Andrea H. Hünniger Das Paradies

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Inhaltsangabe zu „Das Paradies“ von Andrea H. Hünniger

Die 90er-Jahre in Ostdeutschland: neue Supermärkte, rote Mountainbikes, schweigende Eltern. Wie nebenbei ist für die damals fünfjährige Autorin die Mauer gefallen. Der Vater bekommt eine Hirnhautentzündung, die Mutter eine Umschulung. »DDR? Was ist das?« fragt die Autorin ihre Eltern, die stumm werden wie die Fische im Aquarium. Was sollen die großen Supermärkte, wenn die Eltern einem nie Süßigkeiten kaufen? Was immer der Sozialismus war, da schwingt etwas von Zahnarzt mit. Während die Eltern sich hinter den Plattenbaumauern verschanzen, erziehen die Kinder sich selbst zwischen der Kleingartensiedlung, die alle das »Paradies« nennen und den Probierständen im Supermarkt, wo es den Helmut-Kohl-Gedenkkuchen gibt, den man mit der Verpackung essen kann. Andrea Hanna Hünniger erzählt brillant von ihrer Generation – die zwischen den Idealen der Eltern und Verheißungen eines neuen Landes steht.

Auch wenn ich selber ein Wendekind bin - so richtig warm wurde ich nicht mit diesem Buch

— MellieS
MellieS

Zwischen Ost und West.

— aba
aba

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  • Leserunde zu "Das Paradies" von Andrea Hünniger

    Das Paradies
    caylith

    caylith

    "Die ersten Worte, die ich von Andrea Hanna Hünniger las (und mit ihr Wechselte), ließen mich bereits ungeduldig auf das warten, was jetzt vor uns liegt: Die brilliante literarische Re- und Dekonstruktion Ostdeutschlands durch eine 1984 in Weimar geborene Erzählerin." Thomas Meinecke Andrea Hanna Hünniger, Autorin der ZEIT, veröffentlicht ihren Debüt-Roman im Tropen Verlag bei Klett-Cotta und wir laden euch zu einer gemeinsamen Leserunde ein. »Das Paradies« ist die Geschichte einer Kindheit im Ostdeutschland der 90er-Jahre. Das Portrait einer Generation, die die DDR nur aus der Erinnerung der Eltern kennt. Andrea Hanna Hünniger erzählt von einem Land, das die Deutsche Einheit wie ein Kahlschlag, ein Raubzug, eine Brandrodung trifft. Die 90er-Jahre in Ostdeutschland: neue Supermärkte, rote Mountainbikes, schweigende Eltern. Wie nebenbei ist für die damals fünfjährige Autorin die Mauer gefallen. Der Vater bekommt eine Hirnhautentzündung, die Mutter eine Umschulung. »DDR? Was ist das?« fragt die Autorin ihre Eltern, die stumm werden wie die Fische im Aquarium. Was sollen die großen Supermärkte, wenn die Eltern einem nie Süßigkeiten kaufen? Was immer der Sozialismus war, da schwingt etwas von Zahnarzt mit. Während die Eltern sich hinter den Plattenbaumauern verschanzen, erziehen die Kinder sich selbst zwischen der Kleingartensiedlung, die alle das »Paradies« nennen und den Probierständen im Supermarkt, wo es den Helmut-Kohl-Gedenkkuchen gibt, den man mit der Verpackung essen kann. Für alle Interessierten findet sich hier eine Leseprobe: http://www.klett-cotta.de/sixcms/detail.php?template=book2look&id=15899 oder diese Lesung: https://www.youtube.com/watch?v=FlMuTUC2Wqw Möchtet ihr wieder in die Vergangenheit abtauchen und die Deutsche Einheit nochmal erleben? Dann werdet einer von 25 Testlesern & begebt euch gemeinsam auf eine spannende Reise in die nicht allzu weit entfernte Geschichte. Wer sich mit den anderen Teilnehmern der Leserunde über das Buch austauschen und abschließend eine Rezension schreiben möchte, der sollte sich jetzt bewerben! Schreibt unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" bis einschließlich 25. September einen kurzen Kommentar, was ihr mit dem Mauerfall in Verbindung bringt. Seien dies bestimmte Gegenstände oder Erinnerungen an einen bestimmten Vorfall, der mit dem Mauerfall in Bezug steht. Wir wünschen euch viel Spaß bei der Leserunde zu "Das Paradies" von Andrea Hünniger! ************************************************************ Die 25 offiziellen Testleser sind: Estel90, sabatayn76, katrineverdeen, nadine_klein, aba, kunstreich, rwe25, Blizzardius, SydneyManson, Nik75, Arwen10, Travellerin, Tinkers, MiriamBroicher, dschaenna, mecedora, merlin78, kolokele, Saari, Chris1985, Fannie, bianca_magrathea, robbylesegern, monika62, kanemabe

