Andrea Conrad Späte Rache

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Inhaltsangabe zu „Späte Rache“ von Andrea Conrad

Herbst 1955 – Heinrich und Richard sind seit vielen Jahren ein Paar und leben in Mainz. Eine Wendeltreppe, die ihre beiden Wohnungen verbindet ermöglicht ihnen ihre Partnerschaft abgeschirmt von den Augen der Öffentlichkeit zu führen. Es könnte perfekt sein. Doch Richard ist unzufrieden in der Beziehung. Ruth, die neue Referendarin an seiner Schule, weckt Zweifel in ihm, ob sein Leben mit Heinrich alles ist. Dann taucht Siegfried wieder auf. Ein Spätheimkehrer aus sowjetischer Gefangenschaft, ehemaliger SA-Kollege von Heinrich und immer noch fanatischer Anhänger der Nazis. Kaum zurück in Mainz, setzt er alles daran, seine offene Rechnung mit Heinrich zu begleichen. Von nun an geht es für Heinrich und für Richard um ihr Leben.

Ein schwieriges Thema wurde behutsam aufgearbeitet. Unbedingte Leseempfehlung!

— mabuerele
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    Späte Rache
    mabuerele

    mabuerele

    06. December 2014 um 20:39

    Mainz im Jahre 1955. Richard Rosenberg, Lehrer, und Heinrich von Wiesbach, Besitzer eines Fotogeschäfts, haben sich in ihrem Leben eingerichtet. Jeder von ihnen hat eine eigene Wohnung. Allerdings verbindet eine Wendeltreppe beide Wohnungen, die von außen nicht erkennbar ist. So können die Männer ihre Beziehung in der Öffentlichkeit geheim halten. Doch der wirtschaftliche Aufschwung lässt die unterschiedlichen Ansichten der Männer stärker in den Vordergrund treten. Dann erscheint Siegfried in Mainz. Auch die Kriegsgefangenschaft hat an dessen Einstellung als strammer Nazi nichts geändert. Dass Heinrich einst dem Juden Richard und seiner Schwester Sylke die Flucht aus Deutschland ermöglicht hat, ist nach wie vor ein Stachel in seinem Fleisch, Er sinnt auf Rache. Zur Geschichte um Heinrich und Richard gibt es einen ersten Teil, der in der Nazizeit spielt. Obwohl ich ihn nicht kenne, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, die Zusammenhänge zu erfassen. Alles, was ich dazu wissen musste, war an entsprechender Stelle in der Handlung integriert. Die Autorin hat einen eindrucksvollen Roman über gelebte Homosexualität in der Adenauerzeit geschrieben. Verstecken und Verschweigen macht das Zusammenleben nicht einfach. Deutlich wird, dass die Bundesrepublik die verschärften Gesetze aus der Nazizeit übernommen hat. Richard ist mit seinem Leben zufrieden. Heinrich dagegen möchte beruflich vorwärts kommen. Er möchte die Welt sehen. Das birgt eine Menge Konfliktstoff. Hinzu kommt, dass Ruth, eine junge Referendarin, Interesse an Richard zeigt. Das Buch ließ sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Ab und zu hatte ich das Verlangen, den beiden Protagonisten einen Schups in die richtige Richtung zu geben. Schweigen statt Reden ist meist die schlechteste der möglichen Lösungen. Der Schriftstil ließ sich angenehm lesen. Sehr gut herausgearbeitet wurden die inneren Konflikte der Protagonisten. Für die Gefühle fand die Autorin immer die passenden Worte. Metapher und Adjektive wurden gekonnt eingesetzt. Positiv ist mir aufgefallen, dass die sexuelle Seite der Beziehung vorsichtig und behutsam thematisiert wurde. Dem Buch ist ein Personenregister vorangestellt. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Dazu hat beigetragen, dass vor allem die menschlichen Probleme im Mittelpunkt standen. Der Zwang, die Beziehung geheim zu halten, schränkt nicht nur die Kontakte zu anderen Personen ein, es fehlt häufig ein neutraler Ansprechpartner. Diese Zusammenhänge wurden überzeugend herausgearbeitet.    

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