Die Poesie des Tötens

von Andrea Fehringer und Thomas Köpf
3,8 Sterne bei21 Bewertungen
Die Poesie des Tötens
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Nervtötender Schreibstil, unrealistisch handelnde Protagonisten, schwach umgesetzte Idee hinter der Story.

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Inhaltsangabe zu "Die Poesie des Tötens"

Sieben Wochen – Vier Morde – Eine Biografie

Ein idyllischer Sommer in Wien: Zwischen italienischen Designermöbeln und geschmackvollen Kunstgegenständen genießt der erfolgreiche Ghostwriter Max West sein Leben mit Frau und Kind in vollen Zügen – bis zu dem Tag, an dem „Kleist“ in ihr Leben tritt. Der grausam vorgehende Serienkiller entführt die gemeinsame Tochter und zwingt Max dazu, in nur sieben Wochen seine mörderische Biografie niederzuschreiben – sieben Wochen, in denen er seine Tochter in den Händen eines Psychopathen weiß...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783939990277
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:341 Seiten
Verlag:Pro-Talk
Erscheinungsdatum:15.11.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Federchens avatar
    Federchenvor einem Jahr
    Willst du deine Tochter wiedersehen? Dann schreib...

    Max West ist ein erfolgreicher Schriftsteller und Ghostwriter. An einem wunderbaren Sommertag klingelt sein Telefon. Christopher Kleist möchte, dass Max ein Buch schreibt, sein Buch, seine Geschichte. Genervt und doch nachgebend bittet Max den Mann in sein Büro. Nichts ahnend, dass Christophers Geschichte "Betriebsanleitung eines Serienkillers" bereits mit diesem ersten Besuch beginnt. Max muss diese Geschichte schreiben, obwohl sich alles in ihm sträubt. Auch wenn er angewidert ist und sich gefangen fühlt. Christopher hat ein Druckmittel. Max Tochter Ella...

    "Die Poesie des Tötens" ist ein Thriller, der vor allem nichts für schwache Nerven ist. Die Beschreibungen der einzelnen Morde sind nicht nur blutig, sondern können auch einmal zum Weglegen des Buches führen. Dabei steht dann vor allem die Frage im Raum, ob man eher angewidert oder fasziniert ist. Trotz dieses Kopfkinos bleibt die Spannung ab und an auf der Strecke. Einige Szenen wirken aufgesetzt, ziehen sich unnötig in die Länge, während andere nicht tief genug gezeichnet sind. Besonders die Protagonisten bleiben an manchen Stellen flacher, als sie es sein sollten. So kann man den Serienkiller Christopher nicht recht greifen, auch wenn er in seinen Handlungen abstoßend wirkt. Max, der Ghostwriter bricht zu wenig aus. Er ergibt sich quasi seinem Schicksal. Die Wut, die ich an seiner Stelle spüre, spricht nicht wirklich aus ihm heraus. Einzig seine Frau versucht als Psychologin tiefer in Christopher hinein zu schauen.

    Die Treffen der Freunde im Haus an den Freitagen könnte man als abgehoben und aufgesetzt empfinden, obwohl dies vor allem einer Art Pause im Geschehen gleichen soll, sind einige der Dialoge eher zäh, als unterhaltsam. Die Veränderungen, die mit dem Paar, dass seine Tochter vermisst einher gehen, bleiben viel zu lange unbemerkt. Der Eindruck von Oberflächlichkeit entsteht dabei sehr schnell. Immer wieder verliert der Plot so an Fahrt, um dann erneut mit einem doch eher schnellen Ende für leicht getrübten Lesegenuss zu sorgen. Als Leser, der wirklich gern Thriller liest, wirkt dieses Buch mir zu wenig nach. Es ist mit seiner Geschichte und mit seinen Figuren viel zu schnell aus dem Kopf verschwunden. Der Schreibstil ist gut, was nicht verwundert, da die beiden Autoren bereits mehrere Bücher im Sachbuchbereich veröffentlicht haben und mit Sprache umzugehen wissen. Die Story gibt viel her, vor allem weil dem Plot eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt. Es ist zwar für einen normalen Verstand schwer vorstellbar, aber dennoch nicht unmöglich, dass genau so eine Geschichte passieren könnte. Dennoch ist mir der Thriller zu flach. Bestimmte Szenen sind vorhersehbar, was mich als Thrillerleser meist nervt.

