Andrea De Carlo Ein fast perfektes Wunder

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Inhaltsangabe zu „Ein fast perfektes Wunder“ von Andrea De Carlo

Der Sommer ist vorbei, doch Milena hält ihre Gelateria offen. Da die legendären ›Bebonkers‹ in dem provenzalischen Städtchen ein Konzert geben, werden Rockfans aus aller Welt erwartet – und finden vielleicht auch den Weg in ihren Laden. Mit dem Leadsänger der Gruppe hat sie allerdings nicht gerechnet. Nick ist bezaubert von den exquisiten Eissorten. Und von Milena. Welten trennen die beiden, doch eins haben sie gemeinsam: Sie versuchen, Wunder zu vollbringen. Milena in Form von Gelato und Nick mit seiner Musik.

Heimat, wer bin ich, wie will ICH leben? Existentielle Fragen, die sich uns stellen! Ein Roman, der vielfältig berührt und bewegt. Lesen!

— sunlight

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  • Hauchzarte und untypische Liebesgeschichte

    Ein fast perfektes Wunder

    buchmagie88

    17. October 2017 um 20:32

    Milena betreibt mit einer leidenschaftlichen Obsession ein Eiscafé in der Provence. Ihre verschiedenen und außergewöhnlich kreativen Eissorten sind mittlerweile so bekannt, dass sie ihren Laden auch außerhalb der Saison betreiben kann. Außerdem zieht ihre süße Schlemmerei mittlerweile auch Publikum von außerhalb an.Als Milena eines Tages dem berühmten Rockstar Nick über den Weg läuft, stellt sich ihre gesamte kleine und heile Welt plötzlich auf den Kopf. Nick ist Leadsänger einer Band und gibt demnächst ein Konzert in dem kleinen Städtchen. Doch vorher kommt er in den Genuss von Milenas Eis und kann seitdem nicht mehr aufhören an sie zu denken..."Ein perfektes Wunder" von Andrea de Carlo hörte sich im Vorfeld wie die fast perfekte Lektüre für den Spätsommer an und ich darf behaupten, dass sie alles gehalten hat, was sie versprach. De Carlos Geschichte über eine leidenschaftliche Zauberin an der Eismaschine und einem leicht in die Jahre gekommenen Musiker, der auf der scheinbar endlosen Suche nach ein bisschen Ruhe zu sein scheint, ist eine hauchzarte Liebesromanze geworden. Aber nicht nur das."Ein perfektes Wunder" erzählt vom Leben zweier Menschen, die geglaubt haben, ihren Platz im Leben gefunden zu haben, durch die gemeinsame Begegnung aber erkennen, dass ihrer beider Leben in Wahrheit nur eine Verkettung und Aneinanderreihung von endlosen Kompromissen zu sein scheint. Dabei enttarnen sich beide Protagonisten als unheimlich friedliebende Menschen, die während des gesamten Handlungsstrangs versuchen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Dass das nicht gut gehen kann, wird dem Leser sehr schnell deutlich. Der Sympathie und der Faszination gegenüber beiden Hauptfiguren tut dies aber keinen Abbruch. Nicht oft liest man über zwei Personen mit so vielen unterschiedlichen und interessanten Facetten, deren Leben aber nicht verschiedener sein kann und die sich trotzdem zueinander hingezogen fühlen und scheinbar zufällig immer wieder aufeinander treffen. Milena verkörpert dabei die Figur einer leidenschaftlichen Frau, die freiheitsliebend gerne tagtäglich ihrer Bestimmung nachgehen will, von ihrem privaten Umfeld aber immer wieder daran gehindert und nicht ernst genommen wird. Nick hingegen hat schon lange seine Begeisterung und Leidenschaft für das, was er macht, verloren. Gefangen in einer endlosen Spirale der immer gleichen Songs, Bandmitgliedern, die er mittlerweile verabscheut und Fans, die jede kleinste musikalischen Abweichung mit Ablehnung begegnen, sucht Nick eigentlich nur einen Platz, an dem er alleine und er selbst sein kann. Unglücklicherweise wird in seinem Haus momentan seine eigene Hochzeit ausgerichtet, was einen Rückzugsort fast unmöglich macht. "Ein fast perfektes Wunder" ist eine Hommage an die kleinen Dinge im Leben geworden, die wir viel zu selten wahrnehmen und die unser Leben aber so viel besser machen könnten. Es ist eine Geschichte für all diejenigen, die keinem festen Plan im Leben folgen, sondern das tun, wofür sie Begeisterung hegen. Wir begegnen zwei Menschen, die so viel Abstriche in ihrem Leben machen mussten, dass es zwangsläufig zum großen Knall kommen musste. Andrea de Carlo schafft es allerdings diesen Knall schon fast slapstickmäßig unglaublich unterhaltsam zu gestalten, so dass "Ein fast perfektes Wunder" zu einer liebenswürdigen, teilweise witzigen und melancholischen Lektüre geworden ist. Eine Liebesgeschichte für all diejenigen, die auch einmal abseits von typischen Liebesgeschichten lesen. Einfach herrlich untypisch. 

