Andrea C. Hoffmann

 4,4 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor*in von Der Sanaa-Code, Der Iran und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Andrea C. Hoffmann ist Professorin für Investigativen Journalismus an der HAW Hamburg. Sie arbeitete als Auslandsberichterstatterin für das Nachrichtenmagazin FOCUS. Ihre Bücher wurden weltweit in 17 Sprachen übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Andrea C. Hoffmann

Cover des Buches Der Sanaa-Code (ISBN: 9783961483464)

Der Sanaa-Code

(18)
Erschienen am 04.09.2018
Cover des Buches Ort ohne Wiederkehr (ISBN: 9783453606142)

Ort ohne Wiederkehr

(13)
Erschienen am 17.01.2022
Cover des Buches "Greif nach den Sternen, Schwester!" (ISBN: 9783426787045)

"Greif nach den Sternen, Schwester!"

(3)
Erschienen am 02.05.2016
Cover des Buches Der Iran (ISBN: 9783424350012)

Der Iran

(1)
Erschienen am 26.01.2009
Cover des Buches Der Sanaa-Code: Thriller (ISBN: 9783966550925)

Der Sanaa-Code: Thriller

(0)
Erschienen am 21.11.2019
Cover des Buches Die Hölle von innen (ISBN: 9783423261395)

Die Hölle von innen

(0)
Erschienen am 11.11.2016
Cover des Buches Mit der Wut einer Mutter (ISBN: 9783958902800)

Mit der Wut einer Mutter

(0)
Erschienen am 20.09.2019

Neue Rezensionen zu Andrea C. Hoffmann

Cover des Buches Ort ohne Wiederkehr (ISBN: 9783453606142)

Rezension zu "Ort ohne Wiederkehr" von Mihrigul Tursun

Ein LovelyBooks-Nutzer
Verbrechen gegen die Menschlichkeit in China

Erschütternd, aufwühlend, verstörend! Dieses Buch geht unter die Haut und kann niemanden kalt lassen. In Zusammenarbeit mit der Investigativjournalistin Andrea C. Hoffmann berichtet die Uigurin Mihrigul Tursun in ihrem autobiographischen Bericht „Ort ohne Wiederkehr“ über die abstoßenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die die chinesische Regierung an der ethnischen Minderheit muslimischen Glaubens v.a. im Nordwesten des Landes, in der Region Xinjiang verübt. 

Die Autorin ist selbst Betroffene, hat drei Lageraufenthalte überlebt und psychische und physische Gewalt über sich ergehen lassen, die man sich nicht vorstellen kann. Viele Textstellen in diesem Buch sind nur schwer auszuhalten. Aus dem Nichts und ohne Vorankündigung bricht über Mihrigul und ihre Familie das Unheil herein: Die Inhaftierung und die Trennung der Mutter von ihren Kindern. In der Haft erlebt sie Gehirnwäsche, politische Indoktrination, totale Überwachung und unglaubliche physische und psychische Gewaltanwendung. Die Bedingungen im Gefängnis sind schrecklich. Und die grausame Behandlung der Kinder in staatlicher Obhut lässt den Leser bzw. die Leserin ebenfalls betroffen zurück. Die Lektüre wird fast unerträglich!

Und am Beispiel des Schicksals von Mihrigul Tursun wird deutlich, mit welch unglaublicher Härte ein kultureller Assimilationsdruck auf die Uiguren ausgeübt wird. Sie sollen „ihrer gesamten religiösen und kulturellen Identität beraubt werden, ihr historisches Gedächtnis ausgelöscht werden“ (S. 284, Nachwort). Das Privatleben vieler Familien wird lückenlos überwacht, das wird auch am Beispiel der Familie von Mihrigul deutlich. Die Staatsmacht ist allgegenwärtig, kontrolliert, schüchtert ein und schikaniert. Selbst im Ausland ist man vor dem langen Arm des Staatsapparats nicht sicher. 

Und was man sich klar machen muss, wenn man das erschütternde Schicksal von Mihrigul Tursun liest: Große deutsche Unternehmen wie etwa BMW, Bosch, Siemens und VW stehen „im Verdacht, von der potenziellen Ausbeutung muslimischer Arbeiter aus Xinjiang zu profitieren“ (S. 278, Nachwort). Gerade in diesen Zeiten, wo man am Beispiel des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine feststellt, dass der Wunsch, „Wandel durch Handel“ zu erreichen, gescheitert ist, gewinnt auch die Frage des Umgangs mit China wieder an Bedeutung. Es stellt sich in meinen Augen folgende Frage: Können die deutsche Regierung und die deutsche Wirtschaft das Ergebnis des Berichts des Australien Strategic Policy Institute von Februar 2020 ignorieren? Nach diesem Bericht sind „mehr als eine Million der rund zwölf Millionen Uiguren von der chinesischen Regierung bereits in Lagern interniert worden“ (S. 277, Nachwort). 