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    20. December 2011 um 13:36

    Die Autorin ist in der DDR aufgewachsen. Aber da sie erst 1984 geboren ist, hat sie die DDR gar nicht mehr bewusst erlebt, sondern nur die ersten Jahre nach der Wende. Das merkt man dem Buch an. Andrea Hanna Hünniger beschreibt die Wende aus der Sicht der Ostdeutschen und übernimmt dabei deren Unzufriedenheit. Denn die ehemalige BRD hat sich nicht als das erhoffte Paradies erwiesen; die überstürzt durchgeführte Wiedervereinigung hat viele Nachteile mit sich gebracht. Dafür einseitig den Westen verantwortlich zu machen, greift meiner Meinung nach zu kurz. Außerdem fehlte mir im Buch der rote Faden. Mir war es zu unstrukturiert, mit zu vielen Zeitsprüngen. Ich bin daher mit dem Buch nicht richtig warm geworden.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Chris1985

    Chris1985

    29. November 2011 um 09:27

    Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch rezensiere. Genauso lange habe ich überdie passende Bewertung nachgedacht. Es sind drei Sterne geworden - dafür gibt es drei Gründe: 1. Die Idee an sich - Kindheit in der DDR, ein spannendes Thema, über das ich gerne mehr wissen möchte. Es wird wenig darüber gesprochen. Daher ein Lob an den Mut der Autorin! 2. Der nüchterne Erzählstil - Teilweise werden die Erlebnisse einfach so aneinandergereiht, das gefällt, zumindest in den meisten Situationen. Es sind Kindheitserinnerungen, die müssen nicht immer einem striktem Schema folgen. 3. Die Neutralität der Autorin - Fast am besten gefallen hat mir die neutrale Schreibweise von Andrea Hünniger. Sie war selbst dabei, dennoch behält sie ihre Meinung für sich und lässt den Leser eigene Erfahrungen machen. Nicht so gut gefallen hat mir die Atmosphäre des Buches. Die Autro bleibt neutral, das finde ich gut, dennoch bleibt ein fader Nachgeschmack. Im Endeffekt weiß ich nicht genau, was die Autorin mit dem Buch sagen wollte. Die DDR als Jugendparadies oder alls pure Ironie? Die Auflösung bleibt dem Leser leider verborgen...vielleicht nur ein Buch für die, die auch "drüben" aufgewachsen sind.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. November 2011 um 22:40

    Also was soll ich sagen... es ist ein paar Tage her, dass cih das Buch zu Ende gelesen habe. Ich habe es in israel gelesen, im Schatten der dort neu entstehenden Mauer. Ich hatte einfach ein Problem mit ihrem Schreibstil.. für mich war es häufig eine Aneinnanderreihung von Gedanken. Was mich häufig verwirrt hat, weil ich immer aus dem Lesefluss rauskam um drüber nachzudenken, wo sie jetzt wohl gerade mit ihren Gedanken ist...was natürlich zu meinem Urlaub passte, war, dass sie irgendwann erähnte, dass sie Jüdin sei...Ich finde das Thema des Buches total interessant, aber ich würde das Buch nicht jemandem empfehlen, dass er es unbedingt lesen müsste...schade. Ich hatte irgendwie mehr erwartet. Trotzdem: Danke. dass ich mit lesen durfte =)