    (c) buchgefieder.blogspot.com

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    Beluris avatar
    Belurivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Superspannend angefangen, aber dann nachgelassen bis es langatmit wurde
    Kindesentführer und Serienkiller will eine Biographie über sich

    Inhalt in Kürze

    Max West ist ein berühmter österreichischer Ghostwriter, der mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Emma in Wien wohnt. Sein Leben könnte nicht schöner sein, als eines Tages Christopher diese Idylle zerstört. Dieser hat nämlich durch einen Komplizen die Tochter von Max entführen lassen und erpresst ihn nun, damit Max ihm ein Buch schreibt. Das Buch soll einerseits eine Biographie von Christopher sein, andererseits auch die künstlerische Darstellung von 5 Morden, die er vorhat, zu begehen. Um Max im Auge zu behalten, zieht Christopher bei ihm und seiner Frau ein und beginnt ein teuflisches Spiel. Max’ Leben wird zur Hölle, denn er hat nur sieben Wochen Zeit um einen ganzen Roman zu schreiben und seine Tochter zu retten.

    Charaktere:

    Mir fällt es richtig schwer die Charaktere zu beschreiben, da ich kein richtiges Gefühl für sie entwickeln könnte. Christopher ist ein psychotischer Sadist mit einer schwierigen Vergangenheit. Max, der Ehemann und Vater, der sich um das Wohl seiner Liebsten sorgt und seine Frau Livia, eine angesehene Psychologin, versuchen irgendwie durch eine Analyse ihres Peinigers eine Lösung aus der Misere zu finden. Mehr kann ich auch nicht sagen, da die Charaktere keine Zeit haben, um sich richtig zu entwickeln. Man steigt direkt ins Geschehen ein und bis zum Ende gibt es keine Pausen. Eigentlich etwas schade, aber das Buch definiert sich nicht durch seine raffinierten Charaktere, sondern eher durch die Geschichte.

    Die Handlung:

    7 Wochen Zeit. 5 Morde sollen geschehen und ein ganzes Buch geschrieben werden. Das sind die wichtigsten Eckpunkte der Geschichte. Wer einen langsamen und leichten Einstieg ins Geschehen will, sollte das Buch meiden, denn es geht gleich rasant und auch sehr blutig los. Die Morde sind einerseits grausam, andererseits in einem so trockenen Stil verfasst, (so) dass man mit genügend schwarzem Humor auch teilweise darüber lachen kann. Das hat mir schon recht gut gefallen, aber nach dem Dritten war irgendwie die Luft raus. Die Sache hat angefangen sich zu sehr in die Länge zu ziehen und es gab eigentlich keine Pausen im Spannungsbogen, was mit der Zeit einfach nur ermüdend war und deshalb auch oft die Wirkung verfehlt hat. Es hätten ein paar ruhigere Momente eingebaut werden können, in denen der Leser ein wenig zur Ruhe kommen kann, bevor der nächste Schritt getan wird. Auch die Spielchen, die Christopher mit Max, Livia und auch deren Freunden gespielt hat, waren am Anfang noch recht interessant und spannend, aber auch da war ziemlich schnell die Luft raus. Das ist wirklich schade, denn die Idee an sich war richtig gut.

    Der Stil:

    Ich mochte den trockenen und schwarzen Humor, mit dem das Buch geschrieben wurde. Das hat die ganze Sache ein wenig aufgelockert. Auch sonst kann man nichts am Stil oder der Wortwahl bemängeln. Die ersten 150 Seiten habe ich regelrecht verschlungen und hätte die Handlung mit der Zeit nicht abgebaut, hätte es wirklich zu einem Pageturner werden können.

    Fazit: Wer auf blutige Morde und schwarzen Humor steht, kann „Die Poesie des Tötens“ sicherlich in die Hand nehmen und einen genaueren Blick riskieren. Aber für mich wäre etwas weniger einfach mehr gewesen, denn irgendwann war es mir einfach zu viel.

