André Kubiczek Kopf unter Wasser

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Inhaltsangabe zu „Kopf unter Wasser“ von André Kubiczek

Die Hoffnung, dass es wieder aufwärts gehen würde, hatte Henry aufgegeben. Dass sein Geld weg war, interessierte ihn dabei noch am wenigsten. Beunruhigender war die Situation mit Birte. Seit ihrem unschönen Auszug, bei dem sie ihre Tochter Johanna mitgenommen hatte, konnte er auch vor sich selbst seine Verlorenheit nicht mehr als Freiheit kaschieren. Und nun war da noch Peter, sein bester Freund. Seit ihrem ausgeuferten Kneipenstreit galt er als vermisst. Und schuld war immer nur er, Henry.

Ein merkwürdiger Roman, zu dem ich keinen richtigen Zugang finden konnte...

— BluevanMeer
BluevanMeer

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    Kopf unter Wasser
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    14. July 2015 um 12:02

    Am Anfang steht ein Mord. Kubiczek beschreibt in seinem Roman die Lebensgeschichte von Henry, der kurz vor der Jahrtausendwende zum erfolgreichen Kultautor wird und im Feuilleton zu Hause ist. Alles ist ein bisschen hip, ein bisschen cool, man verdient zwar kein Geld, aber irgendwie hat man es doch geschafft. Zumindest die einen. "Henrys Freunde arbeiteten als Architekten und Ärzte, als Assistenten an der Universität, als Journalisten wie er oder Künstler. Die eine Hälfte war angestellt, die andere nicht. Denjenigen, die arbeitslos waren, merkte man es an." (S. 61) Bettina wird seine Freundin, aber Bettina verlässt ihn und zwar für die Kunst und das ist okay für Henry, denn was soll er auch tun. Auf einer Lesereise in Seoul, eingeladen vom dortigen Goethe-Institut, lernt er die Praktikantin Birte kennen. Birtes Eltern stammen aus einem ganz anderen Milieu als der Kulturjournalist aus der Uckermark, die Villa mit Garten wird ein Prüfstein für Henry an dem er nur Scheitern kann. Birte und seine Eltern werden sich einfach nie verstehen. Aber das ist auch schwer für Birte, die als ehemalige Vegetarierin direkt zum Schlachtfest auf dem Hof von Henrys Eltern eingeladen wird. Wie schlimm soll es denn noch kommen? Als seine Mutter loslegt, offenbaren sich die sehr unterschiedlichen Vorstellungen eines guten Lebens, mit denen die weitgereiste Birte, deren koreanische Mutter Musikerin ist und deren Vater als Professor arbeitet, wenig anfangen kann: "Natürlich, dachte Henry, das musste ja jetzt kommen. Sie erzählte von früher, wie gut alles gewesen war, die LPG, die Kleinkindbetreuung, das Schulsystem. Dass ein Brötchen nur fünf Pfennige gekostet und jeder Einzelne im Dorf eine sinnvolle Aufgabe gehabt habe und das Leben als solches damit einen Sinn. Dass es eben nicht nur immer um Freiheit gehe, um Reisen und Konsum, sondern in erster Linie um die Menschen." (S. 121) Von Anfang an läuft es also schief - und nicht nur weil Henry ein beziehungsunfähiger Stoffel ist, die Herkunftsmilieus von Birte und Henry könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch die gemeinsame Tochter, die - so ist es zumindest Henrys Interpretation - Birte ihm anhängt, kann das schiefe Glück nicht retten. Nicht nur hier frage ich mich, was Kubiczek uns eigentlich sagen will. Dass es in Ordnung ist, dass Henry sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und keinen Unterhalt zahlt, weil er überfordert ist? Natürlich geht die Beziehung in die Brüche und für Henry geht es rapide bergab. Die Trennung und sein Verfall haben nichts mehr mit Künstlervernissagen und Sekt zu tun. Das Ende ist überraschend und merkwürdig. Die Lösung der Probleme liegt in einem Abgesang an die Kunst, in der Rückkehr zur Natur und Lagerfeuer und wilden Frauen, die Henry unter ihre Fittiche nehmen. Ein Stamm Großstadt Amazonen erscheint, die die verlorene Seele nicht alleine lassen - zumindest, wenn das irdische Leben vorbei ist. Und hier klärt sich auch, was es mit dem Mord auf sich hat. Richtig überzeugen konnte mich der Roman nicht. Henry wirkt sehr antriebslos, seine Konfrontationen mit der Berliner Kunstwelt wie schon zum tausendsten Mal erzählt. Spannend wird der Clash der familiären Vorstellungen, aber trotzdem fehlt mir etwas. Und auch das Ende lässt mich eher ratlos zurück. Ein solider Roman, der bei mir allerdings einige Fragezeichen offen lässt und dem dann doch das gewisse Etwas fehlt.

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