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Tinkers

    Tinkers

    08. November 2011 um 18:40

    Das Buch, geschrieben von einer jungen Frau, die den Übergang von Kindheit zu Jugend in der Zeit der Wende erlebt hat, gibt dem Leser einen Eindruck in ein Land, das plötzlich ein ganz anderes war. Es geht um Themen wie z.B. die große neue Welt der Supermärkte, Neonazis, Drogen, Wessis, erste Reisen ins Ausland etc. Es ist nicht leicht zu lesen, man muss sich sehr konzentrieren und für viele Andeutungen muss man wahrscheinlich selbst "Betroffene" sein um das zu verstehen. Der Schreibstil ist nicht ganz einfach. Sie versucht zwar mit ihren Kapiteln Themen zu finden, aber sie schweift gerne mal ab. Mir kommt es eher vor, als würde sie einfach erzählen und da kommen einem nun mal Gedanken in den Kopf, die man dann einfach erwähnt, auch wenn sie nicht zum Kapitel passen. Dadurch entstehen auch die vielen Zeitsprünge. Ich bin ca. so alt wie die Autorin und ähnlich aufgewachsen, deshalb kam ich mit den Denksätzen der Autorin ganz gut klar. Sehr gut finde ich das Statement, dass wir die DDR nicht erlebt haben, das empfinde ich genauso. Wir waren Kinder als die Mauer fiel und haben von dem ganzen System keine Ahnung gehabt. Auch in der Schule wurden danach nur alle anderen Themen immer und immer wieder durchgekaut, aber auch ich würde bei einem DDR-Quiz kläglich versagen. Das Buch bietet sehr interessante Denkansätze und Einblicke in das Chaos nach der Wende.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    mecedora

    mecedora

    "Im Nachhinein wird dieses DDR-Land eine Art Wunschbild, ein Träume-Schäume-Fata-Morgana-Staat. Es gibt so viele verschiedene DDRs im Kopf, je nachdem, in wessen Gegenwart man sich befindet" (S. 199) Andrea Hanna Hünniger beschreibt in "Das Paradies" das, was der Untertitel schon spezifiziert: Ihre "Jugend nach der Mauer". Sei tut dies aus einer Situation heraus, die eine ganze Generation betrifft: aufgewachsen in einem Staat, der für einen Heimat, Normalität und Schablone für die Weltsicht war und der plötzlich, quasi über Nacht, in dieser Form nicht mehr existiert, plötzlich Teil eines anderen, Teil des Staates geworden ist, der vormals geradezu Feindesland war. Man lebt in der selben Stadt wie zuvor auch, in der selben Wohnung inmitten der selben Familie - und lebt doch ganz woanders. "Die Einheit war für uns lange ein Raubzug, ein Kahlschlag, eine Zerstörung, eine Brandrodung" (S. 66), eine Situation, die einem vieles nimmt, was selbstverständlich war und einen zwingt, seine ganze Welt und seine ganze Weltsicht zu verändern. Andrea Hanna Hünniger gehört "zu einer Generation, die in den Achtzigerjahren geboren wurde und 1989 zu jung war, die neuen Freiheiten zu nutzen, um sofort das Land zu verlassen (...). Der Fall der Mauer war für uns schon Teil einer unbekannten Vergangenheit. Eine Erinnerung von anderen." (S. 62) Zu genau dieser Generation gehöre ich auch, allerdings bin ich im "Westen" geboren und aufgewachsen, weshalb ich auf dieses Buch und die Sicht der Autorin besonders gespannt war. Episodenhaft, teilweise essayistisch, beschreibt Andrea Hanna Hünniger in neun Kapitel ihre Lebenswelt, deren Veränderungen und Probleme und zeigt dem Leser dabei vor allem eines: es gibt nicht nur eine Realität, nicht nur eine Wahrheit. Die Einheit war nicht nur die herbeigesehnte und in den Medien gefeierte Befreiung und Vereinigung der beiden deutschen Völker, sondern bedeutete auch eine Entwurzelung eines ganzen Landes, die Auslöschung eines Staates, einer Ideologie, einer Vergangenheit. Die Autorin verfällt weder in Jubelbezeugungen ob der Einheit, noch ergeht sie sich in ostalgischen "in-der-DDR-war-alles-besser-"Bekundungen, sie beschreibt nüchtern, beinah sachlich (auch wenn ich die vom Verlag vorgenommene Einordnung des Buchs als "Sachbuch" nicht wirklich passend finde) eine Lebensrealität einer entwurzelten Nation, einer Generation, die sich plötzlich in allen Bereichen neu verorten muss. Um an dieser Stelle den von mir hoch geschätzten Thomas Meinecke zu zitieren, der auf dem Klappentext von Hünnigers Buch zu Wort kommt: "Die brillante literarische Re- und Dekonstruktion Ostdeutschlands durch eine 1984 in Weimar geborene Erzählerin" - ich persönlich würde das "brillante" ausklammern; dem Rest der Einschätzung Meineckes kann ich mich voll und ganz anschließen. Ein Buch, das, erwartet man keine unterhaltsame Lebensgeschichte, keine stringente Handlung und keine klischeehaften Einschätzungen (sei es DDR-verherrlichender oder DDR-kritischer Art), nachdenklich macht, erklärt und einem ganz einfach ein Stück deutsch-deutscher Realität zeigt, ohne aufgeregt daherzukommen. Von mir für dieses Buch 4 Sterne.

