André Aciman Mein Sommer mit Kalaschnikow

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Inhaltsangabe zu „Mein Sommer mit Kalaschnikow“ von André Aciman

Der Taxifahrer Kalasch, kurz für Kalaschnikow, scheint all das zu sein, was der junge Harvard-Student nicht ist. Und doch freunden sie sich an - denn sie beide sind auf der Suche, befinden sich in einem Schwebezustand, fühlen sich heimatlos. Doch während sie ihre Kaffees trinken, französischer Musik lauschen, mit dem Taxi die Stadt durchkreuzen und reihenweise Frauen verführen, vergessen sie fast, dass sich bedrohlich der Herbst nähert: Der Student wird sein Studium wieder aufnehmen, und Kalaschs Visum wird auslaufen. Welchen Weg wählen die beiden? Und was bedeutet das für ihre Freundschaft?

Interessante, nicht alltägliche Freundschaftsgeschichte mit guten Gedanken, die leider aber überhaupt nicht in Fahrt kommt.

— leselea

Am Anfang musste ich mich durchkämpfen, aber am Ende hat mich die Schilderung des Verhaltens des Protagonisten überzeugt -

— vielleser18

Sehr guter Schreibstil, leider große Schwächen bei den Protagonisten

— Buchina

Bei diesem Buch kann ich gar nicht betiteln oder definieren, was mich so bewegt und begeistert! Mut zur Lücke, einfach toll!

— Floh

Eine Männerfreundschaft, die so kurz währt wie ein Sommer. Lesenswert verfasst!

— esposa1969

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  • Sommer 1977

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    lesebiene27

    31. December 2014 um 17:36

    Der Ich-Erzähler besucht mit seinem Sohn Universitäten, was ihn in die Vergangenheit zurückversetzt: Sommer 1977, als er selber noch Havard-Student war. In diesem Sommer lernte er in einem Café einen Taxifahrer kennen, der auf den Namen Kalaschnikow hört. Die beiden erleben eine einzigartige Freundschaft, die den Ich-Erzähler sehr geprägt hat. Der Ich-Erzähler war für mich zwar sehr interessant, aber leider nicht wirklich greifbar. Dadurch hatte ich leider auch keine Geschichte vor Augen beim Lesen und habe mich statt als Beobachter mehr als Zuhörer gesehen. Kalaschnikow habe ich teilweise nicht ganz so gut verstehen könne, allerdings ist er mir mit der Zeit sympathisch geworden und ich hatte ein Bild vor augen. Der Sprachstil hat mir nur bedingt gut gefallen. Auf der einen Seite war er sehr ausführlich gehalten und hat mich neugierig gemacht, auf der anderen Seite blieb alles so leicht verschwommen, wie hinter einer Dunstschicht, weshalb ich mich teilweise wirklich anstrengen musste, das Buch weiter zu lesen. Grade zu Beginn hat mir das Buch wunderbar gefallen und mich voller Neugier mit sich gerissen, doch diese Neugier wich irgendwann einfach nur der Hoffnung, dass bald noch mal etwas passieren sollte. Daher würde ich dem Buch 3 von 5 Sternen geben.

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  • Die Geschichte einer Freundschaft

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    czytelniczka73

    18. November 2014 um 16:20

    Inhalt: "Es ist ein heißer Sommer in Cambridge, Semesterferien, und ein jüdischer Literaturstudent aus Alexandria bleibt auf dem verlassenen Campus zurück. In einem Café begegnet er einem tunesischen Taxifahrer mit dem Spitznamen Kalaschnikow - dieser redet nicht nur schnell, er beeindruckt auch durch sein smartes, einnehmendes Auftreten. Die beiden schließen Freundschaft und sinnieren fortan über das Leben, jagen Frauen hinterher, rasen mit dem Taxi durch die Nacht und schimpfen auf Amerika. Bis der Herbst beginnt und sich alles zu verändern droht. Ein intensiver, intelligenter Roman über das Leben in der Fremde, Sehnsucht und die wahre Bedeutung von Freundschaft."   Meinung: "Mein Sommer mit Kalaschnikow" ist ein ganz außergewöhnlicher Roman,der sich einfach in keine Schublade stecken lässt und für mich sehr schwer zu beschreiben ist,weil die Geschichte mich gleichermaßen fasziniert und verwirrt hat.Es ist die Geschichte einer unkonventionellen Freundschaft,obwohl ich mich beim Lesen mehrmals gefragt habe,ob "Freundschaft" überhaupt das richtige Wort  für die Beziehung ist,die zwischen Anhänglichkeit und Ablehnung schwenkt.Die Geschichte ist ganz ruhig und leise,es passiert nicht wirklich viel,es geht mehr um die Gespräche,Gedanken,Reaktionen und Verhaltensmuster,aber das macht dieses Buch auch so besonders.Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen,flüssig und bildhaft,der auch die fehlende Handlung kompensiert und dafür sorgt,dass die Geschichte interessant bleibt.Das wahres Herzstück des Romans sind aber die Protagonisten selbst,sehr komplex und scharf gezeichnet.Zwar waren mir die Zwei nicht immer sympathisch und manchmal konnte ich das Verhalten (vor allem von dem Erzähler) nicht nachvollziehen,aber die Figuren wirken sehr lebendig und sind auf jeden Fall sehr interessant. Es ist bestimmt kein Roman für die breiten Maßen,weil es schon sehr speziell  und anders ist,aber wahrscheinlich genau deswegen hat es mir auch gut gefallen.   Fazit: Ein gesellschaftskritischer  Roman mit einer dekadente,sehnsuchtvolle Atmosphäre-sehr empfehlenswert für alle,die das Außergewöhnliche mögen.  

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  • Freunde für einen Sommer.

