André Aciman

 4.2 Sterne bei 199 Bewertungen

Lebenslauf von André Aciman

Proust-Experte mit multikulturellem Hintergrund: Der 1951 in Ägypten geborene amerikanische Autor hat Komparatistik in Harvard studiert. Neben seiner Tätigkeit als Romancier und Essayist unterrichtet der Dozent, der sich auf den französischen Schriftsteller Marcel Proust spezialisiert hat, Vergleichende Literaturwissenschaft und schreibt für verschiedene New Yorker Zeitungen. Sein Erstling „Out of Egypt - A Memoir“ erschien 1994, die Übersetzung „Damals in Alexandria - Erinnerung an eine verschwundene Welt“ zwei Jahre später. Der Schriftsteller entstammt einer sephardisch-jüdischen und französischsprechenden Familie türkischer und italienischer Abstammung, die Familienangehörigen sprachen zudem Italienisch, Griechisch, Arabisch und Ladino. André Aciman lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in New York.

Alle Bücher von André Aciman

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Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen

Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen

 (152)
Erschienen am 09.02.2018
Mein Sommer mit Kalaschnikow

Mein Sommer mit Kalaschnikow

 (19)
Erschienen am 01.03.2014
Acht helle Nächte

Acht helle Nächte

 (9)
Erschienen am 01.11.2013
Damals in Alexandria

Damals in Alexandria

 (3)
Erschienen am 01.01.2005
Hauptstädte der Erinnerung

Hauptstädte der Erinnerung

 (0)
Erschienen am 01.02.2006
Call Me By Your Name

Call Me By Your Name

 (16)
Erschienen am 21.09.2017
Harvard Square

Harvard Square

 (0)
Erschienen am 01.07.2014
Letters of Transit

Letters of Transit

 (0)
Erschienen am 01.05.2000

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Neue Rezensionen zu André Aciman

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Kaddiesbuchwelts avatar

Rezension zu "Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen" von André Aciman

Wunderschön
Kaddiesbuchweltvor einem Monat

 Ich bin auf diese Geschichte durch die Internetcommunity auf verschiedenen Plattformen aufmerksam geworden. Wer gerne LGBT Geschichten liest und Filme mit dem Thema schaut, kam an diesem Film Anfang 2018 gar nicht vorbei. Er war international in aller Munde und das Buch ebenfalls. 

Zum Cover muss man nicht viel sagen: Es ist das Filmplakat und somit ein Magnet für alle, die vom Film gehört und/oder ihn gesehen haben. Sehr gut gewählt, typisch für 'Das Buch zum Film'. 

Wobei es eigentlich, wie immer bei einer Buchverfilmung, heißen müsste 'Der Film zum Buch'.

"Call me by your Name" hat nicht einmal 300 Seiten, doch habe ich lange an dem Roman gelesen. Ich brauchte zwei Tage um ihn zu beenden. Nicht weil er schlecht war, sondern weil er viel Inhalt hatte. 

Es ist keine Liebesgeschichte, die ich einfach so weg lesen konnte. Der Schreibstil ist sehr detailreich. Aber das war es nicht, was mich dazu gebracht hat, langsamer und aufmerksamer zu lesen. 

Es waren die Worte.

 Die Geschichte wird aus Elios Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Von den anderen Gedankengängen der Charaktere erfährt man nichts, nur durch ihre Worte und das meistens auch lediglich nur zwischen den Zeilen. Selten werden Gefühle einer Person gegenüber richtig und wahrhaftig ausgesprochen. 

Elios Gedanken sind dafür um so detailreicher und widersprüchlicher. Das gefiel mir besonderes. Als Leser ist man tief in der Gedankenwelt eines jungen Mannes versunken. 

Die Widersprüche seiner Gefühle, die Unsicherheit, die sexuellen Erwartungen, die Verwirrung um das, was er will, prägen die Geschichte.

Die zarte Liebe, die sich im Hintergrund von Elios Gedankenwelt entwickelt ist zerbrechlich und doch intensiv, aber von vielen Unsicherheiten gezeichnet.

Ich habe schon viele Liebesgeschichten gelesen. Aber bisher habe ich keinen Autor gelesen, der so geschickt mit indirekten Worten umgehen konnte, wie André Aciman. Für mich hat er es geschafft, Liebe in Worte zu fassen, aufs Papier zu bringen und den Leser tief zu berühren, ohne große und dramatische Wendungen einführen zu müssen.