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    Makarias avatar
    Makariavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant
    Der psychisch gestörte Mörder..

    ..ist ein gern diskutiertes Thema, dass auch immer viele Leser anlockt. So meiner Meinung nach auch dieses Buch.  Die Ghostwriter-Thematik fand ich in Kombination mit dem Morden noch spannender und habe mich deshalb für die Leserunde beworben und glatt gewonnen. Ich fand es am Anfang fast ein wenig langweilig, wie Kleist sein Opfer beschreibt, obwohl es an sich nichts an der Situation auszusetzen gibt (die ist ganz im Gegenteil sehr gruselig).Es gibt einen Abstand zwischen dem Leser und der Erzählung, der leider bis zu Ende nicht schwindet. 
    Der Schreibstil ändert sich nicht, aber man gewöhnt sich dran. Kleist ist ein intelligenter Killer, ein Protagonist, über den sich zu lesen lohnt. Max ist eigentlich nur der Normalo, der zufällig mit reingezogen wird. Gruselfaktor ist allerdings da, da kann man nichts aussetzen. 
    Thema: 5 Sterne, Schreibstil: 3,5

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    MissRose1989s avatar
    MissRose1989vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: An sich ein guter Krimi, aber leider mit einigen Längen, die die Spannung nehmen...
    Geht töten auch poetisch?

    Das Cover ist ansprechend gestaltet, eine blutige Hand macht ja schon immer einen guten Eindruck auf dem Inhalt des Buch. Das Cover, so minimalistisch es auch ist, hat dann wirklich schon etwas interessantes, durch den Plot wird der Eindruck noch verstärkt. Der Plot macht neugierig auf das Buch, gerade der Zusammenhang zwischen dem Schreiben eines Buches und der Erpressungssituation zieht an und gerade das macht das Buch in sich wirklich gut. Zudem nistet sich der Täter wie ein Parasit in das Leben seiner Opfer ein und gerade das macht das Erpressen noch perfider, weil er eben seine Opfer nicht aus den Augen lässt.  Christopher Kleist fordert Max heraus, indem er seine Tochter entführt und sie erst dann wieder herausgeben will, wenn Max einen Bestseller aus seinem Leben und den von ihnen begangenen Morden schreibt.  Leider gibt es durch das selbstherrliche Gerede des Psychopathen Christopher Kleist bei den Abendessen und zu anderen Anlässen Abzüge, sein Reden sind zwar poetisch, was dann wieder den Teil des Titels erklärt, aber in meinen Augen zu selbstdarstellend. Irgendwie wirkt das aufgesetzt und will nicht so wirklich zum Charakter von Christopher Kleist passen. Zudem sind seine Anleitungen der Morden immer wieder im Abluaf gleich, was ermüdend wirkt.  Die Gestaltung der Dramaturgie ist an sich gut, aber in manchen Momenten sind einfach zu simpel und leider ist auch das Ende etwas zu sehr hergeholt. Zudem wird das Buch mit der Zeit immer langatmiger, was wirklich schade ist.  Das Buch ist sicher nicht für jeden Leser etwas, da die Beschreibungen des Mordens sehr detailreich sind quasi eine Anleitung zum Morden bieten. Das sollte man dann schon ertragen können. Diese spezielle Art des Schreibens hat schon eine faszinierende Wirkung, kann aber auch abschrecken.

    Fazit: "Die Poesie des Tötens" ist ein wirklich spannend gemachter Thiller, der leider durch einige kleine Schwachstellen in der Aufführung aber nicht schlechter wird, er lässt sich gut lesen, erfährt aber durch die detaillierten Schilderungen der Morde schon einen sehr blutigen Anstrich, zudem kommen die Anleitungen immer recht gleich rüber, was mit der Zeit ermüdet und da gibt es sicher noch Möglichkeiten, den Ablauf zu variieren oder das eben für den Leser etwas aufregend zu gestalten. Das gibt dem ganzen Buch etwas einen müden Anklang und lässt den Leser auch aus der Spannung raus, wo man dann auch nicht so einfach wieder hineinkommt, weil die Dramaturgie leider einige Schwachstellen aufweist. 