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    leselea

    Ein namensloser Ich-Erzähler, seines Zeichens Harvard-Student, der sich auf seine letzte entscheidende Prüfung vorbereitet, trifft im heißem Sommer 1977 den tunesischen Taxifahrer Kalasch. Kalasch fällt auf in der behüteten Gegend um die renommierte Universität: Er ist ein Hitzkopf, redet wie ein Maschinengewehr und beschimpft alles und jeden, der in seine Nähe kommt. Trotzdem - oder gerade deswegen - freunden sich die beiden gegensätzlichen Männer an. Für einen Sommer sind sie unzertrennlich, träumen von Frankreich, reißen gemeinsam Mädels auf und versuchen das Leben zu genießen. Ich verhielt mich ausweichend, er war offen und direkt. Ich erhob selten meine Stimme, er war die lauteste Person am Harvard Square. Ich war verkrampft, verhalten, schüchtern, er unbesonnen und brutal, ein Pulverfass.[...] Er war stolz darauf, mich zu kennen, wohingegen ich außerhalb unseres Kaffeeaus-Mikrokosmos nicht mit ihm gesehen werden wollte. Er war Taxifahrer, ich besuchte eine Eliteuniversität, er war Araber ich Jude. (S. 62f.) In Mein Sommer mit Kalaschnikow erzählt André Aciman die Geschichte einer interessanten Freundschaft zwischen zwei ungleichen Männern, die nur einen Sommer besteht. Der Autor verknüpft das Thema Freundschaft dabei eng mit der Suche nach der eigenen Identität, dem Sitzen zwischen zwei (kulturellen) Stühlen und der Frage, wo letztendlich die eigenen Wurzeln liegen. Beide Männer - Kalasch und der Student ohne Namen - stammen aus dem Nahen Osten, haben in Frankreich gelebt und sind nun in der USA gelandet. Beide haben die Welt gesehen, in verschiedenen Teilen von ihr gewohnt und sind doch heimatlos, Gestrandete, die nicht wissen, wohin sie gehören. Aciman spricht hier interessante Gedanken auf eindringliche Weise an, die auch noch heute in unserer globalisierten Welt von Relevanz sind. Weder der Student noch Kalasch waren mir sympathisch. Während letzterer durch seine verrückte und impulsive Art jedoch Witz und Bewegung in die doch lahme Handlung brachte, blieb der Ich-Erzähler bis zur letzten Seite blass, undefinierbar, undurchschaubar. Dies war sicherlich vom Autor so angedacht, allerdings führt es dazu, dass die Geschichte - die der Leser ja durch seine Augen sieht - weit von mir weg blieb und keinerlei Emotionen auslöste. Hinzukam, dass seine sich doch wiederholenden inneren Monologe mich als Leser ermüdeten und mir die Lust an der Geschichte nahm. André Aciman kann eindeutig erzählen. Mit seiner leichten, aber treffenden Sprache erschafft er eine eindringliche Sommer-Atmosphäre, skizziert bildhaft die Stimmung im Café Algiers und erzeugt dieses Gefühl des Unbestimmten, das Existieren in einer Zwischenwelt, in der der Alltag gerade pausiert, in ein paar Monaten aber wieder an die Tür klopft. Leider fehlt es dieser Geschichte jedoch an Spannung, ja beinahe an einem roten Faden, der die Protagonisten lenkt. Ein Konflikt steht zwar im Raum (Kalasch Streben nach einer Greencard), doch wurde dem zu wenig Raum gegeben. Stattdessen verliert der Autor sich in Wiederholungen der immer gleichen Gedanken, der immer gleich ablaufenden Frauengeschichten etc. ... Die Einrahmung der Erzählung vom Sommer 1977 durch einen Prolog und Epilog in der Gegenwart erschien mir darüber hinaus unnötig, scheint der Ich-Erzähler doch auch circa 30 Jahre später kein klares Profil entwickelt zu haben, sondern sich seit seiner Studentenzeit nicht weiterentwickelt zu haben. Aciman hat eine interessante Konstellation in den Mittelpunkt seiner Geschichte gerückt und schafft es, einen mit seinem erzählerischem Talent zu begeistern. Nichtsdestotrotz passiert in dem Roman eigentlich über 300 Seiten nicht, was einen hinreißt, anregt oder in Spannung versetzt. Deswegen leider nur Durchschnitt.

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    • 2
  • Harvard-Sommer

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Buecherschmaus

    Es ist ein Sommer Ende der 70er Jahre in Cambridge, Massachusetts. Wochenlang herrscht eine erdrückende Hitze. Der unbenannte Ich-Erzähler ist einer der letzten Studenten, die noch auf dem berühmten Campus der Harvard-University ausharren. Er ist durch die Prüfungen gefallen und muss sich auf die Wiederholung im Januar vorbereiten. Er ist bedrückt und eine gewisse Zukunftsangst beschleicht ihn. Die Freunde sind alle auf Studien- , Heimat- oder Ferienaufenthalt. So liest er viel, sitzt in der Sonne, mixt sich Drinks oder hängt im Café Algiers herum. Hier, in diesem Treffpunkt maghrebinischer Auswanderer, trifft er eines Tages den Taxifahrer Kalaschnikow. Dieser ist Tunesier mit einem recht abenteuerlichen Vorleben, laut, selbstbewusst, vulgär. Ziemlich anders als der eher zurückgezogene Erzähler. Er wartet auf die ersehnte Greencard, um in den USA bleiben zu können. Seine nicht zuletzt zu diesem Zweck geschlossene Ehe gefährdet er durch reichliche, relativ wahllose Abenteuer mit Frauen. Im Gegensatz zum Ich-Erzähler ist er ein wahrer Womanizer. Gemeinsam ist ihnen aber das Gefühl der Wurzellosigkeit, des Nicht-richtig-dazugehörens und die Sehnsucht nach dem Mittelmeer und Frankreich. Denn auch der Erzähler stammt aus Ägypten, wurde dort zehn Jahre zuvor als Jugendlicher wegen seiner jüdischen Herkunft ausgewiesen. Familiäre Bindungen scheint er nicht zu besitzen oder zumindest nicht zu pflegen. So trifft ein Heimatloser auf den anderen, und trotz ihrer Verschiedenheit ziehen die beiden einen Sommer gemeinsam durch das Leben. Dass die Beziehung recht einseitig ist, dass der Erzähler im Gegensatz zu Kalaschnikow ganz andere Möglichkeiten besitzt, wird nach und nach deutlich. Es wird bei diesem einen "Sommer mit Kalaschnikow" bleiben. Aciman beschreibt die Personen seines Romans sehr genau und akribisch. So entstehen sie für den Leser recht plastisch, besonders Kalaschnikow ist ein besonderer und widersprüchlicher Typ. Zum Teil tut der Autor aber auch zu viel des Guten und erklärt und psychologisiert zu breit. Trotzdem werden die Beziehungen nicht ganz klar. Besonders die unzähligen Frauengeschichten erschienen mir nicht ganz glaubwürdig. Trotz Abstand zum Geschehen, der Roman wird im Rückblick mit 40jähriger Distanz erzählt, gelingt es dem Ich-Erzähler nicht, gelassen auf sein einstiges Ich zu schauen, sondern er scheint unter einem steten Erklärungs- und Rechtfertigungszwang. Was den Roman von André Aciman dennoch lesenswert macht, ist neben dem gelungenen Stil, dass der Autor es wunderbar versteht, Atmosphären zu schaffen. Sowohl die Atmosphäre auf dem sommerlichen Campus, im Café Algiers, auf der sonnendurchglühten Dachterrasse oder im Taxi mit Kalasch ist wunderbar eingefangen. Dieses Gefühl einer Zwischenzeit, zwischen zwei Semestern, zwischen zwei Prüfungen, zwischen dem Antrag auf eine Greencard und dem Bleiberecht, ist sehr gut getroffen. Deshalb vermag der Leser über die weniger gelungenen Passagen hinwegzulesen und es hinterlässt am Ende das Gefühl einer angenehmen, sommerlichen Lektüre.