Auch wenn der Roman gegen Ende im dritten Teil ein paar Längen aufwies, war es eine wunderschöne Geschichte. Vor allem ein Zitat wird mir wohl lange in Erinnerung bleiben. Es fasst die Liebe zwischen zwei Menschen, egal welchen Geschlechts, wunderbar zusammen:

"[...]wir waren einfach zwei Männer, die sich küssten, und selbst das wurde immer bedeutungsloser, wir hörten auf, zwei Männer zu sein, waren nur noch zwei Menschen.[...]" (Seite 156)

Bewertung:

"Call me by your Name" ist eine wunderschöne und zarte Geschichte um die erste (und einzige?) Liebe. Da der Roman leider gegen Ende ein paar Längen aufwies, kann ich keine volle Bewertung geben und doch ist es von mir eine absolute Leseempfehlung. 

'Call me by your Name' ist ein Buch, welches man gelesen haben muss. 

Ich kann das Buch empfehlen und gebe 4,5 von 5 Sternen. 

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TheSaints avatar

Rezension zu "Ruf mich bei deinem Namen" von André Aciman

COR CORDIUM - Herz der Herzen
TheSaintvor 2 Monaten

Natürlich hab ich als Filmverrückter den "Academy Awards"-prämierten Film "Call Me By Your Name" (der bis dato mit 89 Jahren älteste Preisträger James Ivory für das "Beste adaptierte Drehbuch") gesehen... und mich nach dem Film gewundert, warum es denn so einen Hype um diesen Film gab, der mich stellenweise einnicken ließ.
Ähnlich wie beim ebenfalls hochgepriesenen "Award"-nominierten Film "Carol" (ähnliche Thematik) gab es für mich ewig lange ermüdende Filmszenen, wo man sich über Gebühr an flirrender italienischer Landschaft oder an sehnsüchtig dreinblickenden oder sphinxgleichen Frauengesichtern satt sehen konnte.
Die Begeisterung der Kritiker, der vermeintlichen Fachjurys und auch des Publikums ließ sich für mich nur dadurch erklären, dass das Thema gleichgeschlechtliche Liebe nach all den durchgekauten Variationen des Liebesfilmes (inklusive aller Schattierungen in Grau) mit zwei Filmen, die nicht bloß auf Schauwerten und üblichen Klischeefiguren aufbauten, endlich Einlaß in die "Mainstream-Kinosäle" gefunden und die Erlaubnis zu bleiben erhalten hatte.
Mittlerweile erleben queere Filme ähnlich wie die "Superhelden" einen wahren Boom... "Love- Simon" & Co. arbeiten an einem Overkill...
Nach dem Quoten-Schwarzen, Quoten-Asiaten hat nun auch der Quoten-Schwule den notwendigen Aufwind im Filmgeschäft...

Doch hier geht es um den ersten Roman des 1951 in Ägypten geborenen André Aciman:
Die Eltern des 17jährigen Elio Perlman laden jeden Sommer Gäste in ihr Haus an der italienischen Riviera ein, die in den sechs Wochen dort ihre Manuskripte fertigstellen oder Elio's Vater bei seinen literarischen Arbeiten helfen sollen.
Diesen Sommer ist ihr Gast der 24jährige Harvard-Student Oliver, in den sich Elio sofort verschaut und zu seiner ersten großen Liebe wird.
Aber ehe sich diese Beiden offenbaren und sich einander zu erkennen geben und es auch zur körperlichen Manifestation ihrer Sehnsüchte, ihres Begehrens und Verlangens kommt, vergehen Wochen des sich Antastens, Annäherns. Anziehung, Abstoßung - ein Spiel der Masken. Missverstandene Gesten und Berührungen...

Aciman schafft es mit seinem Roman, den Leser so tief im Kopf und in den Gedanken des von Hormonen und Zweifeln geplagten Elio zu halten, dass sich mit zunehmender Seitenzahl der Herzschmerz und all das, was wir Menschen in jenen qualvoll schönen jungen Jahren selbst durchlebt haben, überträgt und sich eigene Erinnerungen mit den bangen Fragen Elio's mischen und die Tränen in die Augen schießen lassen.
Der Roman ist packend und faszinierend in der Schilderung vom Erleben der Liebe und dem körperlichen Begehren. Aciman beschreibt einerseits in schüchterner Zurückhaltung und dann wieder mit brennendem Verlangen über die innere Zerrissenheit Elio's...
Als sich die Zwei 15 Jahre später wiedersehen, sprechen sie über jenen Sommer Mitte der 80er Jahre und Elio gesteht Oliver: "Du bist der einzige Mensch, von dem ich Abschied nehmen möchte, wenn ich sterbe, weil nur dann das, was ich mein Leben nenne, einen Sinn ergibt."

