Andra Bucci

 4,7 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf

Andra und Tatiana Bucci, 1937 und 1939 als Töchter einer jüdischen Mutter in Fiume (heute Kroatien) geboren, wurden als Kinder nach Auschwitz deportiert – und überlebten. Tatiana lebt heute in Brüssel, während Andra zwischen Europa und den USA pendelt. 2019 wurden die Schwestern mit der Medaglia d'Oro Pegaso der Toskana für ihr Engagement als Zeitzeuginnen ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Andra Bucci

Cover des Buches Wir, Mädchen in Auschwitz (ISBN: 9783312014026)
Katharina83s avatar

Rezension zu "Wir, Mädchen in Auschwitz" von Andra Bucci

Katharina83
Bedeutender Zeitzeugenbericht

Anfangs tat ich mich schwer mit dem wer erzählt es gerade. Ist eine dritte Person oder ist es eine der beiden Schwestern. 

Aber dann machte es klick sie erzählen es beide. Sie ergänzen sich und hören einander zu. Damit wird dieses Buch zu einem Erlebnis. Man kann sich gut vorstellen wie sie beide die Zeit erlebt haben. Auch was sie danach aus ihrem Leben gemacht haben. Was mich sehr beeindruckt hat das sie immer wieder auch Bezug auf die Empfindungen von ihrer Mutter eingegangen sind. 

Cover des Buches Wir, Mädchen in Auschwitz (ISBN: 9783312014026)
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Rezension zu "Wir, Mädchen in Auschwitz" von Andra Bucci

Rebecca1120
eindringliche Lebensgeschichte und Mahnung zugleich

Abwechselnd erzählen die beiden Schwestern Tatiana und Andra Bucci über ihre traurige Kindheit. Ihre Familie ist aus dem Osten vor den Russen, über Ungarn nach Fiume, damals italienisch, geflohen. Hier wurden beide geboren, behütet von Oma Rosa und Mutter Mira. Der Vater war als Schiffskoch viel unterwegs. Als die Mädchen gerade 4 und 6 Jahre alt waren, veränderte sich ihr Leben dramatisch. Da sie mütterlicherseits Juden waren, wurde die gesamte Familie, ins gesamt 13 Personen, deportiert.

Die Erläuterungen, was dann passierte sind sehr ergreifend. Die beiden Kleinen können das alles gar nicht begreifen, haben auch teilweise Erinnerungslücken und unterschiedliche Erinnerungen. Nicht verwunderlich, wenn man in dem Alter aus dem gewohnten Leben gerissen wird. Und doch haben beide versucht, dieses Grauen aufzuarbeiten, sich Jahrzehnte später auszutauschen. Nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Betroffenen. Beispielgebend möchte ich zwei Tatsachen erwähnen, die mir besonders unter die Haut gegangen sind. Da ist einmal der mutige Kampf ihrer Mutter, dass ihre Kinder das Lager überleben. Sie kam mir wie eine Löwin vor, die ihr Rudel beschützt. Und das zweite ist die Tatsache, dass die beiden Mädchen im Lager nie an den eigenen Tod gedacht haben, obwohl ja das Sterben an der Tagesordnung war und die Leichenpyramiden zum täglichen Bild gehörten. Sie konnten es einfach nicht begreifen, weil sie dafür zu jung waren. Vielleicht auch gut, sonst wären die Erinnerungen noch unerträglicher und die Verarbeitung noch schwieriger gewesen. Überrascht war ich auch, dass die beiden später nie mit ihrer Mutter über die Lagerzeit gesprochen haben.  

Den geschichtlichen Rückblick von Umberto Gentiloni  Silveri auf die damalige historische Entwicklung Europas und ihr Bezug zur Familie Bucci habe ich zum Teil als Wiederholung der Erzählungen der beiden Frauen empfunden. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.  

Cover des Buches Wir, Mädchen in Auschwitz (ISBN: 9783312014026)
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Rezension zu "Wir, Mädchen in Auschwitz" von Andra Bucci

shilo
Ein erschütternder Zeitzeugenbericht

In diesem Buch berichten die inzwischen über 80-jährigen Schwestern Andra (*1939) und Tatiana Bucci (*1937) über ihre Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Jahr 1944. Als Töchter eines Katholiken und einer Jüdin wurden sie in Fiume, dem heutigen Rijeka geboren. Sie verbrachten, getrennt von ihrer Mutter, 9 Monate im Kinderblock des Lagers, bis sie schließlich am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurden. Sie kamen nach Prag in ein Waisenhaus und im März 1946 nach Lingfeld in England. Hier fühlten sie sich sicher, geborgen und beschützt. Über das Rote Kreuz erfuhr ihre Mutter zwischenzeitlich, die ebenfalls überlebt hatte, den Aufenthaltsort ihrer Kinder. Im Dezember 1946 wurden Mutter und Töchter in Rom nach 2 Jahren Trennung wieder zusammengeführt.

Die Autorinnen berichten in einer bewegenden Schreibweise über das Grauen in Auschwitz sowie ihrer Zeit danach. Es ist unvorstellbar, was damals den Juden angetan wurde. Und es sollte für uns alle eine Mahnung sein, ganz besonders in der heutigen Zeit. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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