Skizze eines Sommers

von André Kubiczek 
4,4 Sterne bei25 Bewertungen
Skizze eines Sommers
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Poesiesosos avatar

Sie lesen Baudelaire und lassen sich treiben durch diesen schönsten aller Sommer. Lebendig, ironisch und dabei so literarisch, großartig!

K

Eine Romanperle mit spannendem historischen Setting und einer genial gelungenen Erzählperspektive.

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Inhaltsangabe zu "Skizze eines Sommers"

1985, Potsdam, große Ferien. Doch der sechzehnjährige René bleibt dieses Jahr zu Hause. Die Mutter ist tot, der Vater in der Schweiz; er lässt René tausend Mark da, die er brüderlich mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Dies ist, und das spüren sie alle vier, ein Sommer, wie es ihn nie wieder geben wird für sie. Die Jungs streifen durch die heiße, urlaubsleere Stadt und sitzen in Cafés, aber vor allem geht es darum, das richtige Mädchen zu finden.
'Skizze eines Sommers' ist ein warmherziger, leichter Roman über die beste aller Zeiten, die Jugend mit ihrer schönen Tragik.

André Kubiczek erzählt wunderbar einfühlsam und hintergründig von jener Zeit, die auf ewig die beste unseres Lebens bleibt.

Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499270840
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:24.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Xirxes avatar
    Xirxevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Locker-leichter Roman über den Sommer 85 in Potsdam, erzählt vom 16jährigen René. Es geht um Liebe, Musik, Literatur - alles was wichtig ist
    Ein Sommer mit 16

    Was für ein schön zu lesendes Buch! Locker-leicht-melancholisch vermittelt es ein Lebensgefühl, wie man es nur in einem Sommer mit 16 haben kann - ok, vielleicht auch noch mit 17 oder 18 ;-)
    Sommer 1985 in Potsdam, René ist gerade 16 geworden und vor ihm liegen zwei Monate ohne Schule, ohne Erwachsene und mit überraschenderweise viel Geld. Lässig-schnoddrig und auch wundervoll selbstironisch erzählt er von dieser Zeit, dem Abhängen mit seinen Freunden, seinen Erfahrungen mit Mädchen und überhaupt diesem Leben, in dem es nichts Wichtigeres zu geben scheint als Bücher, Musik, Klamotten - nicht zu vergessen der Weltfrieden. Ich las die meiste Zeit mit einem Grinsen im Gesicht, zum Einen weil der Text an sich sehr humorvoll ist ('Es herrschte bei uns ja ständig ein Überfluss an irgendwelchem Mangel'), zum Andern weil mir Vieles sehr bekannt erschien, auch wenn ich meine Jugend nicht in der DDR verbrachte (beispielsweise das Zusammenstellen von Mixtapes). "Hach! - diesen Ausruf hat man beim Lesen von André Kubiczeks «Skizze eines Sommers» ziemlich oft im Kopf." - so schrieb der Stern und ich kann dem nur zustimmen. Insbesondere auch bei der Erwähnung von Musik. Viele, schon lange nicht mehr gehörte Gruppen kehrten wieder ins Bewusstsein zurück, die ich mir endlich mal wieder zu Gemüte führen werde ;-) (The Cure, Grandmaster Flash...). Überrascht bin ich, wieviele Gemeinsamkeiten es offensichtlich damals zwischen der Ost- und West-Jugend gab, nur in wenigen Situationen schienen wirklich deutliche Unterschiede zu herrschen (beispielsweise bei der Literaturbeschaffung).
    Auch wenn das Buch mehr als leichte Unterhaltung daherkommt, sind doch immer wieder schöne, tiefergehende Passagen zu finden. Beispielsweise die Lobeshymne auf ein Gedicht: 'Es war wie ein Wunder, jemanden zu treffen, der genau wusste, was man selber gern gesagt hätte. Und der es für einen in Worte kleiden konnte, die schön klangen und in einem Buch geborgen waren, das so edel wirkte wie ein Schatzkiste.' So oder so ähnlich ging es mir auch mit diesem Buch :-)

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    walli007s avatar
    walli007vor einem Jahr
    Sechzehn, endlich

    Im Jahr 1985 bekommt Renés Vater die Gelegenheit zu einer Konferenz in die Schweiz zu reisen. Sieben Wochen soll er weg sein, fast die ganzen Ferien. Zum erstem Mal ist René alleine, seine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und seitdem müssen sein Vater und er das Beste daraus machen. Im Osten Berlins zieht René mit seinen Freunden durch die Gegend, mit Walkman und schwarzen Klamotten. Gleich am ersten Tag erlebt René eine Enttäuschung, denn kaum einer scheint an seinen Geburtstag gedacht zu haben. Seine Freunde sind aber doch nicht die schlechtesten, denn am nächsten Abend bekommt er in der Disco ein richtig schön peinliches Ständchen.


