Andrea Camilleri , Giancarlo De Cataldo Richter

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Inhaltsangabe zu „Richter“ von Andrea Camilleri

Richter Surra wird aus Piemont nach Sizilien versetzt. Dort soll er die Rechtsprechung des eben vereinten Italiens durchsetzen. Keine leichte Aufgabe, wenn man es mit der gerade entstehenden Mafia zu tun bekommt. Camilleri erzählt über den Mut eines Mannes, von dem dieser selber noch nichts weiß. Lucarelli führt uns in die bleierne Zeit Bolognas der achtziger Jahre. Als eine junge Staatsanwältin, die glaubte, mit dem Terrorismus nichts zu tun zu haben, angeschossen wird, muss sie untertauchen. Ausgerechnet ein linksradikaler Aktivist rettet sie und bringt sie in Sicherheit – in die Illegalität. In den Neunzigern findet sich die üble Verbindung von Rechtssprechung und korrupter Politik nicht mehr nur im Süden des Landes. Davon und von dem unerbittlichen Kampf zwischen einem verbissenen Mailänder Staatsanwalt und einem korrupten, aber beliebten Bürgermeister erzählt De Cataldo.

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  • Facettenreich und interessant: Der richterliche Kampf gegen die Mafia

    Richter
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. July 2014 um 10:12

    Für dieses Buch haben sich drei Autoren zusammengetan, die allesamt viel Erfahrung mit der Mafia haben. Als Schriftsteller, Richter oder Journalist durch umfangreiche berufliche und sicher nicht immer einfache Recherchen. Sie alle schreiben Kriminalromane, haben verschiedene berufliche Hintergründe und schriftstellerische Stile. Heraus gekommen ist ein facettenreiches Buch, das uns in drei verschiedene Jahrzehnte mitnimmt. Den Anfang macht Andrea Camilleri mit 'Richter Surra' (ital.: Il giudice Surra). Mit der Kutsche reist Surra in Montelusa an, um dort das Gericht in Sachen Verfahren und Gesetz auf den aktuellen Stand zu bringen. Ohne Zaudern und sehr geradlinig macht sich der Richter an die Arbeit. Das macht Eindruck bei vielen Einwohnern und bringt andere zugleich sehr ins Schwitzen. Surra scheint keine Angst zu kennen. Die Geschichte führt zu den Anfängen der heutigen Mafia: Einflussreiche Personen organisieren das Leben in der Region, wie sie es für richtig halten. Surras Vorgänger hatte offensichtlich immer wieder Verständnis für den sehr individuellen Blickwinkel. Dieses Verständnis für Regelungen, die nicht zu 100 Prozent gesetzeskonform sind, gehört nicht zu Surras Denkweise und das bringt ihn in Gefahr. Damit geht er auf äußerst ungewähnliche Weise um. Carlo Lucarellis Ermittlungsrichterin 'Die Bambina' (ital.: La bambina) hat es schon schwerer. Die junge Beamtin ermittelt fernab der heißen Eisen und gerät dennoch in den Sog von Anschlägen und Untergrundexistenzen. Im Bologna der 1980er Jahre hat selbst sie einen Polizisten an ihrer Seite, der den Personenschutz gewährleisten soll. Mit dieser Geschichte kommen wir zu der Mafia, wie sie uns aus Zeitungen und Filmen bekannt ist: Eine skrupellose Organisation, die nicht mit Rafinesse arbeitet, sondern brutal, gewissenlos und ausnehmend korrupt. Eine Organisation, die die Gesellschaft schon längst viel zu sehr durchdrungen hat. Wer als Richter arbeitet, braucht Mut und Ideen und just die junge Richterin hat man schwer unterschätzt. Giancarlo De Cataldo stiftet ein wenig Verwirrung: 'Der dreifache Traum des Staatsanwalts' (ital.: Il triplo sogno del procuratore) unterscheidet nicht erkennbar zwischen den Träumen und der Realität. Man bekommt nicht immer sofort mit, ob ein Handlungsstrang zu einem der drei Träume gehört oder nicht. Was erst verwirrt, im Nachhinein aber -wenn man die jeweilige Einordnung verstanden hat- die Wirkung der Geschichte massiv verstärkt. Ein Richter weiß nämlich nur allzu gut um die Finten, die von den Mafiosi vor Gericht abgezogen werden, um Verfahren zu verzögern und im Idealfall zu bodigen. Und dieses Wissen kann einen zur Verzweiflung bringen, auch als Leser. Und ganz besonders dann, wenn man seinen Gegner schon aus Kindheitstagen ganz genau kennt. Alles in allem besticht das Buch mit dem Facettenreichtum, das sich durch die drei Autoren, ihre drei Zeitebenen und drei ganz verschiedene Aspekte ergibt.

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    Richter
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. September 2013 um 13:29

    Die Originalausgabe dieses Buches erschien im Jahr 2011 in Italien, zu einem Zeitpunkt also, als Berlusconi noch seine Machtspiele spielte und die Justiz zu einem Büttel seiner Politik zu machen suchte. Drei der besten und profiliertesten Kriminalschriftsteller Italiens, Andrea Camilleri, Giancarlo De Cataldo und Carlo Lucarelli haben je eine kurze Geschichte beigesteuert, in der jeweils ein Richter, bzw. Staatsanwalt im Mittelpunkt der Handlung steht.   Die Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeitepochen.  Der Richter Surra etwa, von dem Andrea Camilleri erzählt, wird von Piemont nach Sizilien versetzt, Er soll dort die Rechtsprechung des eben vereinten Italiens durchsetzen. Bald schon bekommt er es mit der Mafia zu tun und entwickelt einen Mut, über den er selbst am meisten erstaunt ist.   Carlo Lucarelli erzählt in „Die Bambina“ eine Geschichte aus der bleiernen Zeit der Roten Brigaden in Bologna in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie handelt von einer jungen Staatsanwältin, die von Terroristen angeschossen wird, obwohl sie glaubte, mit Terrorismus nichts zu tun zu haben. Sie wird gerettet von einem Linksradikalen und in Sicherheit gebracht. Dort lernt sie, was das Leben in der Illegalität bedeutet.   In der dritten Geschichte „Der dreifache Traum des Staatsanwalts“ erzählt Giancarlo De Cataldo von einem Staatsanwalt, der versucht, einem ihm schon seit Kindheit verhassten Feind mit strafrechtlichen Mitteln sein kriminelles Handwerk zu legen.   Aufrecht und unbestechlich sind sie alle drei und sie stellen sich zu unterschiedlichen Epochen der Mafia und dem Verbrechen in den Weg. Sie werden von ihren literarischen Schöpfern wie leuchtende Ikonen geschildert, wie Hoffnungslichter in einer Gesellschaft, die durchsetzt ist von Mafia, Kriminalität und Korruption bis ganz nach oben und wo bekannterweise kriminelle Politiker immer noch bei Wahlen große Mehrheiten erzielen.   Vielleicht kann die Lektüre dieser kurzen Geschichten der Auftakt sein, den neueren Büchern dieser drei Schriftsteller mehr Beachtung zu schenken. Ich kann sie allesamt empfehlen.               .

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