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  • Die Vollkommenheit jenseits der Perfektion

    Ein fast perfektes Wunder

    Thoronris

    27. September 2017 um 22:07

    Am heutigen Tag, der für Ende September noch einmal überraschend warm war, ist bei Diogenes ein neues Buch erschienen, das sich prächtig darauf versteht, die Sehnsucht nach dem Sommer aufkommen zu lassen. Die Erzählung über handgemachtes Eis, über Rockmusik und über die Liebe ist eine wundervolle Erinnerung daran, dass manchmal das beste im Leben ganz unerwartet geschieht.   Die Angst vor der Entscheidung Weder Milena, die weibliche Hauptfigur, noch Nick, der Protagonist, sind wirklich glücklich in ihrem Leben, doch sie sind, zumindest am Anfang, nicht wirklich in der Lage, das zu sehen. Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, wird es plötzlich gefährlich, sich einzugestehen, dass man bisher auf dem Holzweg war. Denn man hat viel Zeit verloren. Kann ein Mann, der schon zwei gescheiterte Ehen hinter sich hat und trotz einer jahrzehntelangen Karriere als Rockmusiker immer noch erfolgreich ist, sich wirklich kurz vor der dritten Hochzeit ehrliche Gedanken darüber machen, ob er diese Ehe eigentlich will? Und kann eine Frau, die nach diversen Enttäuschungen mit Männern endlich ihr Glück in einer anderen Frau gefunden zu haben scheint, wirklich ernsthaft in Frage stellen, ob sie zum nächsten Schritt, zum gemeinsamen Kind, wirklich bereit ist? Als erwachsener Mensch läuft man sehr schnell in Fallen, gerne auch sehenden Auges. Man spürt, dass man irgendwann falsch abgebogen ist und sich seitdem auf dem Holzweg befindet, doch man weiß auch, dass man nicht mehr so jung ist, dass man nicht mehr so viel Zeit hat, also bleibt man auf dem Pfad, denn das ist immer noch besser, als vor dem unbekannten Nichts zu stehen. Lieber zwingt man sich zu Entscheidungen, hinter denen man nicht mit vollem Herzen stehen kann, von denen man weiß, dass sie einen unglücklich machen werden, als dass man den langjährigen Partner verlässt oder seine Karriere aufgibt. Das alles stellt der Autor in seinem Roman auf wundervolle Weise dar. Nick ist erfolgreich als Rockmusiker, die ganze Welt kennt ihn, doch glücklich ist er nicht. Er will sich verändern, er verachtet so ziemlich alle Menschen in seinem Leben, doch er ist zu zynisch, als dass er aus eigener Kraft einen Kurswechsel schaffen würde. Er schluckt seine Wut und seine Aggressionen immer wieder hinunter, um ein Weitermachen zu ermöglichen. Auch Milena lässt es zu, dass sie in ihrer Beziehung zu einer anderen Frau immer mehr in alte Rollenmuster, die eigentlich nur zwischen Mann und Frau zu finden sein sollten, verfällt, denn sie will die Beziehung nicht aufgeben, und schon gar nicht will sie einen Mann als Partner – Männer sind der Feind.   Menschliche Augenöffner Dann treffen sich die beiden an einigen wenigen aufeinanderfolgenden Tagen, zunächst zufällig, dann beinahe schon geplant. Sie spüren instinktiv, dass der andere sich ebenso verloren fühlt wie sie selbst. Nick erkennt die Komplexität der Eiskreationen, die Milena Tag um Tag aufs Neue erschafft, und beinahe ohne Worte können sie miteinander auf einer Ebene kommunizieren, die ihnen mit anderen Menschen bisher stets verwehrt geblieben ist. Gefühlvoll, ausschweifend, aber vor allem unaufdringlich beschreibt Andrea De Carlo die Gedankenwelt beider Menschen. Über 300 Seiten werden wir Zeuge ihrer Zweifel, ihrer Ängste, aber auch ihrer Hoffnungen. Und dann, beinahe wie in einem Quentin-Tarantino-Film, entlädt sich die ganze angestaute Energie in einem einzigen Knall, der das Universum aller Beteiligten aus den Angeln reißt. Der Höhepunkt dieses Romans ist gleichzeitig unerwartet und vorhersehbar, wahnsinnig komisch und tragisch. Und genau deswegen wirkt dieses Roman, denn die Figuren sind echt, ihre Ängste sind echt und die tragische Komik der Falle, in der sie sich befinden, ist jedem erwachsenen Menschen nur zu bewusst. Das Buch berührt, es macht nachdenklich und es zeigt, dass jeder von uns Angst vorm Neinsagen hat, Angst vor Versagen, Angst vor dem Unbekannte. Es verurteilt nicht dafür, sondern zeigt stattdessen, dass Mut durchaus belohnt werden kann. Fazit: Der Roman „Ein fast perfektes Wunder“ von Andrea De Carlo ist ein kraftvolles Loblied auf den Mut zur Veränderung. Doch gleichzeitig erinnert er uns, dass wir alle nicht perfekt sind, dass wir alle Ängste in uns tragen, dass wir Liebe und Halt und Geborgenheit suchen. Unaufdringlich beweist der Autor, dass das Leben komplex und die Möglichkeiten da sind, wenn wir nur den Mut finden, Türen zu schließen, um andere öffnen zu können. Die Geschichte um Milena und Nick hat mich tief berührt, denn sie wirkte so lebensnah und regte gleichzeitig zum Träumen an, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt war.

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