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    Isabell47vor 2 Jahren
    Thriller mit Gänsehautwirkung

    Der erfolgreiche Ghostwriter Max West lebt glücklich mit seiner Frau Livia und seiner Tochter Ella in einem tollen Haus in Wien. Er genießt das Leben in mitten seiner Familie, seiner Freunde und seines "Träumens". Alles änderst sich innerhalb von Sekunden/Minuten an einem wunderschönem Sommertag, als eine Mann, der sich Kleist nennt, seine Tochter kidnappt und ihn zwingt ein Buch über seine "Kunst" des Tötens zu schreiben. Livia und Max sind von nun ab unter ständiger Aufsicht von Christopher Kleist, der bei ihnen einzieht. Absurde Situationen entstehen insbesondere in der Freitagsrunde, der Tag, an dem ihre Freunde immer zu Besuch zum Essen kommen. Scherzen, obwohl man um das Leben von Ella bangt. Alles soll normal sein,......es wird gewitzelt, geflirtet, gezickt.....und Christopher becirct sie alle.....
    Die Geschichte des Buches, was Max schreiben soll, wird innerhalb des Buches, was ich in Händen halte erzählt. Ich fand dies persönlich ziemlich genial. Mir gefiel der Schreibstil und die subtile Art von Kleist, der überall zu sein scheint und Kommentare abgibt, die ihren Reiz daraus entwickeln, das der Leser genau wie Max und Livia, um die Doppeldeutigkeit dieser Kommentare wissen. Echtes Gänsehautfeeling! Doch nicht nur die Fassade und das Leben von Christopher wird beleuchtet, sondern auch das scheinbar perfekte Leben der Wests. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und vor dem Hintergrund, dass die Autoren auch einen Pschopathen vor ihrer Tür stehen hatten, gewinnt es zusätzlich an Brisanz. Das Ende kam für mich ziemlich unerwartet und ich bekomme ein wenig Gänsehaut, da ich mir nicht sicher bin, wie ich es deuten soll.
    Eine klare Leseempfehlung von mir!

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    Alondrias avatar
    Alondriavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nervtötender Schreibstil, unrealistisch handelnde Protagonisten, schwach umgesetzte Idee hinter der Story.
    [Rezension] Andrea Fehringer: Die Poesie des Tötens

    Das Buch

    Sieben Wochen - Vier Morde - Eine Biografie

    Ein idyllischer Sommer in Wien: Zwischen italienischen Designermöbeln und geschmackvollen Kunstgegenständen genießt der erfolgreiche Ghostwriter Max West mit Frau und Kind das Leben in vollen Zügen - bis zu dem Tag, an dem "Kleist" in ihr Leben tritt.

    Der grausam vorgehende Serienkiller entführt die gemeinsame Tochter und zwingt Max dazu, in nur sieben Wochen seine mörderische Biografie niederzuschreiben - sieben Wochen, in denen das Paar seine Tochter in den Händen eines Psychopathen weiß...


    Das hat mich enttäuscht:

    Ja, es ist ungewöhnlich und eigentlich lernt man schon in der Schule, dass man bei Kritik immer mit positiven Dingen anfängt, bevor man zum Negativen kommt. Doch es fällt mir sehr schwer, Positives an diesem Thriller zu finden - daher fange ich mit dem an, was mich enttäuscht hat und hoffe, noch den ein oder anderen positiven Punkt am Ende zu entdecken.

