André Pilz No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz

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Inhaltsangabe zu „No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz“ von André Pilz

Der erste deutschsprachige Skinhead-Roman, nicht von einem Journalisten oder Kinderbuchautor, sondern von einem Skinhead geschrieben. André Pilz, Jahrgang 1972, hält sich mit diversen Jobs über Wasser und ist Gitarrist einer Oi!-Punkband. Wenn André Pilz über den Skinhead „way of life“, über Gewalt im Stadion, Stress mit Einwanderergangs oder Neonazis in der Szene schreibt, weiß er, worüber er spricht. „Ein Leben lang der letzte Dreck. Ein Leben lang haben sie mich geschlagen und gedemütigt, und ich habe es regungslos hingenommen. Ein artiger, braver Junge. Doch irgendwann war irgendein Schlag zu viel, und ich habe begonnen, mit meinen Augen zu sehen, mit meinen Ohren zu hören, und meinen Verstand gebraucht. Ich habe gelernt. Und mir den Kopf geschoren und Euch den Krieg erklärt.“ Aber „No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz“ ist keine verkappte Autobiographie, kein Tagebuch, sondern ein erstklassiges, bis zur letzten Zeile superspannendes Stück Literatur. „Gewalt ist die einzige Form von Achtung, die wir von Euch erzwingen können. Gewalt ist in Eurem Spiel nicht erlaubt, jedenfalls nicht die, die die Leute beim Einkaufen oder Spaß haben stören könnte. Aber wir, wir lieben sie. Nur die Gewalt auf der Straße und im Stadion schafft es, uns für kurze Zeit über Euch zu stellen. In dem Moment, wo es knallt, da spüren wir Eure Angst. Vor uns, den Glatzköpfen.“

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  • Aus dem Leben eines modernen Kriegers

