Andrea Gunschera

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Interview mit Andrea Gunschera

Beschreibung

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich schreibe seit etwa zehn Jahren. Aus der Story für ein Videospiel entstand ein Fantasy-Roman, der zwar nicht veröffentlichungsfähig war, das Schreiben aber zu einem wichtigen Inhalt meines Lebens gemacht hat. Danach schrieb ich einen Thriller, ‚Das dunkle Fenster‘, der 2008 auch verlegt wurde und beim Sieben-Verlag erschien. Seither sind zwei weitere Romane erschienen und ein dritter in Vorbereitung, alle Teil einer UrbanFantasy-Serie, ein Mix aus Thriller und Fantasy, denn dies sind die beiden Genres, in denen ich mich als Schriftsteller heimisch fühle.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Da gibt es eine ganze Reihe von Autoren – ganz weit oben steht aber z.B. Andrzej Sapkowski mit seiner Hexer-Serie, das ist erfrischend eigenständige Erwachsenen-Fantasy. Im Thriller-Genre haben mich die Romane von Daniel Silva und Barry Eisler sehr inspiriert – und tun es immer noch. Zuletzt will ich noch Lilith Saintcrow nennen, deren UrbanFantasy-Serien mich begeistern. Und Richard Morgan, ein phantastischer Autor, der mit ScienceFiction groß geworden ist, dessen jüngster Fantasy-Roman ‚The steel remains‘ aber mit soviel Wucht und Meisterschaft daherkommt, dass mich die Ehrfurcht packt.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Jedes Roman-Konzept beginnt bei mir mit einer Kern-Idee, die oft aus einer Alltags-Impression entsteht. Ich halte diese Impression in einem Notiz-Buch fest, weil sie mich berührt oder beeindruckt hat und dann beginne ich ‚Was wäre wenn‘-Fragen zu stellen, aus denen zuerst die Protagonisten entstehen. Diese wiederum treiben dann die ganze Geschichte, denn aus ihrer Vergangenheit ergeben sich ihre Ziele, ihre Motivation und damit zwangsläufig die Konflikte, denen sie sich stellen müssen. Die erste Inspiration für meinen Roman ‚Engelsbrut‘ hatte ich zum Beispiel, als ich abends am Fenster unserer Wohnung in Downtown L.A. im fünfzehnten Stock stand und die Fassade des gegenüberliegenden Hochhauses betrachtete. Hinter den erleuchteten Fenstern leben Menschen, und hinter einem stand ein Mann, nur mit einer Jeans bekleidet, lehnte am Glas und blickte hinunter auf die Straße. Da kam mir die Idee einer Reporterin, die jeden Abend von ihrem Apartment in Downtown L.A. einen geheimnisvollen Mann auf der gegenüberliegenden Seite beobachtetet und sich in den Schattenriß verliebt. Daraus ergaben sich zwangsläufig viele Fragen: Wer ist dieser Mann? Was macht er? Was ist sein Geheimnis? Wie ist sein Leben mit ihrem verknüpft? usw. Und so entsteht die Geschichte.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Der Kontakt mit meinen Lesern ist mir sehr wichtig, denn ohne ihn würde ich im luftleeren Raum schreiben – und das kann ich nicht. Der Austausch passiert vor allem online, über verschiedene Internet-Plattformen. Ich schreibe in drei oder vier Bücherforen mit, begleite Leserunden, stehe im Dialog mit meinen Lesern via Facebook … manchmal ergeben sich daraus sehr schöne Kontakte, die wir dann per Email weiterführen. Der persönliche, physische Kontakt, wie er bei Lesungen entsteht, gestaltet sich natürlich aufgrund meiner sehr sporadischen Aufenthalte in Europa schwierig. Allerdings bin ich im Mai in Deutschland auf der Booklovers Conference, die der Sieben-Verlag ausrichtet – dort werden wir sicher Signierstunden u.ä. organisieren.

Wann und was liest Du selbst?

Leider habe ich weniger Zeit zum Lesen, als ich mir das wünsche – aber ich schaffe es noch immer, ca. dreißig bis vierzig Bücher im Jahr zu lesen. Ein Ritual, mit dem ich über all die Jahre niemals gebrochen habe, ist das abendliche Lesen vor dem Schlafengehen, eine sehr angenehme Art, den Tag zu beenden. Ansonsten nutze ich Reisezeiten für’s Lesen. Ich liebe Interkontinentalflüge, da ist man zwölf Stunden von der Außenwelt abgeschlossen, die man ohne Reue zum Lesen oder Schreiben nutzen kann. Was Themen angeht, ich lese querbeet Fantasy und Thriller, ab und zu auch mal andere Genres. Gerade liegt ‚Altered Carbon‘ von Richard Morgan auf meinem Nachttisch, das ist zwar ScienceFiction, aber so spannungsgeladen, dass die meisten Thriller dagegen blaß aussehen. Gerade beendet habe ich den neuesten Thriller von Barry Eisler, ‚Inside Out‘, ein toller und fesselnder Roman, der keine Schwarz-Weiß-Klischees kennt, nur verstörend realistische Grautöne.