Andrea Camilleri Das Netz der großen Fische

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Inhaltsangabe zu „Das Netz der großen Fische“ von Andrea Camilleri

Der Sohn eines führenden Politikers wird des Mordes an seiner Verlobten angeklagt. Diese wiederum war die Tochter eines mächtigen politischen Gegners. Als die Nachricht beim Fernsehsender RAI in Palermo eingeht, hält Programmdirektor Michele Caruso die Meldung zurück, um weitere Informationen abzuwarten. Denn er weiß nur zu gut um das weitreichende Netz der im Verborgenen agierenden Herrscher der Insel. Jener heimlichen Machthaber, denen der mysteriöse Todesfall gerade recht kommt, um skrupellos ihre politischen Interessen durchzusetzen: mittels der verbalen Raffinesse der Medien

Breit angelegte Gesellschaftskritik, allerdings ausschweifende Dialoge und es fehlt ein greifbarer Charakter.

— louella2209
louella2209

Personen- und dialogreiche Geschichte mit fehlbarem Protagonisten, die witzig und rasant durchsaust.

— Beust
Beust

Ein Krimi ohne Commissario Montalban ...

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

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  • Rabenschwarzer und gesellschaftskritischer Krimi mit kleinen Schwächen

    Das Netz der großen Fische
    louella2209

    louella2209

    26. January 2016 um 13:39

    Inhalt: Der Sohn eines führenden Politikers wird des Mordes an seiner Verlobten angeklagt. Diese wiederum war die Tochter eines mächtigen politischen Gegners. Als die Nachricht beim Fernsehsender RAI in Palermo eingeht, hält Programmdirektor Caruso die Meldung zurück. Schließlich weiß er nur zu gut, wie schnell man sich mit einem einzigen falschen Wort verfangen kann in dem raffiniert gesponnenen Netz der wahren Herrscher der Insel, denen der mysteriöse Todesfall anscheinend gerade recht kommt. Meine Meinung: Ein Krimi aus der Feder des italienischen Schriftstellers Andrea Camilleri, der mit seiner Reihe um den brillanten Comissario Montalbano berühmt wurde. Dies hier ist ein Krimi, der gänzlich ohne Ermittler auskommt und fast schon wie ein Theaterstück inszeniert wurde. Doch genau hier liegt die Schwäche des Romans. Die Dialoge sind teilweise ausschweifend und ermüdend. Jeder ist in das Geschehen verstrickt und bei den ganzen Affären untereinander, verliert man als Leser schnell den Überblick. Die Darstellung der Charaktere wirkt plakativ und mir fehlte es an einer greifbaren Figur, der einen durch die Handlung führt. Die Stärke des Romans ist die unvergleichliche Art, wie es dem Autor jedesmal gelingt, die italienische Gesellschaft kritisch zu untermalen und ihr unverfroren den Spiegel vorzuhalten. Korruption und Intrigen sind an der Tagesordnung. Die eigenen Interessen werden auf Kosten der Öffentlichkeit und Recht und Gesetz durchgesetzt. Keinem ist zu trauen, von Pressefreiheit ganz zu schweigen. Das traurige dabei ist, das Andrea Camilleri damit näher an der Realität liegt, als man sich das ausmalen möchte. 3 Sterne für diesen anspruchsvollen Krimi mit leichten Schwächen. Mir persönlich gefallen die Bücher mit Montalbano einfach besser, trotzdem ist diese Lektüre durchaus lesenswert und entführt einen in die Abgründe der italienischen Politik.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Die Chinesische Kalenderchallenge 2015/2016

    Die Chinesische Astrologie. So erstellen Sie Ihr chinesisches Horoskop selbst.
    stebec