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    aba

    aba

    08. November 2011 um 14:01
  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Arwen10

    Arwen10

    04. November 2011 um 07:54

    "Das Paradies" ist die Geschichte einer Kindheit im Ostdeutschland der 90er-Jahre. Das Portrait einer Generation, die die DDR nur aus der Erinnerung der Eltern kennt. Andrea Hanna Hünniger erzählt von einem Land, das die deutsche Einheit wie ein Kahlschlag, ein Raubzug, eine Brandrodung trifft. Leider bin ich vom Anfang bis Ende mit dem Schreibstil der Autorin nicht richtig warm geworden. Frau Hünniger hat zu verschiedenen Überschriften wie Freiheit, Mütter, Funktionäre Gedankensplitter zusammengetragen. Jedes Kapitel ist eine Aneinanderreihung von Gedanken, Gesprächen, Eindrücken und das Ganze unsortiert. Neben Beschreibungen wie einzelne Nachbarn betrunken überall herumliegen oder welche Erkrankungen der Vater hat, erfährt man auch anderes, was sich scheinbar geändert hat, das Durcheinander, das der Wechsel bei der Bevölkerung verursacht hat. Ja, ich denke das Buch könnte interessanter sein, wenn es geordneter wäre. So wechselt der Text zwischen Vergangenheit und Gegenwart und in der Vergangenheit einmal früher, einmal später. Das hindert den Lesefluss doch sehr und wenn ich jedes Mal überlegen muss, wann das nun ist, ist das sehr anstrengend. Dadurch habe ich selber nicht viel davon behalten.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. November 2011 um 16:51

    In "Das Paraides" schildert Andrea Hünniger ihre ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse ihrer Kindheit in der DDR, Mich hat das Buch vom Thema her sehr interessiert. Leider jedoch blieben die kleinen Erzählungen über Dinge, die typisch DDR sind, auf der Strecke. Stattdessen war es eine Aneinanderreihung von Anekdoten, kleinen Geschichten und einem gedanklichen Wirrwarr. Schade. Mich konnte es leider nicht überzeugen. Dennoch Danke für das Leseexemplar, LB.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Blizzardius

