André Müller sen. , Gerd Semmer Geschichten vom Herrn B.

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Inhaltsangabe zu „Geschichten vom Herrn B.“ von André Müller sen.

Gefragt, welche bedeutenden Regisseure ihm in den Sinn kämen, antwortete Bertolt Brecht nach langem Überlegen: »Es gibt nur zwei Regisseure auf der Welt. Der andere ist Chaplin.« Als diese Anekdotensammlung Mitte der 60er Jahre entstand, war die persönliche Erinnerung an den Erfinder des Epischen Theaters bei Freunden und Feinden, Mitarbeitern, Schülern und Geliebten noch äußerst lebendig. Bereitwillig gaben sie den Autoren Auskunft und legten beredtes Zeugnis ab von Brechts Stärken und Schwächen und seinem Umgang damit. Ob es nun um sein Verhältnis zum Theater, zur Presse, zur Wissenschaft, um Autos oder das Aristokratische im Kommunismus geht – diese kleinen Lehrstücke haben nichts an Unterhaltungswert und Relevanz verloren.

Tolle Anekdotensammlung die ein witzigen, zynischen und direkten Brecht zeigen.

— AdrienneAva

Sehr interessant wird Herr B.s Charakter aus versch. Perspektiven erhellt. Man setzt sich ein großes Lückenpuzzle zusammen. Amüsant!

— thursdaynext

Brecht zum Anfassen

— camilla1303

Ich habe mich herrlich über die Anekdoten aus Brechts Leben und Schaffen amüsiert.

— seschat
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  • Anekdoten des großen Brecht

    Geschichten vom Herrn B.

    Orisha

    22. November 2016 um 17:27

    Bertold Brecht, hier Bertold B., gilt als einer der wichtigsten Dramaturgen des 20. Jahrhundert. André Müller Sen. und Gerd Semmer sammelten von Zeitgenossen, Freunden und Kollegen Begebenheiten und Zitate und spüren Brecht anekdotenhaft nach. Und obwohl ich zunächst skeptisch war, geht das Ganze auf. Als Leser bekommt man ein eindrückliches, ungeschontes Bild vom großen Brecht und seinem Umfeld. Zynisch, direkt, mal ernst, mal lustig begegnen wir ihm und kriegen einen Einblick in seine Zeit. Einziges Manko: Eine kurzer Lebenslauf im Anhang wäre wünschenswert - für Brecht-Kenner sicher kein Muss, für Neulinge aber durchaus hilfreich.Fazit: Kurzweilige Lektüre, die dem Leser Brecht näher bringt.

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    • 2
  • Brecht zum Anfassen - eine Anekdotensammlung

    Geschichten vom Herrn B.

    camilla1303

    07. November 2016 um 21:19

    Bertolt Brecht, oder besser Bertolt B., war einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Er erfand das Epische Theater und verfasste Stücke, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Zum 60. Todestag des Autors ist im Eulenspiegel Verlag eine Sammlung Brecht Anekdoten in neuer Gestaltung erschienen. „Geschichten vom Herrn B. - gesammelte Brecht-Anekdoten“ von André Müller Sen. und Gerd Semmer ist erstmals im Jahr 1967 erschienen. Der Gestus der Anekdoten lehnt sich an eines von Brechts Werken´, „Geschichten vom Herrn K.“, an. So werden alle Personen nur mit der Initiale des Nachnamens genannt. Ein Personenverzeichnis am Ende des Buch gibt dann den ganzen Nachnamen preis. 2006 erschien die vollständige Sammlung erstmals im Eulenspiegel Verlag. Die Anekdoten sind ein Klassiker der Brecht-Literatur und haben mich beim Lesen mehrmals zum Schmunzeln und vor allem zum Nachdenken gebracht. Da für die Anekdotensammlung nicht nur Bewunderer von Bertolt Brecht zu Wort kamen, wirkt auch er in den Anekdoten nicht immer sympathisch. Die Sammlung zeigt eine beeindruckende, streitbare Persönlichkeit. In seinem Landhaus vor den Toren der Hauptstadt erhielt Herr B. Besuch von einer Gruppe uniformierter Kinder. Ein Sprecher von ihnen sagte zu Herrn B.: „Wir sind die Arbeitsgemeinschaft Junger Naturforscher. Wir haben gehört, Sie leben hier. Wie ist Ihr Leben?“ Herr B. antwortete: „Hart.“ „Geschichten vom Herrn B.“ ist eine kurzweilige Lektüre, die vor allem Brecht-Leser begeistern wird.

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  • Brecht at his best

    Geschichten vom Herrn B.

