André Pilz Die Lieder, das Töten

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Inhaltsangabe zu „Die Lieder, das Töten“ von André Pilz

Eindringlich und düster wie ein Thriller und zugleich erschreckend realistisch: Nach einem Super-GAU mitten in einer deutschen Wohngegend wird ein riesiges Gebiet zur Sperrzone erklärt. Während die Bewohner evakuiert werden, versammeln sich zugleich Menschen, die in der "normalen" Welt nichts mehr zu verlieren haben, in einer verlassenen Stadt im Herzen der Sperrzone rund um ihren heimlichen Anführer Strasser. Ambros, der bei dem Reaktorunglück seine Freundin verloren hat, dringt im Auftrag der Regierung in die Sperrzone vor. Doch erliegt er selbst immer mehr der Faszination dieses Lebens jenseits aller Gesetze. Er beginnt eine Affäre, ausgerechnet mit jener Frau, die als die gefährlichste in der Zone gilt. So gerät Ambros immer weiter zwischen alle Fronten. Intensiv, erschütternd und bewegend.

Stil wie ein Achtklässler. Unlesbar.

— JimmySalaryman
JimmySalaryman

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    Die Lieder, das Töten
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    03. September 2013 um 21:49

    Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Es hat mich mitgerissen in eine düstere Geschichte rund um einen Atomunfall mitten in Deutschland. André Pilz schildert mit treffenden, drastischen und ergreifenden Worten das Szenario, das sich in der sog. Sperrzone abspielt, in dem sich noch viele Menschen aufhalten, die der Evakuierung mit allen Mitteln entgehen wollen. Warum tun sie das, was bewegt diese Menschen? Wieso setzen sie sich der tödlichen Strahlungsgefahr aus? Was erhoffen sie sich vom Leben in einem anscheinend rechtsfreien Raum? Und welche Pläne verfolgt der "Marschall", der unbedingt die Zone räumen lassen will und der notfalls über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen? Und wo ist der verschwundene Geldtransporter mit 9 Millionen Euro? Diese Fragen werden in dem mitunter auch sehr spannenden Buch in extrem emotionaler Weise beantwortet. Die Story dreht sich maßgeblich um die Hauptperson Ambros. Der junge Mann steht in den Diensten des Marschalls und hat den Auftrag, den Anführer der rebellischen Sperrzonenbewohner zu eliminieren. Seine treue Hündin Tanka steht viele schlimme Situationen mit ihm durch, außer ihr hat er zunächst keine Freunde mehr. Im Laufe der Zeit lernt er allerdings viele Menschen kennen: negative, aber auch positive Begegnungen - und am Ende sogar eine neue Liebe. Die Szenen erscheinen zuweilen erschreckend real, die deutliche Sprache sorgt an vielen Stellen für Gänsehaut. André Pilz versteht es einfach, seinen Figuren Leben einzuhauchen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ob Folter, Krankheit, Tod, Angst, Verfolgung oder auch Liebe, Sehnsucht, Hoffnung und Verzweiflung: man fühlt mit. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist keine 08/15-Lektüre und man spürt beim Lesen, dass der Autor mit ganzem Herzen bei der Sache war als er diese erschreckende Geschichte geschrieben hat.

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  • Rezension zu "Die Lieder, das Töten" von André Pilz