    Da wäre man doch gerne mal wieder sechzehn. Man sucht nach dem „Hell of a Summer“ und zu den Klängen der Triffids schwelgt man in den eigenen Erinnerungen und genießt die Lektüre. Da hingen sie im Osten genauso vor dem Radio, um die heißesten Hits aufzunehmen wie im Westen. Es wurden schwarze Klamotten getragen und die Haare aufgestellt, man hörte The Cure und Sisters of Mercy. Man ging in die Disco und hing mit Freunden ab. Und dann dieser erste Sommer ohne, ohne Vater, ohne Pflichten. Wie René sich treiben lässt, die Höhen und Tiefen der ersten Liebe durchmacht. Wie die Zeit gleichzeitig schnell und langsam vergeht, träge, langweilig und doch schön. Und wie er das Mädchen ohne Namen fast verliert. 


    Der Sommer einer Jugend, eine Jugend im Sommer. Die Qualität eines Sommers, die man in der Jugend kaum erkennt und zu schätzen weiß. Ein Sommer, der in der Erinnerung einer der schönsten werden wird. Zeilen, die vorbeifliegen und eine Erinnerung zurücklassen, die ebenfalls eine der schönsten werden wird.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spritzig geschriebener Roman über die 80er.
    Ein Sommer in den 80ern

    80er Jahre Potsdam: René und seine Freunde wollen ihren letzten unbeschwerten Sommer vor dem „Ernst des Lebens“ genießen. Sein Vater muss für sechs Wochen nach Genf auf eine Konferenz, Renés Mutter starb vor einiger Zeit. Was gibt es Schöneres – gerade mal 16, sturmfreie Bude und 1000 Mark als Taschengeld für die nächsten sechs Wochen. So beginnt für René ein Sommer, an den er später sicherlich seinen Kindern und Enkeln noch erzählen wird…

    Immer vor dem Hintergrund, dass nach diesen letzten Ferien alles anders sein wird, sei es durch den Beginn der Lehre oder der bevorstehende Schulwechsel, entdecken die Freunde nicht nur die verborgenen Cognac-Flaschen des Vaters sondern auch Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Verrat und begegnen ersten sexuellen Erlebnissen.

    Der Autor André Kubiczek – als Jugendlicher der 80er – hat sicherlich viele seiner eigenen Erlebnisse einfließen lassen. Wer kennt sie nicht, die Schulterpolster, Karottenhosen und schräg geknöpften Hemden… Wohl alle, die in dieser Zeit erwachsen wurden, kennen Doppelkassettenrekorder, das Überspielen der „wichtigsten“ Songs und das Anmalen (damals als Gestalten bezeichnet) der Kassettenhüllen. Eingeflochten in die Geschichte rund um die pubertären Jugendlichen erfährt man einiges aus der DDR-Zeit, doch trotzdem wird alles locker-leicht von René geschildert.

    Der Roman war auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2016, was mich etwas wundert. Ich fand das Buch nett zu lesen, doch herausragend war es für mich nicht. Mit der Zeit gingen mir die pubertären Gedankengänge sowie Handlungen auf die Nerven (vielleicht, weil mein Sohn auch gerade in der Pubertät ist…). Gut gefallen haben mir die Rückblenden in die 80er, die Erinnerungen an mein damaliges Jungsein und der flüssige Schreibstil.

    Kommentare: 3
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    Corsicanas avatar
    Corsicanavor 2 Jahren
    16 jährig in den 80ern in Potsdam

    "Skizze eines Sommers" ist ein typischer Coming-of-Age-Roman. Und obwohl er in der DDR spielt, kein typischer DDR-Roman sondern ein Roman über die Welt in den 80er Jahren.

    Es geht ums Erwachsen-Werden. Um diesen einen Sommer nach der 10. Klasse, wenn sich die Wege der Jugendlichen trennen - die einen machen eine Lehre, die anderen gehen Richtung Abitur - und alle gemeinsam sind vor allem mit der Entdeckung von Liebe und Sexualität beschäftigt.

    So auch René. Er wohnt in Potsdam, wird nach den Ferien auf eine Art "Elite-Internat" gehen (in der DDR wohl Kaderschmiede genannt) und er hat 6 Wochen sturmfreie Bude. Seine Mutter ist vor einiger Zeit gestorben und sein Vater reist als offizieller Vertreter der DDR auf eine Konferenz nach Genf. Er lässt René 1000 Mark da (beabsichtigt und wohl aus schlechtem Gewissen) und eine Batterie von Cognacflaschen (wohl unbeabsichtigt). Und so können es sich René und seine Freunde gut gehen lassen. Sie feiern, fahren in Kurzurlaub, leben in den Tag hinein und durchleben diverse kleine, berührende Liebesabenteuer, Eifersucht, Verlassenwerden und erste sexuelle Erfahrungen inklusive.

    Am Ende des Sommers ist René ein gutes Stück gereift und reflektierter geworden und er startet in einen neuen Lebensabschnitt.

    Dies alles wird aus der Sicht von René erzählt. Witzig, humorvoll, lakonisch und trotzdem mit Tiefgang und Warmherzigkeit.

