André Georgi

 4.2 Sterne bei 128 Bewertungen
Autor von Tribunal, Die letzte Terroristin und weiteren Büchern.
Autorenbild von André Georgi (©Jörg Dieckmann / Quelle: Suhrkamp)

Lebenslauf von André Georgi

André Georgi, Jahrgang 1965, studierte nach seinem Abitur Philosophie und Germanistik in Freiburg, Berlin und Wien. Zudem besuchte er die Autorenschule Hamburg/Berlin, an der er später als Lehrer unterrichtete. Georgi ist nicht nur als Schriftsteller von "Tribunal" bekannt, sondern vor allem auch als Drehbuchautor. Als solcher hat er unter anderem Drehbücher für den "Tatort" und andere Krimi-Serien geschrieben. André Georgi lebt seit 2009 in Bielefeld.

Alle Bücher von André Georgi

Cover des Buches Tribunal (ISBN: 9783518465158)

Tribunal

 (75)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Die letzte Terroristin (ISBN: 9783518467800)

Die letzte Terroristin

 (52)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Der Vielwisser (ISBN: 9783865256683)

Der Vielwisser

 (0)
Erschienen am 17.09.2018
Cover des Buches Figurenkonstellationen (ISBN: 9783886613519)

Figurenkonstellationen

 (0)
Erschienen am 31.12.2019
Cover des Buches Tribunal (ISBN: B00KC2GRV2)

Tribunal

 (1)
Erschienen am 23.05.2014
Cover des Buches Die letzte Terroristin (ISBN: B07YG5RN3B)

Die letzte Terroristin

 (0)
Erschienen am 10.10.2019

Neue Rezensionen zu André Georgi

Neu

Rezension zu "Die letzte Terroristin" von André Georgi

Der Kampf BKA gegen RAF - spannend!
Callsovor einem Jahr

RAF gegen BKA ! Die Terrorgruppe RAF sorgt in der Bevölkerung  für Schrecken und Aufruhr und das BKA ermittelt unter Hochdruck. Die gegensätzlichen Interessen werden in dem Buch anschaulich, authentisch und spannend skizziert.

Autor Ande Georgi hat einen recht eigenwilligen Stil - manchmal fabriziert er kurze Sätze direkt auf den Punkt. Häufig passt das sehr  gut zum Buch.

Mitunter ist es ein politischer Thriller, gleichwohl gelingt es dem Autor wunderbar, die handelnden Personen in den Vordergrund zu stellen. Insofern fiebert man mit und trotz aller politischer Brisanz menschelt das Buch immer wieder.

Zwischendurch gab das Buch richtig Gas, war enorm spannend und ließ sich wunderbar lesen.

Unterm Strich ein feiner, solider Thriller mit einem sehr speziellen und seltenen Schwerpunkt.





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Rezension zu "Die letzte Terroristin" von André Georgi

Die dritte Generation.
Gulanvor einem Jahr

Oben auf dem Brief prangen der rote Stern und das Sturmgewehr. Darunter bekennt sich das Kommando Holger Meins zu dem Attentat. Kawert lässt den Brief sinken und schaut zurück auf das Desaster hinter ihm, auf den völlig zerstörten Wagen, auf Wegners halb von Kawerts Mantel bedeckte Leiche. Noch nie in seinem Leben – noch nie – hat Kawert sich so sehr wie ein Versager gefühlt wie heute. (Auszug Seite 30)

Das frisch vereinte Deutschland im Jahr 1991: Treuhand-Chef Hans-Georg Dahlmann hat den undankbarsten Job im Land: Er muss die ostdeutsche Staatsbetriebe privatisieren und dabei versuchen, genügend Jobs im Osten zu erhalten. Doch die westdeutsche und ausländische Wirtschaft wollen im Osten eher Schnäppchen machen. So wird Dahlmann zwischen den Positionen zerrieben und angefeindet. Er steht bereits auf der Liste der Roten Armee Fraktion.

In dieser Situation bewirbt sich eine junge Frau bei ihm um eine Assistentenstelle, Sandra Wellmann. Eine ehemalige Kommillitonin seiner Tochter, begabt und strebsam. Dahlmann stellt sie ein und sie wird schnell seine rechte Hand. Doch was er nicht weiß: Wellmann ist während des Studium von der RAF rekrutiert worden. Sie soll ihn ausspionieren, einen Anschlag vorbereiten. Doch ihre Entschlossenheit wird auf eine harte Probe gestellt, denn Dahlmann ist kein Raubtierkapitalist. Er kennt Marx und Engels besser als sie, er kämpft gegen andere, um den totalen Ausverkauf zu verhindern, er protegiert sie.