Ein absolut lesenwerter Roman, den man wunderbar als Ergänzung zu dem sehr gut umgesetzten und mit wunderbar talentierten Darstellern besetzten Film verwenden kann. Hier tritt der seltene Fall sein, dass sich die Buchvorlage perfekt in die stillen und ruhigen Momente des sonnendurchfluteten Films einnistet und dem Zuseher zusätzliche Informationen über Elio's Gefühlswelt vermittelt, die der sonst durch Erklärungen und Darstellungen verwöhnte Konsument nicht mitbekommt.

Ich schließe meine Rezi mit dem Schlußsatz der Rezension von Thomas Hummitzsch:
"Wer ein Herz in seiner Brust und in diesem die Liebe eines Sommers trägt, der sollte nicht nur, nein, der muss dieses Buch lesen! Er wird in sich hineinhorchen, sich zurückerinnern und sein Herz schlagen spüren im Rhythmus der Worte, die man in diesem Roman liest."





Kommentare: 4
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haensbaenss avatar

Rezension zu "Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen" von André Aciman

Eine Sommerliebe - echt, nah, intensiv
haensbaensvor 4 Monaten

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Dieses Buch hat mich umgehauen. Sprachlich, literarisch, emotional an Intensität kaum zu übertreffen. Als weibliches Gegenstück dazu könnte man wohl Die Schönheit der Nacht von Nina George sehen, das ich kürzlich gelesen und zu einem meiner Jahreshighlights erklärt habe, wobei mich Call Me by Your Name fast noch mehr in den Tiefenrausch gezogen hat. Es ist wuchtiger, erotischer, wenn auch wenig explizit beschrieben, sondern poetisch in erinnerten Gefühlen dargestellt wird. Das ist, ohne das Buch selbst gelesen zu haben, vermutlich schwer nachvollziehbar. Vielleicht wird es so klarer:

Die Worte sind sorgfältig ausgewählt und wirken, obwohl Elio aus einer Akademiker-Familie stammt, zu intellektuell für einen 17-Jährigen; so mein erster Eindruck. Erst mit der Zeit, fast gegen Ende, wird klar, dass diese Worte nicht von einem 17-Jährigen stammen, sondern von einem Erwachsenen Mann, der über diese Jugendliebe sinniert und sich zurückerinnert. Der Großteil der Handlung ist in den 80er Jahren angesiedelt und sie endet 20 Jahre später, wenn beide Protagonisten längst ihrer Wege gegangen sind. Dadurch sind wir nie wirklich inmitten der Geschehnisse, da wir genau spüren, dass es sich um eine Erinnerung handelt. Und trotzdem erleben wir Elios Gefühle so intensiv, als würden sie niemals nachlassen.

Woher diese Intensität der Anziehung kommt, habe ich mich auch gefragt. Wäre nicht in einem Nebensatz gefallen, dass es sich nicht um die heutige Zeit, sondern eine Zeit vor gut 30 Jahren handelt, wäre mir vermutlich nicht klar gewesen, worin die heftige Abneigung sich selbst gegenüber als Antwort auf gelebtes Verlangen liegt. Doch Elio und Oliver lieben sowohl Frauen als auch Männer, und Worte wie Homo- oder Bisexualität sucht man in der Geschichte vergebens. Sie sind nicht bekannt, wenn nicht sogar verpönt, doch das interessiert auch gar nicht, denn hier geht es nur um die wachsende Anziehung zwischen den beiden. Trotzdem haben beide mit dieser Art des Verlangens zu kämpfen. Elio und Oliver werden Eins, sie rufen sich gegenseitig bei ihrem eigenen Namen, alles verschwimmt und sämtliche Barrieren werden aufgehoben, die einen, egal wie nah man sich steht, normalerweise vom Anderen trennt.

Im nächsten Abschnitt folgen SPOILER zum Ausgang der Geschichte.