 

Fazit: Ein Augenzeugenbericht, der unter die Haut geht und mich emotional erschüttert hat. Am Beispiel von Mihrigul Tursun wird deutlich, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit in China an der uigurischen Minderheit verübt werden.   

Cover des Buches Ort ohne Wiederkehr (ISBN: 9783453606142)
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Rezension zu "Ort ohne Wiederkehr" von Mihrigul Tursun

marilovesbooks2020
Menschen, die schlimmsten Lebewesen auf diesem Planeten

„Uigure in China zu sein, heißt auch, mit dem Bewusstsein zu leben, dass es jederzeit möglich ist, in der großen Taklamakan-Wüste zu verschwinden.“ (… ein Zitat aus dem Buch von Gulbahar Haitiwaji - S. 29)

Die Geschichte von Gulbahar hat mich so betroffen gemacht, dass ich mehr über dieses schändliche Thema, diesen menschenunwürdigen Umgang lesen muss. Wissen sollte, was in dieser Welt Menschen anderen Menschen antun.

Mihrigul Tursun ist Uigurin und lebt bei ihrer Großmutter, da ihre Mama bei der Geburt starb. Bei einem Test zur chinesischen Sprache in ihrer Schule, schneidet sie als beste ab und erhält ein Stipendium, um an einer Universität zu studieren. Sie verlässt ihre Heimat, ist über 4.000 km entfernt und lernt wie eine Verrückte, um ihre Großmutter stolz zu machen. Als sie endlich ihren Bachelor-Abschluss hat und ein klein wenig Erspartes, überlegt sie, wo sie ihren Master-Abschluss machen könnte. Da sie etwas Arabisch spricht, entscheidet sie sich für ein Studium in Kairo. Auf dem Flug dort hin, lernt sie einen Ägypter kennen, der ihr engster Freund wird. Als Mihrigul schwanger wird, erfährt sie, dass sie Drillinge erwartet. Nach der Geburt möchte sie ihre Kinder natürlich der Familie in der Heimat vorstellen und reist mit ihrem Ehemann zurück nach China. Doch dies zieht schwere Folgen nach sich. Ihr Ehemann darf nicht in die Provinz Xingjian einreisen, nur Mihrigul allein. 

Was diese Frau dann erlebt ist an Menschenverachtung und tiefsten Gräueltaten kaum zu überbieten. Diese Frau wurde drei Mal in ein Internierungslager verschleppt. Drei Jahre saß sie in China fest, wurde geschändet, misshandelt, sterilisiert, psychisch fertig gemacht, und an keinem Punkt war jemals klar, welches Verbrechen man ihr vorwirft. Ereignet hat sich dies vor ca. 5 Jahren (!). Ich bin wirklich fassungslos, dass niemand etwas gegen diese kommunist*ische Partei unternehmen kann. Dass Millionen von Menschen, egal ob Han-Chinesen oder Uiguren, sich dies gefallen lassen (müssen). Vermutlich würde auch ich duckmäuserisch mein Leben dort fristen. 

„Doch dann befahl der Arzt mir, die Beine zu spreizen. Ich zögerte. Schon traten zwei Polizisten auf mich zu und zogen mir meine Beine gewaltsam auseinander. Sie fixierten meine Beine an den Beinen der Pritsche, sodass der Arzt sich von unten problemlos meiner Scham nähern konnte. Und das tat er. Er hielt eine Art Zange in der Hand. […] Der Arzt öffnete meine Scheide mit irgendeinem Metallinstrumente und presste unbarmherzig meine Sch.amlippen auseinander. […] … aber es fühlte sich an, als ob er etwas herausgerissen oder durchtrennt hatte – und das ohne Narkose.“ (S. 157)

 

Unter dem Deckmantel, den islam*istischen Ter*rorismus zu terminieren, wurden in China über eine Million Uigur*innen in Umerziehungslager deportiert. Nur wenige haben den Kampf dort überlebt. Wer sich gegen das System auflehnt wird weggesperrt oder getötet. 

Immer noch werden diese Lager betrieben und Menschen sterben. China streitet diese Lager auch nicht mehr ab, nennt sie „Ausbildungszentren“. Wer das Lager wieder verlässt erhält ein Abschlusszeugnis; dann ist man eine*r gute*r Chines*in.

