Andrea Busfield Schattenträumer

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Inhaltsangabe zu „Schattenträumer“ von Andrea Busfield

Liebe in Zeiten des Krieges Zypern, 1955. Der 15-jährige Loukis trennt sich von seiner großen Liebe, um sich einer Widerstandsgruppe in den Bergen anzuschließen. Er ist fest entschlossen, den Tod seines Bruders Nicos zu rächen, der von den britischen Besatzern erschlagen wurde. Jahre später kehrt er in sein Dorf zurück, und nichts ist mehr wie zuvor. Eine schmerzvoll schöne Familiensaga über Liebe und Trennung vor dem Hintergrund der Konflikte, welche die Insel bis heute nicht zur Ruhe kommen lassen. »Ein bezaubernder Roman, der die Herzen der Leser erobern wird.« News of the World

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    Ritja

    05. June 2011 um 12:34

    Andrea Busfield versucht in "Schattenträumer" eine Familiengeschichte mit der Geschichte von Zypern zu verbinden. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Liebe zwischen Praxi und Loukis. Beide erst um die 15 Jahre alt und doch fühlen sie sich voneinander angezogen. Doch die Politik, der Krieg will es anders und so wird Loukis Bruder Nicos getötet. Neben dem Tod des Bruders treibt auch ein unbedarfter Kommentar von Praxi, Loukis in die Arme der EOKA. Noch ist er zu jung, um mit der Waffe zu kämpfen, doch Botengänge kann er für die EOKA erledigen. Loukis bleibt mehrere Jahre, in denen die Mutter und der Vater vom ihm immer wieder dafür beten, dass er lebend wiederkommt. Sie erleben Leid und Verzweiflung, müssen mit ansehen, dass Praxi einen anderen Mann heiratet und das Dorf verlässt und gute Freunde vertrieben werden. Die Brüder von Loukis versuchen ebenfalls ihre Wege zu gehen. So arbeitet Michalakis als Journalist für eine Zeitung, die versucht die politischen Geschehnisse neutral aufzuarbeiten und den Menschen mitzuteilen. Nach einigen Jahren kehrt Loukis zurück und muss sich neu orientieren. Ein Leben mit Praxi scheint nicht möglich. Oder doch? Andrea Busfield versucht immer wieder die politischen Geschehnisse zwischen den Griechen und Türken einzuflechten. Manchmal gelingt es ihr ganz gut, doch gelegentlich reißt sie den Leser aus der Geschichte raus, um ihn einen Geschichtsbrocken vorzulegen. Die Verbindung von Familie und Geschichte funktioniert nicht immer. Auch benötigt der Leser etwas Zeit und Geduld, um in die Geschichte einzutauchen - der Anfang ist etwas holprig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Ein empfehlenswertes Buch, dass dem Leser in eine andere Zeit führt. Wer sich nicht mit der Geschichte von Zypern, Griechenland und der Türkei auskennt, kann hier noch einiges erfahren.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    conneling

    31. May 2011 um 12:05

    Eine schön geschriebene Familiensaga die sich zur Zeit des Krieges auf Zypern abspielt. Es handelt sich um die Familie Economidou, die viel mitmachen und über sich ergehen lassen muss. Um Praxi und um Loukis und um deren Liebe, die so nicht sein soll.
    Sehr schöne Geschichte, allerdings manchmal etwas unklar was iim Mittelpunkt stehen soll, die Familiensaga oder der Krieg der im Land tobt?