    stebec

    Willkommen zu unserer Challenge des Chinesischen Kalenders. Wir kattii und stebec haben uns ein paar nette Aufgaben überlegt, an deren Erfüllung ihr hoffentlich genauso viel Spaß haben werdet, wie wir bei der Erstellung. Natürlich dreht sich hier alles um den Chinesischen Kalender. Wir stellen euch Aufgaben für dessen Erfüllung ihr Punkte sammeln könnt, wenn ihr fleißig lest, aber alles der Reihe nach. Die Regel: Die Challenge findet vom 01.Mai 2015 bis zum 30.April 2016 statt. Einsteigen könnt ihr jederzeit und die verpassten Aufgaben auch nachholen.  Wir stellen euch jeden Monat zwei Aufgaben, die einem Tier des chinesischen Tierkreiszeichens passen. Die Aufgaben werden immer frühzeitig veröffentlicht, damit ihr genug Zeit habt, um euch eure Bücher herauszusuchen. Zusätzlich könnt ihr jeden Monat Elementaufgaben erfüllen, die Zusatzpunkte einbringen. Hier solltest ihr allerdings auf ein Gleichgewicht zwischen den Elementen sorgen. d.h. das jedes Element nur 6 mal verwendet werden darf. Die Elementaufgaben sind immer gleich. Natürlich müsst ihr auch darauf achten Yin&Yang im Gleichgewicht zu halten. D.h. das jedes Yin oder Yang nur 16 mal verwendet werden darf. Auch die Yin&Yang Aufgaben bleiben gleich. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, den wir verlinken können und in dem ihr eure Punkte aktuell haltet. Das hilft uns die Übersicht nicht zu verlieren.  Haltet euch hierbei bitte an das Beispiel, was wir unten erstellt haben. Die Aufgaben: Jeden Monat gibt es zwei Hauptaufgaben für euch, die von kattii im Monat vorher veröffentlicht werden. Eine zu einer schlechten und eine zu einer guten Eigenschaft des Tieres. Es geht sich also also darum für jeden Monat zwei Bücher zu lesen.  Die Elementzusätze können mit den Hautpaufgaben vereinbart werden. Die Elementzusätze sind keine Pflicht. als Beispiel: Ich lese ein Buch zu einer Hauptaufgabe, das über 450 Seiten hat und kann mir Wasserpunkte auf mein Konto schreiben. Feuer, heiß, leidenschaftlich und zerstörerisch. Um die Feuerpunkte zu bekommen, müsst ein Buch aus dem Genre Liebesroman, Thriller oder Dystopie lesen Wasser, 71% der Erde sind mit Wasser bedeckt. Das ist ganz schön viel. Deswegen müsst ihr für die Wasserpunkte ein Buch lesen, dass über 450 Seiten hat.  Luft, bedeutet Leichtigkeit. Man ist losgelöst von allem, deswegen lest ein Buch aus dem Genre: Fantasy, historischer Roman oder etwas humorvolles . Erde, ist ein sehr festes Element. Für die Erdenpunkte müsst ihr ein Hardcover lesen. Metall, steht für Fortschritt und deswegen müsst ihr für die Metalpunkte ein Buch lesen, dass nicht vor 2015 erschienen ist. Die Yin&Yang-Aufgaben sind simpel. Auch hier gilt, dass diese mit den Hauptaufgaben vereinbart werden können.  Yin => Ein helles Cover Yang => Ein dunkles Cover Ihr könnt euch hier entscheiden, ob ihr nur die Hauptaufgaben erfüllt oder die Zusätze auch abarbeiten möchtet.  Pro Buch könnt ihr eine Hauptaufgabe, einen Elementzusatz und einmal Yin oder Yang anrechnen. als Beispiel: Wenn ich ein Buch für eine Hauptaufgabe lesen, das über 450 Seiten hat und ein helles Cover besitzt, dann habe ich alle möglichen Aufgaben erfüllt. Sollte ich die Hauptaufgabe im Monat des Aufgabenstellung erfüllen, habe ich die höchstmögliche Punktzahl erreicht.  Die Punkte: Pro erfüllte Tieraufgabe gibt es 1 Punkt Pro erfülltes Element gibt es 1 Punkt Pro erfülltem Yin/Yang gibt es 1 Punkt Wenn ihr im Jahr des aktuellen Tieres geboren wurden seit:  Punktzahl mal 2 Wenn ihr die Aufgabe im Monat lest, in dem sie gestellt wurde: 1 Zusatzpunkt pro Aufgabe. Als Beispiel: Richtige Aufgabe + Element + Yin/Yang = 3 Punkte Ihr könnt also im Monat, wenn ihr beide Aufgaben und Zusatzaufgaben erfüllt habt 6 Punkte sammeln. Bei richtigem Geburtsjahr verdoppeln sich die Punkte auf 12. Und wenn ihr die Aufgabe im richtigen Monat lest gibt noch jeweils 1 Punkt pro Aufgabe dazu. Ihr könnt also bei richtigem Geburtsmonat 14 Punkte sammeln. Und in den anderen Monaten 8 Punkte. Am Ende der Challenge bekommt ihr noch einmal ein paar Bonuspunkte, wenn ihr fürs Gleichgewicht gesorgt habt. Punkte werden im folgenden Verhältnis verteilt. Yin&Yang: Jedes Yin&Yang mindest 8mal: 4 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 10mal: 8 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 12mal: 12 Punkte Elemente: Jedes Element mindestens 3mal: 8 Punkte Jedes Element mindestens 4mal: 12 Punkte Bonus für die Katzenaufgabe: 12 Punkte Am Ende des Jahres könnt ihr somit maximal 138 Punkte erreichen. Wenn wir euch jetzt mit unseren Regeln und Aufgaben nicht total durcheinandergebracht haben, freuen wir uns, wenn ihr uns ein Jahr lang auf dem Weg des chinesischen Kalenders begleitet. Selbstverständlich stehen wir euch immer mit Rat und Tat zur Seite.  Teilnehmer: 123sarah321 [inaktiv?] AberRush AnnaWaffel Anruba ban-aislingeach Bellastella BlueSunset Buchgeborene [inaktiv?] Buchgespenst clary999 DasBuchmonster DieBerta fabulanta [inaktiv?] Federzauber Galina86 hannelore259 Hikari Honeygirl96 [inaktiv?] janaka Jecke JuliB kattii Kitayscha Krimine LadySamira091062 Lavieenverre louella2209 lunaclamor [inaktiv?] mabuerele MiHa_Lore MiniMixi  mrsapplejuiice monana88 [inaktiv?] Niob Paulamybooksandme raphael-edward Regina99 samea Sandra251 scarlett59 Sick stebec sursulapitischi [inaktiv?] Tatsu Tiana_Loreen TigorA weinlachgummi Willia Wolfhound zazzles

