Andrea Camilleri

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Autorenbild von Andrea Camilleri (© Basso Cannarsa)

Lebenslauf

Ein Herz für Sizilien: Andrea Camilleri ist ein italienischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Theater- und Fernsehregisseur. Er wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien geboren. Lange Zeit war er in Italien nur als Drehbuchautor und Regisseur bekannt. Zwischen 1958 und 1970 unterrichtete er zudem am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Gedichte hatte Andrea Camilleri schon als Zwanzigjähriger veröffentlicht. Sein erstes Prosawerk, „Der Lauf der Dinge“, wurde hingegen 1978 von vierzehn Verlagen abgelehnt. Erst mithilfe eines befreundeten Schriftstellers fand er schließlich doch noch einen Verlag. Dort veröffentlichte er einige historische Romane, die sich vor allem mit der Geschichte Siziliens befassten. Der literarische Durchbruch gelang Camilleri erst mit seinen Romanen um den unwiderstehlichen Commissario Salvo Montalbano. Sie machten ihn zu einem der meistgelesenen Autoren Italiens. Der erste Band „La forma dell’acqua“ (dt.: „Die Form des Wassers“) erschien 1994, viele weitere sollten folgen. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit lehrt Andrea Camilleri seit über 20 Jahren an der Accademia d’arte drammatica Silvio D´Amico in Rom. Hier lebt er auch – wenn er nicht gerade das mediterrane Leben in seiner alten Heimat Sizilien genießt.

Neue Bücher

Cover des Buches Das kalte Lächeln des Meeres (ISBN: 9783404193356)

Das kalte Lächeln des Meeres

Neu erschienen am 30.05.2024 als Taschenbuch bei Lübbe.
Cover des Buches Die Mission des Kochs (ISBN: 9783757700188)

Die Mission des Kochs

Erscheint am 29.08.2024 als Gebundenes Buch bei Lübbe.
Cover des Buches Die Mission des Kochs (ISBN: 9783754012505)

Die Mission des Kochs

Erscheint am 30.08.2024 als Hörbuch bei Lübbe Audio.

Alle Bücher von Andrea Camilleri

Cover des Buches Die Form des Wassers (ISBN: 9783838703275)

Die Form des Wassers

 (191)
Erschienen am 20.06.2010
Cover des Buches Der Dieb der süßen Dinge (ISBN: 9783404270828)

Der Dieb der süßen Dinge

 (88)
Erschienen am 18.05.2012
Cover des Buches Das Spiel des Patriarchen (ISBN: 9783838712550)

Das Spiel des Patriarchen

 (78)
Erschienen am 21.07.2011
Cover des Buches Die Stimme der Violine (ISBN: 9783838703268)

Die Stimme der Violine

 (79)
Erschienen am 20.06.2010
Cover des Buches Der Kavalier der späten Stunde (ISBN: 9783751742931)

Der Kavalier der späten Stunde

 (68)
Erschienen am 29.06.2023
Cover des Buches Das kalte Lächeln des Meeres (ISBN: 9783838712543)

Das kalte Lächeln des Meeres

 (57)
Erschienen am 21.07.2011

Videos

Neue Rezensionen zu Andrea Camilleri

Cover des Buches Das graue Kleid (ISBN: 9783463405612)
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Rezension zu "Das graue Kleid" von Andrea Camilleri

Andrea Camilleri kann nicht nur Krimi
Lilli33vor einem Monat

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

Verlag: Kindler Verlag (17. September 2010)

ISBN-13: 978-3463405612

Originaltitel: Il tailleur grigio

Übersetzung: Moshe Kahn


Andrea Camilleri kann nicht nur Krimi 


Inhalt:

Febo Germosino, Vizedirektor einer Bank, geht in den Ruhestand. Bereits am ersten Tag seines neuen Lebens fürchtet er sich vor der Langeweile. So beginnt er, in seinen Schubladen zu kramen. Dabei fällt ihm wieder ein anonymer Brief in die Hände, in dem seine fünfundzwanzig Jahre jüngere Frau Adele der Untreue bezichtigt wird. Da er sonst nichts zu tun hat, will er der Sache auf den Grund gehen und erlebt dabei so manche Überraschung.


Meine Meinung:

Ich liebe die Krimis mit Montalbano. „Das graue Kleid“ konnte mich mindestens genauso begeistern. Es ist eine relativ ruhige Erzählung, feinsinnig, spitzfindig und psychologisch ausgereift. Es ist einfach herrlich zu lesen, wie Febo und Adele umeinander herumtanzen, um ihre jeweiligen Absichten und Gefühle zu verschleiern. Immer wieder war ich mir unsicher, was ich von Adeles Verhalten halten soll. So war ich beim Lesen in einer ständigen Anspannung - genau wie bei einem guten Krimi.


★★★★★

Cover des Buches Das Ende des Fadens (ISBN: 9783404192120)
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Rezension zu "Das Ende des Fadens" von Andrea Camilleri

Ein sorgfältig gewickeltes Krimi-Knäuel mit nahendem Ende von Camilleris Lebensfaden
Ron_Robert_Rosenbergvor 4 Monaten

Mit das "Ende des Fadens“ vollendete Andrea Camilleri das zweite Dutzend seiner Commissario Montalbano-Krimireihe. Mit 91 (!) Jahren, drei Jahre vor seinem Tod, setzte der begnadete Dramatiker und Autor seine Erfolgsgeschichte fort, aufgrund seiner Erblindung nun aber mit handwerklicher und kreativer Unterstützung von Valentina Alferj. Einige wenige Abenteuer werden folgen, die erst spät ins Deutsche übersetzt werden.