Währenddessen versucht BKA-Abteilungsleiter Andreas Kawert die dritte Generation der RAF aufzuspüren. Anders als die vorherigen RAF-Generationen hinterlässt diese kaum Spuren. Kawert hat viel Mühe investiert, um ein V-Mann-Netz aufzubauen, um die RAF zu infiltrieren. Doch den Anschlag auf den Bankchef Wegner konnte Kawert nicht verhindern. Nun steht er unter enormen Druck. Denn er ahnt, dass Hans-Georg Dahlmann der nächste auf der Todesliste der RAF ist.

Autor André Georgi ist vor allem als Drehbuchautor tätig und hat für zahlreiche TV-Reihen und Fernsehfilme die Vorlage verfasst. 2014 gab er sein Debüt als Autor mit dem starken Thriller Tribunal über den Bosnienkrieg und die Kriegsverbrecherprozesse in Den Haag. Und auch mit seinem zweiten Buch bleibt er dem Sujet des Politthrillers treu. Wer sich in der Geschichte der Bundesrepublik ein wenig auskennt, der wird erkennen, was Georgi hier zu einem fiktiven Politthriller zusammenbraut. Das Attentat auf Alfred Herrhausen, der Mord an Detlev Rohwedder, der Polizeizugriff in Bad Kleinen. Alles mehr als 25 Jahre her, von einigen sicherlich längst vergessen (wie die RAF) – ist das heutzutage noch der richtige Stoff für einen spannenden Thriller?

Das kann ich absolut bejahen. Das gilt auch für die vielen, die die Ereignisse von damals kaum noch präsent haben dürften. Georgi schreibt spannend, mit dem richtigen Gespür für Tempo und Dialoge. Aber es funktioniert genauso für jemanden wie mich, den die Geschichte der RAF schon immer faszinierte, seitdem ich als Neunjähriger in den Fernsehnachrichten die Bilder vom Tatort des Mordes an Gerold von Braunmühl gesehen hatte. Ich kenne die Fakten, dementsprechend das grobe Gerüst des Plots bis hin zum Ende – und trotzdem war es für mich nicht langweilig, sondern ich fühlte mich gut unterhalten. Zum einen durch die fiktiven Parts, die alternativen Erklärungsansätze, manche nennen es Verschwörungstheorien (der Mord an Rohwedder wird offiziell immer noch der RAF zugeschrieben und die Spuren weisen auch eindeutig in diese Richtung, doch es gab immer mal wieder Zweifel an der Version). Zum anderen an dem präzisen Blick des Autors für die verschiedenen Figuren und den deutschen Realitäten Anfang der Neunziger, die er mit teilweise spitzer Feder beschreibt.

Wo sind die Erben des Sozialismus, die uns beistehen und den Anschluss rückgängig machen? Denen wir gezeigt haben, dass wir bereit sind, alles aufzugeben? Eine satte, selbstzufriedene Landschaft verweigert den Ausnahmezustand. Eine Partisanin sticht den Leviathan mit einer Tannennadel in den Fuß, der Leviathan spürt ein Kitzeln, lacht ein frühlingsblaues Lachen und holt die Fliegenklatsche. Zehn Minuten noch oder zehn Wochen, dann klebe ich als zermatschtes Insekt an der Windschutzscheibe von DaimlerAudiBMWOpelVWPorscheland. (Seiten 249-250)

Der Roman wurde nach einem Drehbuchs des Autors auch als Zweiteiler verfilmt. Am 5.und 7. November 2018 lief im ZDF „Der Mordanschlag“. Nach dem zweiten Teil folgte dann noch eine 45-minütige Dokumentation. Die Hauptrollen spielen Petra Schmidt-Schaller als Sandra Wellmann, Ulrich Tukur als Hans-Georg Dahlmann, Jenny Schily als Terroristin Bettina Pohlheim und Maximilian Brückner als Andreas Kawert. Der Film ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt worden (u.a. Susanne von Borsody, Stefanie Stappenbeck, Christoph Bach, Alexander Held). Ein exzellenter Cast, bei dem – wieder einmal – Tukur als harter, aber herzlicher Macher mit Augenmaß herausragt. Dagegen bleibt Schmidt-Schaller etwas blass, was auch daran liegen könnte, dass man als Zuschauer lange rätselt, warum sie überhaupt bei der RAF mitmacht, wirkt sie doch über weite Strecken eher wenig kämpferisch.