    Zunächst einmal möchte ich etwas zum Schreibstil sagen: Dass "Kleist" sich selbst für einen großen Dichter hält, hat leider enorme Auswirkungen auf den Schreibstil. Die Passagen, in denen er selbst spricht, sind hochgestochen, oft wird einfach nur geschwafelt, zu poetisch, zu "arrogant" - ganz im Motto: Einbildung ist auch Bildung. Liest man dann andere Szenen, in denen "Kleist" mal nicht vorkommt, bekommt man das Gefühl, die Autorin hat sich zu sehr mit "Kleist" identifiziert - denn auch diese Abschnitte sind oftmals das reinste Geschwafel mit einem Sinn, der sich mir nicht erschließt. Dazu kommt, dass die Eltern des entführten Kindes Dialoge führen, als hätten sie bloß den Autoschlüssel verlegt - viel zu unrealistisch (aber dazu komme ich noch). Dass vor den Namen des Kindes immer ein Artikel gesetzt wird, hat mich beim Lesen wahnsinnig gemacht (bspw. "Wo ist die Ella?", "Die Ella ist im Kindergarten", "Nein, da ist die Ella nicht!", "Was machen wir denn jetzt ohne die Ella?"). Ich meine, ganz ehrlich, selbst wenn das in Österreich normal ist, so zu sprechen - im Falle einer Kindesentführung achtet man doch wohl kaum auf eine "korrekte" Sprachanwendung! So viel zum Schreibstil und wie er mich meine letzten Nerven gekostet hat...

    Die Protagonisten: Dass die Eltern oft unrealistisch handeln und völlig unauthentische Gespräche führen, habe ich ja eben kurz erwähnt. Darauf möchte ich näher eingehen; ein völlig durchgeknallter Serienmörder entführt ein Kind und drängt sich mit Drohungen, Erpressung und unglaublicher Dreistigkeit in das Leben der verzweifelten Eltern (die oft gar nicht so verzweifelt scheinen, wie gesagt: verlegter Autoschlüssel). Ihnen wird jeden Tag vor Augen geführt, dass ihr Kind weg ist und dass dieser Mann zu allem fähig ist. Was machen sie? Sie sinnieren über ihr Leben, was sie hätten anders machen können und wie sie sich vor ihren Freunden am besten unauffällig verhalten können. Wo der verlegte Autoschlüssel ist - ehm, Verzeihung, das entführte Kind natürlich - ist erst einmal zweitrangig. An dieser Stelle fällt mir ein, dass der Charakter "Kleist" tatsächlich unter die Kategorie "Das hat mir gefallen" fällt - dazu später mehr.

    Nun noch ein paar Worte zur Umsetzung der Story. Der Gedanke, der hinter dem Ganzen steckt, ist genial. Die Umsetzung dagegen ist leider sehr schwach. Neben den unrealistisch handelnden Eltern und dem unglaublich nervtötenden Schreibstil, fehlt es dem Spannungsbogen hinten und vorne an Allem. Ich würde ihn eher als Spannungslinie bezeichnen, die in etwa so aussieht:
                                                                                            _
    __________________________________________________| |__Ende

    Man wartet und wartet und wartet - auf irgendetwas, das dem Begriff "Spannung" auch nur ansatzweise gerecht wäre. Aber man wartet vergeblich. Auf den letzten ~50 Seiten passiert dann alles auf einmal - der Spannungsanstieg, -höhepunkt und -abfall - und dann ist die Geschichte auch schon vorbei.

    Hiermit genug des Negativen, mir sind tatsächlich zwei Dinge eingefallen, die mir an dem Thriller gefallen haben.

    Das hat mir gefallen:

    "Kleist": Serienmörder, Kindesentführer und Poet. Die Hauptperson des Thrillers, die Person, die immer im Mittelpunkt steht und selbst dann in den Gedanken hängen bleibt, wenn von ihr gerade keine Rede ist. "Kleist" hat mir tatsächlich gut gefallen - solange er nicht geredet hat (siehe oben, schwafeln etc.). Er hat einen ziemlich ausgefeilten Charakter, über den die Autorin sich offenbar mehr Gedanken gemacht hat, als über alles andere. Er hat Stärken, oder zumindest Eigenschaften, die so wirken sollen und Schwächen, die man als Leser erst nach und nach zu Gesicht bekommt. "Kleist" bei seiner Entwicklung zuzuschauen, hat sogar fast Spaß gemacht. Man ist sich nie ganz sicher, ob er alles nur schauspielert, was Wahrheit ist und was Lüge.

    Der zweite Punkt, der mir an dem Thriller gefallen hat, ist das Buch im Buch. Objekt des Thrillers ist die Biografie, die "Anleitung eines Serienkillers", die Max West für "Kleist" schreiben soll. Die im Klappentext angekündigten Morde sind meiner Meinung nach eher zweitrangig. Dies hat es dem Leser ermöglicht, alles über die Morde zu erfahren, ohne "direkt dabei" zu sein.

