Andrea Fischer Schulthess

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Motel Terminal, Grimm und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Andrea Fischer Schulthess

Motel Terminal

Motel Terminal

 (4)
Erschienen am 01.03.2016
Food for Kids

Food for Kids

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Erschienen am 01.05.2007
Grimm

Grimm

 (0)
Erschienen am 21.09.2015

Neue Rezensionen zu Andrea Fischer Schulthess

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Sumsi1990s avatar

Rezension zu "Motel Terminal" von Andrea Fischer Schulthess

Hotel Terminal
Sumsi1990vor 2 Jahren


Gleich vorweg: Das Buch hat wirklich gute Chancen auf mein Lesehighlight 2017, obwohl das Jahr gerade erst begonnen hat. Ich habe diesen Roman über Empfehlungen auf Lovelybooks gefunden und wurde nicht enttäuscht!


Inhalt: 
Die 11jährige Meret lebt von ihrer Mutter eingesperrt bei ihrer Großtante Julie neben deren ehemaligen Stundenhotel. Meret bekommt nur keimfrei verpacktes Essen, damit sie auf keinen Fall krank werden kann und wird von ihrer Mutter Nora mit Nadelstichen gestraft, wenn sie nicht folgsam ist. Um ihre perfide Kindererziehung zu finanzieren hat Nora den Geschäftsmann Stefan geheiratet und lebt auch mit diesem zusammen. Sie besucht Meret jedoch regelmäßig und überzeugt sich davon, dass Julie und Meret ihre kranken Anweisungen befolgen. Also Julie stirbt, beginnt ihr grausames Spiel zu wackeln...


Schreibstil:
Das Buch ist aus verschiedenen Ansichten geschrieben. Sowohl Meret kommt in Form von Tagebucheinträgen zu Wort sowie wir auch in Rückblenden Einsicht in Noras Vergangenheit bekommen. Dieser Wechsel trägt viel zur Spannung bei. 


Die Sprache der Autorin ist trotz des schlimmen Inhalts wirklich gut und leicht zu lesen. Auch die Kapitel haben für mich eine perfekte Länge von ca. 3 bis 10 Seiten. 


Fazit:
Man muss fähig sein, solch perfide Psychogramme gestörter Protagonisten zu lesen. Ansonsten wird man von diesem Buch schwer verstört sein. Ich persönlich mag solch schockierende Geschichten gerne und habe dieses Buch geliebt. Es erinnert mich zwar ein wenig an das Buch "Raum" war jedoch insofern fast noch ein wenig besser, weil man hier viel mehr Informationen über die Beweggründe des Verbrechens erfährt! 

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NiWas avatar

Rezension zu "Motel Terminal" von Andrea Fischer Schulthess

Düsterer Roman der Meisterklasse
NiWavor 2 Jahren

Meret wohnt in ihrem Zimmer. Sie lebt ausschließlich da, in diesem Raum im Motel Terminal. Denn außerhalb dieser vier Wände lauert das Böse, wie sie von ihrer Mutter erzählt bekommt. Nur Tante Julie macht ab und zu eine Ausnahme, wenn sie sich um Meret kümmert. Sie lädt das 13jährige Mädchen zu sich in die Stube ein. So ist Merets Leben überschaubar, bis die Ereignisse aus dem Ruder laufen …

Obwohl es sich um keinen Roman noir im klassischen Sinn handelt, kommt mir bei „Motel Terminal“ sofort dieser Begriff in den Sinn. Es ist weder Thriller noch ein richtiger Kriminalroman, sondern eine düstere Erzählung, die sich mit jeder gelesenen Seite nach und nach zur absoluten Schwärze verdichtet. Dieser Roman lässt in das Dunkle der menschlichen Seele blicken, und zeigt dabei, wie aus Unschuld Sünde wird.

Die Geschichte ist - wie auch in der Inhaltsangabe vom Verlag - schnell erzählt. Nora verheimlicht ihre Tochter vor der Welt. Sie hat das Mädchen ihr Leben lang in einem Zimmer des geschlossenen Motel Terminals verschanzt, wo ihr Tante Julie bei der Versorgung des Kindes hilft. Denn Nora selbst hat dafür nicht viel Zeit, weil sie sich einen wohlhabenden Ehemann geangelt hat, der für ihr lebenslanges Auskommen sorgen soll.

Aber egal, wie nüchtern und kühn Nora dieses Unterfangen zu Beginn angegangen ist, das Leben neigt dazu, Pläne zu durchkreuzen und nach 13 Jahren geht plötzlich alles schief.

Dann gibt es noch Nico, der sich ein bisschen Geld neben seiner Mechaniker-Lehre dazu verdient, indem er für die „Alte“ aus dem heruntergekommenen Motel Terminal Botengänge macht. Wer meint, die Handlung jetzt durchschaut zu haben, wird mit seiner Vermutung aber höchstwahrscheinlich falsch liegen.

„Motel Terminal“ ist ruhig und gleichzeitig unheimlich spannend erzählt. Die Autorin lässt den Leser immer wieder durch die Augen verschiedenster Figuren blicken und so wird aus einem abscheulichen Verbrechen manchmal ein Hilferuf oder gar eine Verzweiflungstat.