    Die Lieder, das Töten
    Carol-Grayson

    Carol-Grayson

    01. December 2012 um 22:12

    Ein atomarer Super-Gau in Europa. Möchte darüber jemand nachdenken? Wohl kaum. André Pilz tut es trotzdem und beschreibt das Szenario in seinem Roman mittels eines jungen Protagonisten Ambros Pfeiffer, der in die Sperrzone geschickt wird, um dort im Auftrag eines Sicherheitsobersten, genannt der Marshall, einen Mann ausfindig zu machen und zu töten, der als Terrorist verdächtigt wird. Ambros wurde bereits zu Beginn der Katastrophe im atomaren Regen verstrahlt und hat nichts mehr zu verlieren. Immer den Tod vor Augen, in dem Wissen, dass alles, was er isst oder trinkt, verseucht ist, versucht er, seinen Auftrag zu erfüllen. Während er zunächst im Haus der Mutter des Gesuchten eher passiv auf das Erscheinen des Gesuchten bzw. auf neue Befehle wartet, verfällt er immer wieder den Erinnerungen an die Vergangenheit und den Tod seiner Freundin Mona, an dem er sich schuldig fühlt. Die Erinnerungen fördern die Abhängigkeit von Tabletten, die ihn abstumpfen. Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt. Durch Zufall schließt er sich einer Gruppe herumstreunender Zigeunern an, die von einer hübschen Latina angeführt und selbst von den Gesetzeshütern verfolgt werden. Ambros verliebt sich in die Anführerin Lucy, gerät immer mehr in ihren Bann und in gefährliche Kreise, die ihm neue Erkenntnisse über das Leben, das Sterben und das politische Ränkespiel außerhalb dieser Zone liefern. Seine Loyalität dem Auftraggeber gegenüber wird immer öfter auf die Probe gestellt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen unweigerlich. Die Menschen, denen er in und um die Sperrzone mit mehr oder weniger verdientem Respekt begegnet, leben dort als Ausgestoßene, ohne Gesetz, auf der Flucht vor dem Tod, den Plünderern und dem Militär. Ambros versucht, trotz des Schreckens um ihn herum und der grausamen Erlebnisse, "human" zu bleiben, sei es im Umgang wie im Charakter. Der Gutmensch wird von der Hoffnungslosigkeit seiner Situation erstickt. Hinzu kommt die Liebe, die er für Lucy empfindet, welche jedoch ihre ganz eigenen Pläne verfolgt und andere Menschen benutzt, wie sie selbst benutzt wird. Ein Buch, in dem es kein Happy End gibt und geben darf - für niemanden. Die Sprache des Autors ist nüchtern und schmucklos, manchmal unterkühlt. Allerdings erscheint mir die Vielzahl der vulgären Ausdrücke, welche wohl die Entmenschlichung der betroffenen Personen in einer solchen Situation darstellen sollen, deutlich übertrieben. Auch ohne sie ist der gesellschaftskritische Aspekt in diesem Roman nicht zu überlesen. Auf den ersten hundert Seiten wirkt die Geschichte durch die andauernden Reflektionen des Protagonisten in die Vergangenheit etwas langatmig, nimmt aber danach an Fahrt auf. Mir persönlich hat der Roman - obwohl thematisch mit realistischer Grausamkeit erzählt und szenisch flüssig geschrieben - nicht so richtig zugesagt, doch so etwas liegt, wie immer, im Auge des Betrachters.

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  • Rezension zu "Die Lieder, das Töten" von André Pilz

    Die Lieder, das Töten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2012 um 11:32

    Kurzbeschreibung: Nach einem Super-GAU mitten in einer deutschen Wohngegend wird ein riesiges Gebiet zur Sperrzone erklärt. Während die Bewohner evakuiert werden, versammeln sich zugleich Menschen, die in der „normalen" Welt nichts mehr zu verlieren haben, in einer verlassenen Stadt im Herzen der Sperrzone rund um ihren heimlichen Anführer Strasser. Ambros, der bei dem Reaktorunglück seine Freundin verloren hat, dringt im Auftrag der Regierung in die Sperrzone vor. Doch erliegt er selbst immer mehr der Faszination dieses Lebens jenseits aller Gesetze. Er beginnt eine Affäre, ausgerechnet mit jener Frau, die als die gefährlichste in der Zone gilt. So gerät Ambros immer weiter zwischen alle Fronten. Zum Autor: André Pilz, geboren 1972, lebt in München und Vorarlberg. Student, Gitarrist, Briefträger, Museumswärter und Flughafenarbeiter, seit 2007 freier Schriftsteller. Seine Romane No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz. Ein Skinhead-Roman (2005) und Man Down (2010) wurden dramatisiert und in Berlin und München uraufgeführt. Bei Haymon: Man Down. Roman (2010) und Bataillon d’Amour. Eine Geschichte von Liebe und Gewalt (HAYMONtb 2010). Rezension: Deutschland in naher Zukunft: Der befürchtete Super-GAU ist eingetreten, ein Atomkraftwerk explodiert, das roten Regen und Verstrahlung bringt. Ambros, der während des Unglücks mittendrin war, lebt seitdem in der Sperrzone, dort, wo unmittelbar der GAU passierte. Auf Befehl von oben soll er Strasser finden, den brutalen Anführer der Überlebenden in der Zone. Doch Ambros findet Gefallen am Leben in der Sperrzone. Er, der selbst nichts mehr zu verlieren hat, da seine Freundin Mona bei dem Unglück ums Leben kam und er selbst ebenso verstrahlt ist, empfindet die Gesetzlosigkeit und Vogelfreiheit als faszinierend und verliebt sich dazu noch in eine sehr gefährliche Frau... Mit Die Lieder, das Töten legt André Pilz ein Zukunftsszenario vor, das in seinen Worten knallhart und ohne jedwede Beschönigung daherkommt. Nach dem Super-GAU, der Explosion eines Atomkraftwerks, scheint das Leben völlig sinn- und zwecklos geworden zu sein. Jeder der Überlebenden, die im Roman vorkommen, haben ihr Päckchen zu tragen, sie sind teilweise mutlos, sarkastisch, hart und rücksichtslos geworden und am Ende doch zu bedauern. Das Bedrückendste an dem Buch ist, dass man sich nach der Fukushima-Katastrophe dieses Szenario auch wirklich vor Augen führen kann, man sich ausmalt, dass es real so weit kommen könnte. Die Hauptfigur Ambros und auch die Nebendarsteller sind allesamt authentisch. Ihre Sprache und auch der ganze Roman strotzen nur so vor klaren, kurzen und auch öfter mal rauhen und obszönen Sätzen, die man wirken lassen muss, die aber anhand der Gegebenheiten in dieser neuen oder auch übriggebliebenen Welt durchaus nachvollziehbar und echt wirken. Ambros selbst plagen allerhand Selbstzweifel, er vermisst seine Freundin Mona und kann sich nicht wirklich entscheiden, auf welcher Seite er nun stehen will. Wie es letztendlich ausgeht, ob Ambros Strasser aufspürt, ihn tötet oder sich gar mit ihm zusammentut, muss der Leser selbst herausfinden. Das Thema jedenfalls ist und bleibt leider aktuell und realitätsnah. André Pilz schafft es mit seinen direkten, klaren und manches Mal brutalen Worten, dass man nach Beenden des Buches sehr nachdenklich zurückbleibt. Fazit: Mit Die Lieder, das Töten ist André Pilz ein aufrüttelndes Buch gelungen, das die grausame und brutale Welt nach einem atomaren Super-GAU aufzeigt. Der direkte Schreibstil dürfte nichts für jedermann sein, mich konnte der Autor damit jedoch sehr beeindrucken.