    Blizzardius

    29. October 2011 um 22:39

    Die Thematik des Buches klingt erst ein Mal interessant. Ich bin fast genauso alt wie die Autorin, komme aber aus "dem Westen" und habe somit die andere Sicht. Deshalb habe ich mich gefreut, mit diesem Buch einen anderen Eindruck zu bekommen (auch wenn ich behaupten würde, die Zeit sehr grenznah miterlebt zu haben). Leider ist das Buch sehr unstrukturiert und völlig zusammenhanglos. Manchmal ist einfach gar nicht klar, in welcher Zeit man gerade ist - dies wird aus dem Kontext zwar irgendwann klar, dennoch stört mich der ständige Wechsel. Die Sprache mag ich persönlich auch nicht so sehr. Es wirkt auf mich so, als ob die Autorin einfach angefangen hat zu schreiben und das von vorne bis hinten durchgezogen hat. Das, was ihr gerade in den Sinn kam, hat sie direkt aufgeschrieben. Das würde die inhaltlichen Sprünge erklären, absichtlich hat sie das hoffentlich nicht eingebaut. Einige Dinge sind interessant und regen zum Nachdenken an, insgesamt wirkt alles Erzählte aber belanglos und man weiß als Leser nichts damit anzufangen. Auch das Ende finde ich zu komisch, es sagt nichts und verpasst die Möglichkeit, dem Leser eine Nachricht oder einen Punkt zum Nachdenken mitzugeben. Dies ist gleichzeitig ein kleiner Pluspunkt des Buches: Der Leser wird nicht in ein Denkmuster gepresst, ihm wird keine Meinung vorgegeben. Alles wird sehr trocken, teils sogar distanziert, geschildert - so kann sich jeder seine eigene Meinung und Gedanken machen. Genau diese Schreibweise macht das Buch allerdings auch so belanglos und wenig sentimental, was bei solch einer Biographie eigentlich zu erwarten wäre. Zusammengefasst hat es mir nicht so sehr gefallen, ich würde es nicht weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Saari

    Saari

    29. October 2011 um 11:27

    Ich wurde 1986 in Ostberlin geboren und lebe deshalb Zeit meines Lebens in einem paradoxen Zwiespalt: Die DDR ist mein Heimatland und dennoch habe ich keine eigenen Erinnerungen an diesen Staat. Was ich weiß, weiß ich von meinen Eltern und anderen Verwandten oder aus den Medien. Die Schule war in der Hinsicht keine große Stütze, wurde die DDR doch fast vollständig aus dem Lehrplan ausgeklammert und stattdessen immer und immer wieder ausschließlich der Nationalsozialismus behandelt. Alles was danach kam – der Kalte Krieg, die Teilung Deutschlands in DDR und BRD, die Wiedervereinigung – war wohl nicht wichtig oder bedeutend genug bzw. „wurde um das Thema herumgetänzelt wie um einen Maibaum“ (S. 61). In einer ganz ähnlichen Situation befand sich Andrea Hanna Hünniger, Jahrgang 1984. Das Paradies: meine Jugend nach der Mauer ist ihr Versuch, sich mit diesem Zwiespalt auseinanderzusetzen. Ihre Eltern und überhaupt fast alle Menschen in ihrem Umfeld kommen dabei nicht besonders gut weg, denn sie äußern sich eher negativ über die Wende und blocken Gesprächsversuche und Fragen oftmals ab. Deshalb ist dieses Buch auch nicht mehr als ein Versuch; es fehlt der rote Faden, zu oft gibt es Zeitsprünge, die den Leser zunehmend verwirren. Die Lektüre war für mich nicht wirklich ein Genuss, zwar konnte ich an einigen Stellen bestätigend mit dem Kopf nicken, an anderen Stellen sogar einmal schmunzeln (z.B. bei der Gerichtsverhandlung ab S.93), insgesamt jedoch blieben sowohl die Protagonistin selbst als auch ihre Geschichte merkwürdig blass, farblos und beliebig. Literarisch betrachtet ist „Das Paradies“ kein Glanzstück, zu oft rutscht Hünniger in Alltagssprache. Angesichts des interessanten Themas aber, zu dem ich einen Bezug habe, gibt es gnädige 3 Sterne von mir.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    kolokele