  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    elliehwinter

    30. April 2011 um 15:31

    Heute ist Zypern eine Ferieninsel voller Touristen. Aber insbesondere zwischen 1955 und 1974 war es mehrfach Kriegsgebiet. Was die vielen Türken und Griechen der Insel durchgemacht haben, ist in den Roman Schattenträumer eingeflossen und in eine Familiensaga verwoben. Die zentralen Figuren stammen aus der Familie Economidou, die im Norden Zyperns in einem Dorf bei Keryneia zu Hause ist. Die Eltern Desphina und Georgios haben fünf Söhne, die 1955 beginnen ihre eigenen Wege zu gehen. Der jüngste Sohn, Loukis, tritt im Laufe des Romans in die EOKA ein, einer Gruppe von griechischen Zyprern, die für den Anschluss an Griechenland kämpfen. Loukis hat dafür sein Heim und seine große Liebe Praxi verlassen. Diese Entscheidung ist zentral für die beiden Liebenden. Mehr über die politischen Ereignisse in Zypern erfährt der Leser durch die Arbeit von Loukis' älterem Bruder Michalakis, der als Journalist in der Hauptstadt Lefkosia arbeitet. Einen Blick auf die türkische Bevölkerung ist durch den Nachbarn der Familie, Stavros, gegeben. Immer wieder spielen auch Kampfhandlungen eine Rolle und ihre Auswirkungen auf die Familie, aber auch die persönlichen Probleme der Charaktere werden umrissen. Weniger ist mehr – Busfield hat zu viele Personen in ihren Roman einfließen lassen. Keiner der Charaktere hat mein Herz bewegen können. Praxi war mir zu egoistisch, Loukis unsympathisch und der Rest der Personen zu blass. Die Handlungen der Charaktere waren größtenteils kaum nachvollziehbar und blieben ohne Erklärungen und Beweggründe einfach unkommentiert für den Leser stehen. Somit fehlten dem Roman nötiger Tiefgang, denn das Thema gibt eindeutig mehr her. Die eingeschobenen Erklärungen zur Politikgeschichte des Landes waren gut, aber selten kamen sie zum richtigen Zeitpunkt beim Lesen. Also blickt man immer wieder in den Anhang, der eine gute Zeittafel beinhaltet, um der Geschichte folgen zu können. Busfields Art zu schreiben hat mir persönlich nicht gefallen: Ihre Sätze waren oft zu abgehackt, viele Themen umreißt sie nur, ohne in die Tiefe zu gehen und eine absolute Katastrophe stellten für mich ihre Dialoge dar: immer wenn ich dachte, das wird jetzt mal ein gutes Gespräch werden, war der Dialog schon zu Ende. Wieder hatten die Charaktere nichts gesagt. Am Ende des Romans überstürzen sich die Ereignisse und der Epilog, der 2007 spielt, ist derart verwirrend, dass man das Buch mit einem fragenden Blick ins Regal zurückstellt. Ich konnte nicht mitfühlen mit diesen Personen und ihren Erlebnissen, aber ich bin dankbar für mein neu erworbenes Wissen über Zypern. Einen Stern also für Cover (sehr gelungen, finde ich) und den hilfreichen Anhang und den 2. Stern vergebe ich für die politischen Erklärungen.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    suse9