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    • 3
  • 4,5 Sterne für das ganz besondere Etwas...

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Floh

    Was passiert, wenn charakteristisch gesehen Welten einen Sommer zusammen erleben? In "Mein Sommer mit Kalaschnikow" erleben wir ein ganz außergewöhnliches literarisches Werk des Autors Andre Aciman. Ein Buch, welches durch seine besondere Art und Einzigkeit überzeugt und bewegt und unterhält. Inhalt: "Es ist ein heißer Sommer in Cambridge, Semesterferien, und ein jüdischer Literaturstudent aus Alexandria bleibt auf dem verlassenen Campus zurück. In einem Café begegnet er einem tunesischen Taxifahrer mit dem Spitznamen Kalaschnikow - dieser redet nicht nur schnell, er beeindruckt auch durch sein smartes, einnehmendes Auftreten. Die beiden schließen Freundschaft und sinnieren fortan über das Leben, jagen Frauen hinterher, rasen mit dem Taxi durch die Nacht und schimpfen auf Amerika. Bis der Herbst beginnt und sich alles zu verändern droht. Ein intensiver, intelligenter Roman über das Leben in der Fremde, Sehnsucht und die wahre Bedeutung von Freundschaft." Zum Schreibstil: Autor Andre Aciman versteht sein Können und beweißt Mut, durch seinen eigenen Stil. Er erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Ich-Erzählers und lässt seinen Roman zu einem erzählerischen Abenteuer werden. Ich bin noch immer ganz gewesselt, von der Art und Weise, wie es dem Autor gelingt durch seine außergewöhnliche Art zu begeistern und die Geschichte so durchdringend zu schildern. Toll. Dies schafft er zum Einen durch seinen besonderes lockeren und unterhaltsamen Schreibstil und der feinen Note aus verschrobenen Protagonisten und Wortgewandtheit. Der Autor Aciman blickt in das gestörte Seelenleben der Charaktere und vermittelt dem Leser das Gefühl Teil der Handlung zu sein, jedoch nicht eingreifen zu können. Ich mag ganz besonders das große Gefühl und die wachsene Zwiespaltigkeit, die die Protagonisten plagt. Ich mag diese Art des Schreibens und konnte somit ganz nah mit den Charakteren miterleben, was in diesem bewegenden Buch auf mich wartete. Das Schriftbild ist angenehm und die Kapitel nicht allzu lang. Die Dialoge sind knackig, emotional und sehr authentisch dargelegt. Ein Thema, was bewegt und lange nachwirkt. Charaktere: Auch bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor. Gerade Kalasch, wird hier eine zentrale Rolle einnehmen. Wer hier in die Psyche einiger Protagonisten blickt, wird den Titel neu interpretieren. Kalasch, der die Leser verblüffen und zugleich emotional bewegen wird. Autor Aciman schafft hier in seinem Werk ein stimmiges Bild der Persönlichkeiten und formt das passende Umfeld der Charaktere gleich dazu. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wichtigen Nebenrollen, kranken Psychen, gebrochenen Herzen und geschundene Seelen. Gleich zu Beginn ermöglicht die Autorin ihren Lesern ein klares Bild der einzelnen Persönlichkeiten. Trotz der eigenwilligen Charaktere birgt die Welt der Protagonisten und des Erzählers eine vielzahl von Passagen aus Humor, Ironie, Abenteuer und Lebenslust. Meinung: Manches wirkte auf mich im Geschehen sehr beklemmend und ich musste beim Lesen häufig meinen Blickwinkel verstellen, das hat mir wirklich gut gefallen. Ein grandioser und bewegender Roman, der mir sehr zusagt. Ich wurde unterhalten, durfte gespannt die Dinge verfolgen, wurde in die Irre geführt und fühlte mich in das Geschehen samt Nervenkitzel und Gefühl eingebunden. Ich wusste nie woran ich bei diesem Buch war, ich kann auch jetzt nicht in Worte fassen, was mich so sehr fasziniert....einfach lesen und überraschen lassen! Der Autor Andre Aciman versteht seine Kunst und taucht gekonnt in die Welt der Charaktere ein. Ein niveauvoller Roman, der Jung und Alt gleichermaßen erreicht! Zu Beginn kam ich etwas schleppend in die Geschichte herein, ich brauchte einige Seiten Aufwärmphase, aber dann hatte mich der Roman direkt begeistert und lange nicht mehr losgelassen. Das Preis-Leistungsverhältnis finde ich nicht ganz ausgewogen, Die Leistung ist sehr hoch, und der Preis leider auch. Dafür gab es von mir einen halben Sternabzug. Der Autor: "André Aciman wurde 1951 in Alexandria, Ägypten, geboren. 1969 ließ er sich in New York nieder. Aciman ist Romanautor, Essayist und Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft. Er gehört zu den führenden Proust-Spezialisten. Bei Kein & Aber sind bereits seine beiden Romane "Ruf mich bei deinem Namen" (2008) und "Acht helle Nächte" (2010) erschienen." Zum Cover: Es ist stimmig, erzeugt Aufmerksamkeit und ist einmalig mit Wiedererkennungswert! Hochwertig verarbeitet und absolut rund zum Rest! Fazit: Einfach ausprobieren und es wirken lassen!

