André Groenewoud

 4,4 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor*in von Jahrhundertverbrechen, Das wollte ich Ihnen noch sagen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

André Groenewoud, Jahrgang 1972, arbeitete als Chefreporter und Autor für die Bunte in München und Paris, schrieb für den stern und war Korrespondent der Reportage-Agentur Zeitenspiegel in New York. Zuletzt arbeitete er fürs ZDF im Südostasien-Studio in Singapur. Groenewoud veröffentlichte 2019 das Buch »Das wollte ich Ihnen noch sagen - ein Jahrhundert im Gespräch« und 2023 »Jahrhundertverbrechen - Opfer und Täter erzählen«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von André Groenewoud

Neue Rezensionen zu André Groenewoud

Cover des Buches Das wollte ich Ihnen noch sagen (ISBN: 9782496703184)
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Rezension zu "Das wollte ich Ihnen noch sagen" von André Groenewoud

sarah83sbookshelf
Ein Jahrhundert in Interviews

Ein Jahrhundert in Interviews.
Nicht alle Menschen sind zum Helden geboren, bei vielen ergeben sich die Umstände entsprechend.
André Groenewoud hat Menschen zum Gespräch gebeten, die man kennt oder vielleicht auch nicht.
Denn nicht jeder Mensch liebt die Öffentlichkeit und ihr entsprechendes Interesse.
So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden waren auch ihre Leben.
Was sie eint, ist das Wissen, dass sie bei besonderen Ereignissen der Weltgeschichte dabei waren.

Der Autor hat sich bemüht, einen Querschnitt an Interviewpartnern zu finden.
Da gibt es den letzten Überlebenden des Ersten Weltkrieges, die letzte Überlebende des Titanic-Unglücks. Er trifft eine Regisseurin, die um ihren Ruf kämpfte, und Frauen, deren Männer Diktaturen vorstanden.
Er spricht mit Kindersoldaten und Geflohenen, er unterhält sich mit Politikern und einer Sekretärin.

Was ihm damit unglaublich gut gelingt, ist, dass man wirklich viele Perspektiven der Geschichte erkennt. Gerade wenn er zwei Lebensläufe in einem Jahrzehnt gegenüberstellt, schafft er es Unterschiede, Vorurteile und Gemeinsamkeiten zu beleuchten.

Zu den jeweiligen Interviews erzählt er, in welchem Lebensabschnitt sich der Gesprächspartner gerade befindet, wodurch er oder sie sich auszeichnet und erklärt auch die Umstände des Interviews.

Das Buch ist ein Zeitdokument, weil es beweist: Jeder Mensch ist ein Sandkorn, das den Lauf der Weltgeschichte unter den richtigen Bedingungen verändern kann.

4 von 5 Gesprächen

Cover des Buches Jahrhundertverbrechen (ISBN: 9782496714005)
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Rezension zu "Jahrhundertverbrechen" von André Groenewoud

Kleenkram
Was die Welt bewegte

Ich lese gerne Bücher, in denen wahre Verbrechen vorgestellt werden. So kam ich zufällig zu diesem Buch.
Hier kommen nicht nur die Täter zu Wort, hier bekommen auch die Opfer eine Stimme.

Zwölf Jahrhundertverbrechen, die meisten sind einem bekannt aus Presse, Fernsehen, Dokumentationen. Warum sollte man dann noch dieses Buch lesen? Der Grund sind die Interviews, die der Autor mit Tätern, Opfern oder Überlebenden geführt hat. Eine andere Perspektive, die den Menschen in den Vordergrund stellt und nicht die Tat an sich. Sie bekommen die Möglichkeit ihre Sicht der Dinge zu schildern, was ich sehr informativ fand.

Die Mischung ist sehr durchwachsen, es werden verschiedene Arten von Verbrechen beleuchtet. Vom Mord an Kennedy, das Gladbecker Geiseldrama, den Vietnamkrieg, die "Weiße Rose" bis hin zu Tonya Harding.

Das schlichte Buchcover gefällt mir. Erst wenn man das Buch öffnet bekommt man einen Blick auf den Inhalt. Viele Interwievs und Hintergrundinformationen. Es gibt auch zu jedem Fall ein Foto, was das Buch noch aufwertet.

