Andrea Hejlskov Wir hier draußen

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Inhaltsangabe zu „Wir hier draußen“ von Andrea Hejlskov

Andrea Hejlskov ist sich sicher: So kann es nicht weitergehen. Sie und ihr Mann sehen in den täglichen Mühen der Arbeit keinen Sinn mehr, die Kinder sitzen nur noch in ihren Zimmern vor den Computern, wirkliche Unterhaltungen finden kaum noch statt. Ihnen ist klar: Das ist nicht das Leben, das sie führen wollen. Sie entscheiden sich, alles grundlegend zu ändern und nach dem zu suchen, was wirklich zählt. Und sie wollen raus in die Natur, weg von der Zivilisation mit ihren Anforderungen und Eingrenzungen. Als ihnen eine Hütte in einem Waldstück in Schweden angeboten wird, wird auf einmal alles sehr real.
Doch die Familie muss die grundlegendsten Dinge des täglichen Lebens neu lernen, etwa wie man Holz hackt, eine Blockhütte baut, im Freien kocht, wie man sich verhält, wenn jemand sich verletzt oder krank wird. Manchmal sind die Probleme kaum zu bewältigen, manchmal denken die Eltern ans Aufgeben, manchmal machen die Abenteuer auch großen Spaß.

Mit bemerkenswerter Ehrlichkeit berichtet die dänische Autorin Andrea Hejlskov von einem radikalen Entschluss – einem wahnwitzigen Aufbruch ins Grüne, aber eben auch ins Ungewisse. Es ist die Geschichte einer Familie, die ihr Leben radikal verändert – und dadurch ganz neu zusammenfindet.

Eine kurzweilige Erzählung über eine Familie, die vor der Gesellschaft zu fliegen versucht

— Sonnenschein96

Ein augenöffnendes, entmystifizierendes Plädoyer über die Realität, die uns im Wald erwartet, wenn wir uns nach Freiheit sehnen.

— killmonotony

Beeindruckender Einblick in die mutige Entscheidung einer Familie und wie sich diese auf das Leben aller auswirkt.

— wunderliteratur

Die Rückkehr zur Natur und zu sich selbst - eine moderne, schonungslose Erzählung über ein Leben in Freiheit und dessen Preis!

— DieBuchkolumnistin

Ein sehr "spezielles" Thema mit einer für mich befremdlichen Umsetzung

— Klusi

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    Wir hier draußen

    Sonnenschein96

    07. December 2017 um 17:37

    Das Buch war für mich ein klassischer Coverkauf. Ein rotes skandinavisches Häuschen inmitten eines Waldes. So kann man mich locken. Ich werde irgendwie magisch von Skandinavien angezogen, obwohl ich noch in keines der Länder war. Vielleicht eines der Länder in denen ich in meinen vorherigen Leben gelebt habe? Man weiß es nicht.. Das Buch hat mich auf jeden Fall direkt angelacht und musste gekauft werden.  Ich versprach mir eine schöne Geschichte für das abendliche Lesen vor dem Einschlafen und ich wurde nicht enttäuscht... Die Story: Andrea Hejlskov und ihr Mann fühlen sich von der Arbeit erdrückt. Auch die Kinder verbringen mehr Zeit mit dem Computer als mit ihnen. Das Familienleben leidet. Um dies grundlegend zu ändern, beschließen sie Abstand von der Gesellschaft und deren Regeln und Zwängen zu erhalten. Wie kann das besser funktionieren als in den Wald zu ziehen?  Das Angebot einer Holzhütte wird angenommen und der Traum wird in die Realität umgesetzt. Oder entwickelt sich doch zum Albtraum?  Die Personen: Mittelpunkt der Geschichte bilden Andrea, ihr Mann Jeppe und deren Kinder Sigur, Silas, Sebastian und Viktoria. Während der Aufbauphase des Hauses treffen sie auf den Kapitän, mit dem sie den ein oder anderen Konflikt durchstehen müssen.  Meine Meinung: Die Autorin Andrea Hejlskov erzählt ihre Geschichte vom Umzug in den Wald ehrlich und authentisch. Der Leser erfährt, dass die Familie besonders vor der Gesellschaft und deren Zwängen fliehen möchte. Sie träumen von einem Leben in der Isolation, aber in Gemeinschaft. Die Herstellung und Produktion der eigenen Lebensmittel ist ebenfalls ein entscheidender Grund den Traum umzusetzen. Aber dass dieser Lebensstil nicht nur Gutes bereit hält wird der Familie schnell bewusst. Die Rückkehr in die Gesellschaft bei Einkäufen wird zum Albtraum und die Selbstversorgung stellt auch einige Probleme dar. Meiner Meinung nach ist die Erzählung wunderbar für zwischendurch und verdeutlicht uns, wie wir in unserem Alltag kaum noch auf das Miteinander achten und uns von Medien und Konsum ablenken und "zumüllen" lassen. 

