Andrea Gentile

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen

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Wie kommt der Sand an den Strand?

Wie kommt der Sand an den Strand?

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Erschienen am 20.03.2017

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Rezension zu "Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen?" von Andrea Gentile

Wenn Unterhaltung auf Wissenschaft trifft: Serien auf dem Prüfstand
flokratissonvor 10 Monaten

Wie viel Realismus und wie viel Fiktion steckt in allseits beliebten Fernsehserien wie „Game of Thrones“ oder „Breaking Bad“? Diese Frage stellte sich auch der italienische Journalist Andrea Gentile, der sein akademisches Know-How nutzt, um die beliebtesten Fernsehserien genauer unter die Lupe zu nehmen – aus der Perspektive eines Wissenschaftlers.
„Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen?“ lautet der Titel des Buches und referiert dabei natürlich auf die preisgekrönte Serie „Breaking Bad“, die von dem am Krebs erkrankten Walter White handelt. Walter entschließt sich, sein trostloses Lehrerdasein an den Nagel zu hängen und ein Drogen-Imperium zu errichten, um seiner Familie nach seinem Ableben eine gute finanzielle Rücklage hinterlassen zu können. Der Titel ist gleichzeitig eine der im Werk thematisierten Fragen.
Serien aller Art und wissenschaftliche Vielfalt
Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis genügt bereits, um festzustellen, dass sich Gentile einem breiten Publikum zuwendet. In den insgesamt dreizehn Kapiteln widmet er sich Fantasy-Serien (Game of Thrones, True Blood) gleichermaßen wie Dramaserien (Breaking Bad) und selbstverständlich Science-Fiction-Serien (Star Trek, Doctor Who). Mit „The Big Bang Theory“ hat es auch eine Sitcom in den Fokus des Autors geschafft. Was an der Stelle wenig überrascht, ist „The Big Bang Theory“ doch geradezu prädestiniert dafür, auf wissenschaftliche Exaktheit hin überprüft zu werden. Durch den breiten Fokus sollte jeder Serienfan auf seine Kosten kommen.
Gentile deckt mit seinen Überlegungen ein weites Spektrum an naturwissenschaftlichen Disziplinen ab. Von der Neurobiologie („Was spielt sich im Gehirn eines Zombies ab?“) über die Gesetze der Physik („Kann man durch die Zeit reisen?“) und fremden Lebensformen („Werden wir jemals Außerirdischen begegnen?“) bis hin zur Kosmologie (der Urknall). Zur Auflockerung gibt es zum Ende eines jeden Kapitels zehn teils amüsante, teils faszinierende Fakten über die jeweilige Serie. Ein netter Einfall.
Einfach, informativ und fachlich überzeugend
Eine solche Auflockerung wäre nicht einmal notwendig gewesen. Gentile gelingt es, schwierige und komplexe Themen durch bildhafte Beispiele und einiger Anekdoten simpel darzustellen, sodass alle Hobbywissenschaftler und jene, die es mal werden wollen, die Zusammenhänge verstehen können. Gleichzeitig geht er nie tief ins Detail und schneidet viele Themen nur an, weshalb der gemeine „Wissenschaftsnerd“ etwas enttäuscht sein könnte. Die Kapitel sind folglich kurz gehalten und wissenschaftliche Fachtermini sind zwar vorhanden, werden aber ausführlich erklärt. Einige Sätze sind unnötig verschachtelt, doch das ist zu verschmerzen. Fachlich ist das Buch jedenfalls makellos und stets auf dem neusten Stand der Forschung.
Gentiles Argumente sind durchdacht und nachvollziehbar. Häufig nimmt er Bezug auf die Forschungen berühmter Wissenschaftler wie Albert Einstein oder Werner Heisenberg und bietet damit Einblicke in die Forschungsgeschichte verschiedener Fachdisziplinen. Immer wieder bringt er dabei auch Theorien oder Modelle zur Sprache, die nicht jedem geläufig sind (beispielsweise die „Milankovic-Zyklen“). Damit schafft er neue Perspektiven und Sichtweisen auf die Sachverhalte und bietet dem Leser genug Input, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Gentile zieht seine Kenntnisse auch aus der experimentellen Wissenschaft. Etwa Gruppen von Mathematikern, die Modelle für die Ausbreitung einer Zombie-Epidemie entwickelten oder die sogenannten „MythBusters“, die unter anderem Szenen aus „Breaking Bad“ nachgestellt haben.
Nicht ganz ausgereift
Gentile hat dennoch ein bisschen Potenzial verschenkt. Denn so überzeugend das Werk auch ist: Man hätte es noch größer aufziehen können. Nur ein Bruchteil der wissenschaftlichen Phänomene aus den Serien werden tatsächlich behandelt, einige Aspekte, die Aufmerksamkeit verdient hätten, bleiben unerwähnt. Näher eingehen können hätte man unter anderem auf die Geräte und Maschinen, die in den Laboren oder im privaten Gebrauch der Nerds in „The Big Bang Theory“ zur Anwendung kommen, oder auf die mathematischen Formeln, die stets im Hintergrund auf den Whiteboards prangen. Ein weiterer Kritikpunkt: An einigen Stellen im Werk tauchen leider kleinere Spoiler auf, hier wäre die eine oder andere Warnung nützlich gewesen.
Bei „Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen?“ handelt es sich nichtsdestotrotz um ein interessantes und massentaugliches Wissenschaftsbuch, bei denen die Serien selber nicht im Vordergrund stehen, sondern vor allen Dingen als Inspiration herhalten – in dem Sinne, dass sie jeweils ein wissenschaftliches Fundament beanspruchen, auf dem ihre Realitäten aufgebaut sind. Fundamente, deren Authentizität auf die Probe gestellt wird. Es ist folglich nicht notwendig, jede einzelne Serie zu kennen. Der Leser benötigt für den Genuss des Werkes keinerlei wissenschaftlicher Vorkenntnisse – ein grundsätzliches Interesse an der Wissenschaft sollte aber schon gegeben sein.