    Fazit

    Ich kann mich spontan an kein Buch erinnern, das ich so auseinandergenommen habe wie dieses. Ich kann mich spontan aber auch an kein Buch erinnern, das mich so extrem enttäuscht und genervt hat wie dieses. Die beiden positiven Punkte, die mir noch eingefallen sind, machen definitiv nichts wieder wett. "Die Poesie des Tötens" zu lesen hat mir keinen Spaß bereitet und mir im Endeffekt eher Lesestunden gestohlen, als mir Freude zu schenken. Ich kann es daher nicht empfehlen.

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    Jungenmamavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Story mit leider streckenweise weniger spannender Umsetzung...
    Spannende Story mit leider streckenweise weniger spannender Umsetzung...

    Der Klappentext und der Prolog des Thrillers "Die Poesie des Tötens" von Andrea Fehringer haben mich sofort gefesselt.

    Die Handlung beginnt nach der schockierenden Einführung und dem Blick in die Gedankenwelt eines grausamen Mörders recht einfach:

    Das Ehepaar West lebt in Wien - Max ist ein sehr erfolgreicher Ghostwriter und seine Frau Livia ist Psychologin. Die Tochter Ella ist der Sonnenschein und alles  scheint perfekt...bis eines sonnigen Tages ein Mann vor Max Tür auftaucht und ihn  bittet seine Biographie zu schreiben...

    Wie auch schon im Prolog wird die eigentliche Geschichte in ihrer Abfolge immer wieder von grausamen Details von Ermordungen unterbrochen. Da sich der Schriftstil hierzu ändert, kann man sehr gut zwischen der Erzählung durch den Autor und der "Erzählung" durch den Täter unterscheiden.

    Ich persönlich fand vor allem die Abschnitte, die einen Einblick in das Kranke Hirn des Täters zeigen, besonders gut gelungen. In der Rahmengeschichte um Max, Livia und Christoph empfand ich zahlreiche Beschreibungen, Erzählungen und Erklärungen viel zu langatmig. So wurde ich leider immer wieder herausgerissen und die Spannung lies merklich nach. Daran konnte auch die Täterjagd am Ende leider nichts mehr ändern...im Prinzip hatte ich die meiste Gänsehaut im ersten Drittel der Geschichte.

    Zum Ende des Buches hin reihen sich dann noch seltsame Zufälle aneinander, die leider auch noch eine zusätzlich Unglaubwürdigkeit hinzufügen.

    Ein Buch dem es leider in meinem Augen nur teilweise zum Thriller reicht...

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    MelaKafers avatar
    MelaKafervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine tolle Idee, phasenweise spannend umgesetzt, aus der man aber sicherlich noch mehr hätte machen können.
    Gute Idee, in der Ausführung leider nicht ganz perfekt


    Max und Livia West führen ein sehr gutes Leben in Wien. Beide erfolgreich in ihrem Beruf, Max als Ghostwriter, Livia als Psychologin. Sie haben eine reizende kleine Tochter namens Ella und einen Freundeskreis, der sich jeden Freitag in ihrem Haus trifft. Idylle pur, bis eines Tages ein Mann vor der Tür steht, der Max bittet, für ihn seine Lebensgeschichte aufzuschreiben.
    Er stellt sich als Christopher Kleist vor und fordert Max auf in sieben Wochen einen Bestseller aus seinem Leben und den Morden, die er begeht für ihn zu schreiben. Schnell wird klar, dass es sich bei Christopher um einen Psychopathen handelt, der als Druckmittel Ella entführt hat und sich nun im Haus der Wests einnistet.
    Eine schier unerträgliche Situation für Max und Livia, die an Grausamkeit kaum zu überbieten ist.

