Andrea Grill Das Paradies des Doktor Caspari

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Paradies des Doktor Caspari“ von Andrea Grill

Seit zehn Jahren erforscht der Wiener Biologe Franz Wilhelm Caspari auf einer Insel in Indonesien die vermeintlich ausgestorbene Schmetterlingsart "Calyptra lachrypagus". In und um sein Haus mit Garten, das Caspari von einem geheimnisvollen Privatier zur Verfügung gestellt wurde, züchtet er die winzigen Nachtfalter, deren Ernährung aus menschlichen Tränen besteht. Um diese zu bekommen, ist Caspari nicht nur Zaungast bei allen Begräbnissen der Insel, sondern versucht auch auf listige Weise, Freunde und Bekannte für die Tränengewinnung einzuspannen. Andrea Grill gelingt in ihrem Roman Erstaunliches: Sie verwandelt Vorgänge der Naturwissenschaft in einen Roman voller Witz und Sinnlichkeit.

Das Buch hat mich etwas ratlos zurückgelassen

— Bibliomarie
Bibliomarie

Stöbern in Romane

Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

Literaturbetrieb in der Karibik

Aliknecht

Vintage

Etwas Gitarrengeschichte mit einem Krimi gemischt

leniks

Und es schmilzt

Wirklich bewegend und erschütternd

Lilith79

Drei Tage und ein Leben

Ein beklemmendes Buch, stellenweise schwer zu verdauen. Negativ: unerträglicher Protagonist.

Lovely_Lila

Zeit der Schwalben

Eine spannende und berührende Familiengeschichte

SarahV

Die Schlange von Essex

Von der Handlung her hätte ich mir gern mehr Tiefe gewünscht, aber von der Versinnbildlichung bin ich mehr als begeistert.

herrzett

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Fast im Paradies

    Das Paradies des Doktor Caspari
    JoBerlin

    JoBerlin

    Der Schmetterling auf dem Cover (ich bin Nabokov-Enthusiast) und der tolle Titel ließen mich dieses Buch vor wenigen Tagen zur Hand nehmen und seit dem konnte ich es kaum mehr beiseite legen. Andrea Grill hat mich von Anfang an fest in ihrem Netz. Ihr Buch hat mir den Glauben an eine GUTE STORY in deutschsprachigen Romanen zurückgegeben. Diese Autorin hat sie! Und sie kann sehr gut erzählen: Ein Biologe und Schmetterlingsforscher entdeckt auf einer entlegenen Insel eine ausgestorben geglaubte Spezies und macht sich mit großer Wissenschaftlichkeit an die Zucht und somit Rettung dieser Art. Schnell meint er die bevorzugte Nahrung dieser Insekten herausgefunden zu haben – es sind menschliche Tränen. Doch wie kann dieser essenzielle Nährstoff nun regelmäßig beschafft werden? Ich will hier nichts vorwegnehmen, nur so viel: Es geht in Berichtform interessant und spannend weiter. Man lebt und bangt mit dem Protagonisten über Seiten und Seiten, erliest seinen Lebenslauf, erspürt seine Zurückgezogenheit und so manche seiner verborgenen Wünsche und Hoffnungen werden offenbar. Alles wunderbar geschrieben und stilistisch ruhig und subtil dargelegt. Auf den letzten Kapiteln jedoch, und das sind vergleichsweise wenige Seiten, ist Andrea Grill im übereilten Lauf der Dinge nicht mehr zu stoppen. Man möchte ihr zurufen: „Schluss jetzt, kein Wort mehr“! Aber leider, leider - sie schreibt sich auf unschöne Weise in eine Art Happy-End-Rausch und zertrampelt ihr hauchzartes Flügelwerk zu einem verzuckertem Beliebigkeitsbrei, der ihrem Roman und auch uns Lesern nicht verträglich ist. Vladimir Nabokov hat oft über seine Leidenschaft für Schmetterlinge und für Literatur geschrieben. Er sagte auch: „Manche Menschen - und ich selber gehöre zu ihnen - haben für Happy Ends nichts übrig. Wir fühlen uns hintergangen. Unglück ist das Normale.“ Er hatte wohl vor nichts so große Angst wie vor dem Klischee.

    Mehr
    • 7
  • Von Tränen genährt

    Das Paradies des Doktor Caspari
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    27. August 2015 um 13:04

    Dr. Caspari hat eine Leidenschaft, eine fast ausgestorbene Falterart, die Calyptra Lachryphagus, kein prächtiger, sondern eher ein unscheinbaren Schmetterling.  Mit einem Stipendium kommt er auf eine exotische Tropen-Insel um die letzten dieser Art zu suchen. Jahre vergehen, immer tiefer gräbt er sich in den Tropenwald, bis er einige Raupen findet. Mühevoll gelingt es ihm Falter zum Schlüpfen zu bringen, denn er hat ihr geheimnisvolle Nähr-quelle entdeckt: menschliche Tränen. Doch die Beschaffung ist mühsam, Beerdigungen gibt es wenig, auch seine Putzfrau kann er nicht jedes Mal zum Weinen bringen, sein ganzes Trachten ist auf die Falter und ihre Nahrung gerichtet. Im Lauf der Zeit hat er einige Freunde gefunden, da ist Heinrich - ein geheimnisvoller Europäer, der ihn generös nach Auslaufen des Stipendiums finanziell unterstützt. Der Besitzer der Tankstelle, Mr. Pants, ist ebenfalls ein Freund und Ratgeber und natürlich Mrs. Banerjee, seine Putzfrau, die viel mehr kann, als Caspari denkt. Obwohl wie ein Bericht gegliedert: Caspari beschreibt seine Suche, die Schwierigkeiten, die wissenschaftliche Arbeit, ist die Sprache des Buches  poetisch. Es gibt wunderbare Beschreibungen der Insel, der Menschen, der Stimmungen. Aber nun kommt der Knackpunkt, ich habe keinen Zugang ge-funden. Seite um Seite habe ich gehofft, dass der Funke überspringt, aber vergeblich. Auch den Schluss fand ich bemüht. Ich hoffe aber, dass das schön gestaltete Buch Leser findet, denen der Zugang zu diesem Roman besser gelingt.

    Mehr