Andrea Molesini zu lieben und zu sterben

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Inhaltsangabe zu „zu lieben und zu sterben“ von Andrea Molesini

Paolo ist siebzehn, und man sollte meinen, sein Leben fängt gerade erst an. So ist er hoffnungslos in seine leicht verrückte, rothaarige Cousine Giulia verliebt. Aber der erste Weltkrieg verwickelt ihn in Dinge, die wohl auch einen gestandenen Mann überfordern würden ...

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  • Rezension zu "Zu lieben und zu sterben" von Andrea Molesini

    zu lieben und zu sterben
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    10. January 2013 um 14:24

    Paolo ist gerade einmal 17 Jahre alt, als im Zuge des ersten Weltkrieges feindliche Truppen auf dem großelterlichen Hof einfallen. Dies stellt sein Leben komplett auf den Kopf, denn das hat er bisher mit eher jungenhaftem jugendlichen Leichtsinn hinter sich gebracht. Ihn beschäftigen Dinge, die anderen angehenden Männern seines Alters ebenfalls durch den Kopf schwirren und deren Hormone den größten Teil ihres Tuns steuern. So ist auch Paolo derzeit in seine bildschöne, aber etwas exzentrische, wenn nicht sogar verrückte Cousine Giulia verliebt, als der Krieg unvorhergesehen über ihn hereinbricht. Doch ganz im der Familientradition lassen sich seine Großeltern das nicht bieten. Gemeinsam mit dem Gutsverwalter Renato ersinnen sie eine Revolte, in der Paolo tatkräftig mitmischt und die Schattenseiten des Krieges kennen lernt. Es ist mir noch nie so schwer gefallen Worte für eine Rezension zu finden wie bei diesem Roman. Schon nach den ersten Worten wusste ich: Dieses Buch, das auf den Grundsteinen eines Tagebucheintrags aufgebaut wurde, ist etwas besonderes. Die Figuren sind großartig. Charakterstark, facettenreich und eigensinnig in ihren Eigenschaften und ihren Handlungen. So gibt es auch im hohen Alter noch Liebesstreitigkeiten zwischen den Großeltern, denn Paolos Großvater ist sehr eifersüchtig auf seine drei Vorgänger, die Ex-Verlobten seiner lieben Gemahlin. Dieses Buch verfügt über sehr kontroverse Eigenschaften, die es noch interessanter machen. Es lässt den Leser immer wieder schmunzeln, doch kann es ihn auch schockieren. Es ist humorvoll und grausam zugleich. Nicht zimperlich mit seinen Charakteren und erbarmungslos mit dem Leser. Es spiegelt all das, was im Krieg geschieht authentisch wieder und sei es nur auf Gefühlsebene. So, dies war der schöne Teil. Kommen wir nun zum unangenehmen: Ich habe mich durch das Buch durchgequält. Warum kann ich gar nicht genau sagen. Fakt ist ich konnte keinen Zugang zur Geschichte finden. Trotz der grandiosen Protagonisten ging der Erzählton farblos und verblichen an mir vorbei. Dem Autor ist es einfach nicht gelungen mich mit hinein zu ziehen. Ich habe den Roman einfach herunter gelesen ohne etwas dabei zu spüren. Weder Freud noch Leid haben sich auf mich übertragen. Ich werde das Buch erst mal im Regal stehen lassen und sicher irgendwann noch einmal heraus nehmen in der Hoffnung irgendwie hinein zu finden und Paolo sowohl beim lieben als auch sterben begleiten zu können.

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  • Rezension zu "Zu lieben und zu sterben" von Andrea Molesini

    zu lieben und zu sterben
    Buchloewe

    Buchloewe

    30. September 2012 um 15:30

    angefangen, abgebrochen, zu verspielt, keine klare Linie, uninteressant

  • Rezension zu "Zu lieben und zu sterben" von Andrea Molesini

    zu lieben und zu sterben
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    30. September 2012 um 15:14

