Andre Malraux

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Andre MalrauxSo lebt der Mensch
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So lebt der Mensch
So lebt der Mensch
 (6)
Erschienen am 01.11.1999
Andre MalrauxDie Hoffnung
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Die Hoffnung
Die Hoffnung
 (1)
Erschienen am 01.06.1989
Andre MalrauxLa condition humaine
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La condition humaine
La condition humaine
 (1)
Erschienen am 01.09.1997
Andre MalrauxLes conquerants. Die Eroberer, französische Ausgabe
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Les conquerants. Die Eroberer, französische Ausgabe
Andre MalrauxDie Eroberer
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Die Eroberer
Die Eroberer
 (1)
Erschienen am 01.12.1988
Andre MalrauxGäste im Vorübergehen
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Gäste im Vorübergehen
Gäste im Vorübergehen
 (1)
Erschienen am 01.06.1987
Andre MalrauxDas imaginäre Museum
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Das imaginäre Museum
Das imaginäre Museum
 (1)
Erschienen am 01.06.1994
Andre MalrauxLa Condition Humaine
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La Condition Humaine
La Condition Humaine
 (0)
Erschienen am 01.12.1999

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Rezension zu "Les conquerants. Die Eroberer, französische Ausgabe" von Andre Malraux

Rezension zu "Les conquerants. Die Eroberer, französische Ausgabe" von Andre Malraux
Steerpikevor 11 Jahren

"Les Conquérants" ist André Malraux' erster großer Roman und erschien erstmals 1929. Er entwickelt seinen Plot entlang Ereignissen der Zwischenkriegszeit im kolonialen Kanton. Die kommunistische Internationale organisiert einen Generalstreik in Hong Kong, um die britische Kolonialmacht zum Abzug aus China zu bewegen und so dessen nationale Einheit und Selbstverwaltung zu erreichen. Der Leser folgt den Geschehnissen hautnah im Zentrum der Macht, nämlich im kommunistischen Propaganda-"Ministerium", das von dem Schweizer Pierre Garin (Garine) geleitet wird. Der namenlose Ich-Erzähler ist ein Jugendfreund des Propagandaministers, des Kantonesischen in Wort und Schrift mächtig und wird so zu einer Art Vertrautem und Assistenten.

Die Vielfalt des politischen Lagers ist dabei vollkommen unübersichtlich: Es gibt die gespaltene kommunistische Bewegung, zusammengesetzt aus Leuten wie Garine, aber auch aus russlandtreuen Bolschewiken wie Borodine, eine Art Statthalter der Sowjets im umkämpften China; dann gibt es die Anarchisten, die sich um den gewaltbereiten Paria Hong scharen, den Garine nur mit Mühe im Zaum zu halten vermag. Schließlich gibt es Tcheng-Daï, chinesisches Pendant zu Ghandi, der auf gewaltfreie Lösungen setzt, dabei das Leid der Bevölkerung in Kauf nimmt. Natürlich gibt es die englandtreuen Gegenparteien, und es gibt auch einen kurzen Auftritt Mao-Tse Tungs, dessen Rolle innerhalb des kommunistischen Gefüges allerdings vage bleibt.

Ein Bild völligen Chaos also. In diesem agieren nun die Figuren in einer sehr dialoglastigen Handlung, in der am Anfang sehr viel über politische Strategien, am Ende sehr viel über politische Einstellungen und Überzeugungen geredet wird. Der Roman ist über weite Passagen in einem mit diesen Dialogen durchsetzten Berichtsstil verfasst, in dem chronologisch die Ereignisse abgegangen werden, beginnend mit der Ankunft des Ich-Erzählers in China, endend mit dem Triumph der Roten Armee in Hong Kong und der Abreise des schwerkranken Garine nach Europa. Unterbrochen wird das Ganze nur durch kurze Intermezzi zur Vergangenheit einiger der handelnden Personen.

Formal ein sehr sprödes Buch. Zum einen ein detaillierter Bericht, der einem aber trotz seiner Nüchternheit und weitestgehenden Chronologie vor allem mit einer heillosen Verwirrung zurücklässt. Vielleicht wäre das anders bei jemandem, der sich besser mit der chinesischen Geschichte auskennt als ich.

Differenziert gelingt vor allem die Zeichnung Garines, eines Revolutionärs aus Überzeugung, eines "conquérants", wie ihn Polizeichef Nikolaïeff gegen Ende in Abgrenzung zu dem technokratischen Borodine nennt. Ein Revolutionär, der auf die Individualität der Menschen setzt, nicht auf Parteidisziplin, und der daher ständig in Konflikt mit der Partei und der übergreifenden kommunistischen Bewegung und Ideologie gerät. Die diesebezüglichen Reflexionen Garines sind philosophisch nicht uninteressant. Sie münden in die Überzeugung, ein Leben finde eigentlich erst dann statt, wenn man die Möglichkeit habe, sich eines in dieser Welt zu entwerfen. Eine Ideologisierung an den Gegebenheiten vorbei wird von ihm abgelehnt, der kommunistischen Partei mit ihrer realitätsfernen Kadertreue wird ebendiese vorgeworfen. Die Regel, so die eher ernüchternde Einsicht Garines, ist ein Leben ohne Sinn, der wie gesagt aktiv gestaltet werden müsste, wozu den meisten gar keine Möglichkeit gegeben ist.

Durch das relativ abseitige Setting (bei Malraux' Romanen aber wohl durchgängig so) und die natürlich immer recht zeitgebundenen politischen Implikationen eine nicht unanstrengende, aber durchaus eine lohnende Lektüre.

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