    Die Idee zu dieser Geschichte (angeregt durch eine wahre Begebenheit) fand ich ganz besonders spannend. Das absolut minimalistische Cover mit der blutigen Hand genial.
    Der Roman wechselt zwischen der eigentlichen Geschichte und dem Thriller, den Max nach den Erzählungen von Christopher schreibt. Dieser Teil ist in Schreibmaschinenschrift geschrieben. Das sorgt für eine übersichtliche Struktur.
    Die sogenannten "Betriebsanleitungen eines Serienkillers" wirkten anfangs ausgesprochen verstörend, mit der Zeit aber durch den ständig selben Ablauf (Anleitungen eben) eher ermüdend.
    Das Ende erschien mir unrealistisch und etwas zu sehr heile Welt. Auch störte mich, dass die Hauptdarsteller so gar keine Entwicklung machten. Es war kein Lernprozess erkennbar. Der kurze beängstigende Epilog lässt eine Fortsetzung erwarten.

    Fazit:
    Eine tolle Idee, phasenweise spannend umgesetzt, aus der man aber sicherlich noch mehr hätte machen können.

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    Sternenlicht_vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wie ist es wohl, mit einem Serienkiller unter einem Dach zu leben in dem Bewusstsein, dass er das eigene Kind in seiner Gewalt hat?
    Fesselnder Psychothriller.

    Titel: Die Poesie des Tötens
    Autoren:
    Andrea Fehringer und Thomas Kopf
    Erscheinungsdatum Erstausgabe:
    15.11.2016
    Aktuelle Ausgabe: 15.11.2016
    Verlag: Pro-Talk
    Flexibler Einband, 256 Seiten

    Inhalt:

    Christopher, ein Serienkiller und kaltblütiger Psychopath, hält das Kind von Max und Livia als Geisel. Damit zwingt er den Schriftsteller und Ghostwriter Max, seine Biografie niederzuschreiben. Seine Geschichte enthält alle Morde in blutigen Details in Vergangenheit und Zukunft. Als er sogar bei Max und Livia einzieht und an ihrem Leben teilnimmt, wird die ganze Situation hochgradig gefährlich und zu einem Psychoterror für das Ehepaar.

    Meinung:

    Das Cover ist sehr schlicht gestaltet mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund und dazu ein blutiger Händeabdruck. Diese Einfachheit ging für mich persönlich eher in Richtung "uninteressant", aber das ist Geschmackssache. Der Titel ist sehr passend zur Geschichte, da der Psychopath Christopher aus dem Töten eine Kunst macht.

    Die Handlung ist sehr spannend mit einer außergewöhnlichen Ausgangssituation: Die Eltern (Max und Livia) werden mittels des Kindes (Ella) unter Druck gesetzt, sich dem Willen eines Mörders und Psychopathen Christopher zu beugen. Dass Max ein Ghostwriter und Livia eine Psychologin ist, macht die ganze Situation noch fesselnder. Meines Erachtens reagieren sie realistisch und stark auf die ungewöhnliche Situationen, einen Mörder und Serienkiller neben sich zu haben in dem Bewusstsein, dass er ihr Kind in seiner Gewalt hat. Dieser Aspekt ist dem Autorenpaar gut gelungen. Der logische Handlungsaufbau, die Reaktionen der Protagonisten waren auf den Punkt, nur hin und wieder gab es einige klischeehafte Zufälle, über die man aber hinwegsehen kann.

    Die Autoren haben nicht mit detailreichen blutigen Mordszenen (z.B. Häutung) gegeizt. Wer keine starken Nerven hat, sei hiermit vorgewarnt!

    Das Buch ist auf grauem (Recycling-?)Papier gedruckt, so wie man es bei englischen Taschenbüchern kennt. Das Schriftbild ist auch sehr interessant: Zur normalen Times-New-Roman-Schrift kommen noch Passagen mit Schreibmaschinenschrift hinzu, was das ganze Buch ein wenig strukturiert. Finde ich schön.

    Fazit:

    Ein Thriller, der nur sehr schwer aus der Hand zu legen ist, denn er enthält alles, was das Thriller-Herz begehrt: Ein dreister, kaltblütiger Psychopath, eine nervenzerreißende Ausgangssituation durch die Erpressung des Ehepaares mittels des eigenen Kindes, eine spannende Handlungen mit detailreichen Mordszenen. 