    kolokele

    28. October 2011 um 13:08

    Andrea Hünninger schreibt über ihr Leben nach der Mauer. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn ich habe etwas anderes erwartet, als die vielen ostalgielastigen Bücher, die zwar unterhaltsam sind, aber oft zu kurz greifen...leider habe ich aber genau nur diese wenigen "ostalgischen" Erinnerungen, die in dem Buch zu finden sind als einzige auflockernde Wohltat in dem ansonsten eher durcheinandergeratenen Anekdotenwust und Gedankenwirrwarr, den ich in diesem Buch sehe, empfunden. Gut, es bleibt, dass endlich mal der Abschnitt NACH der Wende betrachtet wird, man kann Frau Hünninger ihre Erlebnisse auch nicht absprechen, sind sie doch autobiografisch. Aber ich, nur wenige Jahre älter, habe es nicht so erlebt und mein Leben nach der Mauer nicht ansatzweise in dem Buch wiedergefunden, genauso wenig wie das Leben meiner Freunde und Bekannten. Nein, wir waren nicht ansatzweise so verwirrt, nicht unsere Generation...wenn dann würde ich diese Verwirrung auf das Alter, nicht die Umstände zurückführen. Dass unsere Eltern zu kämpfen haben, ist nicht abzustreiten. Es sind auch wirklich viele gute, andere Punkte angerissen worden, doch leider konnte ich mich aufgrund des Schreibstils und des fehlenden roten Fadens kaum darauf einlassen, immerhin gewöhnt man sich im Laufe des Buches daran, so dass es zum Ende hin, doch einfacher wird, dem Ganzen zu folgen, doch hatte ich das Buch dann schon innerlich abgeschrieben. Schade! Zwei Sterne für die Idee, die Umsetzung ließ zu wünschen übrig oder ich bin einfach nicht der richtige Leser für die Schreibe der Autorin.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    „Wir erkannten die deutsche Einheit an den neuen Bürgersteigen und an den Stiefmütterchenbeeten, die von ABM- Kräften angelegt, und gut gepflegt wurden.“ * „Das Paradies“ ist die Geschichte von Andrea Hünnigers Kindheit nach dem Mauerfall. Eine Geschichte über ein Land, welches sie eigentlich nur aus Erzählungen kannte. Die ehemalige DDR, die nach dem Mauerfall verschwand. Sie erzählt von den Veränderungen und den neuen Möglichkeiten, die die Bürger dieses verschwundenen Landes eiskalt getroffen haben. Denn nicht alle haben das ersehnte Paradies erhalten……. Es prasselten ganz neue Probleme auf die Bürger ein, mit denen sie sich vorher nicht beschäftigen mussten. Arbeitslosigkeit, Konsumterror und die fehlende Absicherung. Das hat viele Menschen in Depressionen gestürzt. Viele konnten sich nie damit arrangieren und beendeten sogar ihr Leben, was für viele heute unverständlich ist. Natürlich gab es auch neue Möglichkeiten ohne Grenzen, man konnte Reisen, wenn man denn das nötige Geld dazu hatte. * Die Autorin beschreibt ihr Leben nach der Mauer. Sie erlebt die neuen Ereignisse rund um die neu erworbene Freiheit durch ihre Eltern. Es ist sehr verwirrend für sie, weil alles so widersprüchlich ist. Sie erlebt wie ihr Vater, der Kommunist ist, in eine tiefe Depression verfällt. Denn alles woran er geglaubt hat, ist plötzlich verschwunden. Ihre Mutter hingegen ist perfekt im verdrängen und lebt, weil sie es muss. Für ihre Kinder. Sie erzählt eine etwas andere Geschichte, nicht die in der Menschen von der Stasi verfolgt werden. Sondern einfach von den Schwierigkeiten im Umgang mit dieser verwirrenden Zeit. In diesem Buch werden auch viele Vorurteile angesprochen, denn die Bürger begegneten sich selten auf Augenhöhe. Ich sehe es darum als Chance mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. * Ich mochte dieses Buch. Viele Ereignisse habe ich auch so erlebt und musste oft schmunzeln. Der Schreibstil mag manchmal verwirrend sein, aber diese Zeit war auch sehr verwirrend. Besonders für ein Kind. Es handelt sich hier auch um eine Biographie und nicht einen Roman.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    aba

