Andrea Bennett Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

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Inhaltsangabe zu „Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna“ von Andrea Bennett

Galina Petrowna ist seit vielen Jahren verwitwet und lebt in einer kleinen Stadt in der russischen Provinz. Beherzt schlägt sie sich durch den Alltag, stets begleitet von ihrer geliebten dreibeinigen Hündin Boroda. Doch eines Tages wird Boroda von einem Tierfänger entführt, einem finsteren Gesellen, der im Auftrag der Föderation arbeitet. Als Galinas Verehrer Wasja versucht die Hundedame freizukaufen, wird er kurzerhand wegen Bestechung verhaftet. Galina ist wild entschlossen, ihn und Boroda zu befreien, und macht sich zusammen mit ihrer exzentrischen Freundin Soja auf eine Rettungsmission, die sie mitten ins abenteuerliche Moskau führt ...

Ein zu gewolltes Werk über scheinbare Abenteuer einer alten russischen Dame

— tination

Leider für mich viel zu langatmig, aber mit einem süßen russischen Charme :)

— Haihappen_Uhaha

Es hat unterhalten ...aber auch nicht sehr

— sternchennagel

Eine charmante Protagonistin in Russland der 90er kann sich behaupten und den Leser für sich gewinnen. Leseempfehlung!

— MelE

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  • Ein zu gewolltes Werk über scheinbare Abenteuer einer alten russischen Dame

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    tination

    04. October 2016 um 21:42

    Das Buch: Die alte Dame Galina Petrowna hat einen dreibeinigen Hund Boroda, und ist damit die Attraktion unter den Nachbarskindern in einer russischen Provinz. Doch eines Tages wird der Hund von einem Hundefänger weggebracht. Galina macht sich mit ihrem Verehrer Wasja auf den Weg, um den Hund wieder zu befreien. Doch zwischenzeitlich wird auch Wasja wegen Bestechung verhaftet. Und so muss nun Galina nicht nur ihren geliebten Hund retten, sondern auch Wasja aus dem Gefängnis. Zusammen mit ihrer Freundin Soja begibt sie sich nun auf eine abenteuerliche Reise nach Moskau und zurück….Fazit: Dieses Buch verspricht durch die Story und Aufmachung den russischen Charme. Leider kann dieses Buch dies nicht halten, wohl auch deshalb, dass eine amerikanische Autorin versucht, ein russisches Buch zu schreiben. Gelungen ist es ihr nicht. Die Story um Galina plätschert so vor sich hin. Und eigentlich macht Galina auch kaum etwas. Klar, sie ist eine alte Dame, doch ein wenig mehr Tatendrang und Witz hätte man schon von ihr erwarten können. Folglich ergeben sich weder wundersame noch Abenteuer im Leben der Galina Petrowna. Hier ist leider der deutsche Titel ungemein irreführend.Doch was macht Galina nun tatsächlich in diesem Buch? Nun ja…. Sie fährt nach Moskau ins Ministerium um Gnade zu erwirken. Und dort wartet sie, bis sie dran ist. Der Hund ist dabei schnell vergessen, da der heimliche Verehrer Wasja ja noch einsitzt und gerettet werden muss. Irgendwann fährt sie wieder zurück in ihre Stadt und das war es (ob sie nun erfolgreich in Moskau war, das müsst ihr schon selbst lesen ;-)). Sie lässt sich treiben im Strudel der Ereignisse. Und letztendlich ist der Hund mehr oder weniger egal. Sehr schade.Auch die Bekehrung von dem Hundefänger Mitja wirkt ein wenig zu aufgesetzt. Und die ganzen familiären Verbindungen zwischen den Charakteren, die sich dann auch noch ganz zufällig in einem Büro treffen…. Naja…. Überhaupt sollen alle Charaktere charmant und witzig herüberkommen. Doch das allein reicht für ein Buch nun mal nicht aus.Zusammenfassend erscheint dieses Buch einfach zu sehr gewollt. Dies sieht man in den Charakteren, deren Aktionen und der Szenerie. Es ist einfach zu aufgesetzt. Und so wird aus den wundersamen Abenteuern der Galina Petrowna ein doch eher wundersames Buch.https://booksoftination.wordpress.com/2016/10/04/andrea-bennett-die-wundersamen-abenteuer-der-galina-petrowna/