    Kommentare: 1
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    nellsches avatar
    nellschevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Plot, konnte mich aber nicht fesseln
    Die Poesie des Tötens

    Sieben Wochen – Vier Morde – Eine Biografie

    Der Ghostwriter Max West führt ein entspanntes Leben mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter. Eines Tages bekommt er Besuch von einem Kunden, der ihn bittet, sein Buch zu schreiben. Dabei handelt es sich nicht um einen normalen Roman, sondern um die Biografie des Kunden. Und diese ist mörderisch. Max wird gezwungen, dieses Buch innerhalb von sieben Wochen zu schreiben, sonst wird die Tochter, die sich in den Händen des Psychopathen befindet, sterben.

    Der Klappentext liest sich unheimlich spannend und auch das Cover finde ich total gelungen und ansprechend. Ich habe mich also sehr auf das Buch gefreut. Der Prolog begann sehr spannend, denn es wurde eine Todesart sehr detailliert beschrieben. Das Interessante daran war die kühle und sachliche Beschreibung, praktisch eine Anleitung zum Morden auf diese spezielle Weise. Das gefiel mir, auch wenn es wirklich hart war. Diese prima Spannung konnte bei mir jedoch leider nicht gehalten werden. Insbesondere die Art des Redens des Psychopathen Christopher Kleist gefiel mir absolut nicht. Ich empfand es als poetisches Gerede und viel zu selbstdarstellerisch. Es passte an sich gut zu dem Charakter, machte mir aber das Lesen leider sehr schwer. Auch einige Abschnitte empfand ich als zu langatmig geschrieben. Die Personen, sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere, wurden gut beschrieben, so dass ich ein gutes Bild von ihnen vor Augen hatte. Auch die Idee des Plots gefiel mir wirklich sehr gut. Der Täter nistet sich bei seinen Opfern ein, um sie ständig im Blick zu haben. Er nimmt sogar an den regelmäßigen Treffen mit den Freunden teil. Und während dieser ganzen Zeit begeht er mehrere Morde entsprechend der detaillierten Beschreibung. Das ist schon eine schaurige Vorstellung. Doch trotzdem hat mich das Buch einfach nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft und gewünscht habe. Die Spannung war mir zu wenig und der Psychopath hat mich ziemlich genervt statt mich zu fesseln. Das Ende fand ich in einigen Punkten zu unrealistisch. Ich vergebe daher leider nur drei Sterne. 

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    Sieben Wochen - Vier Morde - Eine Biografie

    Ein idyllischer Sommer in Wien: Zwischen italienischen Designermöbeln und geschmackvollen Kunstgegenständen genießt der erfolgreiche Ghostwriter Max West sein Leben mit Frau und Kind in vollen Zügen bis zu dem Tag, an dem 'Kleist' in ihr Leben tritt. Der grausam vorgehende Serienkiller entführt die gemeinsame Tochter und zwingt Max dazu, in nur sieben Wochen seine mörderische Biografie niederzuschreiben sieben Wochen, in denen er seine Tochter in den Händen eines Psychopathen weiß...

    Zum AutorInnenteam:
    Andrea Fehringer & Thomas Köpf haben zusammengenommen mehr als 60 Jahre Erfahrung im Schreiben. Sie sind Journalisten und Buchautoren, waren in diversen Chefredaktionen tätig und führen seit 2004 ihr eigenes Medienunternehmen, die Xpertmedia, mit Sitz im Lehár-Schlössl in Wien-Döbling. Sie produzieren Kunden- und Publikumsmagazine, sind Berater für Konzerne, Vortragende an der Universität Wien und halten Schreibseminare ab. Sie haben 37 Bücher geschrieben, »Die Poesie des Tötens« ist ihr erster Thriller.

    Der Hintergrund: Das Treffen des Ghostwriters mit dem Psychopathen beruht auf einer wahren Begebenheit. Ein Fremder stand vor der Tür der beiden Autoren und wollte sein Buch schreiben lassen. Erst nach einer halben Stunde stellte sich heraus, dass der Mann wahnsinnig und Mitglied einer Teufelssekte war. Diese Begegnung brachte die Autoren auf Idee zum Plot.


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