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    • 4
  • Eine Freundschaft zwischen Außenseitern

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Scheherazade

    Der Erzähler erinnert sich zurück an den Sommer, als er Kalasch kennen lernte. Kalasch ist Taxifahrer, ohne Green Card und scheint nichts mit dem Erzähler, der Harvard Studenten ist, gemein zu haben. Aber ihre Liebe zu Frankreich, dem Mittelmeer und ihre Heimatlosigkeit schweißen die beiden für einen Sommer zusammen. Aber was kommt, wenn für den Studenten die Abschlussprüfungen näher kommen und für Kalasch die Abschiebung? Wie entwickelt sich diese Freundschaft? Die Geschichte wird von dem Harvard Studenten als Rückblick erzählt. Er ist ein Jude der mit seiner Familie aus Ägypten vertrieben wurde. Genauso musste Kalasch auch seine Heimat verlassen. Der Student ist ein sehr zurückhaltender Typ, während Kalasch das komplette Gegenteil ist. Diese Freundschaft ist sehr explosiv und es ist interessant ihre Entwicklung zu verfolgen. Insgesamt passiert nicht viel. Es ist ein Sommer wie ihn wohl nur Studenten erleben, jede Menge Frauen, Diskussionen im Cafés und zwischendurch Lesen auf der Dachterrasse. Allerdings erörtert der Erzähler auch sehr existenzielle Fragen und vergleicht dabei oft sein Leben mit dem von Kalasch. Der Erzählstil ist einzigartig, allerdings nicht einfach zu lesen. Das Buch ist geschrieben, als würde tatsächlich jemand erzählen. So ist es fast nie gradlinig, sondern kommt von einem Gedanken zum nächsten und von da wieder zum übernächsten, um dann auf den Ausgangspunkt zurückzukehren. Durch die sehr langen Kapitel muss man sich wirklich Zeit nehmen, da ein Unterbrechen in einem Kapitel fast unmöglich ist, ohne dabei den Faden zu verlieren. Die Charaktere sind beide sehr interessant und vielschichtig. Auch wenn sie mir nicht immer sympathisch waren, sind sie doch toll ausgearbeitet. Ihre Interessen kommen auch gut zur Geltung. So wird oft mal ein Satz auf Französisch eingestreut oder Leute werden mit literarischen Figuren verglichen. Und durch das Literaturstudium des Studenten lernt man auch einiges über die englische Literatur. Insgesamt ein tolles Buch mit einem einzigartigen Erzählstil. Ich kann es jedem empfehlen, der etwas Anspruchsvolles sucht und auch mal Charaktere kennen lernen möchte, die nicht immer nur sympathisch sind.

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    • 2
  • Leserunde zu "Mein Sommer mit Kalaschnikow" von André Aciman

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    KEIN & ABER Verlag

    Der Kein & Aber Verlag startet eine Leserunde zum neuen Roman MEIN SOMMER MIT KALASCHNIKOW von André Aciman. Ein intensiver, intelligenter Roman über das Leben in der Fremde, Sehnsucht und die wahre Bedeutung von Freundschaft. "Ich hatte einmal an diesen Ort gehört, aber war er jemals mein Zuhause gewesen? Oder war ich hier zu Hause gewesen, ohne wirklich behaupten zu können, hierherzugehören? 'Nicht im System' deckte beide Möglichkeiten ab." Der Taxifahrer Kalasch, der so schnell spricht wie eine Kalaschnikow, scheint all das zu sein, was der junge Harvard-Student nicht ist. Und doch freunden sie sich an – denn beide sind auf der Suche, befinden sich in einem Schwebezustand, fühlen sich heimatlos. Doch während sie ihre Kaffees trinken, französische Musik hören, mit dem Taxi die Stadt durchkreuzen und reihenweise Frauen verführen, vergessen sie fast, dass sich bedrohlich der Herbst nähert: Der Student wird sein Studium wieder aufnehmen, und Kalaschs Visum wird auslaufen. Welchen Weg wählen die beiden? Und was bedeutet das für ihre Freundschaft? Leseprobe: http://keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/mein_sommer_mit_kalaschnikow/index.html Wir suchen neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, in die Geschichte einzutauchen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir 20 Bücher. Beantwortet uns bis zum 16. April  2014 folgende Frage, um in den Lostopf zu springen: Aciman schreibt über zwei Menschen auf der Suche nach Freundschaft und Heimat. Uns interessiert, was ihr unter Heimat versteht? Verbindet ihr damit eine Stadt? Einen Ort? Einen bestimmten Geruch? Oder sind es eher die Menschen, die euch das Gefühl von Heimat vermitteln? Wir sind gespannt auf eure Kommentare und freuen uns auf die Leserunde. Die Gewinner werden am 17. April  an dieser Stelle bekannt gegeben! Euer Kein & Aber Verlag

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    • 307
  • Eines trennt sie: die Green Card