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  • leider nur ok

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    sternchennagel

    06. May 2016 um 10:56

    Ja bei diesem Buch war ich mal wieder ein Opfer von Titel und Cover. Für mich absolut ansprechend gestaltet. Das Buch hat sich ein nicht so seltenes Thema zu eigen gemacht: eine ältere Damen wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und erlebt mit einigen Weggenossen neue Abenteuer. Galina ist eine ältere, mittlerweile verwitwete Dame im modernen Russland, die einen verwahrlosten Streuner bei sich aufnimmt. Mitja der Hundefänger allerdings hält von dieser Beziehung überhaupt nichts und nimmt sich dem an, indem er den Hund gefangen nimmt, dabei gerät sowohl bei Galina als auch bei Mitja einiges aus dem gewohnten Gleichgewicht und die Abenteuer beginnen. Das Buch ist angenehm geschrieben und liest sich sehr leicht weg, die Geschichte bietet alles von Unterhaltung, Witz und Traurigkeit. Aber wenn dieses Buch doch so viel hat, warum konnte es mich dann nicht begeistern? Das frage ich mich jetzt schon eine ganze Weile, aber habe leider keine Antwort gefunden. So leicht und angenehm der Schreibstil auch war, fesselnd war es nicht. So vielfältig und bunt die Geschichte auch war, ich habe mich nicht darin verloren. Schade das dieses Buch nichts bei mir hinterlassen hat, ich würde gerne mehr, vor allem schönes, dazu sagen können.Was ich persönlich etwas zwiespältig betrachte, ist das Bild der Russischen Gesellschaft, was hier gezeichnet wird. Da ich selbst keine Beziehungen in die Richtung habe, kann ich mir da kein Urteil erlauben, aber ich habe das Gefühl, das diese Kanadische Autorin den Ton ganz gut getroffen hat. Für mich war das Buch leider nur "o.k.". Reine Unterhaltung ohne Tiefgang.

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  • mit süßen russischen Charme :)

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    Haihappen_Uhaha

    05. May 2016 um 13:41

    Cover: Ein Meisterwerk! Hat mich erst auf das Buch aufmerksam gemacht! Ich liebe es, auch die Farben! Handlung: Galia, eine alte russische Dame nimmt einen Streuner bei sich auf und nennt diese Hündin "Boroda" (Bart, auf Russisch). Boroda wird zu ihrer treuen Gefährtin und Freundin, bis diese eines Tages vom BÖSEN Hundefänger entführt wird, da sie kein Halsband trägt. Zu Galias Übel wird auch noch ihr Verehrer Wasja verhaftet. Was soll sie nur tun? Sie und ihre Freundin Soja machen sich auf zu einer Rettungsaktion um ihre Liebsten zurück zu bekommen. Meinung: Nun ja...der Einstieg war noch recht amüsant, geprägt vom russischen Charme und einigen netten Anekdoten. Es war ganz lustig zu lesen, wie Galia in Erinnerungen schwelgte und ihren starken und dominanten Charakter zeigte. Leider kommt dieses "wundersame Abenteuer" nie so richtig in die Gänge...wir springen immer wieder zu anderen Perspektiven, wie zum Beispiel zu der des Hundefängers und sehen auch mal in seinen Kopf, erfahren da die Hintergründe seiner Handlungen. Doch irgendwie wird so viel Drumrum geredet, dass die eigentliche Handlung und das "Abenteuer" untergeht und eher die Nebenrolle spielt, da viele Nebensächlichkeiten so lange im Detail ausgeschmückt werden.Somit konnte mich Galias Abenteuer leider nicht von sich überzeugen. Fazit:Ein nettes Buch, mit ein wenig russischem Charme und einer ganz netten und zynischen alten Dame, die eher langsam in die Gänge kommt aber dennoch ganz gut unterhalten kann. Gerne hätte ich mehr Russland gespürt :)

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  • Wundersam, Charmant und Amüsant

