Andrea Gerk

 4 Sterne bei 14 Bewertungen
Andrea Gerk

Lebenslauf von Andrea Gerk

Andrea Gerk studiert angewandte Theaterwissenschaften und ist anschließend als Moderatorin und Autorin für öffentlich-rechtliche Radiosender tätig. 2015 veröffentlicht sie ihr erstes Buch "Lesen als Medizin" bei Rogner & Bernhard. Früher hat sie viele Jahre in Wien verbracht, heute lebt sie allerdings in Berlin. Mit ihrem zweiten Buch "Lob der schlechten Laune" stellt sie die Hypothese auf, dass schlechte Stimmung produktiv macht.

Alle Bücher von Andrea Gerk

Lesen als Medizin

Lesen als Medizin

 (12)
Erschienen am 28.01.2015
Lob der schlechten Laune

Lob der schlechten Laune

 (2)
Erschienen am 30.08.2017

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Lob der schlechten Laune" von Andrea Gerk

Rezension: Lob der schlechten Laune
killmonotonyvor einem Jahr

Andrea Gerks „Lob der schlechten Laune“ ist mein erstes Sachbuch seit… nun ja, seit der Uni? Angesprochen von dem tollen Cover und der vielversprechenden Prämisse habe ich mich doch mal in das Abenteuer gewagt! Der Grundgedanke des Buches ist, dass schlechte Laune nicht unnütz und nervig, sondern produktiv und auch lustig sein kann – letzteres aber nur, solange man selbst genug Entfernung zum „Wirt“ der schlechten Laue hat. Andrea Gerk hat nicht nur Psychologen zur schlechten Laune befragt, sondern auch Yoga-Gurus, „Dienstleister der guten Laune“ im Service und zahlreiche Autoren, Künstler und selbsternannte Missmuts-Experten. Gerk geht der miesen Laune auf den Grund, erkennt, warum ein grummeliger Tag ab und zu noch kein Beinbruch ist, wie wir besser mit schlecht gelaunten Mitmenschen umgehen können und wie die Übellaunigkeit uns auch dazu befeuern kann, kreativ zu sein und Tolles zu schaffen. Mit Anekdoten aus dem eigenen Leben und Anmerkungen zu Buch und Film will Gerk den Leser durch anschauliche Beispiele dazu bewegen, nicht nur die Rechtfertigung für die eigene schlechte Laune ausfallen zu lassen, sondern auch Akzeptanz schaffen für diese besondere Gemütslage.

Heute kann man kaum noch in Ruhe schlecht gelaunt sein, für jede Stimmungsflaute muss man sich rechtfertigen, und die knurrigen Gesinnungsgenossen von früher trifft man nur noch im Film und Literatur.

Wann ist schlechte Laune witzig? Und wie kann ein Stimmungstief, solange es nicht chronisch ist, unsere Fantasie beflügeln und uns zu kreativem Schaffen anregen? Und gibt es eigentlich für ihren Missmut bekannte Städte und Länder? Antworten zu diesen Fragen und noch viel, viel mehr liefert uns Andrea Gerk in ihrem neusten Fachbuch. Sie geht der schlechten Laune auf den Grund, beleuchtet nicht nur historische Aspekte (beispielsweise die spannende Herkunft der „Laune“) oder kulturelle Absonderlichkeiten, sondern auch, warum die schlechte Laune negativ konnotiert ist und nicht viel eher mit positiven Dingen verbunden wird. Beispielsweise wären große Teile der Literatur, vor allem auch die Lyrik, nicht so, wie wir sie kennen – wenn sie ohne mies gelaunte Schreiberlinge überhaupt existiert hätte. Davon abgesehen, dass es in unserer heutigen Gesellschaft auch einfach verpönt ist, schlecht drauf zu sein. Vor allem im Service-Sektor, beispielsweise im Einzelhandel oder in der Hotellerie, wo gute Laune an der Tagesordnung unter „Pflichtprogramm“ steht, werden Menschen häufig genötigt, ihren Missmut in eine hintere Ecke ihres Gehirns zu schieben und zu lächeln – was den Missmut im Gegenzug aber nur wachsen lässt. Doch was, wenn das Stimmungstief Überhand nimmt? Wann wird schlechte Laune zur Krankheit? Was ist bloß eine kurze Phase des Tagesablaufs, was Cholerik?

Gerk spricht für ihr „Kompendium der schlechten Laune“ mit vielen Menschen, die durch ihre Einsichten den Leser zum Grübeln anstoßen. Die Autorin zieht jedoch nicht nur von diesen Gesprächen ein Fazit, sondern verknüpft dieses mit ihren Nachforschungen über missmutige Dichter, grummelige Autoren und andere schlecht gelaunte Personen, wobei sie dabei immer zu eigenen Erlebnissen zurückkommt, beispielsweise der übellaunigen Kassiererin; deren schlechte Laune wird analysiert, eine Ursache gesucht, gefunden, und dann folgt das Verständnis und die Akzeptanz. Eine Akzeptanz, die wir alle noch lernen müssen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.de

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Rezension zu "Lesen als Medizin: Die wundersame Wirkung der Literatur" von Andrea Gerk