    Kopf-Kino

    06. November 2016 um 14:25

    Der Komponist Paul D., der von Herrn B. nicht nur zahlreiche Stoffe für seine Kompositionen, sondern auch die Kleidertheorie übernommen hatte, sah ihn eines Tages besorgt an und fand, Herr B. sehe schlecht aus. „Ja, das stimmt“, sagte Herr B. „Sie sehen besser aus und werden mich zweifellos überleben. Aber ich frage: Wozu?“ Bert Brecht gehört – gewiss nicht zu Unrecht - zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern und Dramatikern des vergangenen Jahrhunderts. Besonders seine lehrreichen Keuner-Geschichten werden den meisten ein Begriff sein. Der Eulenspiegel Verlag nahm sich Brechts Todestag, der sich 2016 zum sechzigsten Male jährt, zum Anlass, um die Anekdotensammlung des Autorengespanns Müller & Semmer in frischer Aufmachung als Neuauflage herauszubringen. Bereits der Titel lässt erahnen, dass die vorliegenden Geschichten in einem Keuner-Gestus verfasst sind, was zweifellos die Besonderheit dieser Sammlung ausmacht. So werden alle auftretenden Personen lediglich mit Initialen des Nachnamens genannt. Das Bild, das sich hierbei von der Person Brecht gemacht werden kann, ist vielseitig: Frauenheld, Rebell, Denker, Provokateur, Moralist und vieles mehr. Nicht immer kommt er sympathisch daher, sondern zeigt sich sowohl mit positiven als auch negativen Charakterzügen; es scheint beinahe, als habe er bewusst die Rolle eines Regisseurs in eigener Sache übernommen, um der (Nach-)Welt das Bild eines eigensinnigen und streitbaren Mannes zu bieten. Grob umrissen lässt sich sagen, dass die Schilderungen von Brechts Jahren am Theater, von Gesprächen mit Freunden, Kollegen und „Feinden“, sowie von seiner Schulzeit handeln. Eine gute Portion Humor lockert die Moralität, die in vielen Situationen gefunden werden kann, gekonnt auf und macht einen gewissen Charme aus, den Brecht besaß und ihn somit auf Augenhöhe begegnen lässt. Herr B. war ein guter Schüler. Er liebte es, seine Aufsätze mit Goethe-Zitaten zu belegen, um seinen Ansichten größeren Nachdruck zu verleihen. Die Zitate erfand er selbst. Trotzdem fiel er nie auf, weil kein Lehrer zugeben wollte, dass ihm ein Goethe-Werk unbekannt sei. Auf den letzten Seiten lässt sich in einem Glossar nachschlagen, welche auftretenden Personen hinter den Initialen stecken. Obgleich es alphabetisch sortiert ist, fand ich es ein wenig unübersichtlich, da diese theoretisch nach den Nachnamen geordnet, aber beginnend mit den Vornamen gelistet ist. Darüber könnte man natürlich hinwegsehen, aber ich fand es nicht sehr geschickt gelöst. Mit dem Büchlein kam eine facettenreiche und gelungene Anekdotensammlung, die einen Einblick in Brechts Leben, Schaffen und Kopf gewährt, zustande, die sich wunderbar für zwischendurch eignet und flott lesen lässt. Somit ist das schmale Buch besonders für Brecht-Fans geeignet, aber auch für diejenigen, die Gefallen an Anekdoten haben, zu empfehlen. Mir bereitete die Sammlung ein kurzweiliges Vergnügen. Freunde von Herrn B. rätselten über die alte Streitfrage: Was ist Kunst? Nach langer Debatte sagte einer ärgerlich: "Alles Quatsch. Kunst ist, wenn man mitten in die Stube scheißt." Herr B. horchte auf und begann zu überlegen "Nein", sagte er. "Kunst ist, wenn man unter Beifall mitten in die Stube scheißt."

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    • 8
  • Buchverlosung zu "Geschichten vom Herrn B." von André Müller sen.

    Geschichten vom Herrn B.

    Eulenspiegel_Verlagsgruppe

    »Herr B. war ein guter Schüler. Er liebte es, seine Aufsätze mit Goethe-Zitaten zu belegen, um seinen Ansichten größeren Nachdruck zu verleihen. Die Zitate erfand er selber. Trotzdem fiel er nie auf, weil kein Lehrer zugeben wollte, dass ihm ein Goethe-Werk unbekannt sei.« Bertolt Brecht war einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Er erfand das Epische Theater und verfasste Stücke, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Dass er auch eine beeindruckende, streitbare Persönlichkeit war, zeigen die »Geschichten vom Herrn B.«.Ein Mitarbeiter fragte Herrn B, welche Farbe eine bestimmte Kulisse haben solle. Herr B antwortete grosszügig: »Jede Farbe ist mir recht, Hauptsache sie ist grau.«Der Eulenspiegel Verlag verlost 10 dieser herrlich leichten und doch tiefgreifenden Anekdoten-Büchlein über Bertolt Brecht. Um in den Lostopf zu hüpfen, verraten Sie uns, von wem Sie, egal ob Dichter, Philosoph, Politiker oder Filmgröße, auch nie genug Geschichten hören können. Oder vielleicht fällt Ihnen ja sogar eine kleine Anekdote ein? Viel Glück :-)Folgen Sie uns auch auf Twitter und verpassen Sie keine Nachrichten mehr aus der Verlagswelt: https://twitter.com/Verlag_EuleUnd besuchen Sie uns auch auf Facebook: https://www.facebook.com/Eulenspiegelverlagsgruppe/

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  • Kurzweiliger Einblick in das Leben des B.B.