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  • Rezension: Wir hier draußen

    Wir hier draußen

    killmonotony

    06. December 2017 um 11:46

    Mit „Wir hier draußen: Eine Familie zieht in den Wald“ vonAndrea Hejlskov ist im Mairisch Verlag ein erzählendes Sachbuch erschienen, das sich mit dem Weg einer Familie aus der engmaschigen Gesellschaft und hinaus in ein freieres Leben im Wald befasst. Andrea und ihr Mann Jeppe beschließen, zunächst für ein Jahr als Experiment mit ihrem vier Kindern in den Wald zu ziehen. Dort wohnen sie zunächst auf kuscheligen 16m² in einer winzigen Hütte, während Jeppe und „der Kapitän“, ein alter „Waldveteran“, beginnen, eine Blockhütte für die Familie zu bauen. Doch was Andrea Hejlskov in ihrem Buch beschreibt, sind nicht nur Sonnenschein und schöne Tage, sondern vor allem handelt das Buch von den Schwierigkeiten, die mit dem enormen Wandel einhergehen: aus dem behüteten Heim mit Computer und Kühlschrank raus in den Wald, ohne fließend Wasser und den Supermarkt um die Ecke. Brutal ehrlich und mit keiner Scheu berichtet Hejlskov von ihrem ersten Jahr im Wald, und wie ihre Familie das Zusammenhalten lernt. Ich habe viel, vielleicht zu viel, über unsere Probleme geschrieben. Doch da war auch immer diese überwältigende Schönheit. Aber ich wollte eben keine Geschichte über überwältigende Schönheit erzählen, eine leichte Geschichte, nein, ich wollte eine wahre Geschichte erzählen — also habe ich über all die Probleme geschrieben und das Schöne weggelassen, aber es war da, und es war überwältigend! Dieses Buch hätte ein Loblied auf das freie, unabhängige Leben sein können, das Menschen, die in den Wald ziehen, erwartet. Doch Andrea Hejlskov nimmt davon Abstand und berichtet von der ungeschönten Wahrheit, erzählt von den harten Proben, auf die sie das Waldleben gestellt hat: Ihre Ehe zerbricht beinahe, ihre Kinder sind nicht immer hundertprozentig zufrieden und sehnen sich nach Struktur im Leben, sie selbst fällt in eine Depression und hat schwerwiegende gesundheitliche Probleme, mit denen sie tagtäglich kämpfen muss. Das Leben im Wald ist eine Zerreißprobe für die Familie — und schweißt sie doch mehr denn je zusammen. Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de

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  • Über den Kampf mit der Natur, der Gesellschaft und sich selbst – Walden 2.0

    Wir hier draußen

    DieBuchkolumnistin

    31. October 2017 um 13:56

    „Der größte Verrat ist es, wenn einem etwas klar wird, und man keine Konsequenzen daraus zieht.“ Dieser Satz ihres Mannes verändert für Andrea alles. Zu lange schon hetzt sie mit ihm und ihren drei Kindern täglich durch das Hamsterrad der Gesellschaft. Geld verdienen, um sich Dinge zu kaufen, die Platz benötigen, der wiederum mehr Geld kostet. Noch mehr Geld verdienen, um den Nachwuchs bei fremden Menschen unterzubringen, für die Zeit, in der man das Geld dafür verdient. Höher, schneller weiter – in ihrem Fall aber vor allen Dingen unglücklicher. Als dann ein schwedisches Waldstück zur Verfügung steht, treffen sie eine Entscheidung: ein Jahr lang wollen sie gemeinsam in die Einöde ziehen, so tief wie möglich in die Natur und zurück zu sich selbst. Was zuerst wie ein Abenteuer klingt, eine real gewordene DMAX-Dokumentation, wird schnell ungemütlicher Alltag. Ohne Ablenkungen treten schon bald nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern auch die wunden Punkte stärker hervor. Die Familie verwirft sich und findet neu, was sie verbinden kann und muss, ebenso steht das Ehe- und Elternpaar vor völlig anderen Herausforderungen. Wie findet man als emanzipierte Frau in der Wildnis eine passende Rolle, wenn das körperliche Ungleichgewicht zum Kochen, Waschen, Putzen zwingt? Wenn sie doch jetzt alles hat, was sie wollte, wenn die Kinder frei und voller Glück am Fluß spielen und so tief schlafen wie nie, weshalb ist sie weiterhin unzufrieden? Reicht die Natur wirklich aus, ohne Geld, Internet, ohne Musik und soziale Alternativen? Andrea leidet, kämpft und arbeitet wie ein Tier mit und für ihre Familie im ersten Jahr der selbst gewählten schwedischen Einsamkeit. Sie zweifelt, verwirft, baut neu und findet für ihre Fähigkeiten und Pläne alternative Plätze in Gegenwart und Zukunft. Andrea Hejlskov erzählt uns von einer modernen Walden-Interpretation, auf Thoreaus Spuren fernab von Internet, Selbstoptimierung und Konsumterrorismus. Sie schreibt darüber so ehrlich, authentisch und nah, dass sowohl die Schmerzen ihres gemeinsamen Wachstums, als auch die Liebe zur Natur auf jeder Seite spürbar sind und im eigenen Herzen Wünsche ansetzen, Gedanken anstoßen, Forderungen aufstellen. 