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  • Rezension zu "Die Lieder, das Töten" von André Pilz

    Die Lieder, das Töten
    Hammerstein99

    Hammerstein99

    01. October 2012 um 08:27

    je älter man wird, desto rarer werden die momente, in denen man von romanen, von liedern, von spielfilmen überrascht wird. vieles ähnelt sich oder wie tyler durden sagt: Ist die kopie einer kopie einer kopie. "die lieder, das töten" ist eins der bücher, die mich extremst aufgewühlt haben. solange ich es las, habe ich mich lebendig gefühlt, und seit ich damit fertig bin, verfolgen mich die szenen (die französin im haus im park, entführung lucys, ambros entschluss am ende etc). das ist immer noch unterhaltung, immer noch eine erfundene geschichte, aber eine, die tief geht und lange bleibt. danke, andre pilz, und wie wär's auch 2012 mit einer fragerunde, fragen gibt es viele.

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  • Rezension zu "Die Lieder, das Töten" von André Pilz

    Die Lieder, das Töten
    dark_angel

    dark_angel

    27. September 2012 um 10:44

    Nach einem Super-GAU an der deutsch-französischen Grenze wird ein großes Gebiet als Sperrzone deklariert. Doch nicht alle Bewohner wollen evakuiert werden und es gibt Menschen, die sich sogar freiwillig in der Sperrzone niederlassen. Angeführt werden die Menschen in der Sperrzone von Strasser. Ambros, der von der Regierung in die Sperrzone geschickt wird, um Strasser zu töten, kann sich der Faszination dieses andersartige Lebens kaum entziehen. Nach dem schonungslosen und brutalen Roman "Man Down" setzt sich André Pilz nun mit dem Thema eines möglichen Super-GAUs auseinander, der nach Fukushima gar nicht mal so realitätsfern wirkt. Erzählt wird die Geschichte von Ambros aus der Ich-Perspektive, der nach dem Super-GAU seine Freundin verloren hat und im Auftrag der Regierung unterwegs ist. Wie man es von André Pilz gewöhnt ist, schreibt er sehr direkt, kompromisslos und beschönigt nichts. Die Charaktere wirken authentisch und glaubhaft. Beispielsweise gerät Ambros in einen Strudel von Selbstzweifel und Aussichtslosigkeit. Denn auf welcher Seite er nun endgültig stehen soll, kann er sich so leicht nicht beantworten. Er versteht nicht, weshalb Menschen überhaupt in der Sperrzone bleiben wollen oder gar freiwillig den Weg dahin suchen. Ist es wirklich ein terroristischer Akt, in der Sperrzone leben zu wollen? Bald schon erliegt Ambros selbst dieser Faszination, entwickelt eine Art Verständnis dafür und gerät immer tiefer in die Machtspielchen zwischen seinem Auftraggeber und Strasser. Wird er seinen Auftrag im Endeffekt doch noch ausführen können oder wird er sich auf Strassers Seite legen? Der Roman ist durchaus bewegend, intensiv und aussichtslos. Jedoch fand ich manche Passagen fast schon verwirrend, als wüsste der Autor selbst nicht, welche Richtung die Geschichte nun nehmen soll. Es war fast schon ein wenig zu viel Hin und Her (ohne nun etwas vom Inhalt verraten zu wollen). Das Thema an sich ist sehr aktuell und nicht fern der Realität, da in Europa schließlich auch Reaktoren betrieben werden. So gesehen, rechnet der Autor auch mit der Regierung und deren Entscheidungen ab und man setzt sich beispielsweise mit der Frage auseinander, wie schnell etwas als terroristisch bezeichnet wird, während es für andere total aus der Luft gegriffen scheint. Fazit: Ein Autor den man nicht unterschätzen sollte. Seine Bücher beinhalten mehr als ein Körnchen Wahrheit, die der Leser oft schonungslos serviert wird und sich dabei noch Tage danach den Kopf über das Gelesene zerbrechen kann.

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