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    • 2100
  • Palermo statt Vigata

    Das Netz der großen Fische
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    02. June 2015 um 13:28

    Andrea Camillieri ohne Commissario Montalban – kaum vorstellbar. Dennoch ein gelungener Krimi, bei dem Mord und Tätersuche allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Autor platziert seine Geschichte diesmal in Palermo, genauer gesagt, in der Redaktion der RAI. Chefredakteur Caruso hat den sechsten Sinn dafür, ob er eine Nachricht gleich zur Hauptsendezeit oder erst in der Spätnachrichtensendung verlautbart. Dafür ist sein Privatleben ein wenig chaotisch. Eine Noch-Ehefrau und eine Geliebte, wenn dass nicht für Komplikationen sorgt. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass nicht alles so ist wie es scheint. Viele Andeutungen, die Caruso richtig zu interpretieren weiß, lassen den Leser mit raten, was als nächstes passieren könnte. Interessant fand ich das Ende, das ich hier nicht verraten werde. Ein völlig anderes als die „Montalban-Krimis“, trotzdem spannend. Schade, dass das Buch nach knapp 210 Seiten schon zu Ende war.

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  • Verstrickungen

    Das Netz der großen Fische
    Duffy

    Duffy

    03. June 2014 um 07:38

    Krimi ohne Montalbano! Der Sohn des führenden Mitglieds der sizilianischen Linkspartei Caputo wird des Mordes an seiner Verlobten Amalia Sacerdote angeklagt. Programmdirektor Caruso vom Fernsehsender RAI in Palermo bringt die Nachricht nicht sofort, weil er weitere Informationen sammeln will. Er versucht, so genau wie möglich zu arbeiten, um nicht von der "Maschine" der Mächtigen, die sich in dieser Angelegenheit schon in Bewegung gesetzt hat, überrollt zu werden. Denn dieser Todesfall spielt einigen Herrschaften ganz hervorragend zu. Die Marionetten tanzen und die Puppenspieler ziehen im Hintergrund die Fäden. Ein gelungener Roman über das Italien der Gegenwart, mit den Verstrickungen von Politik, Mafia und Medien. Camilleri führt den Leser in die Abgründe eines Gefüges aus Kalkül und unfassbarer Machtgier. Die Verflechtungen sind engmaschig, trotzdem ist noch Platz für Zwischenmenschliches, das sich aber auch schon wieder in der Grauzone zu strategischen Interessen befindet. Bis zur letzten Seite ist der Roman authentisch und spannend, nicht umsonst ist er in Italien mit dem Premio de Novela Negra-Preis ausgezeichnet worden.

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  • Rezension zu "Das Netz der großen Fische" von Andrea Camilleri

