgaben hinweg. Eine Freundschaft zwischen zwei Frauen, aber auch der Versuch, ein anderes Land verstehen zu wollen mit all seinen Feinheiten der Sprache und der Körpersprache. Was darf man sagen? Was muss gesagt werden? Was soll erreicht werden? Muss etwas wirklich ausgesprochen werden? 

Am Ende hätte das Buch gerne noch ein wenig länger sein dürfen - das ist wohl das einzige Manko, das ich habe. Aber das wiegt nicht so groß, als dass ich die Bewertung deshalb schlechter ausfallen lassen würde.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Wilder Ingwer (ISBN: 9783596190119)colour_hunter_bookss avatar

Rezension zu "Wilder Ingwer" von Anchee Min

Wilder Ingwer und die Kulturrevolution
colour_hunter_booksvor einem Jahr

🇩🇪𝚁𝚎𝚣𝚎𝚗𝚜𝚒𝚘𝚗 

𝚆𝚒𝚕𝚍𝚎𝚛 𝙸𝚗𝚐𝚠𝚎𝚛 𝚟𝚘𝚗 𝙰𝚗𝚌𝚑𝚎𝚎 𝙼𝚒𝚗

𝙸𝚗𝚑𝚊𝚕𝚝:

Wir schreiben das Jahr 1969. Die Kulturrevolution in Shanghai ist im vollen Gange. Unter dem kommunistischen Regime haben es Menschen mit einem intellektuellen Hintergrund, Ausländer und sogenannte „Verräter“ schwer. Darunter auch die Schülerin Wilder Ingwer. Durch ihre gelbgrünen Augen, die im Kontrast zu ihrem sonst so asiatischen Aussehen stehen, fällt sie sofort auf. Trotz der ungerechten Behandlung, die ihr widerfährt, ist sie eine große Anhängerin der Lehren Maos. Um in dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden ,verrät sie alle die ihr nahe stehen. 

𝙼𝚎𝚒𝚗𝚞𝚗𝚐:

Ein Leben, das mit viel Ungerechtigkeit zu kämpfen hat. So würde ich das Dasein von Wilder Ingwer und ihrer Freundin Ahorn unter dem Regime Maos beschreiben - so wie vielen anderen. Wir erhalten als Leser einen Einblick in den Alltag der Menschen und wie stark die maoistischen Lehren sie begleiten. Wie Kindern von klein auf beigebracht wird ,wer Freund und wer Feind ist. Aus meiner Sicht eine sehr traurige Lektüre mit eingeschobenen lustigen Momenten. 

——————————————————————

𝚆𝚒𝚕𝚍 𝙶𝚒𝚗𝚐𝚎𝚛 𝚋𝚢 𝙰𝚗𝚌𝚑𝚎𝚎 𝙼𝚒𝚗

🇺🇸𝙲𝚘𝚗𝚝𝚎𝚗𝚝:

It's 1969. The cultural revolution in Shanghai is in full swing. Under the communist regime, people with an intellectual background, foreigners and so-called "traitors" have a hard time. Including the student Wild Ginger. Due to her yellow-green eyes, which contrast with her otherwise Asian appearance, she immediately stands out. Despite the unfair treatment that happens to her, she is a great supporter of the teachings of Mao. In order to be accepted in this society, she betrays everyone close to her.

𝙾𝚙𝚒𝚗𝚒𝚘𝚗:

A life that struggles with a lot of injustice. This is how I would describe the existence of Wild Ginger and her friend Maple under the Mao regime - just like many others. As a reader, we get an insight into people's everyday lives and how strongly the Maoist teachings accompany them. How children are taught from an early age who is a friend and who is an enemy. From my point of view, a very sad reading with inserted funny moments.