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    MelE

    27. April 2016 um 06:23

    "Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna" konnte mich wirklich sehr begeistern. Eine schrullige alte Dame kann sich behaupten und sich gemeinsam mit ihrer Freundin Soja zu ihrem Recht verhelfen lassen. Ob es wirklich ihr Recht ist, stelle ich nicht in Frage, da jeder Mensch eine andere Auffassungsgabe besitzt und von dieser Gebrauch machen wird.Es ist skurril und auf eine gewisse Art und Weise sehr amüsant in das Russland der 90er einzutauchen. Man erlebt Armut, Kapitalismus und einen Aufbruch. Der Mensch beginnt sich zu verändern und in all dem steckt Galina Petrowna und muss sich behaupten. Trotz ihres Alters kann sie überzeugen, was sehr imponierend ist und dem Buch wirklich die nötige Würze verleihen konnte. Sehr amüsant sind die Wege, die Galina Petrowna geht, um ihren Hund zu retten, der ohne Halsband als Straßenköter gekennzeichnet ist. Mitja, der überall als Hundemörder bekannt ist, da er die Straßen von Hunden befreit, kommt in den Genuss Bekanntschaft mit Galina Petrowna zu machen. Dieses lässt ihn nicht kalt und er beginnt sich nach und nach zu verändern. Zuvor hielt er seine Rituale ein und nun lässt er eines nach dem anderen ausfallen. Manchmal kommt auch die Liebe in die Quere, die zum Umdenken und Loslassen einlädt. Schuld an der ganzen Misere ist Boroda, die sich in Galina Petrownas Herz geschlichen hat und ihr in Einsamkeit Trost gespendet hat. Nun ist der Hund dem Tod geweiht und viele Menschen beteiligen sich an ihrer Rettung. Amüsant ist, das auch die Gedanken der Hündin ihren Platz im Roman finden, was doch eher unüblich ist, dem Roman aber eine andere Note vergeben kann. Das der Verehrer Galinas auch gerettet werden muss, ist eher zweitrangig. Im Nachhinein wird sich herausstellen, das Mitja und auch Wasja eine gemeinsame Vergangenheit haben. Auch Soja wird Dinge offenbaren, die die Vergangenheit in ein anderes Licht rückt und eine sehr lange bestehende Freundschaft gefährden könnte. Vieles wird eine Wendung nehmen, was sich nicht vermuten ließ, nachdem ich begann den Roman zu lesen. Die unterschiedlichen Menschen könnten verschiedener nicht sein und das gab dem Roman einen wirklich interessanten Rahmen. Ich konnte mich sofort auf die Story einlassen, auch wenn diese oder jenes sehr überspitzt und unglaubwürdig dargestellt wurde, dennoch konnte der Charme der Protagonisten überzeugen. Insgesamt ist der Roman eigentümlich wie sein Cover. Eine russische Provinzstadt die Kopf steht, was ich als sehr passend empfunden habe. Es wirkt ansprechend und weckte meine Neugier. Gerne eine Leseempfehlung für ein doch recht außergewöhnliches Buch.

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  • Leider eine bittere Enttäuschung