    Vom Kinderbuch zum großen Roman „Zu lieben und zu sterben“ ist ein Debüt, ohne ein Debüt zu sein. Ein Debüt im Bereich des Romans, das ja. Aber Andrea Molesini hat im Bereich des Kinderbuchs durchaus bereits eine beachtliche literarische Geschichte aufzuweisen. Nun aber wertet Molesini das Tagebuch einer seiner Großtanten aus und bietet einen historischen, sprachlich ausgereiften und bildkräftig gestalteten Roman, der sich den Jahren 1917 und 1918 zuwendet und diese Zeit des Krieges, der Besetzung, der Dramatik, des Hungers und vielem mehr. In einem wunderbaren Sprachrhythmus versteht es der Professor der italienischen Literatur in Padua, gerade das „menschlich Zwischenmenschliche“ jener aus der Zeit gehobenen Situation genau zu beschreiben. Eine Entwicklung vom „Menschlichem“ zum „Unmenschlichen“, genauer gesagt. Da, wo aus dem Zusammentreffen zusammen gewürfelter Menschen, Besetzten und Besatzern, Zivilisten und Militärs, zunächst tatsächlich Menschen aufeinandertreffen, die humane Umgangsformen in sich tragen, die durchaus mit Stil das Menschliche voran stellen und aus der Situation dann versuchen, das Beste zu machen, nur um dann zu zeigen, wie die eigenen Gesetzlichkeiten des Krieges Schritt für Schritt voneinander trennen, vordergründig grausame Notwendigkeiten die Regie übernehmen. Militärische Besatzer zum einen, welche die italienische Villa der Familie Spada requirieren, den Bewohnern, allen voran Paolo und seinem Großvater, durchaus mit respektvoller Höflichkeit begegnen, dann aber der Verdacht in den Raum tritt, ein feindlicher Offizier würde in der Villa versteckt. Und nun zeigt Molesini in unnachgiebigem Sprachfluss aus, wie der Krieg die Menschen und die Beziehungen verändert, wie der Hunger die Sinne umnebeln wird, wie man eben in solchen Situationen lernen muss, „zu lieben und zu sterben“. Denn der Schutz des englischen Offiziers, aber auch viele andere kleinere und größere Zusammenstöße werden dazu führen, dass gemordet wird. Und Mord mit Vergeltung bestraft werden wird. Da, wo mehr und mehr die Tünche der Zivilisation bricht. Wirren, in denen Paolo Spada, seinen Weg suchen muss, seine erste Liebe erlebt und oft und oft die eigene Ohnmacht spürt angesichts dieses großen Getriebes von Gewalt und Gegengewalt. Und auch er wird nach dieser Zeit Blut an den Händen haben. Eine Zäsur im Übrigen nicht nur des Krieges , sondern durch diesen Krieg auch der gesellschaftlichen, traditionellen Ordnung, die Molesini spürbar zunehmend und feinfühlig in den Beziehungen der besetzten Italiener sich entwickeln lässt, mithin die Anfänge des Untergangs der gesellschaftlichen Vormacht und des Standes der Aristokratie jener Zeit. So dass tatsächlich, wie Molesini es schreibt, nicht nur eine kriegerische Auseinandersetzung stattfindet, sondern eine ganze „Kultur“ sich auflöst, quasi „vernichtet“ wird. Die Vergewaltigungsszenen im Buch sprechen eine beredte Sprache drüber, wie dünn die Patina zivilisierten Verhaltens ist und wie nah an der Oberfläche die menschliche Urzeit-Gewalt fast nur darauf wartet, freigesetzt zu werden. In einer Zeit, in der es nur der einfachen Köchin gelingt, aus „Mäusen Kaninchen“ und aus „Baumrinde eine warme Suppe“ zu machen. Und nicht der Creme der Gesellschaft es gelingt, die Abläufe zivilisiert zu halten. Am Ende eben „unterliegt die Menschlichkeit der Pflichterfüllung“, auf allen Seiten und untereinander. „zu lieben und zu sterben“ ist ein gewichtiges Anti-Kriegs Buch, in dem Andrea Moselini stringent und klar in der Sprache anhand der äußeren Ereignisse vor allem die inneren Entwicklungen und Folgen der „Feindschaft“ und des „Krieges“ anhand seiner Protagonisten in all diesem äußeren Grauen aufzeigt. Ein aufwühlendes und mitnehmendes Buch.

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