Zum Inhalt: Widerstrebend lässt sich Montalbano von seiner langjährigen On-Off-Beziehung Livia überreden, bei der umwerfend grazilen und geheimnisvollen Schneiderin Elena aus Vigàta einen Maßanzug für ein Familienfest zu fertigen. Trotz nur zweimaligem Treffen hegt Montalbano eine starke Hingabe zu Elena, als verbinde sie eine alte Zuneigung. So ist er tief erschüttert, als Elena erstochen mit einer Schere aufgefunden wird. Schnell geraten ihre Männerbekanntschaften ins Visier der Ermittlungen, die jedoch alle nicht so recht als Täter in Frage kommen. Die Wahrheit liegt auch viel weiter in der Vergangenheit und entpuppt sich erst spät, nämlich am Ende des Romans. Sehr untypisch für die übliche Aufklärungsarbeit des sonst agilen Commissarios, der bisher wesentlich aktiver verschiedenen Spuren nachjagte, von denen sich zum Schluss selbstverständlich nur eine als richtig herausstellte – oftmals mit einem Plottwist. Nun, inzwischen ist er über sechzig Jahre alt und die auffällig vielen ungesunden Gewohnheiten, eine Fülle an üppigen Gerichten in etlichen Einschüben und dem suchthaften Hang zum Kettenrauchen, zollen seinen früheren Fähigkeiten eines Superbullen mit Schlag bei attraktiven Frauen Tribut. Hinzu kommt hier der enorme Kraftakt, den ihm die Rahmenhandlung abverlangt. Geht es dabei um nichts Geringeres als die Bewältigung des täglichen Horrors, denen die Mitarbeiter des Kommissariats gegenüberstehen: der Inobhutnahme Geflüchteter von unzähligen Rettungsbooten aus dem Mittelmeer. Ein sozialpolitischer Hinweis auf eine menschliche Tragödie, die dieser Roman bereithält und ihn aus der Masse einer ordinären Urlaubslektüre emporhebt. Auf unmittelbarer Ebene lauern auch hier Verbrechen, die Montalbanos ganzer Aufmerksamkeit bedürfen. Trotz aller Herausforderungen gelingt es ihm, das Ende des Fadens in der Hand zu behalten. Dass er dabei öfter als früher Schwierigkeiten hat und sogar kapitale Fehler begeht, ist dadurch verzeihlich.

Wieder einmal sprüht der Einfallsreichtum Camilleris durch sämtliche Seiten des Romans. Der bunte Bilderreigen seines fiktiven Siziliens, in dem er aber dennoch schwerwiegende Realitäten wie die Umweltverschmutzung und die Veränderung der Natur anprangert, verleitet einen, sich genau an diesen geschichtsträchtigen Ort zu wünschen und das Meer und die Sonne auf der Haut zu spüren. Der Spannungsbogen ist erneut gekonnt gespannt worden und trägt als Brücke den Leser bis auf die letzte Seite. Allen Fans dürfte es eine Freude bereiten, dass die bekannten Nebenfiguren mit ihren skurrilen und stereotypischen Eigenschaften auch in diesem Roman vereint sind. Besonders gefallen dürften wieder die Slapsticks und Sprachverwirrungen Catarellas, dem chaplinhaften Pförtner des Kommissariats. Man merkt Camilleri an, dass er promovierter Dramaturg ist und die Kunst des Dialogschreibens in dem Tür-auf-und-zu-Theater seines Ensembles wie kaum ein anderer beherrscht. Er schafft es, die Spannung der Mordaufklärung hoch zu halten und trotzdem sehr humorvolle Episoden einzuweben, ohne dass er hier das Genre ins Komödienhafte verlässt. So ist die Schlagzahl seiner kurz gehalten Sätze mit verdichteten Informationen, den ständigen Ortswechseln und Szenenfolgen sehr hoch. Ein kleines Schmankerl ist auch ein Cameo-Auftritt Camilleris als Dottore, der als „feiner Mensch“ einem Verdächtigen Beruhigungsmittel verabreicht.

Novizen dieser Montalbano-Reihe empfehle ich, nicht mit diesem Fall zu starten. Dazu dürfte dieser dann doch zu stark durchkomponiert und zu verworren sein. Allen Wiederholungstätern lege ich diesen Montalbano sehr ans Herz.

Es ist eine menschliche Tragödie, dass jede Schaffenskraft ein Ende findet und bereits absehbar war, dass nicht mehr viele Abenteuer folgen werden. Ein Glück jedoch, dass Camilleri bis zum Ende seines Lebensfadens das Schreiben liebte und beim Schneidern seiner Bücher auf Schablonen verzichtete.

Buonanotte!

Cover des Buches Ein tiefer Blick in die Seele (ISBN: 9783785785904)
B

Rezension zu "Ein tiefer Blick in die Seele" von Andrea Camilleri

Andrea Camilleri - Ein tiefer Blick in die Seele
birgitdvor 5 Monaten

Noch nie gelang es mir für die Bücher des Autors länger wie 2 Tage zu brauchen.
Auch bei diesem nicht.
Wie immer ein toller Camilleri.
Montalbano ist stets brillant und befindet sich in guter Gesellschaft.
Aber die Pensionierung naht.
Sanft bereitet uns Camilleri auf den Abschied vor.
Dieser ist unvermeidlich, aber schwierig zu ertragen für jene, die, wie ich, seit vielen Jahren diese Bücher verfolgt haben
Tolles Buch, auch wie immer

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Zusätzliche Informationen

Andrea Camilleri wurde am 05. September 1925 in Porto Empedocle (Italien) geboren.

Andrea Camilleri im Netz:

Community-Statistik

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auf 75 Merkzettel

von 23 Leser*innen aktuell gelesen

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