    Dieses Buch war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Und zunächst hatte ich mich etwas gewundert, dass es ein Coming-of-Age-Roman auf diese Liste geschafft hat. Und leicht und flüssig zu lesen ist das Buch auch noch.
    Aber es steckt doch viel drin, viele feine Beobachtungen am Rande, die die Welt in den 80ern beschreiben - und auch diejenigen (wie ich), die nicht in der DDR aufgewachsen sind (aber in den 80ern jung waren), können sich an viele dieser Dinge erinnern. Ich sage nur: Kassetten bespielen mit einem Doppelkassettenrekorder. Mode mit Schulterpolstern. Dauerwellen.

    Und so habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Und am Ende war ich traurig, dass ich leider nicht mehr erfahren werde, wie die Geschichten weitergehen, was aus den Protagonisten wird. So sehr sind mir alle doch irgendwie ans Herz gewachsen. Still und leise und lakonisch und humorvoll - wie das Buch.

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Jugend in der DDR. Wer bekommt das tolle Mädchen.
    Ein Sommer in der DDR

    Renés Vater wird über die Sommerferien nach Genf zu einem Kongress fahren und René hat 6 Wochen sturmfreie Bude. Seine Mutter ist tod und der Vater gibt ihm 1000 Mark, damit er finanziell über die 6 Wochen kommt. Seine Freunde und er wissen es ist der letzte Sommer, der unbeschwert ist. Einige seiner Freunde fangen eine Lehre an und René muss nach dem Sommer in ein Internat (für Elektronik?) und kommt nur noch über das Wochenende nach hause (Potsdam).
    Es ist auch der Sommer der ersten Liebe. Die Verwicklungen und die Unsicherheit.

    Fazit:
    Es ist ein Roman, der ganz deutlich das Lebensgefühl der 1980er wiedergibt. Die Musik, die Kleidung und natürlich auch wie man in der DDR gelebt hat. Für viele, die in dieser Zeit gelebt haben ist dieses Buch ein Wiedererkennen. Für diese Menschen kommt bestimmt auch ein Gefühl von Sentimentalität auf.
    Ich war selbst in der beschriebenen Zeit ein Kind. Natürlich kann ich mich auch an die Musik und an die verrückte Kleidung (und den Kajalstift, die auch Jungs tragen) erinnern.
    Doch für mich hat dieses Buch keine so große emotionale Bedeutung wie andere Menschen, die etwas älter sind. Aus diesem Grund war das Buch ganz amüsant zu lesen, aber hat mich nicht so emtional berührt.

    Alles in Allem glaube ich einfach das Menschen, die Mitte vierzig sind und älter mehr mit diesem Buch etwas anfangen können. Für mich war es manchmal etwas belanglos.

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    Poesiesosos avatar
    Poesiesosovor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sie lesen Baudelaire und lassen sich treiben durch diesen schönsten aller Sommer. Lebendig, ironisch und dabei so literarisch, großartig!
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    K
    kcebuelvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Romanperle mit spannendem historischen Setting und einer genial gelungenen Erzählperspektive.
    D
    DamonWildervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Lieber André Kubiczek, vielen Dank für dieses großartige Buch und die vielen Erinnerungen an die eigene Jugend und den ersten Sommer!
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    FrauGoldmann_Buechers avatar
    FrauGoldmann_Buechervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das wird immer ein richtiges Sommerbuch bleiben. Für alle Vorhaben im Sommer passt diese Lektüre hervorragend.
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    Mixays avatar
    Mixayvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schade, schon zu Ende. Es hätte ganz einfach so weitergehen können.
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    Perfekte Lektüre für einen Nachmittag im Strandkorb, wenn man sich daran erinnern lassen möchte, welcher Zauber dem Jungsein innewohnt.

    Hach! - diesen Ausruf hat man beim Lesen von André Kubiczeks Skizze eines Sommers ziemlich oft im Kopf.

    Ebenso lässig wie existenziell.

    André Kubiczek, der Salinger des deutschen Ostens.

    Ein quicklebendiger Roman - manchmal hübsch halsbrecherisch, manchmal grinsend ironisch, ohne je sarkastisch zu sein, voller Einfühlung, ohne Anbiederung.

    Ein wunderbar leichter und herzerwärmender Roman über eine Kindheit und Jugend.

    Skizze eines Sommers ist bei aller Zeitgeschichte frei von Ostalgie, hat etwas Allgemeingültiges-Generationsübergreifendes, und von ziemlich nahe winken hier Wolfgang Herrndorfs Tschick und Bov Björgs Auerhaus herüber, deren literarische Qualität Kubiczek problemlos erreicht.

    Ein Zauberwerk von einem Buch.

    Es braucht einen Könner wie Kubiczek, um den Schwebezustand dieser Zeit in einer authentischen Jugendsprache festzuhalten, die an keiner Stelle etwas Ranschmeißerisches oder Anbiederndes hat.

    André Kubiczek erzählt mit verblüffender Leichtigkeit. Man wird beim Lesen hungrig nach so viel Zuversicht, dass alles im Leben auch irgendwie gut gehen könnte.

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