    28. April 2011 um 11:19

    Der Roman „Schattenträumer“ verspricht eine „schmerzvoll schöne Familiensaga“ vor dem Hintergrund des Zypernkrieges in den 50er Jahren. * Praxi und Loukis verbindet ein besonderes Band, welches bereits vor Louki´s Geburt geknüpft worden zu sein scheint. Wir begleiten sie und ihre Familien bis in die heutige Zeit und erleben die Höhen und Tiefen des Lebens auf einer Insel, die ihren Platz in der Welt sucht. Die Autorin lässt uns an dem Kampf der Griechen, Türken und Briten teilhaben. Unterschiedliche Interessen prallen unversöhnlich aufeinander, und wir erfahren, wie es zur Teilung der Insel gekommen ist. * So jedenfalls waren meine Erwartungen, als ich mit dem Lesen des Romans begann. Leider wurden diese nicht oder nur zum Teil erfüllt. Die Autorin versucht, die geschichtlichen Fakten mit dem Schicksal der Familie Economidou zu verbinden, jedoch gelingt ihr dies nicht. Gegen ständige Perspektivwechsel ist nichts einzuwenden, wenn angefangene Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden. Jedoch bricht eine Szene abrupt ab, wenn man sich gerade eingelesen hat, und die Handlung kehrt dorthin nicht wieder zurück. So fällt es schwer, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Ihre Gefühle, Ambitionen, Gedanken bleiben im Verborgenen und werden nur oberflächlich angerissen. Auch wenn es im Roman einzelne Sympathieträger gibt und ich die Familie Economidou gerne ins Herz schließen wollte, konnte ich doch deren Handlungen oft nicht nachvollziehen. Ich hätte mir gewünscht, dass sich Andrea Busfield auf die Geschichte von Loukis, Praxi und deren Familien beschränkt hätte. Mit etwas mehr Zeit und Detailtreue hätte sie mir die Personen vielleicht nahe bringen können. Sie bleiben aber unpersönlich, da die Autorin den Anspruch für ihr Buch zu erheben versucht, die Geschichte Zyperns zu erklären. Auf mich wirken die Passagen, die den Kampf um Zypern schildern durch die ledigliche Aneinanderreihung von Ereignissen kalt und unpersönlich. Fast könnte man meinen, eine Zeitung aufzuschlagen und hier über einen Anschlag, dort über eine Rede oder Reaktion des Gegners zu lesen. Das alles hätte ich jedoch auch durch eigene Recherche erfahren können, zumal sich im Anhang eine Chronologie der Ereignisse befindet. Die Autorin versteht es nicht, die politischen mit den persönlichen Erfahrungen der Personen zu verbinden. * Ganz ohne schöne oder interessante Momente ist der Roman jedoch nicht. Man findet sie vor allem im letzten Drittel. Leider sind diese Textstellen immer nur kurz und flüchtig, so dass ich am Ende doch froh war, das Buch zuschlagen zu dürfen. Lediglich die Schlusspassage ist konsequent, realistisch, und hat mich bewegt. * Die Sternevergabe fällt mir schwer. Für mich ist es mehr als 1 aber weniger als 2 Sterne. Ich entscheide mich also für gutgemeinte 2 Sterne.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    rallus

    27. April 2011 um 09:47

    Im vorliegenden Band Schattenträumer beschreibt Andrea Busfield die Geschichte einer Familie auf Zypern von den 50er Jahren bis heute. Dabei baut sie die tatsächlichen Ereignisse in das Leben der Protagonisten ein. Die Familie Economidou hat 5 Söhne, die unterschiedliche Schicksale erleiden, unter anderem auch eine unglückliche Liebesgeschichte. Das Buch ist ein gutes Beispiel für verpasste Chancen. Durch den Aufzählstil der Autorin will keine so rechte Bindung an die Personen aufkommen. Andrea Busfield hat eine etwas steroetype Art ihre Charaktere durch das Leben zu schicken, dabei hat sie gute Ideen, die aber leider nicht ausreichend umgesetzt werden. Gerade hat man sich in ein Schicksal eingelesen, springt sie zum nächsten anstatt zu verweilen und zu vertiefen. Die politischen Begebenheiten werden mehr schlecht als recht in die Schicksale aufgesetzt. Es fehlen die Verbindungen die die Geschichte zu einem Fluss gemacht hätten. Doppelt so viele Seiten hätten dem Buch mehr Tiefe und Originalität gegeben. So bleibt dies eine unbeholfenen Geschichte die in einem geschichtlich zerrissenen Land spielt. Für die Bearbeitung des Themas Zyperns vergebe ich einen Zusatzpunkt, die Geschichte alleine hätte es auf 2 gebracht. Schattenträumer heißt im original "Aphrodites War" was viel besser zum Charakter des Bandes passt, ein Beispiel für die unreflektierte Art der Verlage Bücher zu benamen.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    Lilli33