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    Tasmetu

    19. April 2016 um 09:32

    Es ist so unglaublich schade, wenn man sich Monate lang so richtig auf ein Buch freut und dann feststellt, dass es so gar nicht den eigenen Geschmack trifft. Leider war das hier der Fall.Zuerst wurde ich durch dieses unglaublich wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam. Es ist wirklich eines der schönsten Cover, die ich je gesehen habe, aber es täuscht lediglich über den grausigen Inhalt des Buches hinweg. Auch der Klappentext sprach mich an: Eine aufregende Reise von alten, interessanten Menschen die einen Hund retten wollen. Das klingt nach Spaß, ein bisschen Fernweh und schön verpackter Lebenserfahrung. Das war es aber nicht.Die Charaktere waren zwar alle gut ausgearbeitet, hatten ihre Eigenarten und besonderen Charakterzüge – waren mir aber durch die Bank allesamt unsympathisch. Galia (Galina Petrowna) war die Einzige, die ich nicht schrecklich fand. Empathie hat es aber auch hier nicht gegeben. Ich weiß nicht, was die Autorin geritten hat, dass sie diese Charaktere alle so grauenvoll gestalten musste.Es gibt wirklich wenige Romane aus/über Russland und die Bevölkerung dort. Ich hatte also große Hoffnungen. Aber wenn es nach diesem Buch geht sind alle Russen stinkende, trinkende, widerliche, arme, uralte, unfähige, furchtbare, unfreundliche Menschen. Und das entspricht einfach nicht der Wahrheit. Hier hätte das Buch das Potenzial gehabt, anders zu sein. Andere Gesichter Russlands zu präsentieren und sich nicht billiger Klischeés zu bedienen und die dann auch noch so hässlich auszuschmücken, wie sie es getan hat. (Das gleiche gilt auch für das Setting: Wer Russland nur über dieses Buch kennen lernt, wird niemals das Land besuchen wollen)Immer wenn es dann tatsächlich mal einen schönen Satz gab (was selten genug vorkam), kam immer so etwas wie „sagte XY und zog geräuschvoll die Nase hoch“. Es gab lauter Passagen, in denen das Ekelhafte an den Charakteren herausgestellt wurde, es gab absolut keine Schönheit in diesem Buch. Nur Katja wird als schön und gutmütig beschrieben, doch die verliebt sich Knall auf Fall in den mit Abstand grauenvollsten Kerl des Buches – einen skrupellosen, unfreundlichen, alles verachtenden Hundefänger & -mörder, der (wie immer wieder betont wird) immer penetrant nach Hundescheiße riecht. Was das angeht empfinde ich Katja also eher als vollkommen naiv und dämlich.Vielleicht finden Hundeliebhaber das Buch etwas besser als ich, denn ich konnte auch mit dem Hunde Aspekt nichts anfangen.Auch die Story war für mich nicht das Gelbe vom Ei. Es passiert relativ wenig, es geht tatsächlich die ganze Zeit nur um Hunde und das Altsein und das Hundefängerleben usw. Alles macht einen enorm trostlosen Eindruck, es gibt eigentlich keine Hoffnungen und die Stellen, die humorvoll sein sollten, fand ich einfach nur merkwürdig. Es gibt permanente Wiederholungen, man tritt dauernd auf der Stelle. Die „abenteuerliche Rettungsmission“ ist in meinen Augen auch einfach nur unnötig und unlogisch – generell fand ich die Idee des Buches zwar gut, die Umsetzung aber misslungen. Und das Ende… darüber will ich gar nicht erst sprechen. Die plötzlichen Wendungen, die dann teilweise doch keine sind und die finale Aufklärung auf die man die ganze Zeit gewartet hat sind enttäuschend und nichtssagend. Man klappt das Buch anschließend zu und fragt sich, warum man diese Geschichte eigentlich gelesen hat.Es hätte auch gute Punkte gegeben, an denen man ansätzen hätte können: Das Thema Ehepflichten (oder allgemein Ehe), Schwule in Russland, Spionage, menschenunwürdige Experimente, Alkoholismus, etc. Das wurde alles mal erwähnt, aber es ging nie in die Tiefe. Es gab nie Anlass zur kritischen Auseinandersetzung.Bücher in denen alte Menschen zu Wort kommen sind wichtig und können wundervoll sein („Noch so eine Tatsache über die Welt“ ist ein gelungenes Beispiel), man kann so viel aus ihnen lernen. Aus diesem Buch lernt man lediglich, wie widerlich Menschen sein können und auch, dass man manche Dinge lieber früher gesagt oder getan hätte. Wenn man beide Augen zudrückt könnte man auch noch sagen, dass man lernt, dass man immer seinen Weg gehen und auf sein Herz hören soll. Aber eigentlich ist das nicht das Gefühl, was nach dieser Lektüre bleibt. Stattdessen sehnt man sich sehnlichst nach einer Dusche und viel Seife.Vermutlich kann man zwischen die Zeilen noch viele sinnvolle, aussagekräftige und stilistische positive Aspekte hervorholen, ich habe aber leider keine entdecken können. Vielleicht fehlt mir hier auch einfach die Lust an der wilden Interpretation oder der ausführlichen Analyse. Diese Rezension ist ein direkter Eindruck nach dem Lesen und es tut mir wirklich im Herzen weh, doch dieser Eindruck ist leider einfach nur schlecht.Was eine schöne, lebensbejahende Geschichte werden sollte, stellte sich als seltsames und unsympathisches Buch über nicht vorhandene Hoffnungen und das Schlechte im Menschen heraus. Eine wahre Enttäuschung. Sehr, sehr schade.