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    vielleser18

    23. May 2014 um 18:33

    Ein Sommer lang sind sie Freunde : Der Ägypter, der in Harvard studiert und der Taxifahrer Kalasch, der wegen seiner Tiraden meist nur Kalschnikow genannt wird. Kalsch stammt aus Tunesien, der ähnliche Migrationshintergrund verbindet die beiden. Doch anders als Kalasch besitzt der Ägypter, aus dessen Sicht der Roman wie eine Erinnerung an einen längst vergangenen Sommer erzählt wird, eine Green Card. Kalasch droht die Abschiebung aus Amerika  und dies verbittert ihn. Dennoch verbindet die beiden Männer im Sommer 1977 eine Freundschaft, geprägt von denselben Interessen: Diskutieren, Parlieren und Frauen aufreißen. Doch der Sommer geht schnell vorbei und was ist mit ihrer Freundschaft ? Das Format des Buches hat mir gefallen, es fällt eher klein aus, liegt aber gut in der Hand. Eng beschriebene Seiten lassen sich aber nicht so schnell lesen. Das Cover ist knallig, das gelbe Auto passt zum Inhalt. Der Preis ist im oberen Buchsegment, dafür ist allerdings ein ebook-Code mit inbegriffen. Meinung: Ein Buch, durch das ich mich anfangs so gar nicht gepackt hat, denn eine Handlung findet man hier kaum. Vielmehr geht es ums Kennenlernen der beiden Protagonisten, die sich vielleicht zu ähnlich sind. Doch der große Unterschied zwischen beiden ist die Green Card. Der eine darf im goldenen Land bleiben, der andere ist bedroht von der Ausreise. Der eine genießt, während der andere hadert. Der Ich -Erzähler, der die ganze Zeit namenlos bleibt, befreundet sich mit Kalasch. Doch seine eigene Haut ist ihm immer am wichtigsten. Schonungslos lässt er den Leser teilhaben an seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Reaktionen. Er reagiert menschlich - schwach und verräterisch und doch beschämend. Auch wenn mir die Lebensart der beiden Hauptprotagonisten nicht gefallen hat, schafft es Aciman sie gekonnt zu charakterisieren. Mit vielen menschlichen Facetten. Fazit: "Mein Sommer mit Kalaschnikow" ist kein 08/15 -  Buch und Aciman kann für sich beanspruchen, dass er einen niveauvollen Schreibstil hat. Am Anfang musste ich mich durchkämpfen, aber am Ende hat mich die Schilderung des Verhaltens des Protagonisten überzeugt - denn er zeigt damit ein typisches Verhalten. Mehr möchte ich nicht verraten.

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  • Es hätte so schön sein können...

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Geri

    Eine Leseprobe, die mich mit einer besonderen Atmosphäre in den Bann gezogen hat, hat mich überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen.  Es geht um einen Harvard-Studenten, der als Ich-Erzähler ohne eigenen Namen fungiert und in seiner Unizeit eine ganz spezielle Beziehung zu einem Sonderling, genannt "Kalasch", eingeht, die man nicht so leicht als Freundschaft betiteln kann. Eher können beide kaum miteinander, aber noch weniger ohne einander.  Kalasch wird als schwieriger Typ dargestellt, der alle um sich herum mit seinen Hasstiraden und knallharter Ehrlichkeit vergrault. Obwohl er dadurch wenig liebenswert erscheint, kann man ihn weit schneller ins Herz schließen, als den Erzähler, denn der bleibt die ganze Geschichte über farblos, weiß selbst nicht, was er eigentlich will und macht keinerlei Entwicklung durch, was mich besonders stark enttäuscht. Ein großes Problem hatte ich auch mit den Zeitsprüngen! Wo der Sprung ganz zu Anfang mir noch sinnvoll erscheint, da man in den ersten Zeilen einen ganz anderen Menschen kennenlernt, als er anscheinend vor einigen Jahren noch war, und man sich dadurch fragt: "Wie kam dieser Wandel zu Stande?", machen die Zeitenwechsel innerhalb der Uni-Geschichten für mich wenig Sinn. Im Gegenteil, sie verwirren und Sorgen dafür, dass ich gar nicht mehr weiß, an welcher Stelle der Protagonist sich wann befindet, was war davor und was danach...  Ich liebe es ja, wenn ein Autor Sätze zaubert, die nachhallen, die man gerne wieder und wieder liest, um anschließend weiter darüber nachzudenken. Zu Anfang der Geschichte gibt es diese Art von Sätzen häufiger, was leider im Verlauf sehr stark nachlässt und am Ende bleibt kaum noch Derartiges übrig.  Dafür findet man im letzten Teil des Buches endlich mal eine Handlung! Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, aber es passierte tatsächlich mal was.  Das Ende beschert sogar noch einen kurzen Gänsehaut-Moment, aber da dieser das einzig Emotionale an dem Buch war, bleibt im Endeffekt größtenteils die Enttäuschung.  Der Autor hat definitiv Talent, hat es aber, in meinen Augen, nicht mal annähernd genutzt. Kaum Handlung, einige Wiederholungen und den Fokus gerichtet auf unbedeutende Frauengeschichten, während wesentliche Dinge, wie die Charakterentwicklung oder -hintergründe außen vor bleiben, ist mir zu wenig! Fazit: 2,5 Sterne, die ich gerne auf 3 aufgerundet hätte, da der Schreibstil an sich sehr atmosphärisch ist, aber wenn ich mich ständig zum Lesen aufraffen muss, läuft gewaltig etwas schief. Nichtsdestotrotz sollte sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden, da ich glaube, dass dieses Werk stark polarisiert.