 

Im Fall von Mihrigul haben sich die Vereinigten Staaten eingeschalten und sie durfte vor dem Kongress aussagen. Die USA verfolgen nun diese Gräueltat – ist es vermutlich dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn im Hintergrund geht um ganz andere Dinge, warum niemand sich gegen China auflehnt: Monetas und Krieg! Wenn wir Menschen jemals am Ende unserer Tage vor einer*einem „höheren Richter*in“ stehen werden, dann hoffe ich auf Gerechtigkeit!

 

#LESEEMPFEHLUNG – und auch hier starke Nerven beim Lesen, denn es ist noch emotionaler und aufwühlender. Ich habe es gestern am Nachmittag weginhaliert. Und unfassbar, dass Gulbahar und Mihrigul sich im Internierungslager begegneten.

Cover des Buches Ort ohne Wiederkehr (ISBN: 9783453606142)

Rezension zu "Ort ohne Wiederkehr" von Mihrigul Tursun

Ein LovelyBooks-Nutzer
Die Wiederkehr aus der Hoffnungslosigkeit

Ort ohne Wiederkehr- Stark, emotional und unfassbar.
Die Grausamkeit des Menschen kennt keine Grenzen. Was Frau Tursun erdulden musste und welche Repressalien der chinesischeStaat, ihr und die Angehörigen der urigurischen Minderheit, auferlegt ist höchstens mit den Leiden der Juden und andern Minderheiten in Nazideutschland zu vergleichen.
Was diese Frau noch heute noch erduldet nur damit die Wahrheit das Licht der Welt erblicken kann ist der Inbegriff der Stärke und des Mutes.

Das Buch: Ort ohe Wiederkehr ist ein Tatsachenbericht der unbedingt beachtet werden muss. Der gehört werden muss. Der für ein besseres Leben der Minderheiten auf jede Bestsellerliste aufgenommen werden muss. Damit niemand je wieder in „Umerziehungslagern“ auf einen grausamen Tor warten muss.

Gespräche aus der Community

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in meinem neuen Thriller DER SANAA-CODE geht es um eine unglaubliche Entdeckung, die die Geschichte der Religionen auf den Kopf stellen könnte – verpackt in die atemlos spannende Jagd meiner Protagonistin Katharina nach der Wahrheit. Ihr fragt euch, wie ich auf dieses Thema gekommen bin? Als das Nachrichtenmagazin NEWSWEEK die These eines deutschen Forschers veröffentlichte, der Koran sei in weiten Teilen falsch übersetzt worden, verbrannten Muslime in Pakistan die entsprechende Ausgabe der Zeitschrift. Allein der Bericht über mögliche Fehler im Koran ist für strenggläubige Muslime ein Sakrileg.

Seitdem ich als Journalistin über dieses Phänomen berichte, lässt mir das Thema keine Ruhe mehr. Intensiv tauchte ich in die Forschungen ein, las wissenschaftliche Abhandlungen und interviewte Sprach- und Religionswissenschaftler. Wie den Figuren in meinem Thriller ging es auch mir selbst. Je mehr ich erfuhr, desto spannender wurde es. Was ist dran an der These, der Koran sei falsch übersetzt worden? Und was taugt die provokante Hypothese einiger Wissenschaftler, dass der islamische Prophet Mohammed ursprünglich Christ gewesen sei?

Ich deckte einen spannenden Hinweis nach dem anderen auf – der am Ende auch für meinen Thriller nur einen sehr überraschenden Schluss zuließ. Dieser wird natürlich hier und jetzt noch nicht verraten, um die Spannung nicht zu verderben. Aber ich würde mich freuen, wenn du bei der Leserunde zu DER SANAA-Code mit an Bord wärst!

Für die Verlosung der Leseexemplare braucht ihr nur die folgende Frage zu beantworten: Teilst du die Meinung meiner Protagonisten, dass wissenschaftliche Fakten immer an die Öffentlichkeit kommen sollten?

Der Verlag stellt 15 eBook-Exmeplare zur Verfügung.

 

Eure

Andrea C. Hoffmann


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149 BeiträgeVerlosung beendet
Ascoras avatar
Letzter Beitrag von  Ascora
Ich habe das Buch jetzt an einem Wochenende durchgelesen und kam gar nicht zu den einzelnen Abschnitten. https://www.lovelybooks.de/autor/Andrea-C.-Hoffmann/Der-Sanaa-Code-1759448327-w/rezension/2033528265/?showSocialSharingPopup=true

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