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  • Wir hier draußen

    Wir hier draußen

    Klusi

    22. October 2017 um 21:24

    Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als ich begann, dieses Buch zu lesen. Anfangs war mir nicht klar, wie extrem die Entscheidung der beschriebenen Familie war, als sie alles, was mit Zivilisation zusammenhängt, hinter sich zurück ließ und in den Wald zog.Ob es für die Autorin, ihren Mann und ihre Kinder wirklich die richtige Entscheidung war, kann ich auch nicht wirklich sagen, nachdem ich ihre Geschichte gelesen habe. Vieles ist widersprüchlich. Es ist natürlich auch so, dass Andrea Hejlskov und ihr Mann das Leben in der Zivilisation als extrem bedrückend empfanden, als etwas, das sie krank machte, was ich persönlich nicht in dieser Heftigkeit nachempfinden kann. Vieles, was sie im Wald erleben, unterscheidet sich so völlig vom Alltag in einer Stadt oder auch in einem kleineren Ort. Manche Tätigkeiten sind der Familie bisher völlig unbekannt und müssen neu erlernt werden. Ob das Leben in der Waldhütte die Familie wirklich wieder näher zusammengeführt hat, darüber bin ich mir nicht sicher.Die Autorin hat zwar einen schönen Schreibstil, der teilweise fast poetisch anmutet, aber sie berichtet etwas sprunghaft, und mir haben manchmal die Zusammenhänge gefehlt. Einerseits ist es spannend, zu erfahren, wie es den einzelnen Familienmitgliedern erging, aber die Sichtweise des Paares war mir größtenteils zu extrem, ich würde sogar fast schon sagen, dogmatisch. Zwar schreibt Andrea Hejlskov sehr ehrlich über sich und ihre Familie, über die einzelnen Reaktionen und Empfindungen, aber es gibt auch Bemerkungen, bei denen ich bezweifelt habe, dass hier zwischen Eltern und Kindern wirklich eine stabile und ehrliche Bindung besteht. Manchmal schreibt die Autorin über ihre Familie wie über Fremde.Mit seiner Thematik schlägt das Buch stark in die Kerbe „Minimalismus“, eine Art Lebensführung, die momentan immer stärker an Aktualität gewinnt. Aber ich persönlich finde die Herangehensweise hier etwas unglücklich, denn immer, wenn sich jemand zum minimalistischen Leben wendet, dies aber damit einleitet, viele Sachen, die noch brauchbar und gut sind, auf die Müllkippe zu bringen, wie es die Autorin ausführlich berichtet, dann stehen mir die Haare zu Berge, denn diese Art, sich dem Minimalismus zuzuwenden, empfinde ich ganz und gar nicht als ökologisch sinnvoll. Gut, das ist meine persönliche Meinung, und jeder sieht das anders. Ich konnte mich unter den erwähnten Gesichtspunkten nicht wirklich für das Buch erwärmen. Zu fremd sind mir die Gedankengänge und die umgesetzten Pläne dieser Aussteigerfamilie. Es war interessant für mich, einmal darüber zu lesen, denn wie schon erwähnt, hat mir die sprachliche Umsetzung gut gefallen, aber das beschriebene Thema ist nichts, worüber ich langfristig nachgrübeln werde, dazu sind mir die Ideen zu weltfremd, und dazu stehe ich selbst viel zu fest auf dem Boden der zivilisierten Tatsachen.

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