    Geschichten vom Herrn B.

    solveig

    05. November 2016 um 12:42

    „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“, lautet ein Zitat von Bertolt Brecht. An ihn als einen der bedeutendsten Dichter und Dramatiker des 20. Jahrhunderts wird man sich vermutlich immer erinnern. Aber auch ein schriftstellerisches Idol hat durchaus menschliche Seiten  -  das zeigen André Müller sen. und Gerd Semmer in ihren „Geschichten vom Herrn B.“ Die abwechslungsreiche Anekdotensammlung, zum ersten Mal bereits in den 60er Jahren veröffentlicht, ist nun in einer Neuauflage im Eulenspiegel Verlag erschienen. Schon auf dem (provokativ roten) Buchcover erkennt der Leser, um wen es sich bei „Herrn B.“ handelt, ohne dass es eines kompletten Porträts  bedarf: markante, für Brecht typische Merkmale wie Kurzhaarfrisur, Brille und Zigarre deuten sein Bild an. In Anlehnung an Brechts „Geschichten vom Herrn K.“ (seinem Alter Ego) präsentieren die Autoren kurze Geschichten um Brecht „live“: Sie geben Situationen wieder, in denen er sich bereits zu Schulzeiten als erfindungsreich erweist, später bei seiner Arbeit am Theater und im Gespräch mit Kollegen und Freunden. Die Schilderungen sprechen für sich und geben viel von Brechts Charakter preis, zeigen sowohl positive als auch negative Züge des großen Schriftstellers. Sie bezeugen seinen Sinn für Humor, aber auch sein überzeugtes, selbstbewusstes Auftreten, sein nicht immer umgängliches Wesen. Erläuternde Kommentare für den Betrachter sind überflüssig; die Anekdoten sprechen für sich. Sie betrachten den berühmten Mann nicht ehrfürchtig aufschauend, sondern rücken ihn näher an den Leser, sozusagen auf Augenhöhe. Ergänzend zu Brechts Biografie geben die „Geschichten vom Herrn B.“ zusätzlich einen lebensnahen und kurzweiligen Einblick in sein Leben.

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    • 2
  • Brecht zum Schmunzeln und Staunen

    Geschichten vom Herrn B.

    seschat

    30. October 2016 um 15:30

    Mit Bertolt Brechts Literatur kam ich erstmals in der gymnasialen Oberstufe in Berührung und dies auch nur recht stiefmütterlich. Umso mehr habe ich mich auf die Anekdotensammlung des Autorengespanns Müller-Semmer gefreut. Brecht ist ein eigensinniger, streitbarer Dramatiker von Weltruhm gewesen. Sein "episches Theater" war legendär. So ungewöhnlich und gleichzeitig entlarvend ehrlich seine Stücke gewesen sind, war auch der Autor selbst. Er pfiff auf moralische Institutionen und liebte die kleinen, arbeitenden Leute. Bereits in seiner Schulzeit wusste er, seine Lehrer mit selbst erfundenen Goethe-Zitaten zu täuschen bzw. sich in der Schule durchzuwursteln. Später als Dramaturg hing sein Herz an der Kritik. Stundenlang konnte er über sein Fach bzw. bestimmte Szenen fintenreich als auch stichhaltig diskutieren. Besonders die Provokation lag ihm. Mit "Geschichten vom Herrn B." ist Müller und Semmer ein launiger sowie facettenreicher Überblick über Brechts Leben und Schaffen gelungen, der sich prima zwischendurch lesen lässt. In Anlehnung an Brechts "Geschichten vom Herrn K." werden alle in den Anekdoten erwähnten Personen einzig mit Vornamen und der Initiale ihres Nachnamens genannt. Ein Personenverzeichnis am Ende des Buchs hilft bei der Identifizierung der Personen. Die insgesamt 127 Seiten des schmalen Bandes sind schnell und flüssig gelesen. Lieblingsanekdote (S. 120):"Freunde von Herrn B. rätselten über die alte Streitfrage: Was ist Kunst? Nach langer Debatte sagte einer ärgerlich: "Alles Quatsch, Kunst ist, wenn man mitten in der Stube scheißt."Herr B. horchte auf und begann zu überlegen. "Nein", sagte er. "Kunst ist, wenn man unter Beifall mitten in der Stube scheißt." FAZITKurzweilige Anekdotensammlung zum Amüsement. Brecht at its best! Da bekommt der Leser direkt Lust, Brechts Œuvre zu studieren.

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