    26. April 2011 um 08:50

    In Andrea Busfields Roman „Schattenträumer“ begleitet der Leser die griechisch-stämmige Familie Economidou aus einem Dorf im Norden Zyperns von 1955 bis in die heutige Zeit. Zur Familie gehören die Mutter Dhespina, der Vater Georgios und die fünf Söhne Christakis, Michalakis, Nicos, Marios und Loukis. Loukis und die Nachbarstochter Praxi sind von klein auf befreundet, ein Herz und eine Seele, und eigentlich ist klar, dass die beiden einmal heiraten werden. Doch dann kommt alles ganz anders. Loukis schließt sich im Alter von knapp 15 Jahren den Widerstandskämpfern an, die gegen die britischen Besatzer kämpfen. Als er nach Jahren zurück nach Hause kommt, hat sich dort einiges geändert. Fortan zerreißt es ihn zwischen dem Bemühen, Praxi aus dem Weg zu gehen, um ihr Leben nicht zu zerstören, und seiner Liebe zu ihr, die unverändert groß ist. Wenigstens kann er sich voll und ganz auf den Zusammenhalt seiner Familie verlassen. Diese muss in den ganzen Kriegswirren einige böse Schicksalsschläge hinnehmen, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie man so viel Leid ertragen kann. Zu Anfang hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass mir die politische Seite der Geschichte etwas zu trocken sein könnte. Doch das ist überwiegend nicht der Fall. Andrea Busfield versteht es, das Politische locker in die Liebes- bzw. Familiengeschichte einzuweben, sodass der Leser da ganz nebenbei eingeführt wird. Z.B. erzählt Michalakis über seine Arbeit als Journalist, dabei kommt dann selbstverständlich auch die Politik zur Sprache. Zum besseren Verständnis der politischen Situation gibt es hinten im Buch eine Karte von Zypern, auf der die wichtigsten Orte eingezeichnet sind, und eine Zeittafel. Beides habe ich gerne genutzt und so konnte ich dem Buch auch ohne besonderes Vorwissen gut folgen. Hier hätte man auch noch ein Glossar der griechischen Begriffe einfügen können, denn leider sind nicht alle übersetzt oder erklärt. Doch wirklich schlimm ist das nicht. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Er ist relativ einfach, aber das passt irgendwie zu dieser Geschichte. Da sich die Handlung über ca. 50 Jahre erstreckt, ist es logisch, dass die Entwicklung der einzelnen Personen ein bisschen oberflächlich bleibt. Ich habe aber auch viel zwischen den Zeilen gelesen bzw. mir Manches zusammengereimt, so dass ich das nicht als Manko empfunden habe. Schattenträumer ist ein sehr bewegendes, emotionales Buch, eine Liebesgeschichte, eine Familiensaga, ein politisches Buch, das die Sinnlosigkeit der politischen bzw. religiösen Konflikte anklagt. Ich würde es jedem empfehlen, der sich ein bisschen für die historischen Hintergründe Zyperns interessiert bzw. sich darauf einlassen will. Wer eine nette Liebesgeschichte mit Happy End sucht, ist hier verkehrt.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    allegra