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  • Atmosphärisch bestens getroffen

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    michael_lehmann-pape

    11. April 2016 um 17:03

    Atmosphärisch bestens getroffenWundersame Pilgergänge und seltsame Hundertjährige gab es ja durchaus nicht wenige in den letzten Jahren, nach den Erfolgen der ersten Romane einer solchen Form.Und ja, auch dieses Debüt kann man in ähnlicher Richtung zunächst verorten. Eine (ältere) Frau, die aus ihrem Tagestrott herausgenommen wird (aufgrund ihres (zugelaufenen) Hundes, besser Hündin) und sich mit allerlei anderen Personen auf eine „Queste“ begibt. Eben jene Hündin sicher wieder „nach Hause“ zu bringen.Dennoch bietet dieser Roman keinen Neuaufguss eines alten Themas und auch keine zu offensichtliche Nähe zu anderen Werken solch teils skurriler, seltsamer, abenteuerlicher Wege des Lebens.Sowohl, was die differenzierte und sehr empathische Darstellung der Personen des Romans angeht, wie auch deren Verhältnisse untereinander (die in wichtigen Bereichen durchaus ungeklärt sind, vor allem, was die Liebe, aber auch, was den Hass angeht) bietet Andrea Bennet eine eindrucksvolle schriftstellerische Kraft, die den Leser durchweg im Roman und bei den Personen hält, auch den unsympathischen.Vor allem aber gelingt es der Autorin, die „russische Seele“ bar jeden Kitsches und bar jeder Verherrlichung der Vergangenheit ganz in der Gegenwart erlebbar zu gestalten. Von der Armut unter dem Zaren bis zu den Unruhen unter Stalin, vom unbedingten, fanatischen Einsatz für das System bis zu einem „irgendwie“ Leben im System bis hin zu einer ablehnenden Haltung „all dem“ gegenüber stehen die Personen für die prägende Geschichte des weiten Reiches. Und stehen auch für die Haltungen von Mut bis Hass bis einfacher Feigheit. Und werden sich alle im Lauf der 350 Seiten entfalten und entwickeln. Bis hin zu den Gerüchen, der Ungepflegtheit, auch dem abstoßenden, dass sich vor den Augen eines Besuchers so mancher Orte in Russland auch gegenwärtig noch entfalten würde.Wie Mitja sich in seine (Kraft der sprachlichen Kunst Bennetts unglaublich billig wirkende) Uniform hinein bewegt, wie schon in den ersten Momenten seines „Auftritts“ die ganze Zwiespältigkeit, das Gefühl von Minderwertigkeit ausstrahlende, sich unbedingt an „etwas Höheres“ hängen müssen, um sich wichtig zu fühlende Konglomerat seiner Persönlichkeit zutage tritt, wie man umgehend erfährt, dass vielleicht die Ursache all dieser zwanghaften Verkrampfung doch nur im gestörten Verhältnis zum anderen Geschlecht zu finden ist, dass gelingt Bennet, emotional dicht in wenigen Seiten zu vermitteln.Und das ist nun beileibe kein Offizier oder zumindest „harter Kerl“, sondern ein einfacher Hundefänger mit deutlich zu viel selbst ernannter Wichtigkeit.Wie auch Galina Petrowna in wenigen Zeilen lebhaft vor den Augen des Lesers ersteht. Da reicht bereits ohne jeden Dialog das „Kennenlernen“ der dreibeinigen Hündin Boroda. In dessen Zuge ebenfalls mit ein bis zwei Sätzen nur der verdreckte, ungepflegte Imbiss und das direkte Umfeld um diesen einen ersten klaren Punkt zum russischen Leben, zum Alltag ind er Gegenwart liefert. Dem einige Seiten später kontrastreich der „Altenclub“, die bärbeißige-liebevolle Galina inmitten dieses Clubs und der fürsorgliche, aber irgendwie zu nichts richtig zu gebrauchende, zunächst wenig „Standing“ ausstrahlende Wasja.Diese drei, Galinas beste Freundin Soja und noch viele weitere Personen werden den Weg des Romans säumen, wenn es gilt, die kluge, friedliche, dreibeinige Hundedame wiederzufinden. Die verschwunden ist. Woran Mitja die Verantwortung zufällt.Eine äußere und innere Reise durch die gegenwärtige russische Föderation, in der einem die Lebenswirklichkeit, die Prägungen, die Merkwürdigkeiten geschickt in all den Personen angelegt nahekommt. Auf einem allerdings nicht immer gerade laufenden Weg, bei dem es manchmal nicht einfach fällt, die rote Linie der Ereignisse im Kopf zu halten, sowie an manchen Stellen ein Abgleiten fast in eine Art Slapstick, das eher stört denn für anregenden Humor sorgt. Aber auch eine Geschichte, in der, zum Schluss hin, das Sentimentale und die Liebe in überraschender Weise seinen Platz findet und der Lesefluss allezeit in gleichmäßigem Tempo ohne „Durchhänger“ den Leser in den Bann zieht.