4,5 Sterne für die Darstellung der Bedeutung des Lesens
HibiscusFlowervor 4 Jahren

Bücher können Trost schenken, Mut machen, Spiegel vorhalten, Zuflucht sein, Erfahrungen vermitteln, Perspektiven ändern, Sinn stiften. Bücher amüsieren und berühren. Und sie können ablenken - nicht zuletzt von uns selbst. (S.16)

Lesen statt Leben ? Leben durchs Lesen ?
Am Anfang war das Wort !
(S. 275)

Und über die Bedeutung der Worte - gelernt, gelesen, geschrieben, genutzt, verarbeitet - was sie bewirken, wie sie die Menschen begleiten - daran lässt uns Andrea Gerk in ihrem Buch "Lesen als Medizin" teilhaben.
Dabei reist sie weit in die Vergangenheit zurück und in der Gegenwart an unterschiedliche Orte, um mit Menschen zu reden, deren Leben von Büchern bestimmt sind oder verändert wurden.
Detailreich beschäftigt sie sich mit solchen Fragen, wie:
Was lösen Bücher in uns aus ?
Welchen Einfluss haben sie auf uns ?
Wie verändern uns die Bücher ?
Weshalb sind sie so wichtig ?

Wie vielen Gleichgesinnten ich doch in den letzten Jahren gerade virtuell begegnet bin. Die Leidenschaft des Lesens verbindet uns. Wir lesen die Buchbesprechungen des anderen, wir lesen gemeinsam, damit wir uns austauschen können. Es gestaltet sich sehr interessant, wie andere ein Buch empfunden oder was wir übersehen haben.

Bücher sind aus unserem Leben nicht wegzudenken, selbst wenn man ein Buch gelesen hat, welches uns eher weniger gelungen erschien. Wir wollen das Lesen nicht missen, denn:
* Lesen lenkt ab.
* Lesen vertreibt die Zeit.
* Lesen vermittelt Wissen.
* Lesen bringt Gelassenheit, Ruhe und Konzentration mit sich.
* Lesen eröffnet neue Welten aber auch unendlich viele Alternativen im/für das Leben.

Bücher bieten im Gegensatz zu unserem Leben die Möglichkeit, bestimmte Stellen zu wiederholen oder zu überspringen. Dabei können sie unsere Seele streicheln, uns trösten; sie lassen uns mutig sein, können Schmerzen vergessen lassen, uns helfen unser Leben zu leben; sie erobern uns, sie verführen, bieten Fluchtwege und lassen uns wachsen.

Andrea Gerk verdeutlicht uns, welche Bedeutung die Bücher haben und auch schon immer hatten; welchen Einfluss sie auf den Einzelnen aber auch im großen Rahmen hatten. Dabei führt sie ihre Leser durch die Zeit der Bücher, der Worte, der Leser und der Schriftsteller. Sie betrachtet dabei das Lesen aus unterschiedlichen Perspektiven, leuchtet dabei die verschiedenen Beweggründe für das Lesen aus und stellt eine Verbindung her. Denn egal ob Hausfrau, Gelehrter, Gefängnisinsasse, Nonne oder Kind - Literatur kann uns gleich sein lassen, sie kann dafür sorgen, aufeinander zu hören oder eben auf die eigene Stimme und sie kann jeden etwas empathischer sein lassen.

Aristoteles, Woody Allen, Hans Christian Andersen, Jane Austen, T.C. Boyle Agatha Christie, Doktor Erich Käster, Sigmund Freud, Johann Wolfgang von Goethe, die Gebrüder Grimm, Ernest Hemingway, Richard Yates und so viele mehr kommen nicht nur in diesem Buch vor, sondern haben Einfluss auf uns - die Leser - genommen. Ihre Worte, ihre Bücher erzählen nicht nur von oder in der Vergangenheit, sondern sind über Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte voller Wirkung...jeder auf seine Art, jeder mit unterschiedlicher Wirkung.

Wichtig dabei:
Literarische Welten entstehen nicht allein durch die Phantasie und Kreativität ihres Erfinders, sondern muss vor dem inneren Auge des Betrachters/Lesers wiederbelebt werden. (S.176)
Hat der Autor so geschrieben, dass beim Leser das Kopfkino anspringt, hat er alles richtig gemacht und wir haben eine durchgelesene Nacht, in der wir gespannt, gerührt oder bewegt waren.
Wenn Wörter und Sätze keine innere Resonanz beim Leser finden, bleiben sie lebloses Zeichenmaterial beziehungsweise schlichte Informationsträger ohne ästhetischen Mehrwert. (S. 139)

"Lesen als Medizin" ist mehr als ein Buch über das Lesen, die Bücher und dessen Wirkung. Es wird aufgegriffen, unterstrichen, angeregt und bestätigt. Mich persönlich hat es daran erinnert, endlich "Ein Baum wächst in Brooklyn" von Betty Smith und dazu überredet, mehr `ältere Werke´ /Klassiker zu lesen.

Mein Dank geht an den Rogner & Bernhard Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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Andrea Gerk wurde am 01. Januar 1967 in Deutschland geboren.

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