    26. April 2011 um 07:38

    Wir vergessen nicht Mit „Schattenträumer“ (englischer Titel: Aphrodite´s War) ist Andrea Busfield ein eindrucksvoller Roman über ein bedrückendes Kapitel der neueren Geschichte Europas gelungen. Der Roman schildert die Entwicklungen Zyperns zwischen 1955 und 2007 aus der Perspektive der griechischen Familie Economidou, die in einem Dorf nahe der Küstenstadt Keryneia im Norden der Insel beheimatet ist. Hauptprotagonist ist Loukis, der jüngste Sohn der Familie, der sich mit gerade mal 15 Jahren der Widerstandsgruppe EOKA anschließt, die die Befreiung Zyperns von der Kolonialmacht England erkämpft. Loukis tut dies weniger aus politischem Interesse, als um für seine angebetete Praxi „zum Mann“ zu werden. Diese Beliebigkeit zeigt angesichts der Gefahren und schrecklichen Erlebnisse, denen Loukis sich aussetzt, die Sinnlosigkeit des Widerstandskampfes, in den das Volk teilweise ohne wirkliche Überzeugung nur aufgrund ihrer Herkunft hineingezogen wird. Mit dem Fortschreiten der Geschichte eskaliert die zunehmend schlechte Beziehung zwischen der zyprischen Bevölkerung griechischer und türkischer Herkunft, sodass auf der Insel Kriegszustände herrschen zwischen der Armee aus Griechenland und aus der Türkei. Ergebnis dieser Kriegshandlungen ist die Teilung Zyperns in einen nördlichen türkischen und einen südlichen griechischen Teil. Die Bevölkerung muss auf beiden Seiten ihre Häuser verlassen und in „ihren“ Teil der Insel ziehen, wo sie mit Hilfe der Regierung angesiedelt werden. Somit spiegeln sich die Erfahrungen der griechischen Familien im Leid der türkischen Bevölkerung, was die Autorin am Ende des Buches ganz elegant durch einen Brief schildert, den ein alter türkischer Nachbar der Familie Economidou zurücklässt. Das Leben der Familie Economidou verläuft vor diesem historischen Hintergrund nicht immer geradlinig. Die Familie wird von traurigen Schicksalen heimgesucht. Dabei werden neben den geschichtlichen Entwicklungen auch gesellschaftspolitische Themen gestreift wie die Unmöglichkeit einer Ehescheidung, das Leben Homosexueller in der Gesellschaft aber auch der bedingungslose Zusammenhalt von Familie und Nachbarn über die Grenzen der Herkunft hinaus. Auf bewegende Art und Weise zeigt die Autorin die Sinnlosigkeit eines Bürgerkriegs auf, bei dem es nur Verlierer geben kann. Sie spart auch nicht mit Kritik an der internationalen Gemeinschaft und vor allem an der Haltung Englands, das aufgrund eines Garantievertrags und der Tatsache, dass noch immer englisches Militär auf Zypern stationiert war, in die Auseinandersetzung hätte eingreifen können. Stattdessen hat die europäische Gemeinschaft zugeschaut, wie ein Bruderkrieg ein Land entzweit und viele Todesopfer gekostet hat. Das Schicksal der Familie Economidou nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahn. Einerseits fühlt man mit den Familienmitgliedern, andererseits scheinen einzelne Personen relativ befremdlich zu handeln, so dass eine gewisse Distanz aufgebaut wird. Sprachlich ist der Roman relativ einfach gehalten. Er ist leicht lesbar und auf ansprechende Weise flüssig und anschaulich geschrieben. Neben sehr pittoresken Beschreibungen der wundervollen Landschaft Zyperns gelingt es der Autorin durch geschickten Einsatz von Perspektivwechsel, Wiederholungen, Zeitungsartikel bzw. gelesenem Brief die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser auf eine innere Reise zu schicken, die ihn aber ratlos und bedrückt zurücklässt. Anders an in den meisten Familiensagas löst sich in diesem Roman nicht alles in Wohlgefallen auf und die gegen Ende mehrfach wiederholten Worte: „Wir vergessen nicht“ schweben wie ein Trost aber auch wie eine Drohung über dem Roman. Ich würde das Buch einem geschichtlich interessierten Leser, der sich auch darüber freut, ein neues Land kennen zu lernen, sehr empfehlen. Der Roman fordert dem Leser einiges ab an Vorwissen oder Bereitschaft, die Geschichte Zyperns zu recherchieren, aber er ist auf jeden Fall ein Gewinn. Wer nur eine Liebesgeschichte mit Happy End vor mediterranem Hintergrund sucht, wird enttäuscht sein. Als Kritikpunkt möchte ich anführen, dass der politische Hintergrund nicht immer präzise genug erklärt worden ist und die Informationen im Buch oft nicht ausreichend sind für das Verständnis. Leider sind auch in der Karte hinten im Buch nicht alle für das Verständnis wichtigen Orte eingezeichnet. Auch bleiben leider einige Personen bis zum Schluss farblos und nicht wirklich mit Leben erfüllt zurück. Ich vergebe daher 3 von 5 Punkten.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    Vanity