    aba

    „Hier gibt es keine Dicken, nur einen, und der ist nicht dick“ So beschreibt Andrea Hanna Hünniger die Atmosphäre in Ostdeutschland… oder im Osten… oder in der ehemaligen DDR… oder in der Zone. Eine Atmosphäre, die es nur in der ehemaligen DDR gibt und für die es keine Erklärung gibt. Andrea Hanna Hünniger hat ein Buch über ihre ganz persönlichen Eindrücke dieser einzigartigen Atmosphäre in der Zeit unmittelbar nach dem Mauerfall geschrieben. „Das Paradies – Meine Jugend nach der Mauer“ ist kein Roman aber auch keine Biografie im gewöhnlichen Sinne und in chronologischer Reihenfolge. Eine Biografie ist es aber auf jedem Fall, nur innerhalb einer ganz kurzen Zeitspanne (denn wie sie selber erwähnt, kann im Osten jeder über 10 Jahre seine Autobiografie schreiben!). Um dieses Buch und natürlich auch seine Autorin zu verstehen, muss dem Leser eine Tatsache klar werden: Andrea Hanna Hünniger hat die DDR praktisch nie erlebt. Das ist für mich eine der interessantesten Tatsachen in diesem Buch. Die DDR kennt sie nur aus der Perspektive ihrer Eltern, ihrer Familie, ihrer Nachbarn, und sogar obwohl in der Schule niemals darüber geredet wurde, ist das Leben, ihr eigenes Leben in der DDR später für sie sehr wichtig geworden. Denn sie musste „ihr Land entdecken“ und das als Erwachsene. Und als Erwachsene verarbeitet und analysiert sie ihre Kindheit in der Zeit nach der Mauer. Da sie auch uns dabei erzählt, was Nachbarn, Lehrer und vor allem ihre Eltern denken und berichten, bekommen wir indirekt nicht nur ihre eigene Perspektive mit. Auch wie die Erwachsenen in ihrer Umgebung mit dem Mauerfall und seinen Folgen umgegangen sind, manche haben sich komplett "adaptiert", manche haben gegen das neue System rebelliert (zum Beispiel ihre Eltern), das schildert sie uns, meiner Meinung nach, sehr deutlich. Sogar die Erziehung, die sie genossen hat, schreibt sie der Abschaffung der DDR zu. Andrea Hanna Hünniger ist eine sehr intelligente Frau, die es geschafft hat, ihren Standpunkt zu der Wiedervereinigung Deutschlands zu vermitteln und eine Frau, die offensichtlich ihren Frieden mit beiden Teilen Deutschlands geschlossen hat. Ich kann mich sehr gut in die Autorin hineinversetzen. Sie hat die DDR viel später entdeckt! Für sie war es eine Entdeckung, zu erfahren, dass sie ihre ersten Jahre in einem ganz anderen Land verbracht hat. Dass ihre Eltern mit dem Mauerfall überrumpelt waren, dass es Folgen nicht für ihre Erziehung hatte, das musste sie erstmal begreifen. Es ist eine Realität, dass manche DDR-Bürger keine spürbaren Nachteile durch die Regime erleiden mussten. Es ist auch eine Realität, dass es vielen relativ gut ging, dass Kinder eine normale Kindheit hatten. Und die andere Realität... dazu braucht man nicht viel zu erzählen, denn darüber wird sehr oft gesprochen. Ich verstehe dieses Buch als einen Bericht über den Alltag nach dem Mauerfall aus einer ganz persönlichen Perspektive. Das Ende dieses Buches hat mich gerührt. Und hat mich zum Nachdenken gebracht. Man muss sich das so vorstellen: Man lebt auf einmal in einem anderen Land... und ist nicht mal umgezogen. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, werde ich mich hüten, bestimmte Begriffe und Bezeichnungen zu gebrauchen. Für mich ist die Bezeichnung "ehemalige DDR" richtig, denn das Land hat existiert und kann nicht gelöscht werden. Offensichtlich wünschen sich viele ihr Land wieder zurück. Ich habe „Das Paradies – Meine Jugend nach der Mauer“ sehr gerne gelesen. Ich habe allerdings eine etwas kritische Auseinandersetzung zu manchen Themen wie Drogen vermisst, aber da die Autorin heutzutage eine erfolgreiche Journalistin ist, gehe ich davon aus, dass diese Phase ohne Konsequenzen für ihre Zukunft verlaufen ist. Allen, die ein Buch erwarten, in dem die DDR verteufelt wird, für die eine Kindheit in der DDR deprimierend war, weil man keine Cola trinken und nicht bei McDonalds essen durfte und der Mauerfall die Erlösung war, allen, die denken, der Kapitalismus war die Lösung und Erlösung und die ultimative Antwort aller Probleme in der DDR…. diesen Lesern empfehle ich, lieber die Finger von diesem Buch zu lassen.