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    • 4
  • Guter Schreibstil, Schwächen bei den Charakteren

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Buchina

    20. May 2014 um 14:36

    Der Roman startet im Hier und Jetzt. Vater und Sohn befinden sich auf einer Tour durch verschiedene Colleges. An seinem alten College wird der Vater sentimental und erinnert sich an die guten alten Zeiten. Dabei besonders an den Sommer kurz vor seinem Promotionsabschluss in den 1970ern. Die Studierenden und Lehrenden waren unterwegs in den Sommerferien und nur wenige waren an der Uni. Er musste bleiben, da er Prüfungen wiederholen musste. Er fühlt sich einsam und sucht sich Ablenkung in einem Cafe. Dort trifft er auf Kalasch. Wie er stammt er aus Nordafrika und auch er fühlt sich einsam. Damit sind die Gemeinsamkeiten fast schon benannt, denn unterschiedlicher könnten zwei Personen nicht sein. Der eine Taxifahrender Moslem, der andere jüdischer Doktorant. Dennoch verbindet die zwei etwas und sie verbringen den Sommer zusammen. Der Ich-Erzähler bleibt im ganzen Roman namenslos und irgendwie blieb er für mich auch kaum greifbar. Seine Gedanken und Handlungen waren für mich zum Teil schwer nachvollziehbar. Im Laufe des Romanes wurde er mir richtig unsympathisch. Kalasch ist mir vom Typ auch nicht sympathisch, aber er war für mich greifbar und nachvollziehbar. Der Roman lässt mich etwas unbefriedigt zurück. Einerseits bin ich vom Sprach- und Schreibstil des Autor begeistert. Ich konnte mir dank der Beschreibungen, das Leben auf dem Campus während der Sommermonate sehr gut vorstellen. Die Stimmung hat der Autor sehr gut rübergebracht. Leider kam ich mit den beiden Protagonisten nicht zurecht. Nicht nur waren sie mir zum Großteil unsympathisch, der Autor konnte mir die Veränderungen, vor allem des Ich-Erzählers nicht glaubhaft vermitteln. Insgesamt ein gut geschriebener Roman, der die Zerissenheit von Einwanderern aufzeigt, aber mich nicht wirklich mitnehmen konnte.

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  • André Aciman - Mein Sommer mit Kalschnikow

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    miss_mesmerized

    19. May 2014 um 18:53

    Mit seinem Sohn ist der Ich-Erzähler in Harvard, um diesen für ein Studium dort zu begeistern. Beim Wandeln durch die ehrwürdigen Hallen fällt ihm sein letzter Sommer als Student wieder ein, der Sommer nach der verpatzten Prüfung, in dem er Kalasch kennen lernte. Der gebürtige Ägypter trifft den tunesischen Taxifahrer im Café Algiers und ist von dessen aufbrausender Art und seiner Ablehnung Amerikas zugleich fasziniert und abgestoßen. Sie bilden ein seltsames Gespann, gemeinsam ist ihnen vor allem die Sprache und Erinnerungen an Frankreich, ansonsten eint sie wenig. In diesem Sommer wird der Erzähler erwachsen, in der Spiegelung zu Kalasch findet er seinen Platz in dem Land, das ihm bis dato fremd blieb. Acimans Roman ist nicht leicht zu fassen. Die beiden Protagonisten finden zueinander, entfernen sich wieder, lernen von einander, verachten sich bisweilen. Als Leser hat man es nicht leicht dem Erzähler zu folgen, zu oft sind seine Handlungen frustrierend, sein Verhalten unmöglich. Auch Kalasch ist kein leichter Charakter, er bietet zahlreiche Reibungspunkte. Überzeugen kann das Buch durch den Ausdrucksreichtum und die treffenden Beschreibungen, das Harvard Ende der 70er Jahre entsteht vor dem Leser und nimmt ihn in sich auf. Trotz allem bleibt man am Ende unbestimmt unzufrieden zurück - ein buch, nicht leicht zu fassen.

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  • Vielleicht war es SEIN Leben, das ich unbedingt einmal ausprobieren wollte.

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    serendipity3012

    Vielleicht war es sein Leben, das ich unbedingt einmal ausprobieren wollte. Cambridge, Harvard, in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Zwei junge Männer, Einzelgänger, die als Fremde ins Land kamen, werden Freunde und verbringen einen Sommer miteinander. Der Erzähler ist Doktorand, hat seine Freunde von der Universität verabschiedet, sie werden die Ferien im Ausland verbringen. Er aber muss sich auf wichtige Prüfungen vorbereiten und hat sich ein enormes Pensum an Lektüre auferlegt, das er in dem Sommer, in dem die Geschichte spielt, durcharbeiten muss. Von der gemeinsamen Zeit der beiden erzählt André Aciman in seinem neuen Roman „Mein Sommer mit Kalaschnikow“. Kalasch, der tunesische Taxifahrer, wird „Kalaschnikow“ genannt, weil er laut und schnell spricht. Sein Auftreten ist stark, sein Meinungen auch. Er ist ein Heimatloser ebenso wie der für den Leser namenlose Ich-Erzähler, der aus Ägypten stammende Jude. Dieser hat allerdings eine Green Card und die Gewissheit, dass er in den USA bleiben kann, während Kalasch befürchten muss, bald abgeschoben zu werden. Die beiden verbringen eine intensive Zeit miteinander, reden, trinken, machen Frauenbekanntschaften. Dabei unterscheiden sie sich charakterlich sehr. „Ich verhielt mich ausweichend, er war offen und direkt. Ich erhob selten meine Stimme, er war die lauteste Person am Harvard Square. Ich war verkrampft, verhalten, schüchtern, er unbesonnen und brutal, ein Pulverfass. Er tat freimütig seine Meinungen kund, ich verschloss alles in meinem Inneren.“ Aciman vermag es sehr gekonnt, Stimmungen zu erzeugen. Den trockenen, heißen Sommer beschreibt er so plastisch, dass man die Hitze fast zu spüren scheint. Die Situation, wenn das „normale Leben“ eine Pause einlegt, wenn man stärker als gewohnt auf sich selbst zurückgeworfen ist, wenn die Welt sich langsamer zu drehen scheint, spürt man deutlich. Das alles ist stark und melancholisch erzählt und erzeugt einen starken Sog, so dass es mehr nicht braucht. Dabei ist die Sichtweise auf das Geschehen recht konzentriert und fokussiert: Der Leser erfährt Vieles nicht, gerade den Erzähler betreffend, so dass die Geschichte immer auch wie ein bloßer Ausschnitt aus einem Leben wirkt, das Fehlende immer mitschwingt. Beide Männer sind keine zweifelsfreien Sympathieträger und der Ich-Erzähler beschönigt sein zuweilen feiges Verhalten nicht. Er erklärt – nachvollziehbar – aber entschuldigt sich nicht. Und da kündigt sich dann auch an – schon ganz zu Beginn des Romans – dass der besagte Sommer ein Ausnahmezustand ist, dass er vorübergehen wird und dass das, was ihn ausgemacht hat, nicht hinüber zu retten sein wird in den Herbst und ins normale Leben. Es kann nicht anders sein. So bleibt auch beim Leser ein Gefühl der Melancholie zurück, wenn er das Buch dann zuklappt, eine Ahnung der Heimatlosigkeit, die Kalasch und den Erzähler zusammengebracht hat.