Eines scheint zudem sicher: Mit den Erkenntnissen aus „Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen?“ kann man beim Small-Talk über Fernsehserien oder Wissenschaft ordentlich Eindruck schinden.



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Sannys avatar

Rezension zu "Wie kommt der Sand an den Strand?" von Andrea Gentile

interessant und gut gemacht
Sannyvor einem Jahr


Das Cover hat mich sehr neugierig gemacht. Das Reagenzglas über den Strand mit dem Titel "Wie kommt der Sand an den Strand? - Wissenschaft unter dem Sonnenschirm" klang sehr interessant.
Ich habe mich für das Buch interessiert, weil ich am Meer lebe und doch relativ wenig darüber weiß. Viele Dinge wurden früher in der Schule ja eher nur knapp angesprochen. Ich dachte, dieses Buch wäre perfekt um dies nachzuholen.


Das Buch ist wunderbar gegliedert, sodass man in der Inhaltsangabe sieht, welche Fragen behandelt werden (nach grob unterteilt in Physik, Chemie, Biologie und Umwelt) und sie auch sehr schnell bei Bedarf nachschlagen kann.


Der Schreibstil gefällt mir. Es liest sich nicht langweilig wie ein Schullehrbuch, sondern wird verständlich erklärt, sogar mit einer kleinen Portion Witz. Es wird viel hinterfragt und es hat mich immer wieder dazu angespornt, noch mehr wissen zu wollen. Besonders die Gestaltung des Buches hat mir das lernen einfacher gemacht. Es finden sich zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Zusatzinformationen.


Ein Buch, nicht nur zum erklären für die Kleinsten. Macht Lust auf Urlaub, Strand - denn jetzt wissen wir, wie alles genau funktioniert.

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Laecheln86s avatar

Rezension zu "Wie kommt der Sand an den Strand?" von Andrea Gentile

Clevere Urlaubslektüre mit Gute-Laune-Garantie
Laecheln86vor 2 Jahren

„Wie kommt der Sand an den Strand? - Wissenschaft unter dem Sonnenschirm“ von Andrea Gentile ist ein Sachbuch für Einsteiger und Neugierige zum Thema Sonne, Strand und Meer. 

Was passiert? 

Die Wellen treffen brausend auf den Strand und tragen die Gischt bis zu deiner Sonnenliege. Im Schatten des Sonnenschirms ist der Hochsommer erträglich. Die Sonne brennt auf deinen Beinen. Eine leichte Brise weht über deine Haut. Und Andrea Gentile erklärt dir die Welt. 

Worum geht´s? 

Die Sonne, das Meer und den Strand. Wie entstehen Wellen oder der Strand? Welche Wolkenarten gibt es? Welche Tiere bewohnen den Strand? Unser Körper im Sommer: Wie funktioniert Sonnencreme? Wieso verschrumpeln unsere Finger beim Baden? Wie funktionieren unsere Sinne unter Wasser? In kurzen Absätzen beantwortet Andrea Gentile alle Fragen, die sich rund um Sonne, Meer und Strand stellen. Dabei holt er manchmal aus, aber bleibt im Großen und Ganzen seinem Thema treu. Das Niveau der Antworten wechselt im Laufe des Buches von sehr praktischen einfachen Beispielen zu etwas speziellerem und theoretischerem Stoff, sodass für jeden neugierigen Weltenbummler etwas Neues dabei sein sollte. 

Wie war´s? 

Wie kommt der Sand an den Strand? ist eine clevere Urlaubslektüre mit sonnigem Gemüt und eingebautem Fernweh. Dabei richtet sich dieses Alltagsphysik-Sachbuch speziell an Einsteiger und Neugierige in Sachen Wissenschaft. Dank vieler Illustrationen & Tabellen ist es nicht schwer, den Überblick trotz Informationsflut zu wahren. Apropos „nicht schwer“: Das Taschenbuch ist mit 200 Seiten recht schmal und leicht - und passt so bestimmt in jede Tasche. Wer mehr über unser Leben im Sommer und die Natur erfahren möchte, der kann hier nichts falsch machen. 

Vielen Dank an blanvalet für dieses Rezi-Exemplar. 

Ausführliche Rezi auf meinem Blog. 

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