    24. April 2011 um 13:46

    Zypern, 1955. Man lernt in diesem Buch eine Familie kennen die zu aufständischen Zeiten, ja sogar Kriegszeiten in Zypern lebt. Loukis der jüngste von 5 Söhnen und Praxi, die Nachbarstochter spielen die Hauptrolle in diesem "Drama". Sie sind füreinander bestimmt, verlieben sich schon in jungen Jahren. Praxi erwartet sogar ein Kind von ihm, was er jedoch so schnell nicht erfährt da er dem Widerstand beitritt und seine Familie und Praxi verlässt. Praxi heiratet einen anderen Mann um der Schmach zu entgehen ein uneheliches Kind zur Welt zu bringen, doch hat dieser Mann auch sein eigenes Geheimnis. Man begleitet die Familie, Praxi und deren Freunde über mehrere Jahrzehnte. Die politischen Geschehnisse die zu dieser Zeit in Zypern liefen werden recht gut beschrieben. Die Familie muss viel Leid erfahren und leider gibt es in diesem Buch auch kein Happy End. Praxi und Loukis sind öfter voneinander getrennt als zusammen und ich kann nur sagen zum Ende hin sind sie bestimmt wieder vereint, nur unter welchen Umständen, erfahrt ihr wenn ihr dieses Buch lest. Ich kann das Buch nur empfehlen, wer kein Hintergrundwissen über Zypern hat, sowie ich, findet im Anhang eine Karte und eine Zeittafel über die politischen Aktivitäten zu der Zeit, ebenso ein Interview mit der Autorin. Dieses Buch hat mich fast sprachlos gemacht, also schaut einfach selber rein und begleitet die Familie Economidou auf ihrerm schicksalhaft schmerzvollen Lebenweg.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    KatesLeselounge

    23. April 2011 um 22:12

    Zypern 1955, eine unglaubliche Familiensaga über Liebe, Krieg, Zusammenhalt und Erwachsenwerden. Eine Liebesgeschichte im Zeiten des Krieges. Loukis und seine große Liebe Praxi gehören zusammen, schon von Kindesbeinen an. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Loukis zieht in den Krieg um ein Mann zu werden. Als er wieder kommt ist nichts mehr so, wie es mal war. Mich hat dieses wunderbare Buch sehr bewegt. Eine Familiensaga in Zeiten des Krieges ist keine leichte Kost, auch wenn es stellenweise schon fast verträumt erzählt wird. Andrea Busfield verschönert bei diesem Buch nichts. Der Schreibstil ist sogar manchmal sehr direkt, aber das macht für mich den Reiz dieses Buches aus. Ich musste so manches Mal schlucken bei den Geschehnissen der damaligen Zeit und hatte auch oft Tränen in den Augen. Auf der anderen Seiten war ich sehr beeindruckt von dem Zusammenhalt der Familie und habe sie unheimlich gerne auf ihrem Weg begleitet. Ein sehr bewegendes, tragisches Buch, dass ich unheimlich gerne gelesen habe. Eine bittersüße Mischung aus Liebe und Hass mit einem doch recht herben Ende.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    marreh