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  • Wundersam und skurril

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    Miramis

    29. March 2016 um 17:56

    Galina Petrowna lebt im kleinen russischen Städtchen Asow der 1990er-Jahre; es geht es beschaulich zu, man teilt das Wenige, das man hat, und trifft sich zu Vorträgen und Lotterien im Seniorenclub. Ihr gleichtöniges Leben wird aber gehörig durcheinander gewirbelt, als ihre dreibeinige Hündin Boroda vom städtischen Hundefänger Mitja eingefangen wird, weil sie kein Halsband trägt. Und als wäre das nicht schlimm genug, wird ihr Verehrer Wasja nach einem Befreiungsversuch ebenfalls inhaftiert und ins städtische Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Hilfe ist nur von einer Seite zu erwarten: Russlands Obrigkeit muss sich um den Fall kümmern und so reist Galina mit ihrer exzentrischen Freundin Soja nach Moskau, um dort ein gutes Wort für Wasja und Boroda einzulegen. Unterdessen hat der Hundefänger Mitja eine Begegnung der dritten Art; die geheimnisvolle Katja tritt in sein Leben und säht erste Zweifel bei ihm - kann es wirklich sein Lebensziel sein, Hunde einzufangen und an die Behörden zur Vernichtung und Leimproduktion weiter zu geben? Warum eigentlich sein großer Haß auf alle Streuner? Und wie kann er seinen folgenschweren Fehler wieder gut machen und nebenbei auch noch Katjas Herz erobern? Während Galia und Soja in Moskaus Nachtleben eintauchen und begleitet von einem ebenso mysteriösen wie dementen Cousin zielstrebig nach dem richtigen Minister für ihre Angelegenheit suchen, macht Mitja eine denkwürdige Wandlung durch, und am Ende stellt sich heraus, dass die Verwicklungen zwischen den Figuren viel enger sind als gedacht und eigentlich doch alle an einem Strang ziehen. Dieses wilde und skurrile Roadmovie aus dem Russland der 90er hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Atmosphäre ist wunderbar dargestellt, eine Mischung aus Armut und guter alter Zeit, aber auch Aufbruchstimmung in die neue Welt des Kapitalismus. Nicht jeder der Protagonisten kommt damit so gut klar, aber sie schlagen sich auf ihre Art und Weise durchs Leben. Die Autorin lässt dabei immer wieder abgefahrene und schräge Situationen entstehen, bei denen ich zumindest schmunzeln und erstaunt mit dem Kopf schütteln musste, zuweilen aber auch lauthals loslachen konnte. Besonders gut gefiel mir dabei die Entwicklung von Mitja, dem Hundefänger, aber auch die in der Mehrzahl alten Menschen habe ich nach und nach ins Herz geschlossen. Was für meinen Geschmack etwas übertrieben ist, ist die Darstellung der Körperlichkeit; ich habe selten ein Buch gelesen, in dem es so hartnäckig um Körpergerüche, Blutkrusten, Hundekot und ähnliches ging. Das muss man schon mögen. Ansonsten war mir der bildhafte und bisweilen blumige Schreibstil ganz recht, ohne das ich ihn als herausragend bezeichnen würde. Was bleibt ist eine nette Geschichte mit liebenswerten Protagonisten, die ein wundersames, skurriles Abenteuer erleben und uns dabei einen Blick in das postsowjetische Russland ermöglichen.

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  • Russische Senioren machen die Gegend unsicher