Nora habe ich lange Zeit nicht durchschaut. Es fällt schwer ihre Beweggründe zu verstehen, weil sie sich kaum in die Seele blicken lässt. Sie wirkt kalt, nüchtern, abweisend und immer so besorgt. Erst gegen Ende des Buches kann man einigermaßen nachvollziehen, was sie dazu getrieben hat, ihre Tochter Meret vor der Welt zu verbergen.

Meret ist auf ihre Art bezaubernd. Sie nimmt die Welt ganz anders wahr, weil sie sie nie so wie wir kennengelernt hat. Das hat auf mich beängstigend, verstörend und gleichzeitig sehr glaubwürdig gewirkt.

Julie habe ich als Lichtblick empfunden, weil sie ein verschrobener Kauz aus einer sehr freiheitsliebenden Zeit ist, die sich nicht so schnell abschrecken lässt. Allerdings musste ich mir immer vor Augen führen, dass die Alte genauso an diesem Verbrechen beteiligt ist.

Sämtliche Charaktere wirken authentisch, echt und gehen in die Tiefe. Ich hatte das Gefühl, Andrea Fischer Schulthess würde aus erster Hand erzählen, so als wüsste sie von den Figuren selbst, was sie in den jeweiligen Situationen angetrieben hat. Der Schreib- und Erzählstil ist von einer atemberaubenden, unterschwelligen Spannung geprägt. Immer wieder hielt ich den Atem an, weil ich die Ereignisse verdauen musste oder nicht glauben konnte, worauf man nach und nach zusteuert, wobei es zumindest für mich nicht vorhersehbar war.

Das Ende war überwältigend und gipfelt in einem Drama, das sich wie die schwarze Stille der Nacht über die letzten Seiten legt. Dieses Buch hat mich noch immer nicht losgelassen. Die authentischen Charaktere, dieser ruhige und dennoch packende Stil, der greifbare Realitätsbezug und die einnehmende Aufbau machen „Motel Terminal“ zu einem Roman, den man sicher nicht so schnell vergessen kann und der bei Interesse unbedingt gelesen werden muss.

Für mich ist „Motel Terminal“ ein düsterer Roman der Meisterklasse, den ich kaum in Worte fassen und nur empfehlen kann.

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abas avatar

Rezension zu "Motel Terminal" von Andrea Fischer Schulthess

Rezension zu "Motel Terminal" von Andrea Fischer Schulthess
abavor 2 Jahren

Spannender Roman mit starken Charakteren

Die Schweizerin Andrea Fischer Schulthess hat mit ihrem ersten Roman "Motel Terminal" ein Buch geschrieben, das mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat. Eine spannende Handlung, ein desolater, düsterer Schauplatz und Figuren mit stark definierten Persönlichkeiten machen aus dieser Geschichte ein ganz besonderes Erlebnis.

Ein verlassenes Motel am Rand einer kleinen Siedlung in der Nähe von Zürich und dessen merkwürdige Bewohner, die ein schreckliches Geheimnis hüten, verleihen diesem Roman eine endzeitliche Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Mit nur einem Haupthandlungsort, dem unheimlichen Motel, wenigen Figuren und einem Geheimnis, in das der Leser sehr früh eingeweiht wird, baut Andrea Fischer Schulthess ein höchst kompliziertes Drama, das schlaflose Nächte beschert.
Noras Geheimnis heißt Meret und ist 12 Jahre alt. Um ihre Existenz zu verheimlichen, riskiert sie Kopf und Kragen. Dabei darf sie sich keinen Fehler leisten. Sie handelt äußerst vorsichtig, berechnend, hartherzig und gnadenlos. Ein treffender Gegensatz zu Nora ist ihr Mann Stefan, ein feiner Geschäftsmann, arbeits- und alkoholsüchtiger, unsympathischer Waschlappen, mitleidserregend und gleichzeitig abscheulich.
Und mittendrin die hoffnungsvolle Geschichte um Meret und Nico, wiederkehrendes kleines Highlight, von dem man nicht genug kriegen kann.

"Motel Terminal" ist ein definitiv lesenswerter Roman, einer für mutige Leser, die große Spannung und spezielle Charaktere lieben!

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Gespräche aus der Community

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RaphaelZehnders avatar
Zum 5. Mal im Theater Rigiblick in Zürich: Die Zürcher Kriminalnacht. Am 10. und 11. Jui 2017.

Mit den Autorinnen unsd Autoren Petra Ivanov, Andrea Fischer Schulthess, Daniel Badraun und Raphael Zehnder.

Am Klavier: Ken "Bloody" Mellor. Blutige Songs singen: Barbara Terpoorten, Alexandre Pelichet und Daniel Rohr.

Es lesen: arbara Terpoorten, Thomas Sarbacher, Alexandre Pelichet und Daniel Rohr.

Einsatzleiter: Daniel Rohr und Raphael Zehnder.

https://www.theater-rigiblick.ch/spielplan/projekt/5-zuercher-kriminalnacht-leider-noetig-das-strafgesetzbuch
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in 17 Bibliotheken

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