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    aba

    aba

    25. October 2011 um 22:24
  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    SydneyManson

    SydneyManson

    25. October 2011 um 15:15

    Das Buch wurde angekündigt als die Geschichte einer Kindheit im Ostdeutschland der 90er-Jahre. Leider bekommt man davon nur wenig mit. Dies liegt daran, daß die Autorin in diesem Buch quasi wild durcheinander gewürfelte Anektdoten aus ihrer Kindheit erzählt, ohne Struktur oder "roten Faden". Auch ist der Schreibstil einfach nur wirr, so dass für mich leider gar kein Lesefluss zustande kam. Die Gedankensprüngen der Autorin sind nicht nachvollziehbar und alles wirkt konfus. Dem Buch fehlt leider jeglicher Aufbau. So erzählt die Autorin z.B. von einem Erlebnis bei dem sie erwachsen ist, um in dem nächsten Absatz wieder ein Kind in der Wohnung ihrer Eltern zu sein, ohne Zusammenhang oder einen Übergang. Genauso ging es leider bis Seite 133, an der ich das Buch dann endgültig zur Seite gelegt habe. Wirklich schade, da doch hin und wieder die ein oder andere interessante Information in dem Wirrwarr der Autorin auftaucht, aber diese dann leider wirklich nur beiläufig kommen und auf diese auch in keiner Weise näher eingegangen wird. Das Buch hätte mit mehr Struktur und einem etwas wenig verwirrendem Schreibstil wirklich interessant sein können, aber so war für mich das Lesen eine Qual, weswegen ich hier auch nur einen Stern vergeben kann.

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  • Rezension zu "Das Paradies" von Andrea H. Hünniger

    Das Paradies
    Fannie

    Fannie

    Teils anstrengender Erinnerungs-Platzregen an die Nachwendezeit 1989, in dem Jahr, als die Berliner Mauer fiel, war Andrea Hanna Hünniger noch nicht mal in der ersten Klasse. Jetzt, 22 Jahre später, berichtet die Autorin aus Weimar in „Das Paradies – Meine Jugend nach der Mauer“ über ihre Kindheit in der Nachwendezeit. Wer sich allerdings auf eine chronologische Abfolge freut, wird genauso enttäuscht sein wie nach der erfolglosen Suche nach dem roten Faden, der das Buch zusammenhält – es gibt beides schlichtweg nicht. Oft im anstrengenden Stil eines trotzigen Kindes geschrieben, reiht Andrea Hanna Hünniger Schachtelsatz an Schachtelsatz und hüpft von einem Gedanken zum nächsten. Ihre Erlebnisse ergießen sich einfach kreuz und quer in einem Platzregen über den Leser. Doch langweilig ist das Buch keinesfalls. Mit ihrer Erzählung rüttelt die Autorin Erinnerungen wach und regt zum Nachdenken an. Aus der interessanten Geschichte hätte man viel mehr machen können – einzig an der Umsetzung hapert es. Letztlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man „Das Paradies – Meine Jugend nach der Mauer“ wohl ein zweites Mal lesen muss, damit sich das Buch einem ganz erschließt.

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    aba

    aba

    17. October 2011 um 19:38
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