André V Heiz Knapp

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  • Rezension zu "Knapp" von Andre Vl. Heiz

    Knapp

    MichaelKunz

    25. November 2011 um 12:26

    Wo sind die Grenzen der Wahrnehmung? Ein Fuß versinkt im nassen Erdreich und hinterlässt einen Abdruck, in dem sich sofort, fast unauffällig, eine winzige Wasserlake bildet, die das Sonnenlicht reflektiert. Dann gleitet die Kamera langsam nach oben, wir sehen ein frisch gebügeltes Hosenbein, das sich durch den nächsten Schritt in der Kniekehle faltig zusammenzieht. Nun schwenkt die Kamera nach vorne und eine messingfarbene Gürtelschnalle wird sichtbar. Sie blitzt für einen kurzen Augenblick im Licht der Sonne auf, wobei eine Gravur sichtbar wird, die aussieht wie ein K. Die Kamera gleitet leicht nach links und die Hand wird sichtbar, sie schwingt wie ein Pendel gleichmäßig vor und zurück. Wir sehen keine Armbanduhr und vermuten sie an der rechten Hand, die von der Kamera wenige Augenblicke später gezeigt wird. Auch keine Armbanduhr. Weiter geht es nach oben, wir sehen Ausschnitte eines gewöhnlichen, unauffälligen Anoraks. Wir vermuten eine kühle Jahreszeit. Geräusche werden nun in den Film eingespielt, es ist ein sanftes, monotones Rauschen. Es ist kaum herauszuhören, woher das Rauschen kommt: Sind es die Wellen des Meeres, die an einem Ufer in der Nähe auslaufen? Ist es der Wind in den Blättern der Bäume? Nun erfasst die Kamera ein unrasiertes Gesicht, der Mund hängt schlaff herunter, die Augen blicken ausdruckslos in die Weite. Überhaupt wirkt das ganze Gesicht gleichgültig. Dann sehen wir die ungekämmten Haare und, da ein Hut fehlt, gibt das Bild nun den Blick auf eine Waldlichtung, ein Ufer, auf ein Feld und auf einen Hügel frei. Wir befinden uns auf einem erhöht gelegenen Aussichtspunkt („Belvedere“). So könnte eine Verfilmung dieses Buches beginnen. „Wo jemand geht, ist auch ein Weg, [denn] ein Weg findet sich immer.“ In dieser Geschichte geht um das Offensichtliche, um den Weg an sich. Der Weg, der sich immer findet, der mitten durch die Gegend führt, etwas Beständiges, Vertrautes. Hier geht Herr Knapp spazieren. „Knapp“ steht aber nicht nur für den Namen des Protagonisten. Knapp sind auch die Sätze. Und knapp wirken auch die Sinneseindrücke des Spaziergängers, weil der Autor André Heiz in seinen Sätzen gerne mit Hauptwörtern arbeitet. Deswegen ist es auch ein Buch mit einem besonderen Anspruch an den Leser: Nimm dir Zeit und Ruhe, sonst kannst du nicht in meiner Geschichte versinken. Auf den ersten Blick ist Herr Knapp ein Eigenbrödler, spontan, konzentriert, bedingungslos. Er will für sich sein, will sich für nichts rechtfertigen, er will keine tieferen Bindungen zu anderen Menschen aufbauen. Er will einfach nur: spazieren. Er nimmt dabei ein dauerndes Rauschen wahr, das für ihn unerträglich ist. Dennoch beginnt erst durch das Rauschen, die Welt um ihn zu fließen. Es gibt ihm das Gefühl, nicht mehr wie ein sichtbarer Tautropfen auf einem Blatt begafft zu werden, sondern als Tropfen unauffällig in einem Fluss mit zu schwimmen. Ein Fluss, der sich immer ändert und nie derselbe ist (vgl. auch Heraklit, 520 bis 460 v. Chr.), so wie der Weg, auf dem Herr Knapp spaziert. Es ist ein interessantes Wechselspiel zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit, mit dem sich bereits auch Immanuel Kant (1724 bis 1804) auseinander gesetzt hat. Vordergründig geht es nur um einen Spaziergang. Die Dinge, die Herr Knapp während seines Spazierganges wahrnimmt, helfen ihm aber, sich allmählich selbst zu erkennen. Und wer weiß: Vielleicht ist dieser Spaziergang sein letzter... André Vladimir Heiz war in den Jahren 2007 und 2008 Mitglied der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Dieser Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum und ist seit 2006 mit 25.000 Euro dotiert. (Quelle: Wikipedia, Stichworte: „André Vladimir Heiz“, "Ingeborg-Bachmann-Preis") www.michael-kunz.net

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