    Das Netz der großen Fische
    Buchlieb

    Buchlieb

    18. June 2011 um 16:16

    Caruso statt Montalbano Der im Mai 2011 erschienene Camilleri spielt diesmal nicht im fiktiven sizilianischen Küstenort Vigàta, sondern im realen Palermo. Perspektivisch wechselt der Autor auch die Fronten von der Polizistensicht Montalbanos zu der eines lokalen Nachrichtenchefs der RAI. Thematisch bewegen wir uns, wie so oft auch in Vigàta, im Intrigengespinst italienischer Politiker. Die Stärken Camilleris liegen darin, die Schwächen der italienischen Gesellschaft aufzuzeigen, die Verstricktheit der meisten Akteure über alle Parteigrenzen hinweg, letztlich immer wieder verbunden mit dem Eros als Antrieb menschlicher Handlungen. So auch hier: Der Mord an der jungen Amalia Sacerdote wird erst einmal ihrem Verlobten Manlio Caputo, Sohn eines regionalen Abgeordneten, in die Schuhe geschoben. Michele Caruso, der Nachrichtenchef der Rai in Palermo, laviert geschickt und nicht ohne Fremdsteuerung seinen Sender zwischen Zurückhaltung und offensiven Vorpreschen beim Aufdecken der Umstände. Caruso und viele andere sind kleine Fische im Netz eines Fischers, der von Rom aus dirigiert und alle Fäden in der Hand hält. Diese Manipulationen werden erst mit der Zeit aufgedeckt und sind eingeflochten in familiäre Beziehungen, die Caruso zu dem Fischer in Rom über dessen Tochter unterhält. Ein Intrigenroman, dessen Ursprungshandlung reale Bezüge besitzt und dessen fiktive Fortsetzung der Realität entsprechen dürfte. Das ist Camilleris Stärke, der immer wieder eindrucksvoll der italienischen Gesellschaft einen Spiegel vorhält, in dem sich durchaus auch deutsche Verhältnisse widerspiegeln. Keine spannende, aber unterhaltsame Lektüre, die zum Schmunzeln verführt, deren Figuren manchmal aber doch arg plakativ geraten, aber das soll sicher so sein.

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  • Rezension zu "Das Netz der großen Fische" von Andrea Camilleri

    Das Netz der großen Fische
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. June 2011 um 17:14

    Dass Andrea Camilleri auch Kriminalgeschichten aus Sizilien erzählen kann ohne seinen Commissario Montalbano, das zeigt er in seinem neuen Buch „Das Netz der grossen Fische“. Der Roman, der sich schnell und unterhaltsam liest und wie immer bei Camilleri nicht wenig von seinen genialen und hintersinnigen Dialogen zwischen den handelnden Personen lebt, spielt in Palermo und dort hauptsächlich in der Chefredaktion des italienischen Staatsfernsehen RAI. Camilleri bekennt in seinem Nachwort zu einem köstlichen und unterhaltsamen Roman, dass er selbst noch nie auch nur einen Fuß in irgendeine Nachrichtenredaktion des RAI gesetzt habe und auch sonst sehr frei umgegangen sie mit den erfundenen Elementen seines Romans. Auch alle Romanfiguren seien das reine Produkt seiner eigenen Erfindung. Und doch hat man von der ersten bis zur letzten Seite, wenn man aus der Lektüre der Wochenzeitungen der letzten Jahre, und aus einer großen Zahl von politischen und belletristischen Büchern, darunter auch die guten Krimis, die korrupten und mafiosen Strukturen der italienischen und erst recht der sizilianischen Gesellschaft etwas kennt, das Gefühl, hier wird ein Geschehen beschrieben, wie es sich so oder anders mehrfach im Jahr dort in der Realität abspielt. Die Verknüpfung von Medien, politischer Macht und den Interessen der Mafia im gegenwärtigen Italien ist selten in den letzten Jahren so klar und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors beschrieben worden wie in diesem Roman Andrea Camilleris. Er hat nicht ohne Grund den angesehenen Literaturpreis „Premio de novela negra 2009“ dafür Erhalten. Das Buch erzählt die Geschichte des Programmdirektors der RAI Michele Caruso, seine eigenen verwickelten Beziehungen und wie er mit seinem Team mit dem Verdacht umgeht, unter dem Manlio Caputo, Sohn eines führenden Mitglieds einer sizilianischen Linkspartei verhaftet wird. Er soll seine Verlobte Amalia Sacerdote, ihrerseits Tochter des einflussreichen Präsidenten der Regionalversammlung, getötet haben. Es ist köstlich zu lesen, wie Camilleri ohne einen einzigen ermittelnden Polizisten langsam Licht in diesen Fall bringt und dabei mehr an die Oberfläche holt, als seine Protagonisten zuvor für möglich gehalten hätten. Damit der Leser in diesem Verwirr- und Ränkespiel von Informanten und gegenseitigen Beeinflussungen nicht durcheinander kommt, hat Camilleri wie in einem Theaterstück am Anfang die Figuren des Romans, ihre Funktion und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen aufgelistet. Das ist beim Lesen sehr hilfreich, und man kann sich immer wieder rückversichern, wer eigentlich wer ist. Gegessen und getrunken wird auch hier ordentlich, mehr noch wird kräftig und ausgiebig der außerehelichen Sexualität gefrönt, aber Camilleri legt dieses Mal auf das Kulinarische nicht so sehr viel Wert, dafür umso mehr auf die Verwicklungen zwischen Medien und Politik. Wer das Buch liest als schwarze Satire auf Berlusconi und das, was seine Regierungsjahre aus einem vorher schon korrupten Italien gemacht haben, der hat das Buch, glaube ich, richtig verstanden. Köstlicher schwarzer Kriminalroman. Noch einen Tick näher an der Realität dran als die im Gegensatz dazu eher beschaulichen Montalbano-Krimis.

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