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    • 3

    serendipity3012

    16. May 2014 um 19:08
    Floh schreibt Tolle Rezi. Ich stecke gerade noch mitten im zweiten Leseabschnitt, aber dank deiner Rezi freue ich mich aufs Weiterlesen!

    Vielen Dank, in der Leserunde stehe ich aber bisher ziemlich alleine da mit meiner sehr positiven Meinung zu dem Roman...

  • Einen Sommer lang ...

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    esposa1969

    14. May 2014 um 14:01

    Hallo liebe Leser, gerade durfte ich wieder an einer Leserunde teilnehmen und berichte euch heute über diesen Roman: == Mein Sommer mit Kalaschnikow == Autor: André Aciman == Buchbeschreibung: == Es ist ein heißer Sommer in Cambridge, Semesterferien, und ein jüdischer Literaturstudent aus Alexandria bleibt auf dem verlassenen Campus zurück. In einem Café begegnet er einem tunesischen Taxifahrer mit dem Spitznamen Kalaschnikow - dieser redet nicht nur schnell, er beeindruckt auch durch sein smartes, einnehmendes Auftreten. Die beiden schließen Freundschaft und sinnieren fortan über das Leben, jagen Frauen hinterher, rasen mit dem Taxi durch die Nacht und schimpfen auf Amerika. Bis der Herbst beginnt und sich alles zu verändern droht. Ein intensiver, intelligenter Roman über das Leben in der Fremde, Sehnsucht und die wahre Bedeutung von Freundschaft. == Leseeindrücke: == Erst einmal möchte ich positiv hervorheben, dass das Buch in der ersten Person, also aus der Ich-Perspektive - verfasst worden ist, das macht es mir immer leichter sich in die Protagonisten hinein zu versetzen. Wobei dieser Protagonist - also einer von den beiden - ziemlich namenlos ist. Auch das im Buch integrierte Lesezeichen ist erwähnenswert, weil es einfach immer da bleibt wo es sein soll. Der Ich-Erzähler berichtet von seinem Leben als Harvard-Student, was er in diesem heißen Sommer so macht, dass er sporadisch jobbt, dass er sonnenbadet, wie er von Cafes zu Cafes streift. Wir lernen ihn und seine Gewohnheiten so besser kennen. In einem dieser Cafes lernt er dann den tunesischen Taxifahrer Kalasch kennen. Durch sein französisch, maschinenartiges Geplapper magisch angezogen, fühlt er sich ihm hingezogen. Mr. Maschinengewehr Kalasch, etwa 34 Jahre alt, mit ausgebleichter Armeejacke, kann man sich sowohl optisch, als auch charakteristisch gut vorstellen. Nach dem Lesen des ersten Leseabschnittes, bekommt der Buchtitel einen ganz neuen Sinn: "Mein Sommer mit Kalaschnikow". Klar, Mr. Maschinengewehr gepaart mit dem Namen Kalasch = Kalaschnikow. Sehr witzige Wortspielerei. Ich musste sofort weiterlesen, da mir der Schreibstil so gut gefallen hat, gerade eben diese ich-Erzähl-Perspektive und außerdem bekam ich so Lust auf den Sommer! Also habe ich das Buch in fast einem Rutsch verschlungen. Wie der Buchtitel bereits erahnen lässt, geht es um einen einzigen Sommer, den der Erzähler mit seinem neuen Freund Kalasch verbringt, eine Männerfreundschaft, die vielleicht den Sommer nicht überdauern wird? Das verrate ich euch aber nicht, vielleicht gibt es ja doch noch eine Wendung, das mögt ihr bitte selbst lesen. Die Unterhaltungen der beiden haben sehr gut zu meiner Unterhaltung beigetragen. Der Schreibstil ist einfach zu lesen, die Handlung nicht originell, aber fesselnd. Beide Charaktere sind sehr gut beschrieben und passen zu dem, was wir lesen. Mich hat dieser Roman bestens unterhalten und ich vergebe 5 von 5 Sternen! Vielen Dank für´s Lesen! by esposa1969

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  • Die Erinnerung an einen besonderen Sommer