Cover des Buches Jahrhundertverbrechen (ISBN: 9782496714005)
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Rezension zu "Jahrhundertverbrechen" von André Groenewoud

MissRose1989
Neue Perspektiven...

Das Cover ist eigentlich etwas zu unauffällig für den Inhalt, es ist sehr schlicht gehalten, weil das Buch inhaltlich wirklich einiges zu bieten hat. 

Die 12 Verbrechen, die André Groenewoud in diesem Buch beleuchtet und dabei Opfern und auch Angehörigen der Täter- und Opferseite, sowie den Tätern selbst eine Stimme gibt, ist eine echte Ausnahme im Bereich True Crime. 

An sich wirken die Verbrechen erstmal in einem recht bunten Mix, neben 9/11 finden wir auch den Fall Dagobert, die Geiselnahme von Gladbeck, den Terror der RAF oder auch die Anschläge von Paris, aber jedes einzelne Verbrechen wir nochmal beleuchtet und danach werden die Interviews geführt, die man dann als Leser in dem Buch findet. Dabei bekommt man einen ganz anderen Blick durch die Opfer von Verbrechen oder auch durch deren Angehörige. Meist sind Verbrechen nur dann in den Schlagzeilen, wenn sie gerade passiert sind oder auch die Täter wieder wegen andere Verbrechen oder Haftanlässen (Verlegungen / Bewährungsanträge etc.) wieder in den Fokus rücken, über die Opfer wird weniger gesprochen und das versucht André Groenewoud mit diesem Buch zu ändern. 

André Groenewoud hat einen sehr guten Schreibstil und zieht den Leser in jeden einzelnen Fall nochmal rein und man kann dann schon sagen, dass er sehr starke Bilder nutzt. Aber jeden Fall baut er um die Personen, die er im Interview hat, herum, so dass man die Menschen nicht nur gut zuordnen kann, sondern auch den Blick der Opfers, der Angehörigen (hier ist Opfer- und Täterseite bedacht wurden) oder auch des Täters nochmal anders an das Verbrechen herangehen. Dieser Wechsel in der Perspektive gelingt André Groenewoud sehr gut in der Vermittlung. 

An sich ist ja das Umfeld der Täter oder auch das Umfeld eines Verbrechens immer etwas Tabu für viele Journalisten oder auch für andere Menschen, die sich mit True Crime beschäftigen, immer wie ein blinder Fleck, mit dem man sich weniger beschäftigt, was schade ist, weil eigentlich sollte man die Namen der Opfer kennen und nicht die der Täter. In der Realität sieht das leider anders aus, deswegen ist dieses Buch mal wirklich etwas anderes und sehr zu empfehlen. 


Fazit:

André Groenewoud hat ein beeindruckendes Buch geschaffen, er hat mit Menschen gesprochen, die sonst nicht wirklich eine Plattform bekommen, weil die Taten teilweise schon viele Jahre zurück liegen, aber sie immer noch präsent in den Köpfen sind. Und da die Opfer meist in den Hintergrund rücken, ist es gut, dass man auch den Menschen (sprich Opfern, Angehörigen und auch den Tätern) mal eine Plattform bietet und daraus ein wirklich sehr spannendes Zeitdokument erschafft, was man dann wirklich immer wieder lesen kann.

Absolut für alle, die True Crime interessiert, aber auch für alle, die mal einen anderen Blick auf bekannte Verbrechen nehmen wollen und die sich dafür interessieren, wie ein Verbrechen das Leben schlagartig verändern kann. 

Gespräche aus der Community

Im Winter und zu Weihnachten machen wir es uns zu Hause gemütlich – am liebsten natürlich mit ganz vielen Büchern. Im LovelyBooks Adventskalender könnt ihr jeden Tag neue (Hör-)Buchhighlights entdecken und gewinnen.
Informativ und bewegend: Journalist André Groenewoud hat Interviews geführt über Verbrechen, die die Welt bewegt haben und stellt dabei das in den Mittelpunkt, 
was oft vergessen wird: Die Menschen.

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Letzter Beitrag von  Minzeminze

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