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Cover des Buches Madame Mao (ISBN: 9783104907543)Herbstroses avatar

Rezension zu "Madame Mao" von Anchee Min

Ehrgeiziger Aufstieg, aus ärmlichen Verhältnissen zu Maos Ehefrau
Herbstrosevor 2 Jahren

Sie hatte ein bewegtes Leben, die Schauspielerin, Sängerin und Ehefrau Mao Zedongs. Sie nannte sich gerade Lan Ping, hatte schon einige Liebhaber und war bereits dreimal verheiratet, bevor sie sich mit 23 Jahren aktiv der Kommunistischen Partei anschloss und eine Ausbildung als Soldatin der Roten Armee begann. Dort traf sie auf den 20 Jahre älteren Mao, von dessen charismatischer Ausstrahlung sie sofort hingerissen war. Sie war eine gute, wenn auch wenig erfolgreiche, Schauspielerin und konnte ihr Talent nun erfolgreich einsetzen. Mao verliebte sich in sie, nahm sie zur Geliebten, ließ sich dann von seiner dritten Ehefrau scheiden und heiratete sie zwei Jahre später. Lan Ping erhielt nun den Namen Jiang Qing, wurde aber allgemein Madame Mao genannt. Jetzt konnte sie ihre ehrgeizigen, machtgierigen Pläne durchsetzen und unliebsame Konkurrenten und Widersacher beseitigen lassen. Doch Mao war wankelmütig, seine Gunst währte nicht ewig …  

Die chinesisch-amerikanische Schriftstellerin Anchee Min wurde 1957 als Tochter eines Lehrerehepaares in Shanghai geboren und wuchs mit den Lehren Maos auf. Mit siebzehn wurde sie zum Arbeitseinsatz in ein landwirtschaftliches Kollektiv geschickt, das sie 1976 verlassen konnte, nachdem sie von einem Talentsucher als Filmdarstellerin entdeckt wurde. Sie sollte in dem von Madame Mao entwickelten Stück Rote Azalee mitwirken. Im selben Jahr verstarb jedoch Mao Zedong, seine Frau wurde inhaftiert und zum Tode verurteilt, und das Projekt wurde fallengelassen. Acht Jahre später gelang es ihr in die USA zu entkommen, wo sie Englisch lernte und 1991 ihren Abschluss am Art Institute of Chicago machte. 1994 schrieb sie ihre Autobiografie „Rote Azalee“, für die sie einige Preise erhielt. „Madame Mao“ ist ihr zweites Werk. Min war drei Jahre lang mit dem Maler Qigu Jiang verheiratet und hat von ihm eine Tochter. Derzeit ist sie mit dem Schriftsteller Lloyd Lofthouse verheiratet und lebt in San Francisco. 

Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Die Schreibweise erfordert vom Leser ein hohes Maß an Konzentration, da die Ereignisse in rascher Abfolge von den Protagonisten einerseits und von einem neutralen Beobachter andererseits geschildert werden und dazwischen immer mal wieder Bemerkungen eingefügt sind, die sich erst in ferner Zukunft ereignen werden. Mühsam zu merken sind auch die vielen chinesischen Namen und die dazu gehörenden politischen Ämter, sodass sich der Roman zeitweise wie ein Lehrbuch für Geschichte liest. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass das Geschehen sehr emotionslos beschrieben wird. Der Schreibstil ist zwar für westliche Begriffe sehr „blumig“, es wird auch beinahe auf jeder Seite geweint und es fließen reichlich Tränen, aber wirkliche Gemütsbewegungen konnte ich keine entdecken. 

Klar und sachlich zeichnet die Autorin den Lebensweg der Madame Mao nach, von ihrer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, ihrem unsteten Leben in Shanghai, ihren diversen Liebschaften und Ehen, ihren jahrelangen Versuchen, sich als Schauspielerin zu etablieren, ihr Leben mit Mao in der Verbotenen Stadt in Peking und nicht zuletzt ihr Selbstbetrug, ihre Selbstüberschätzung, ihre Machtgier und ihre brutalen Machenschaften. Ein provozierender Roman, keine Biographie, denn wie Madame Mao wirklich war bleibt ihr Geheimnis – und unserer Phantasie überlassen. 

Fazit: Das Leben einer machthungrigen Egoistin, die von einer geachteten zur gefürchteten und verhassten Person wurde – und eine Geschichte, die gewisse Grundkenntnisse in chinesischer Politik voraussetzt.                                                                                             

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