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    freiegedanken

    13. May 2014 um 21:51

    André Acimans neuer Roman beginnt damit, dass sich Vater und Sohn die Universität Harvard anschauen, wobei der Vater – Erzähler seiner Geschichte – in Erinnerungen an die eigene Uni-Zeit in Cambridge, zu schwelgen beginnt. Er erinnert sich an den Sommer im Jahr 1977 als er beim Lesen im Stammcafé auf den Berber Kalasch traf. Der namenlose Ich-Erzähler, Doktorand in Literatur, bereitet sich auf seine abschließende Prüfung vor und lebt ein recht zurück gezogenes Leben. Seine Wurzeln liegen in Ägypten, wo er im jüdischen Glauben erzogen wurde. Kalasch, der auch Kalaschnikow genannt wird, ist ebenfalls Fremder in den USA. Er kommt aus Tunesien und schlägt sich in den Staaten als Taxifahrer durch. Im Gegensatz zum Hauptprotagonisten, der eine Green Card besitzt, droht ihm eine Abschiebung. Die beiden Hauptpersonen dieses Buches haben also auf den ersten Blick nicht viel gemein. Die Entwurzelung aus ihrer Heimat und die damit verbundenen Sehnsüchte nach einem zu Hause, welches beide Figuren (noch) nicht in den USA gefunden haben, bilden die Basis ihrer kurzen Freundschaft. Mit Kalasch schuf Aciman eine polarisierende Romanfigur, die – ausgestattet mit einer beeindruckenden Menschenkenntnis – Jedem ungefragt die Meinung ins Gesicht sagt, gegen Amerika und seine Extreme wettert und hemmungslos der Frauenwelt verfallen ist. Gegen ihn bleibt die eigentliche Hauptfigur uninteressant und das ist für mich der wesentliche Kritikpunkt dieses Romans. Dank seines tunesischen Freundes erlebt der Erzähler einige sexuelle Abenteuer und er geht auch ernstere Liebschaften ein, alle jedoch verlaufen durch seine Bindungsängste im Sande. Selbst die Freundschaft zu Kalasch gleicht einer Achterbahnfahrt, man bekommt den Eindruck, dass sich der Erzähler – trotz seiner Suche nach Geborgenheit - nur schlecht auf Personen einlassen kann, lieber isoliert bleibt. Für mich ist daher sein Verhalten und seine Wahrnehmung in verschiedenen Szenen fremd und ich habe mich zu oft über ihn ärgern müssen. Außerdem fand ich die Rahmenhandlung nicht ausgereift genug und einfach ein bisschen fad. Dennoch kann ich dieses Buch als lesenswert weiter empfehlen, denn Aciman kann zweifelsohne erzählen. Er beschreibt stimmungsvoll das Treiben auf dem Campus, die sommerliche Atmosphäre in den Straßen Cambridges und nicht zuletzt sind die Dialoge mit Kalasch ein wahres Highlight. Mir gefiel es auch wie reflektiert der Erzähler sein Verhalten im Nachhinein betrachtet. (Ich habe immer zwischen 3 und 4 Punkten geschwankt. Im Vergleich schneidet es leider schlechter ab.)

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  • Zwei Jungs und ein heißer Sommer in Harvard

    Mein Sommer mit Kalaschnikow

    Corsicana

    13. May 2014 um 15:24

    Das Buch beginnt zwar mit einem Prolog in der heutigen Zeit - spielt aber eigentlich im Jahre 1977 in Harvard. Es sind Semesterferien und der Erzähler muss sich auf die Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung vorbereiten. Alle Kommilitonen sind auf Reisen, der Erzähler verbringt daher seine Tage meist alleine und lesend - und seine Lebenskrise wird ihm immer bewusster, er fühlt sich als Außenseiter und einsam und er zweifelt daran, jemals irgendwo dazuzugehören. Dann lernt er (als aus Ägypten stammender Jude, der als Jugendlicher aus Ägypten ausgewiesen wurde), einen Taxifahrer kennen, der auch aus Nordafrika stammt - und schon sind die beiden in Kontakt und verbringen den Sommer zusammen. Ihre Gemeinsamkeiten sind die Französische Sprache, die Sehnsucht nach dem Mittelmeer und die Heimatlosigkeit, die sie verspüren, seitdem sie ihre Heimat verlassen haben. Ansonsten sind die beiden nach Außen hin grundverschieden - Kalasch, der Taxifahrer, redet schnell wie ein Maschinengewehr - daher der Titel des Buches, Der Erzähler ist eher ruhig. Kalasch sagt immer und jederzeit seine Meinung - der Erzähler hält sich eher zurück, Aber innerlich fühlt sich der Erzähler sehr zu Kalasch hingezogen - da er denkt, er wäre genauso geworden, wenn er noch in seiner Heimat leben würde. Heimatlosigkeit spielt insgesamt eine große Rolle in diesem Buch. Inzwischen sind beide in Amerika gelandet - jedoch mit komplett unterschiedlichen Voraussetzungen. Der Erzähler hat eine Greencard, Kalasch droht die Abschiebung. Die Zusammengehörigkeit ist also brüchig. Gemeinsam mit Kalasch erlebt der Erzähler eine späte Pubertät, mit vielen Ausgeh-Abenden, viel Wein und vielen Frauen. Aber irgendwann ist der Sommer zu Ende..... Das Buch lässt mich persönlich etwas ratlos zurück. Einerseits ist es ein wunderschön geschriebenes Buch - die Beschreibungen des Sommers, der Hitze, der Cafes, der Menschen im Cafe - ich konnte es fast spüren. Dazu die vielen eingeflochtenen  französischen Sätze,  die Schilderungen der mediteranen Lebensart - das hat mir sehr gefallen und viele schöne Stimmungen im Buch erzeugt. Was mich nicht überzeugt hat, waren die Charaktere der Protagonisten. Zum einen, weil sie nicht sehr positiv waren. Nun müssen Protagonisten nicht zwangsläufig nur positiv sein - aber es erleichtert in der Regel doch den Zugang. Zum anderen passten für mich viele der recht analytisch ausgedrückten Personenbeschreibungen nicht zu den Handlungen der Personen. Und manches am Inhalt erschien mir auch übertrieben und nicht notwendig für die Geschichte - es waren mir etwas zu viele Frauen in die beiden verliebt und die Tatsache, dass ein Taxifahrer plötzlich Sprachlehrer in Harvard wird, war mir auch zu unglaubwürdig. Am Ende läuft das Buch für mich etwas zu flach aus - auch wenn der Erzähler wohl im Endeffekt dann den Weg ins Leben findet, was sich jedoch eher aus dem Prolog aus als dem Buch erschließt . Also vielleicht ein Buch übers Studentenleben? Irgendwie auch nicht richtig.....   Daher vergebe ich für den Inhalt 3 Sterne - aber da die Sprache so schön war, sind es dann doch 4 Sterne geworden.  

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