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    mari-87

    23. March 2016 um 14:17

    „Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowa“ ist ein Roman von Andrea Benett, erschienen 2016.Inhalt:Galia Petrowa ist eine agile Seniorin und lebt in einen Wohnblock im russischen Asow mit vielen älteren Menschen und ihrer dreibeinigen Hündin Boroda. Boroda ist ihr zugelaufen und trägt weder Halsband noch Leine. So war sie leider ein leichtes Opfer für den Hundefänger Mitja, einen seltsamen Menschen. Galias Freund Wasja versucht einzuschreiten und gerät ins Gefängnis. Galia nimmt mit ihrer Freundin Soja alles in Kauf um Wasja und Boroda zu retten. Ein Abenteuer im hohem Alter beginnt.Meine Meinung:Der Roman war ein humorvoller Einblick in das Leben der Seniorin Galia mitsamt der typischen russischen Lebensart. Der Schreibstil war stellenweise satirisch und lustig. Auch waren phantasievolle Metaphern vorhanden, die ich so noch nicht gelesen habe wie z.B „...die trockene Zunge raschelte wie eine Maus im Sommergras...“ Stellenweise hatte ich aber das Gefühl das ein paar Übersetzungsfehler vorkommen, weil Erdbeeren eigentlich nicht aus Stauden gepflückt werden und wie ein Mann schäumen kann verstehe ich auch nicht ganz. Die Protagonisten waren klar charakterisiert, auch wenn ich mir manche Beschreibungen z.B „Spatzenbeine“ und eine Oma mit linanen Haaren nicht ganz vorstellen kann. Der Hundefänger war richtig unsympathisch. Die Vorstellung, wie Senioren die verschiedenen Situationen gemeistert haben war aber amüsant.Das Ende hat mir nicht gefallen, das war irgendwie abgehackt, als würde eine Seite fehlen. Es waren noch ein paar Punkte offen, wo es interessant wäre zu wissen, wie es weiter geht.Deswegen muss ich einen Stern abziehen, insgesamt 4 von 5 Sternen.

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  • Eine Hündin mit Damenbart

    Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna

    TochterAlice

    22. March 2016 um 19:53

    Eine Hündin mit Damenbart und mit nur drei Beinen namens Barada - die Bärtige - ist zwar nicht die Hauptfigur, aber doch ein wichtiger Faktor in diesem Roman, der im Russland der 1990er Jahre, während der Jelzin-Ära spielt. Die Protagonistin: Galina Petrowna, eine ältere Dame, die bereits während des 2. Weltkriegs einiges mitgemacht hat und auf ihre eigene Art ein Produkt der Sowjetära ist - schließlich hat sie den Löwenanteil ihres Lebens in dieser Epoche verbracht, an der sie nichtsdestotrotz einiges auszusetzen hat - ebenso wie an der seit einigen Jahren bestehenden Russischen Föderation. Aber schlecht geht es ihr nicht, sie hat ihre Freundinnen, ihren Seniorenclub, ihren treuen, von ihr allerdings nicht weiter ermutigten Verehrer Wasja, der zudem Vorsteher des erwähnten Clubs ist - und vor allen Dingen gibt es in ihrem Leben seit einiger Zeit Barada, die dreibeinige Hündin, die sie innig liebt. Diese wird eines Tages vom Hundefänger Mitja, einem überzeugten Vertreter seiner Zunft eingefangen und entführt - zu Klebstoff soll sie verarbeitet werden! Und Wasja, der wie immer Galia, wie Galina Petrowna genannt wird, zur Seite steht, wird schnurrstracks eingebuchtet - und das ist auch in der Post-Sowjet-Ära nicht gerade ein Zuckerschlecken. Eine Posse der Jelzin-Ära, nicht mehr und nicht weniger ist es, was die Britin Andrea Bennett, eine Russland-Expertin und vor allem Kennerin der genannten Ära hier aufbietet - nicht mit britischem, sondern mit slawischem Humor gespickt ist die Geschichte, in der sich Galia mit ihrer Freundin Soja - einer überaus esoterischen und zugleich exaltierten Persönlichkeit - nach Moskau aufmacht, um Hund und Verehrer - zunächst in genau dieser Reihenfolge zu retten. Es ist schon toll, ja tollkühn, was Andrea Bennett hier aufbietet, gleichwohl ist es mir einerseits zu chaotisch, andererseits ein bisschen zu schlicht im Hinblick auf die Verwirrungen. Ein bisschen erinnert es mich an einen Film mit Dick und Doof oder aber mit den Marx-Brothers, in dem alle planlos zunächst in die eine, dann wieder in die andere Richtung laufen. Schließlich gibt es dann doch ein Ergebnis und das hat mir ganz gut gefallen, ist es doch wirklich anders als erwartet, aber überhaupt nicht schlecht. Dennoch, so richtig begeistert hat mich diese Geschichte nicht, die zwar dazu einlud, in ihr zu schwelgen, jedoch nicht hielt, was sie versprach. Es war, nun ja, ganz nett und nett ist bekanntlich die kleine Schwester von - nein, das sage ich jetzt nicht.

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