Dadurch, dass Drehbuch und Buch aus einer Hand kommen, sind Buch und Film auch nahe beieinander. Das Spiel, dass Georgi um Fakten und Fiktion treibt, ist im Film noch einen Tick extremer, da einige Szenen (insbesondere beim Attentat auf Wegner/Herrhausen) sehr eng an den tatsächlichen Ereignissen angelehnt inszeniert wurden und die alten Bilder dem Zuschauer wieder ins Gedächtnis kommen. Um die Verschwörungstheorien jedoch nicht allzu sehr ins Kraut schießen zu lassen, wird die Täterschaft der RAF in der anschließenden Dokumentation noch mal deutlich betont. Ansonsten verfolgt diese eher die Person Rohwedder und sein Wirken in der Treuhand und weniger der RAF. Das fand ich ein wenig schade, aber neue Erkenntnisse beim Mord an Rohwedder sind wohl nicht mehr zu erwarten. Die RAF hat sich zum Mord bekannt, Haarspuren des in Bad Kleinen getöteten Terroristen Wolfgang Grams wurden am Tatort gefunden, die genauen Täter sind bis heute nicht ermittelt und werden es wohl auch nie.
Insgesamt war der Fernsehfilm durchaus passabel, allerdings gelingt es ihm – anders als dem Buch – zu selten, die Tiefe der Figuren auszuloten. Insofern gibt es von mir eine klare Empfehlung für das Buch für alle Freunde des gepflegten Politthrillers.

Kommentare: 2
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K

Rezension zu "Die letzte Terroristin" von André Georgi

Macht richtig Spaß!
Kaffeesatz19vor 2 Jahren

Gute Unterhaltung zum Thema RAF. Spannender und flüssig zu lesender Thriller. Gelungene Verknüpfung von Fakten und Fantasie.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Tribunal

Mutige LeserInnen gesucht! Zusammen mit dem Autor André Georgi möchten wir Euch zu einer Thriller-Leserunde der Extraklasse einladen: In Tribunal ist Hochspannung garantiert… Um einen Kriegsverbrecher zu überführen und Tausenden Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, setzt Jasna Brandič ihr Leben aufs Spiel. Ihre letzte Hoffnung ist ein Mann, der über Leichen ging und der sie vor eine schwerwiegende Entscheidung stellt.

Den Haag: Kovać, ehemaliger Kommandant einer Elitetruppe der serbischen Armee, ist wegen Massenmordes angeklagt. Jasna Brandič, Topermittlerin einer internationalen Spezialeinheit, hat nach langen Ermittlungen einen Kronzeugen, der Kovać' Schuld eindeutig beweisen kann. Am Tag der Verhandlung bringt ein Attentat alles zum Scheitern. Jasna steht vor einem Scherbenhaufen. Da erreicht sie die Nachricht, dass jemand aus Kovać' engstem Kreis bereit ist, gegen seinen ehemaligen Weggefährten auszusagen – vorausgesetzt, Jasna schützt ihn vor seinen eigenen Leuten. Sofort reist Jasna nach Belgrad. Gegen den Willen ihrer Vorgesetzten versucht sie, den Mann zu finden und vor das Tribunal zu bringen. Um das zu verhindern, sind Kovać' Anhänger zu allem bereit… Zur Leseprobe »

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Wer Lust auf einen politischen Thriller von einem der gefragtesten Tatort-Autoren hat, ist in dieser Leserunde genau richtig. André Georgi freut sich schon auf die Diskussion mit Euch:  »Es war beim Schreiben nicht immer einfach und ich glaube, es ist beim Lesen auch nicht immer einfach … Ich bin sehr neugierig, was Ihr denkt und was Ihr zu den verschiedenen Themen und den formalen Entscheidungen, die ich getroffen habe, sagen werdet. Ich freue mich, in eine wirkliche Diskussion über dieses Buch einzusteigen.«

Wir verlosen 25 Exemplare von Tribunal unter allen, die uns bis Dienstag, den 29. April 2014, Folgendes verraten:

Was macht Dich zum mutigen Leser/ zur mutigen Leserin?

Wir sind gespannt!

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André Georgi, geboren 1965 in Kopenhagen, ist in Berlin aufgewachsen. Er studierte Philosophie und Germanistik und lebt als Drehbuchautor und Dramaturg in Bielefeld. Von ihm stammen zwanzig Drehbücher zu Fernsehkrimis – darunter für den Tatort, für Bella Block und die Verfilmungen von Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach und Siegfried Lenz.

Zur Webseite des Autors »

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