    No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz
    Wortmagie

    Wortmagie

    15. June 2017 um 10:59

    Bevor ich mit der Rezension zu „No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz“ beginne, sollte ich euch erklären, wieso ich diesen Skinhead-Roman besitze. Ich habe eine tiefe persönliche Bindung zum Thema des Buches, zu der Szene, in der und für die der Autor André Pilz es geschrieben hat. Ich war selbst jahrelang in der linken bzw. unpolitischen Skinhead-Szene aktiv. Ich war ein Renee, ein Skingirl, mit allem, was dazu gehört: Musik, Kleidung, Lebensstil. Mittlerweile habe ich die Szene verlassen, weil ich mit der Stagnation selbiger nicht zurechtkam. „No llores, mi querida“ war das letzte ungelesene literarische Überbleibsel dieser Zeit. Als ich es von meinem SuB befreite, war ich extrem gespannt, wie es auf mich wirken würde. Eine Reise in meine Vergangenheit stand bevor. Skinhead, Skinhead, Oi Oi Oi! Diese Worte sind Ricos Schlachtruf. Jahrelang war Rico schwach, wurde geschubst und getreten, als er am Boden lag. Er schwor sich, niemals wieder so verletzlich zu sein. Er ist ein Skin, ein Krieger im täglichen Kampf gegen die brutalen Anforderungen einer Gesellschaft, in die er nicht passt. Gewalt und Exzess bestimmen seine Existenz. Seine Freunde sind ebenso Ausgestoßene wie er. Doch tief in seinem Herzen verzehrt sich Rico nach Hoffnung. Als er die Mexikanerin Maga kennenlernt und sich rettungslos in sie verliebt, stellt er sich zum ersten Mal die Frage, ob es nicht auch anders geht. Muss er die lähmende Verzweiflung, den Zorn, die giftige Bitterkeit ertragen? Gibt es keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale seines Lebens? Entgegen aller Widerstände wird Maga zu Ricos Licht in der Dunkelheit und lehrt ihn, dass jeder Mensch eine Chance auf Glück verdient, sogar ein Skinhead. Meine Rückkehr in den Kosmos der Skinheads war seltsam. Es war merkwürdig, mit Gedanken konfrontiert zu werden, aus denen ich lange herausgewachsen bin. Ich musste mich erst wieder an den derben Tenor der Szene und den daraus resultierenden ordinären Schreibstil in „No llores, mi querida“ gewöhnen. André Pilz schont sein Publikum nicht und ich glaube, für Leser_innen, die noch nie mit der Szene in Kontakt gekommen sind, ist das Buch vermutlich zu krass, mit all der Gewalt, literweise Alkohol und einem Leben am äußersten Rand der Gesellschaft. Ich brauchte ein wenig, um mich auf Pilz‘ Schilderungen einzulassen, kam dann aber schnell rein und konnte mich mit der extremen Härte des Romans arrangieren, obwohl ich nicht behaupten kann, dass ich mich wohlfühlte. Das ist wahrscheinlich gar nicht möglich. Ricos Auffassung seiner Identität als Skinhead unterscheidet sich radikal von dem, was ich damals empfand. Ich hätte nichts mit ihm und seinen „Freunden“ zu tun haben wollen, weil ich sie als asoziale Prolls eingeschätzt hätte. Ich habe Skingirl zu sein niemals damit assoziiert, eine Kriegerin zu sein. Für mich ging es um bodenständige Werte; darum, sich innerhalb der Gesellschaft eigene Regeln und Grenzen zu schaffen. Für Rico hingegen sind die Glatze, die schweren Stiefel und sein provokatives Verhalten Ausdruck seines persönlichen Krieges gegen die Gesellschaft. Er ist ein Anarchist, benimmt sich wie ein in die Enge getriebenes Tier. Er empfindet Hilflosigkeit, Ohnmacht und Weltschmerz und da er nicht weiß, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll, schlägt er nach außen. Das stimmt mich unheimlich traurig, denn in seinem Kern ist Rico hypersensibel, eine maßlos empfindsame Seele und eigentlich viel zu zart für unsere grausame Welt. Die schützende emotionale Mauer, die Menschen normalerweise davor bewahrt, angesichts all des Leids und des Elends in der Welt verrückt zu werden, hat Rico nicht. Er tut, als würde ihn das alles überhaupt nichts angehen, dabei zerbricht er sich täglich den Kopf darüber. Ich kann nachvollziehen, dass er glaubt, ein Krieger sein zu müssen, um zu überleben. Er kennt nur Extreme, trotz seiner erstaunlich weit entwickelten Intelligenz. Man traut es Rico nicht zu, aber er ist tatsächlich ziemlich klug und ich gehe mit den meisten seiner philosophischen, gesellschaftskritischen Überlegungen konform. Lediglich die Konsequenzen schätze ich anders ein. Man kann das System nicht von außen zerstören, man kann es nur von innen heraus verändern. In diesem Punkt bin ich einer Meinung mit Maga, die für Rico einfach alles ist. Sie ist Auslöser, Motivation und Perspektive seiner Veränderung. Er wäre vermutlich auch ohne sie eines Tages darauf gekommen, dass sein Dasein deprimierend und leer ist, dass seine „Freunde“ asoziale Schläger sind, denen nichts irgendetwas bedeutet, aber dank Maga sieht er eine Alternative. Ihretwegen erkennt er, dass er die Wahl hat, ein anderes Leben zu führen. Ich kann euch „No llores, mit querida – Weine nicht, mein Schatz“ ausschließlich unter ganz bestimmten Umständen empfehlen. Ich fand es zwar großartig, überraschend tiefsinnig und verblüffend berührend, aber es ist auch äußerst speziell, außergewöhnlich hart und ab und zu regelrecht abstoßend. Meiner Ansicht nach solltet ihr diesen Skinhead-Roman nur dann lesen, wenn ihr wahrhaft bereit für eine extreme, grenzwertige Variante des Konflikts zwischen Gesellschaft und Individuum seid. André Pilz treibt es auf die Spitze. Er kennt keine Tabus. Falls ihr meint, damit umgehen zu können, versucht es. Ich habe lediglich eine Bitte an euch. „No llores, mit querida“ mag autobiografische Elemente enthalten, doch bitte glaubt nicht, der Protagonist Rico und seine Truppe stünden stellvertretend für die gesamte Skinhead-Szene. Das ist nicht wahr. Ich habe in meiner Zeit in der Szene glücklicherweise nur wenige Gestalten kennengelernt, die ähnlich asozial und kaputt waren wie Rico. Die meisten Skins sind in einem gesunden Maß angepasst, wenn auch oft laut, wild und reichlich verrückt. Dieses Buch vermittelt nur einen winzigen Bruchteil der Realität. Skinhead zu sein kann vieles bedeuten. „Krieger“ ist nur eine Auslegung. P.S.: Für all diejenigen unter euch, die Schwierigkeiten mit der Unterscheidung von Skinheads und Nazis haben und nach dieser Rezension ein bisschen verwirrt sind, finden auf der folgenden Website eine Erklärung der Szene: Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln

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  • Rezension zu "No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz" von André Pilz

    No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz
    Ilse_Oile

    Ilse_Oile

    24. September 2012 um 13:18

    Das Buch hab ich in 4 Nächten durch gelesen, hat Spaß gemacht mal einen frischeren Schreibstil zu lesen. Klar, das Buch is frei aus der Schnauze zum Papier gebracht worden, jemand mit schwachen Nerven wäre mit dem Buch sicherlich schwerstens überfordert. Gewalt und Erotik - Hass und Liebe - Bisher noch nie in so einem Umfang in einem Buch gelesen, find ich gut.... hat mich gefesselt. Die Figur Rico, wird sehr gut beschrieben. Man kann in seine Seele blicken und man sieht das auch ein Skinhead ein Herz hat, selbst nach der ganzen Gewaltschiene ;) Der Schrei nach Liebe... Aber auch einfach das Überspielen der eigenen Unsicherheit mit Gewalt und Wut. Früher wars ne knüppelharte Szene - heute spielen die Skins lieber mit Omi Karten. Eine Szene hat sich verändert....die Welt noch mehr! Falsche Freunde hat man öfters im Leben, auch wenn se einen aus der Scheiße holen. Geh deinen Weg - deinen Way of Life! In diesem Sinne, allen viel Spaß beim lesen! Cheers

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  • Rezension zu "No llores, mi querida - Weine nicht mein Schatz" von André Pilz

    No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz
    Weltverbesserer

    Weltverbesserer

    29. March 2010 um 10:53

    Offen, ehrlich und brutal, ist die Geschichte vom Skinhead Rico Steinmann. Packend, mitreißend, traurig und an ganz vielen unerwarteten Stellen äußerst gefühlvoll. ********** "Nur die Gewalt auf der Straße und im Stadion schafft es, uns für kurze Zeit über Euch zu stellen. In dem Moment wo es knallt, da spüren wir Eure Angst. Vor uns, den Glatzköpfen." ********** Rico ist ein junger Mann, der aus einer angeschlagenen Familie kommt, -seine Mutter wurde vergewaltigt, als er 7 Jahre alt war, seine Cousine ist mit 13 Jahren schwanger - der in seinem Leben viele negative Erfahrungen gemacht hat und den jahrelang angestauten Frust ausleben muss, und das kann er am besten mit seinen Kumpels beim Fußball. Doch seine Kumpels sehen einiges ein bisschen anders als Rico und das führt oft zu Spannungen zwischen ihnen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Postbote, ein Job, der ihn total erschöpft, und dort trifft er auch eines Tages auf Maga, ein dunkelhäutiges Mädchen in das er sich verliebt. Maga verliebt sich auch in Rico und die beiden beginnen eine Affäre, obwohl Maga verlobt ist. Ricos Freunde hingegen können diese Affäre schwer akzeptieren und so sitzt Rico ständig zwischen zwei Stühlen und die ganze Situation droht irgendwann zu eskalieren.

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  • Rezension zu "No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz" von André Pilz

    No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz
    Moni1986

    Moni1986

    04. August 2008 um 22:55

    Schonungslose Darstellung der Skinheadszene, in manchen Szenen stark übertrieben, dennoch ein sehr kraftvoller und sogar teilweise poetischer Roman.