André-Hubert Onana Mfege

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André-Hubert Onana MfegeMon village, c'est le monde.
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Mon village, c'est le monde.
Mon village, c'est le monde.
 (1)
Erschienen am 02.11.2005

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Rezension zu "Mon village, c'est le monde." von André-Hubert Onana Mfege

Rezension zu "Mon village, c'est le monde." von André-Hubert Onana Mfege
Aldawenvor 8 Jahren

Janlun, dreizehn Jahre alt, lebt mit seinen Eltern in Marseille. Der Vater ist im diplomatischen Dienst und als einziges Kind wird Janlun von seinen Eltern verwöhnt. Diesen Sommer will der Vater unbedingt mit der Familie in sein Heimatdorf Tropique-Vert fahren, damit Janlun seine Wurzeln kennenlernt. Der Junge hat zunächst Anpassungsprobleme mit dem Klima und bekommt Fieber. Als das überstanden ist, erfährt er, daß seine Tante Fevmar gar nicht seine Tante, sondern seine leibliche Mutter ist, Vater Janmer eigentlich sein Onkel und er ein Adoptivkind. Kurz darauf erliegt Tante Fevmar ihrer schweren Krankheit. Nach der Beerdigung wollen die Janmers zurück nach Marseille, aber auf der Fahrt zum Flughafen verunglücken sie mit ihrem Wagen und nur Janlun überlebt. Nun beginnt für ihn eine Zeit, in der er sich auch gegen seine Verwandten durchsetzen muß, die allesamt gerne von dem Erbe finanziell profitieren würden. Ein Freund der Familie überredet ihn schließlich, sich in eine Missionsschule, ein Internat zu begeben. Als in der Region Ebola-Fieber ausbricht, wird die Schule aber schnell von allen aufgeben. Janlun wendet sich der Landwirtschaft zu, macht später noch eine kurze Karriere bei den Regionalgarden, die er als Invalide verläßt, aber dafür mit der Perspektive, Lehrer zu werden und dem Willen, für seine Frau, die gelernte Krankenschwester ist, ein Krankenhaus aus dem Boden zu stampfen.

Janlun erlebt in wenigen Jahren mehr, als andere in einem ganzen Leben. Das ist für einen Roman an sich natürlich völlig in Ordnung, aber hier war's mir dann doch etwas zu viel, zumal Janlun auch mehrfach deutlich altersunangemessen reagiert. Daß ein 14- oder 15jähriger Junge allein ein landwirtschaftliches Anwesen betreibt, glaube ich einfach nicht. Und auch ansonsten hatte ich den Eindruck, daß hier im Hinblick auf Alter und vergangene Zeit in der Erzählung einiges nicht ganz zusammenpassen konnte.

Davon abgesehen bin ich nicht ganz sicher, was ich von dem Bild halten soll, daß Mfege hier von Afrika zeichnet, und man darf wohl annehmen, daß sein Heimatland dabei Pate gestanden hat. Sicher, gerade in Dörfern ist vielfach noch traditionelles Gedankengut und Geisterglaube verbreitet, damit habe ich kein Problem. Genauso wenig, wie mit den Seilschaften und der Korruption, mit der Janlun Bekanntschaft macht. Und auch nicht mit der verbrecherischen Gewalt, die an zwei, drei Stellen auftaucht. Aber insgesamt kann ich nicht entscheiden, ob Mfege hier ernsthaft Kritik oder sich „nur“ verächtlich äußern wollte. Das mag (auch oder vor allem?) daran liegen, daß mir im Französischen Feinheiten der Sprache entgehen, anhand derer ich es beurteilen könnte. Zumindest bekommt man aber auch keine Dorfidylle präsentiert, was mir dann doch ganz gut gefallen hat.

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