    23. April 2011 um 10:14

    Schattenträumer von Andrea Busfield. Eine Familiensaga im umkäpften Zypern von 1955 bis 2007 Die Familie Economidou mit ihren fünf Söhnen steht im Zentrum. Ihr einfachses, sehr familiäres, ländlich geprägtes und auch sehr traditionelles Leben ist von Anfang an gezeichnet vom politischen Kampf um den Besitz und die Vorherrschaft dieser so idyllisch erscheinenden Insel. Immer mehr greifen die Konflikte auch in ihr Leben ein. Der jüngste Sohn Loukis möchte seiner geliebten Praxi beweisen, wie sehr er ein Mann ist und schliesst sich der Widerstandsgruppe EOKA an. Als er desillusioniert und von der brutalen Realität gezeichnet wieder zurückkommt, sieht er sich einer verheirateten Praxi gegenüber, deren Ehemann seine Tochter mit aufzieht. Doch die politische Situation lässt der Familie kaum Zeit sich zu finden, die Geschehnisse überschlagen sich. Es gelingt der Autorin nach anfänglichem etwas schleppendem Einstieg, den Leser in ihren Bann zu ziehen und auf sehr direkte und schonungslose Art die Sinnlosigkeit des Zyprischen Kampfes über Jahrzehnte hinweg zu vemitteln. Wenn auch nicht jeder politische Schritt und jede Entwicklung für den Leser verständlich wird, die Botschaft am Ende trifft ihn mit voller Wucht. An der einen oder anderen Stelle waren mir die beschriebenen Emotionen der Einzelnen etwas zu übertrieben dargestellt. Auch hatte ich ab und an etwas Probleme mit den doch nicht leicht verständlichen, politischen Entwicklungen und eingesträuten Wertungen, dennoch hat mich das Buch insgesamt sehr bewegt und auch mit seiner klaren Botschaft am Ende überzeugt: "Wir vergessen nicht."

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. April 2011 um 21:07

    Zypern, 1955. Der 15-jährige Loukis trennt sich von seiner großen Liebe, um sich einer Widerstandsgruppe in den Bergen anzuschließen. Er ist fest entschlossen, den Tod seines Bruders Nicos zu rächen, der von den britischen Besatzern erschlagen wurde. Jahre später kehrt er in sein Dorf zurück, und nichts ist mehr wie zuvor, denn er stellt fest, dass seine große Liebe unterdessen einen anderen geheiratet und ein Kind, das eigentlich von ihm ist, großzieht. Eine schmerzvoll schöne Familiensaga über Liebe und Trennung vor dem Hintergrund der Konflikte, welche die Insel bis heute nicht zur Ruhe kommen lassen. Ich kann leider nur 3 Sterne geben, wenn es halbe Sterne gäbe, hätte ich 2,5 gegeben. Das Buch fing gut an, nahm dann zur Mitte hin ab. Die Stellen, an denen die Zwischenmenschlichen Beziehungen beschrieben wurden, waren sehr gut geschrieben. Die historischen Hintergründe allerdings waren teilweise schlecht nachzuvollziehen. Ich musste mich schon arg konzentrieren, um da mit zu kommen. Vieles wurde nur angerissen, aber nicht ausgebaut. Also entweder die historischen Gründe kürzer fassen, dafür aber verständlich, oder eben wirklich darauf eingehen. So war es eher unbefriedigend und ich musste viel recherchieren, um die Zusammenhänge zu verstehen. Positiv anzumerken ist auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Die verschiedenen Gefühle des Romans - Sehnsucht, Trauer, Tragik, Entsetzen... All das kommt wunderbar beim Leser an. Das Ende ist tragisch und schmerzhaft. Jemand, der ein Buch mit Happy End möchte, sollte dieses Buch lieber nicht lesen.

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  • Rezension zu "Schattenträumer" von Andrea Busfield

    Schattenträumer

    papalagi

    15. February 2011 um 10:02

    Anhand einer Familiengeschichte und einer Liebesgeschichte wird die unruhige Zeit in Zypern seit 1955 geschildert. Es kommen beide Parteien zu "Wort", die Griechen und die Türken. Eindrücklich wird das einfache Leben beschrieben, die Tradition und wie es zu diesem Hass zwischen Türken und Griechen kommt. Im Anhang findet man eine Karte Zyperns und eine Zeittafel, beides ist sehr hilfreich, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

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