Wie sehr ich mir in Büchern oft wünsche, die Protagonisten mögen auf ewig glücklich und zufrieden zusammenbleiben, so sehr gewinnt die Geschichte an Wucht und Nachhall, wenn das nicht der Fall ist. Eine Beziehung, die auf unbändigem Verlangen aufbaut und plötzlich und heftig ausgelebt wird, mit dem Wissen, dass nur noch Tage bleiben, bis die unausweichliche Trennung eintritt, ist nicht für die Ewigkeit geschaffen, denn das würde ihr die Intensität nehmen. Doch ihre Intensität mit dem Verlauf zu mildern, um sie weiterzuspinnen, hätte ich ertragen. Auf den letzten Seiten erlebt man 20 Jahre im Schnelldurchlauf, wie die Leben der beiden getrennt voneinander weitergehen und sie doch nie ganz voneinander loskommen. Die zeigen, wie besonders ihre Begegnung in jenem Sommer war. Und das hat mir das Herz zerrissen. Es hätte ein gemeinsames Leben geben können, irgendwie, doch es wurden andere Leben daraus, Parallel-Leben, die weniger wuchtig und trotzdem lebenswert sind. Doch seitdem ich den letzten Satz gelesen habe, komme ich nicht umhin mir vorzustellen, was gewesen wäre, wenn. Wenn die Welt in den 80ern schon offener und toleranter gewesen wäre. Wenn sie sich gegen die Sicherheit und für das Wagnis entschieden hätten. Für das große Ganze. Mein Herz bleibt blutend zurück.

Fazit

Call Me by Your Name (Ruf mich bei deinem Namen) ist ein in jeder Hinsicht herausragender Roman, sowohl sprachlich als auch emotional. Er hat mich umgehauen und in seine Tiefen gezogen. Eine solche Intensität habe ich beim Lesen selten empfunden. Es versprüht eine derartig heftige Nähe und Intimität, dass es gar nicht anders kommen kann, als irgendwann zu enden. Es ist eine Geschichte, die noch lange im Kopf und in jeder Faser des Körpers bleibt.

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Gespräche aus der Community

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KEIN & ABER Verlags avatar

Der Kein & Aber Verlag startet eine Leserunde zum neuen Roman MEIN SOMMER MIT KALASCHNIKOW von André Aciman. Ein intensiver, intelligenter Roman über das Leben in der Fremde, Sehnsucht und die wahre Bedeutung von Freundschaft.

"Ich hatte einmal an diesen Ort gehört, aber war er jemals mein Zuhause gewesen? Oder war ich hier zu Hause gewesen, ohne wirklich behaupten zu können, hierherzugehören? 'Nicht im System' deckte beide Möglichkeiten ab."

Der Taxifahrer Kalasch, der so schnell spricht wie eine Kalaschnikow, scheint all das zu sein, was der junge Harvard-Student nicht ist. Und doch freunden sie sich an – denn beide sind auf der Suche, befinden sich in einem Schwebezustand, fühlen sich heimatlos. Doch während sie ihre Kaffees trinken, französische Musik hören, mit dem Taxi die Stadt durchkreuzen und reihenweise Frauen verführen, vergessen sie fast, dass sich bedrohlich der Herbst nähert: Der Student wird sein Studium wieder aufnehmen, und Kalaschs Visum wird auslaufen. Welchen Weg wählen die beiden? Und was bedeutet das für ihre Freundschaft?

Leseprobe: http://keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/mein_sommer_mit_kalaschnikow/index.html

Wir suchen neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, in die Geschichte einzutauchen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir 20 Bücher. Beantwortet uns bis zum 16. April  2014 folgende Frage, um in den Lostopf zu springen:

Aciman schreibt über zwei Menschen auf der Suche nach Freundschaft und Heimat. Uns interessiert, was ihr unter Heimat versteht? Verbindet ihr damit eine Stadt? Einen Ort? Einen bestimmten Geruch? Oder sind es eher die Menschen, die euch das Gefühl von Heimat vermitteln?

Wir sind gespannt auf eure Kommentare und freuen uns auf die Leserunde.

Die Gewinner werden am 17. April  an dieser Stelle bekannt gegeben!

Euer Kein & Aber Verlag

Scheherazades avatar
Letzter Beitrag von  Scheherazadevor 4 Jahren
Hier nun auch meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Andr%C3%A9-Aciman/Mein-Sommer-mit-Kalaschnikow-1094947300-w/rezension/1094946805/ Ich habe sie auch bei amazon, thalia und wasliestdu eingestellt. Vielen lieben Dank für dieses tolle Buch, es hat mir sehr viel Spaß gemacht es zu lesen.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

André Aciman wurde am 02. Januar 1951 in Alexandria (Ägypten) geboren.

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